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Regeln für Folter


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7 Antworten in diesem Thema

#1 Guest_Gast_*

Guest_Gast_*
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Geschrieben 04. Januar 2006 - 18:58

Nicht, das es oft vorkommt, aber angenommen die Spieler können wichtige Infos aus einem gefangenen Kultisten (oder umgekehrt) nur durch den Einsatz von Gewalt herraus ziehen.... Wie "spielt" man sowas am besten aus?
Soll man den Spielern die krankesten Gedanken (ich stecke dem Gefangenen einen Lötkolben ins Auge und scheuer noch eine handvoll Salz hinten drein!) entlocken, nur um irgendwann zu sagen: Ok, er sagt aus!

Oder gibt es spezielle Würfe auf der Wiederstandstabelle , wann jemand aussagt- immerhin gibt es schmerzempfindlichere Menschen (Max Müller, Buchhalter und Hobby-Florist) als andere (Bruno Muttermund, Söldner und Hobby-Masochist).

Wie würdet ihr so einen Fall ausspielen, falls es jemals soweit kommt...?


Gru?...

Raven Unbekannt

#2 PacklFalk

PacklFalk

    Carebär

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Geschrieben 04. Januar 2006 - 19:34

Braucht es dazu wirklich Regeln?

Wie würdet ihr so einen Fall ausspielen, falls es jemals soweit kommt...?

Kommt auf die Situation an. Wenn ein Spieler es sich dadurch einfach nur leicht machen will, kann ich's mir gut vorstellen, da? dieser wahnsinnige Kultist zum Schutze der Ziele seines Kultes sich vor den Augen der Charaktäre "einfach" die Zunge abbei?t, nur um ja nichts sagen zu können. Wenn die Charaktäre aber schon alle Stationen ihrer Recherche abgeklappert haben, ohne zu checken wie der Hase läuft, und jetzt aus purer Verzweiflung auf ganz harten Bandagen zurückgreifen wollen, kann es auch vorkommen, da? man nur mit einem Messer vor der Nase des Kultisten zu fuchteln braucht, und er plätschert wie ein Wasserfall, und redet danach auch wie einer. Aber dazu braucht es doch keine Regeln. Und für alles dazwischen sollte doch der gesunde Menschen- und/oder Hausverstand ausreichen können, oder!?

"I hope you brought your wits with you

for sanity is in short supply here!"

 

Hratli - Diablo 2, Act III

 

"Still sane, Exile?"

 

Zana, Mastercartogrpher - Path of Exile


#3 Guest_Gast_*

Guest_Gast_*
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Geschrieben 04. Januar 2006 - 19:57

egeln sind nicht schlecht, wenn an den Spielern zwar eine prinzipielle Chance einräumen , es ihnen aber auch nicht zu leicht machen will (die Ohrfeigen lässt laut Tabelle der Kultist über sich ergehen, ohne mit der Wimper zu zucken, der besagte Lötkolben muss nur erwähnt werden damit er redet)- da in meiner Gruppe keine total skrupellosen Menschen sind, wird wohl auf den Einsatz von übermässiger Gewalt auch in Zukunft verzichtet werden- aber grade deshalb währe es vielleicht nicht schlecht eine regel im Hinterkopf zu haben- und NEIN, man braucht eigentlich keine Regel für sowas- ebensowenig wie für alles andere, da man sämtliche Ereignisse auch erzählerisch und ohne Zahlenwerte ausspielen könnte. Aber Zahlenwerte und Tabellen (also regeln) runden das ganze doch etwas ab... ;)

Gru?

Raven Unbekannt

#4 oleg1364424405

oleg1364424405

    Traeumer im Hexenhaus

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Geschrieben 04. Januar 2006 - 23:17

In den meisten Faellen findet man doch Informationen wie "kaempft bis zum Tod" oder "ergibt sich nach einer Verwundung". Manchmal reicht auch schon "Ueberreden" oder "Ueberzeugen". Und nicht immer bekommt man bei ausgespielten Verhoeren die richtigen Informationen, wie einem "Psychiologie" verraet. Braucht man dann noch explizite Regeln, wie viele Schmerzen jemand ertraegt, bevor er das Reden anfaengt? Und wie steht es mit der Richtigkeit der Aussagen? Sollten die Charaktere tatsaechlich nicht nur mit dem Loetkolben drohen, wird in jedem Fall ein Abzug an Stabilitaet gerechtfertig sein.


#5 Die Farbe aus dem All

Die Farbe aus dem All

    Deine neue Lieblingsfarbe

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Geschrieben 04. Januar 2006 - 23:58

Hui, also dafür sollte es meiner Meinung nach keine Regeln geben, das wäre meines Erachtens doch etwas geschmacklos.

Ich würde Dir raten, als Spielleiter den Fanatismusgrad bzw. Wahnsinn der Person, die für sie zu erwartenden Konsequenzen eines Verrats, die Schmerzempfindlichkeit und die Verschlagenheit kurz selbst festzulegen und daraus dann zu folgern, ob die Person unter Druck etwas preisgeben würde und wie schnell, oder ob sie eher lügen würde, und das dann so ausspielen.

Wenn es keine festgelegten Regeln gibt, kann auch nachher keiner sagen, "der hätte schon früher reden müssen, für das Abschneiden eines Ohrs gibt es 30% Bonus auf den Verhörwurf" - um es mal überspitzt auszudrücken.

"Die Farbe... sie brennt... kalt und feucht, aber sie brennt... ich hab sie gesehen... bricht Dir den Verstand, und dann kriegt's Dich... verbrennt Dich... kannst nich loskommen... zieht Dich... nur 'ne Farbe... es ist von weit her gekommen, wo die Sachen nich so sind wie hier... saugt das Leben aus..."

 

Nahum Gardner in "Die Farbe aus dem All" von H.P. Lovecraft


#6 Guest_Gast_*

Guest_Gast_*
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Geschrieben 05. Januar 2006 - 16:53

Oh Mann, das Thema ist wirklich etwas... seltsam... ;)

Vermutlich ist es das Beste, sowas tatsächlich auszuspielen.
Das mit den Stabilitätswürfen habe ich übrigens bei unnötig überzogener Gewaltanwendung schon gebracht- was die Spieler auch völlig in Ordnung fanden. Aber es kam bisher noch nicht oft zu solchen "Gewalt-Exzessen", da meine Spieler eher mit Köpfchen, als mit Muskeln an die Sache rangehen...

Gru?

Raven Unbekannt

#7 Innominandum

Innominandum

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Geschrieben 05. Januar 2006 - 18:06

hi...

Meiner Meinung nach sollten Verhöre ausgespielt werden... Allerdings gibt es immer wieder Situationen in denen der Spieler damit überfordert ist - sein SC dazu aber in der Lage sein sollte...

Beispiel: Hans Otto, Bauer und Hobby RPGler spielt einen beinharten Superbullen und ist beim Kultistenverhör überfordert - da würde ich dann mal Kriminalistik, Psychologie etc.-Würfe gelten lassen... um den Kultisten nach Strich und Faden auszuquetschen...

Auch bei der Folter ist vieles Psychologie - und keine pure Gewaltanwendung - manchmal sollte auch die Drohung einer potentiellen Gewaltanwendung reichen. - deshalb sollten auch hier als Skill eher Psychologie / oder ?berzeugungskraft dominieren.
-denn wenn der Delinquent überzeugt werden kann, dass es nicht die Frage ist OB, sondern WANN er plaudert - ist die brutale Methode überflüssig...

Ich würde aber an deiner Stelle deutlich machen, dass das foltern von Gefangenen nichts bringt - und dass es vielleicht subtilere Methoden (ohne Stabilitätsverlust für die SC ) und bessere Methoden gibt um jemanden zum reden zu bringen.
Lass den Verhörten wegen unsinnigem Gewalteinsatz sterben und die SC müssen eine Leiche loswerden... Beim fröhlichen Foltern kommt die Polizei (etc.), weil jemand Schreie gehört hat und die Pol. gerufen hat... Oder lass das Opfer der SC entkommen um dann ein paar Abenteuer oder Abende später wieder aufzutauchen Ó la:
"Hey... Das sind doch die Typen die mir (was auch immer ) antun wollten"
man begegnet sich immer zweimal...
Oder der Gefolterte war unschuldig und die SC werden von Scham zerfressen...

Fazit: Möglichst kein Foltern und Gewalt ohne Plan / Psychologie bringt nix...

#8 Alphekka

Alphekka

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Geschrieben 18. Januar 2006 - 13:13

Hallo @ll

ich denke auch, das man für Foltern keine Regeln braucht und auch keine Machen sollte. Ob und wie ein Mensch auf Folter oder deren Adrohung reagiert, ist zu verschieden. Dafür mü?te man wohl mehr als eine Tabelle anfertigen bei der alle möglichen Faktoren zusammen kommen. Intelligenz, Konstitution, verlorene Trefferpunkte, Selbserhaltungstrieb, integrität zu seinem -was auch immer- usw. Dies alles würde einfach zu weit führen und eher die Stimmung des Spiels killen als helfen. Ausserdem besticht Cthulhu ja gerade durch sein schlankes Regelwerk und zählt halt nicht zu den "Wir-können-heute-nicht-spielen-ich-habe-mein-Bücherregal-mit-Regeln(5mbreit-2mhoch)nicht-dabei" Rollenspielen.

Ich würde sowas entweder ausspielen, oder wenn ich wei? das meine Gruppe zum foltern neigt, für den jeweiligen NPC als Hintergrund hinterlegen.
mfg
Alphekka




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