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Aktion Spielbericht: Der Gaukler von Jusa


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5 Antworten in diesem Thema

#1 Lyris

Lyris

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Geschrieben 10. Februar 2009 - 19:52

Vor kurzem habe ich mit meiner Gruppe das Abenteuer äDer Gaukler von Jusaô aus dem Spielleiterhandbuch 2.0 gespielt. Wer das Abenteuer nicht kennt: es spielt teilweise auf einem Jahrmarkt, auf dem die SCs dem äLeierkastenmannô begegnen, einer Art Diener des Königs in gelb. Wichtig zu sagen ist, dass ich das Setting von Tübingen nach Arkham verlegt habe. Das Jahr war 1920.
Gespielt haben wir relativ lang an dem Abenteuer, ich glaube so 8 Stunden. Ich habe den Spielern aber auch viel Zeit für Charakterspiel gelassen, wir sind also nicht durchgehastet.

Die drei Spieler waren alles sehr erfahrene Rollenspieler. Zwei gehörten zu meiner festen Gruppe und hatten vorher circa 4x Cthulhu gespielt, der dritte hatte noch keine Erfahrung mit dem System. Die beiden weiblichen Chars hatten daher schon ein wenig Einblick in den Mythos und der äNeulingô war noch unbeleckt.

Charaktere:
Abigail Birch - junge Flapperin/verwöhnte Reiche und Erstsemester-Archäologie Studentin
Helen Bixby û Archäologie-Doktorandin
Arthur Benett û schmuddeliger Privatdetektiv

Scheinbar haben meine Spieler ein Faible für Nachnamen mit B. ^^
Als Tischdeko habe ich nichts schönes Jahrmarktmä?iges gefunden, also gab es einfach eine schwarze Tischdecke mit dunklem Rankenmuster, einen kleinen Standspiegel (das Abenteuer hat viel mit Spiegeln zu tun) und ein paar Kerzen.

Tag 1 û Schie?buden und Zuckerwatte
Hintergrundmusik: Freeware û Leierkastenmusik aus dem Internet.

Die Charaktere kamen ins Abenteuer weil die beiden Damen einfach den Jahrmarkt besuchen wollten. Obwohl sie eigentlich sehr verschieden sind (Abby eben die wilde Flapperin und Helen eher zurückhaltend) haben sie sich im Laufe der vorangehenden Abenteuer angefreundet. Der Privatdetektiv wurde im Vorfeld von einem später vorkommenden NSC (dem betrunkenen Alten) damit betraut, einen kleinwüchsigen Mann mit einem auffälligen schwarz-gelben Mantel zu suchen, zu beobachten und sich seinen eventuellen Stand anzusehen.
Die Charaktere vergnügten sich an den verschiedenen Ständen des Jahrmarkts, die Musik lieferte dafür die richtige Stimmung und sie hatten IT wie OT viel Spa? denke ich.
Schlie?lich kamen sie an den Stand des Leierkastenmannes. Auf die Jahrmarktsmusik selbst spielte ich nun den Track äMusik-Boxô aus Silent Hill, war ein Tipp hier aus dem Forum. Der Track kam übrigens gut an, meine SCs wurden nacher schon ganz kribbelig sobald ich den angemacht habe.
Beim ersten Auftritt des Leierkastenmannes spielt er laut Setting ein kleines Stück mit zwei Marionetten, ich hatte für diesen Zweck aus Computerausdrucken und zwei Holzlatten Puppen gebastelt. Der Effekt war wie gewünscht: als ich mit den Puppen hinter den Meisterschirm hervorkam und mit verstellter Stimme anfing zu sprechen kringelten sich die Spieler zunächst vor Lachen und als es brutaler wurde und die Kinder (Zuschauer) anfingen zu weinen wurden sie wieder ernst. Der Leierkastenmann lachte und sang seine Zeile äWir sind, wir sind die Gaukler von Jusaô.
Durch einen unglaublichen Zufall *zwinker* betraten die Charaktere zusammen das Spiegelkabinett, welches zum Leierkastenmann gehörte. Sie sahen seltsame Phänomene in den Spiegel und erreichten das Zentrum, in dem sich ein Bronzespiegel befand. Aufgrund von Schriftzeichen am Rand konnten die beiden Archäologie-Cracks schon herausfinden, dass es sich hier um ein echtes Artefakt handelte, was sie ziemlich fassungslos machte. Der Detektiv war sich inzwischen sicher, dass der Leierkastenmann seinem Auftraggeber den Spiegel geklaut haben musste. Er sah noch das Gesicht des Leierkastenmannes im Spiegel, hielt das jedoch für eine Einbildung.
Drau?en kam es dann zu dem Unfall mit dem Karussell (eine Gondel rei?t ab und tötet ein Mädchen) und den SCs dämmerte langsam, dass etwas mit dem Leierkastenmann wohl nicht stimmte.
Vor dem Jahrmarkt begegneten die SCs dem betrunkenen alten Mann. Er hatte die Frauen schon einmal bei Armitage gesehen (da sie beiden an der MU studieren und durch äAm Rande der Finsternisô bereits mit diesem in Kontakt sind) und sprach sie deshalb an. Der Detektiv erkannte natürlich seinen Auftraggeber, alle drei sollten am nächsten Morgen zu ihm kommen.
Das war für die Frauen vielleicht ein wenig dünn, ich wusste aber, dass sie zu neugierig sein würden, um das zu ignorieren, der der Mythos sie sehr interessiert und die Erwähnung von Armitage schon andeutete, dass es damit zu tun haben könnte.
Hier habe ich weggelassen, dass den SCs schon die Aktenmappe mit dem ganzen Kram übergeben wird, ich fand das zu holzhammermethodenmä?ig.

Tag 2 û Blutige Klumpen + Ermittlungen
Hintergrundmusik: Musica Cthuliana von The Forth

Am nächsten Morgen trafen sich die Charaktere vor dem Haus, in dem der betrunkene Alte seine Wohnung gemietet hat. Eine burschikose Vermieterin führt sie zu der Wohnung und meckert fortwährend über ihren Mieter.
In der Wohnung finden die SCs nicht mehr viel von dem Alten vor. Sie durchforsten die Papiere auf seinem Schreibtisch (und der Privatdetektiv klaut alles Bargeld), dann täuscht die Flapperin eine Ohnmacht vor, um die im Raum verbrachte Zeit zu erklären. Ganz schön gewieft die Kleine. ^^
In der Wohnung der Flapperin schauen sich die Charaktere die Papiere genauer an (alles Handouts). Sie haben gefunden: eine Karte von Nordamerika mit Kreuzen, Ortnamen und Daten darauf, einen Flyer von einer Fotografieausstellung in Arkham, ein Foto von einer Steintafel (Handout erstellt von äDer Todô hier aus dem Forum) und ein lateinisches Zitat aus dem De Vermis Mysteriis. Letzteres haben die Spieler schnell kapiert, da sie im letzten Abenteuer (Am Rande der Finsternis) schon Kontakt mit diesem Werk hatten.
Mit Hilfe eine Wörterbuches und den Lateinkenntnissen der Flapperin (kaum zu glauben, aber sie hat tatsächlich als einzige Latein) war der Text recht schnell übersetzt.
Der Detektiv machte noch einen Abstecher zu der Schwester des Verstorbenen, einer Blumendladenbesitzerin. Diese zeigte sich geschockt und berichtete von seiner Besessenheit von Jahrmärkten, seit er als Kind bei einem verletzt worden war. Da das Datum mit einem auf der Karte übereinstimmte vermuteten die SCs nun, dass es sich bei den Kreuzen um Unglücke bei Jahrmärkten. Diese Vermutung bestätigte sich, als sie in den staubigen Kellerarchiven des Arkham Advertisers nachforschten. Hier habe ich vier kleine Handout-Zeitungsausschnitte mit Unglücken vorbereitet.
Die zwei Frauen waren von einem Mythos-Zusammenhang inzwischen überzeugt, versuchten aber noch, den Detektiv da raus zu halten. Dieser lie? sich jedoch nicht abwimmeln und spätestens als sie in die Fotoausstellung gingen (mein Ersatz für die Bilder des Heimatmalers) und sie auf dem Bild von dem Brand vor einigen Jahrzehnten den Leierkastenmann wieder sahen war auch er sich sicher.
Nach einer kleinen Konferenz mit Armitage schafften sie es ihn zu überzeugen, dass die Flapperin noch einmal einen Blick in das De Vermis Mysteriis werfen durfte, da sie sich von dort weitere Informationen erhofften. Das erwies sich als wenig fruchtbar und eher fatal: sie verlor eine Menge Stabilität, erlitt eine geistige Umnachtung und eine permanente heftige Phobie vor Spiegeln. Die anderen Charaktere bekamen ihren Schockzustand natürlich mit und Armitage ist entschlossen, sie nie wieder in eines seiner Bücher schauen zu lassen.

In der MU befragten sie noch einen Experten für Babylon nach dem Foto und erhielten die im Abenteuer enthaltenen Infos.
Im Auto erschreckte die Flapperin dann auch alle mit einem Schrei, als sie im Rückspiegel (sie war die Fahrerin) das Gesicht des Leierkastenmannes sah und lie? erst einmal alle Spiegel entfernen. Die anderen Charaktere führten dies noch auf ihren Schock zurück, doch nach einer Weile sahen auch sie in Spiegeln sein Gesicht und wurden ziemlich paranoid. Sie haben nachher sogar den Spiegel auf dem Tisch von sich weggedreht. :P

Schlie?lich hatten sie alle möglichen Informationen zusammengetragen und beschlossen, dass sie den Spiegel zerstören wollten, um den Leierkastenmann zu besiegen. Sie gingen bei Tageslicht zum Jahrmarkt und wurden dort Augenzeugen der äSchlachtô.
Nachdem die Lage sich beruhigt hatte schlichen sie sich wieder auf den inzwischen geschlossenen Jahrmarkt, allerdings immer noch bei Tageslicht, was mich ein wenig zum improvisieren zwang. Sie gingen zum Spiegelkabinett und brachten das Zelt durch Kappen der Seile zum Zusammensturz, dann schubsten sie die Spiegel um und arbeiteten sich zur Mitte vor, um an den Bronzespiegel zu kommen. Ich lie? sie machen, denn sie brauchten IT einiges an Zeit dazu, so dass es langsam schon wieder dämmerte. Fieserweise war der Spiegel dann natürlich nicht da, als sie endlich in der Mitte waren. Die Spieler hatten wohl halb damit gerechnet und waren deshalb auch nicht frustriert deshalb.
Als sie den Jahrmarkt wieder verlie?en wurde es dunkel und als sie gerade wieder weg wollten hörten sie wieder die Melodie des Leierkastens. Sie überkam eine Art verbissene äjetzt machen wir dich fertigô-Stimmung und wollten den Laden einfach stürmen. ^^

Hintergrundmusik: Into the dark von Erdenstern

Als sie wieder bei dem Kabinett waren stand alles wie durch Zauberhand wieder (wie wahr) und sie begegneten auf dem Weg schon einigen der Geister. Die Doktorandin und der Detektiv gingen in das Labyrinth, während die Flapperin (die sich aufgrund der Spiegel nicht hinein traute) drau?en versuchte den Leierkastenmann abzulenken. Letztendlich floh sie grö?tenteils vor den Geistern. Die anderen schafften es zum Spiegel und nachdem ein Hammer sich als nicht sehr wirkungsvoll erwies (schlecht gewürfelt) schoss der Detektiv kurzerhand ein Loch in den Bronzespiegel, was den ganzen Spuk beendete.
Die grausige Leier wurde noch verbrannt, die Lochkarte daraus mitgenommen (Handout) und stelltem fest, dass das Muster mit der auf der Landkarte übereinstimmte. Sie rätselten noch eine ganze Weile über den zweiten Gaukler und sind ziemlich scharf darauf, den auch zu verbannen, vielleicht mache ich da noch einmal eine Fortsetzung.

Fazit:
Das Abenteuer hat meinen Spielern sehr viel Spa? gemacht und sie haben sich auch gegruselt. Ich bin froh, dass ich den Teil mit der Aktenmappe abgeändert habe, denn das ermitteln fanden sie denke ich interessanter als alles vorgesetzt zu bekommen.
Noch einmal Danke an das Forum für den guten Musiktipp aus Silent Hill und an äDer Todô für sein schickes Handout. :)

#2 starwarschef

starwarschef

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Geschrieben 11. Februar 2009 - 05:33

Schöner Bericht ;)
Vor allem die Musiktipps und die Beschreinbung des OffGame-Ambientes gefallen mir!!!

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#3 7th Guest

7th Guest

    Abtrünniger

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Geschrieben 11. Februar 2009 - 09:41

schöner Bericht, hatte damals noch einen mysteriösen
Jahrmarktszauberer ins Spiel gebracht, der zu Wutausbrüchen neigte,
somit waren die Spieler etwas getäuscht, wer jetzt der ?beltäter ist ^^

#4 Vincent Darksun

Vincent Darksun

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Geschrieben 11. Februar 2009 - 18:57

Ich muss sagen mir hat der Bericht auch sehr gut gefallen und auch wie die Spieler/innen sich ambientmä?ig verhalten haben (spiegel auf dem Tisch weg drehen usw. ist schon toll.)

mit Gru?

Vincent

#5 Lyris

Lyris

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Geschrieben 12. Februar 2009 - 14:37

Das ist nett von euch, danke. ;)

@7th Guest:
Das wäre auch eine gute Idee gewesen, so war es ja recht offensichtlich. Mal für den nächsten Spielabend merken. ^^

#6 Der Tod

Der Tod

    his red right hand

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Geschrieben 17. Februar 2009 - 23:19

Sehr schön!
Ich finde es sehr hilfreich gerade solche "Einsteigerabenteuer" aus anderer Sicht zu lesen, einfach weil man doch sehr rasch in eingefahrene Muster verfällt und etwas frische Anregungen da nur gut sind!
Jetzt frage ich mich aber nur, was ich mit meinem halb fertigen Spielbericht mache! :D

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