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Attribute tauschen bei Charaktererschaffung


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65 Antworten in diesem Thema

#61 Marcus Johanus

Marcus Johanus

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Geschrieben 11. August 2007 - 08:38

Original von Roland
Was soll er denn moderieren? Die verschiedenen Ansichten der Spieler?


Nein, so sehe ich das nicht. Aber der Spielleiter sollte beispielsweise darauf achten, dass verschiedene Vorlieben der Spieler auch im Spiel vorkommen. Ich habe ja verschiedene Typen von Spielern in meiner Rund - der eine mag eher Action, der andere lieber Mystery, der dritte will nur als Schauspieler glänzen und der nächste als Stratege. Im Idealfall gelingt es mir als Spielleiter, für alle ein Angebot zu machen und auch darauf zu achten, dass die jeweiligen Spieler die Chance haben, es warhzunehmen. So sollte ein SL nach meinem Verständnis zum Beispiel auch darauf achten, dass dominante Spieler nicht mehr Redezeit haben als die eher ruhigen Kandidaten usw. Das meine ich damit, dass der SL eine moderierende Funktion hat.

Und als Schiedsrichter muss er meiner Meinung nach in Streitfragen auftauchen, von denen es im Rollenspiel ja genügend gibt.

Ich habe den Eindruck, dass hier der Idealfall einer homogenen Gruppe konstruiert wird. Meiner Erfahrung nach sind Spielgruppen aber meistens sehr vielfältig, was Vorlieben der Spieler und ihre Persönlichkeiten angeht.

Warum dann nicht gleich frei verteilen? Wenn man ohnehin Punkte verschieben und/oder so lange würfeln darf, bis man sein Wunschergebnis hat.


Zum "Wunschergebnis" wird es ja bei der Methode in der Regel nicht kommen, nur zu einem Optimum.

#62 Marcus Johanus

Marcus Johanus

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Geschrieben 11. August 2007 - 09:17

Original von Thomas Michalski

Schiedrichter? Hmpf, ich weigere mich einfach einem Spielleiter eine derartige Rolle zuzugestehen, zumindest abseits des eigentlichen Intime-Bereichs.
Der Schiedsrichter mag entscheiden, wann welche Probe gewürfelt wird oder so, aber doch nicht über das, was zwischen den Spielern am Tisch abläuft.
Da ist er genauso Pappnase wie jeder Rollenspieler, er ist keine Autoritätsfigur, wie es ein Schiedsrichter wäre, nur weil er leitet.


Das sehe ich dann halt anders. Ist ja auch das Schöne am Hobby, dass es zu einem Thema viele mögliche Meinungen gibt.

Aber inwiefern hilft dir denn das Würfelsystem dabei? Und inwiefern ist es gerecht?
Es ist gerecht in dem Sinne, dass alle die gleiche Grundchance haben - gut.


Ja, genau das meine ich.

Vorsicht, da hast du böse aus dem Kontext gerupft. Das nachfolgende "Aber" kam nicht ohne Grund - die Gesamtattributpunktezahl variiert beim Würfelsystem doch viel, viel krasses ... genau genommen variiert sie beim Verteilsystem ja gar nicht. Bist du leider nicht drauf eingegangen...


Ja, absichtlich, denn du hast mit dem ersten Satz schon ausgedrückt, was ich meine. Wollte deinen Beitrag nicht entstellen.

Ungünstig herausgenommen - ignoriere das MA-Beispiel hier im Speziellen und *nach oben deut* sag mir statt dessen, was du zu der hohen Gesamtvarianz bei ausgewürfelten Charakteren meinst...


Wie gesagt, solange jeder die gleichen Chancen hat, finde ich das in diesem Falle gerecht. Ich finde nicht, dass das eine ideale Lösung ist. Aber der Zufall ist halt eine unabhängige Instanz. Das finde ich gut.

Und nebenbei gefragt - wenn ich ja Attribute tauschen kann ... was hindert einen Spieler denn daran, immer sein höchstes Attribut auf MA zu schieben? Wäre doch auch "Powergaming"...


Sicherlich. Aber ihm sind engere Grenzen gesetzt, als wenn die Punkte vollkommen frei verteilt werden könnten. Das finde ich halt gut.

Zwar liegt das dann vielleicht nicht bei der maximalen 18 ... aber nur, weil er schlecht gewürfelt hat. Und wenn ein anderer es sogar durch Tausch und guten Wurf auf 18 kriegt, wäre es sogar doppelt unfair dem Erstgenannten gegenüber...


Nein, aber für diese Antwort muss ich ein bisschen ausholen:

Ich denke ja, dass bei Cthulhu häufig neue Charaktere erstellt werden. Das bedeutet, dass bestimmte Spieler auf wundersame Weise bei einem Punkteverteilungssystem halt immer mit Charakteren das Spiel antreten, die optimiert sind. Die Möglichkeiten bei Cthulhu, Charaktere zu optimieren, sind begrenzt. Ein hohes MA und eine hohe BI stellen im Prinzip die einzige Möglichkeit dar, denn ein erfahrener Cthulhu-Spieler wird bald merken, dass die Trefferpunkte nicht so entscheidend sind.

Und somit wird es in manchen Gruppen dazu kommen, dass es Spieler gibt, deren Charaktere immer länger am Spiel teilnehmen als die Charaktere anderer Spieler, die mehr wert auf abwechslungsreiche und interessante Charaktere legen, und weniger auf optimierte.

Das würde mich als Spielleiter, aber auch als Mitspieler auf Dauer einfach stören.

Die Würfelmethode ist nicht unbedingt der optimale Weg, um mit diesem Problem umzugehen. Aber ich finde sie angesichts der Alternativen okay.

Vielleicht können wir die Diskussion mit diesem Fazit beenden, denn ich glaube nicht, dass wir hier eine Einigung erzielen werden oder noch neue Erkenntnisse gewinnen können:

Ich kehre noch einmal zu meiner Analogie zurück: Klar wünsche ich mir auch Badeanstalten ohne Bademeister. Aber es gibt immer Leute, die vom Beckenrand springen oder einfach nicht darauf achten, dass ihr Arschbombenwettbewerb andere Schwimmer davon abhält, ihre Bahnen zu ziehen. Das müssen ja keine schlechten Menschen sein, mit denen ich nichts zutun haben will, die so was machen. Wahrscheinlich sind es nette Typen, die einfach nur mal beim Spa? an der Sache vergessen haben, dass sie nicht alleine auf der Welt sind. Und für diese muss es meiner Meinung nach eine Instanz geben, die sie ab und zu mal zur Ordnung ruft.

Und eben das erwarte ich analog dazu im Rollenspiel von einem Spielleiter und auch vom Regelwerk (neben vielen anderen Dingen, die diese beiden Instanzen zu leisten haben natürlich).

#63 Roland

Roland

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Geschrieben 11. August 2007 - 11:35

Ich denke ja, dass bei Cthulhu häufig neue Charaktere erstellt werden. Das bedeutet, dass bestimmte Spieler auf wundersame Weise bei einem Punkteverteilungssystem halt immer mit Charakteren das Spiel antreten, die optimiert sind.


Bei der Würfelerschaffung tritt allenfalls dadurch "Gerechtigkeit" ein, dass sich gute und schlechte Charaktere beim hundertsten Charakter ausgemittelt haben. Ansonsten gibtÆs im Zweifelsfall die grö?eren Diskrepanzen, einige Charaktere werden wesentlich kompententer sein als andere.

Bei der Punktevergabe hat nicht nur jeder die Spieler Chance einen Wunschcharakter zu erstellen, sondern auch die Mittel dazu. Und die Regeln sind genau so unabhängig, wie die Würfel.

Und somit wird es in manchen Gruppen dazu kommen, dass es Spieler gibt, deren Charaktere immer länger am Spiel teilnehmen als die Charaktere anderer Spieler, die mehr wert auf abwechslungsreiche und interessante Charaktere legen, und weniger auf optimierte.


Es steht ja jedem Spieler frei, seinen Charakter überlebensfähig zu gestalten oder eben nicht, ein "abwechslungsreicher" Charakter kann für manche Spieler genau so erfüllend sein kann wie für andere ein "optimierter".
Bei freier Vergabe hat man die Wahl.

Und solltest nicht Du, als moderierender SL, dann dafür sorgen, dass ein Spieler mit abwechslungsreichem Charakter genau so viel Spa? hat, wie der eines optimierten?


#64 Marcus Johanus

Marcus Johanus

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Geschrieben 12. August 2007 - 08:38

Original von Roland

Und solltest nicht Du, als moderierender SL, dann dafür sorgen, dass ein Spieler mit abwechslungsreichem Charakter genau so viel Spa? hat, wie der eines optimierten?


Ja, das muss ich ja, wenn mir die Regeln diese Aufgabe nicht abnehmen. Aber da ich das nicht gerne mache, finde ich es halt besser, wenn es einen ausgleichenden Mechanismus in den Regeln gibt.

#65 Roland

Roland

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Geschrieben 12. August 2007 - 17:47

In den Regeln gibt's keinen ausgleichenden Mechanismus.

Auswürfeln hat mindestens so unterschiedliche Charaktere zur Folge wir die Punkteverteilung.

Oder habe ich was Grundlegendes übersehen?

#66 Marcus Johanus

Marcus Johanus

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Geschrieben 13. August 2007 - 07:33

Original von Roland
In den Regeln gibt's keinen ausgleichenden Mechanismus.

Auswürfeln hat mindestens so unterschiedliche Charaktere zur Folge wir die Punkteverteilung.

Oder habe ich was Grundlegendes übersehen?


Ich dachte, meine Position sei deutlich geworden, was aber offenbar nicht der Fall ist.

Ich versuche sie noch einmal auf den Punkt zu bringen:

Meine These ist ja, dass durch das Auswürfeln unterschiedlichere Charaktere entstehen, bei der Punkteverteilung eher nicht.

Bei vielen anderen Rollenspielen ist es so, dass ich mehrere Wege habe, interessante und gleichzeitig spieltechnisch optimierte Charaktere zu erstellen. Bei Cthulhu gibt es praktisch nur den Weg, MA und BI zu boosten. Bei Spielern, die Wert darauf legen, optimierte Charaktere zu spielen, wird also meiner Meinung nach zumindest von den Werten her immer der gleiche Charakter entstehen.

Deswegen betrachte ich das Auswürfeln der Attribute als ausgleichenden Faktor, der dafür sorgt, dass viele unterschiedliche Charaktere entstehen.




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