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Spielbericht "Am Rande der Finsternis" (SPOILER)


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3 Antworten in diesem Thema

#1 John Grimes

John Grimes

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Geschrieben 29. April 2007 - 13:59

Ich lese schon immer sehr gerne Spielberichte. Nachdem ich neulich eine Kampagne als Spielleiter begonnen habe, möchte ich hier nun unsere Erlebnisse zum Besten geben. Vielleicht lässt sich der ein oder andere davon ja anstecken.

Angefangen mit dem Rollenspiel habe ich mit der ersten DSA-Box. Mit CoC bin ich schon Mitte der 80er bei einem Schulkameraden in Kontakt gekommen. Damals habe ich aber bis auf ein oder zwei Abenteuer nichts gespielt. Ende der 80er (während des Studiums) habe ich zwei oder drei Abenteuer aus dem Grundregelwerk und dem Hobby Products-Band "Die Anstalt" geleitet. Fantasy-Rollenspiele waren aber bei meinen Spielern immer deutlich beliebter, so dass ich seit gut zwanzig Jahren fast ausschlie?lich diverse Fantasy-Rollenspiele geleitet habe - Während Schule und Studium noch sehr oft, im Berufsleben nun deutlich seltener.

Von Cthulhu war ich aber immer sehr angetan, und so habe ich von Pegasus 1999 das Grundregelwerk erworben, sowie im Anschluss daran die Amerika-basierten Produkte und die ersten Ausgaben der CW. Als Pegasus sich dann aber auf Deutschland konzentrierte, habe ich Cthulhu etwas aus den Augen verloren.

Vor einem Jahr ist dann aber ein kleines Wunder geschehen: nach ersten guten Rezensionen auf BGG habe ich Arkham Horror erworben, das Brettspiel in der Neuauflage von FFG. Und dieses Spiel wurde innerhalb kürzester Zeit zum absoluten Lieblingsspiel meiner Frau. Kein anderes Spiel haben wir im vergangenen Jahr so häufig gespielt. In unserer Spielegruppe, die sich einmal pro Woche zu treffen versucht, kam es auch sehr gut an. Und plötzlich war es bei mir wieder da, das Interesse an Cthulhu.

So habe ich von der Pegasus-Seite die neueste Version von "Am Rande der Finsternis" heruntergeladen, dazu Charakterbögen ausgedruckt, mein altes Regelwerk, den Amerika-Band und den Spielleiterschirm genommen und meine Spieler am Freitagabend damit überrascht.

Den ersten Abend haben wir natürlich hauptsächlich mit Regelerläuterungen und Charaktererschaffung verbracht.

Ich habe meine drei Spieler jeweils zwei Charaktere erschaffen und spielen lassen, was für uns alle eine neue Erfahrung ist, aber bisher ganz gut funktioniert hat.

Als Charaktere wurden erschaffen:

Michael M. Malley, Privatdetektiv

John P. Herold, Arzt

Kate Winstrop, Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität

Marian Thornton, Psychologiestudentin

Carl Hanson, Alkoholschmuggler

William Carter, Bibliothekar an der städtischen Bibliothek

John, Michael, William und Kate sind alle mit Rupert Merriweather gut bekannt und werden in das St. Mary's Hospital gerufen. Ruperts Sohn habe ich weggelassen, seine Frau hat hier ihren einzigen kurzen Auftritt. Die Charaktere erhalten von Rupert ihre Instruktionen und müssen miterleben, wie er seinen Anfall bekommt. Danach begeben sich die Charaktere in Johns Wohnung, um sich zu beraten. Kurze Zeit später erhalten sie Nachricht von Ruperts Tod.

Damit endete der erste Abend, eine Woche später wurde weitergespielt:

Die Charaktere führen in der Universitätsbibliothek erste Nachforschungen durch. Kate beschlie?t ihre Freundin Marian hinzuzuziehen, da diese sich auf dem Gebiet des Okulten etwas auskennt und vielleicht bei der Entschlüsselung der Inschriften auf der kleinen Dose helfen kann. Weiter planen die Charaktere, noch an diesem Wochenende nach Ross's Corner aufzubrechen.

Michael, der Privatdetektiv, zieht Carl, den Schmuggler, dazu, um noch etwas Firepower zu bekommen. Carl schuldet ihm noch einen Gefallen. Michael und Carl fahren schon einmal vorweg nach Ross's Corner, besuchen den Gemischtwarenladen und werfen einen ersten Blick auf das Farmhaus - aber nur aus der Entfernung.

Ohne wesentlich schlauer zu sein, macht sich dann am nächsten Tag die gesamte Gruppe auf den Weg.

Den Kadaver im Garten entdecken sie nicht, dafür natürlich Red Jack im Keller. Red Jack setzt sich recht erfolgreich zur Wehr, ich habe anschlie?end ein bisschen Probleme zu regeln, ob die Charaktere ihn bei seiner Flucht aufhalten können. Sie können, lassen ihn aber anschlie?end laufen ...

Während William, der Bibliothekar, und die Damen die gefundenen Unterlagen studieren und das Ritual vorbereiten, wollen die restlichen Männer einen Blick auf den Dachboden werfen ...
Carl steigt Michael auf die Schultern und drückt erfolgreich die Luke auf. Er kann nicht rechtzeitig ausweichen als ein Wirbel aus Krallen auf ihn zugestürzt kommt, hat aber Glück im Unglück. Schwer verletzt stürzt er nach unten, eine Narbe wird für den Rest seiner Tage auf seiner Stirn zurückbleiben.

Später können die Charaktere hören, wie der Lauerer Red Jack tötet. Darauf beginnen sie dann mit dem Ritual. Michael nimmt nicht daran teil, sondern hält Wache. Der Lauerer versucht die Charaktere vom Ritual abzulenken. Die Spannung bleibt ganz gut bestehen bis die Untoten
auftauchen. Da sie das Haus nicht betreten können, sind sie leichte Zielübungen für Michael.

Die Stabilitätswürfe laufen einigerma?en gut für die Charaktere. Lediglich Carl hat grö?ere Verluste. Als am Ende der Lauerer manifestiert, spitzt sich die Situation jedoch zu. Carl und John laufen mit verzücktem Gesichtsausdruck auf das Wesen zu. Michael kann Carl noch zurückrei?en, der Arzt wird jedoch von dem Lauerer zerfetzt.

Und plötzlich ist der Spuk vorbei. Das Ritual ist beendet. John ist tot, Carl ist schwer verletzt und hat längerfristigen mentalen Schaden genommen.

Am Ende hatte ich Probleme mit der Schilderung der Geschehnisse, für das Erscheinen des Lauerers und das Ende des Rituals hätte ich mir im Abenteuer ausführlichere Beschreibungen gewünscht.

Insgesamt war ich mit dem Ausgang des Abenteuers aber sehr zufrieden. Ein Charakter tot, einer mit deutlichem Stabilitätsverlust und mentalem Defekt. Es hat meinen Spielern gezeigt, dass dies nicht das typische Fantasy-Rollenspiel ist, bei dem dem Spielleiter ständig die Hand schützend über die Charaktere hält.

Eines steht fest: es wird weitergespielt.

#2 PacklFalk

PacklFalk

    Carebär

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Geschrieben 29. April 2007 - 16:04

Schön, da? sich deine Runde auch mal länger von der Fantasy-Schiene ablenken lä?t, Vielfalt ist das halbe (Rollenspiel-)Leben. :D Wünsche euch noch viel Freude bei euren Cthulhu-Runden.

P.S.: Ach ja, und willkommen im Forum!

"I hope you brought your wits with you

for sanity is in short supply here!"

 

Hratli - Diablo 2, Act III

 

"Still sane, Exile?"

 

Zana, Mastercartogrpher - Path of Exile


#3 Guest_TiefesWesen_*

Guest_TiefesWesen_*
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Geschrieben 29. April 2007 - 16:09

Hallo John und danke für den Bericht, ich lese so etwas immer wieder gern. Mit dem Abenteuer hat meine Gruppe damals angefangen. Damals verlief es recht positiv, bis auf einen kleinen... Ausrutscher.
Mit Warnungen über die Tödlichkeit von CoC und unheimlichen Geräuschen unter dem Boden und auf dem Dachboden des Hauses hatte ich die Spieler nämlich recht paranoid werden lassen. So kam es, dass die Sache für Red Jack übel endete, als sich ein mit einem Gewehr bewaffneter Charakter die Kellertreppe hinab begab und nur sah, wie sich etwas (Jack) aus dem Dunkeln schnell auf ihn zu bewegte. :D Die Sache wurde natürlich professionell vertuscht. Wer vermisst Jack schon?

Grü?e,
TiefesWesen

#4 John Grimes

John Grimes

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Geschrieben 01. Mai 2007 - 13:56

Danke für die positiven Reaktionen.

Mich würde ja noch interessieren, ob jemand den kleinen Sarkophag in einem späteren Abenteuer verwendet hat und ob sich irgendwo weitere Informationen über den Lauerer finden lassen. Bei einem ersten Blick ins Regelwerk habe ich nichts gefunden.




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