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Aktion Spielbericht: Die Ruinen von Nan Madol


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5 Antworten in diesem Thema

#1 Johann Doe

Johann Doe

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Geschrieben 18. Februar 2009 - 13:05

Dann will ich es auch mal mit einem Spielbericht versuchen. Dieser ist allerdings nicht von mir, sondern von einem der Spieler in meiner Runde, der mir erlaubt hat ihn für diesen Zweck zu nutzen.

Das Abenteuer beruht auf Die Ruinen von Nan Madol aus der Wunderwelten 23. Allerdings habe ich das Abenteuer in einigen Teilen verändert und verkürzt.

Die Charaktere
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Die Runde besteht aus fünf Spieler/innen. Im einzelnen:

Rabea Borchardt - Studentin der Archäologie
Sie ist die Scully der Gruppe, jedesmal wenn etwas Mysteriöses passiert ist sie nicht da/bewu?tlos/schläft oder kann ich alles rational erklären.

Johann Theumer - Photograph
Johann ist sehr sensibel und was er durch seine Kamera sieht und aufnimmt muss nicht immer das sein, was auch da ist.

Stephan Theodor Weiland - Student der Theologie
Auch wenn die Gruppe noch nicht viel cthuluides gesehen hat, hat er sozusagen die volle mentale Breitseite bekommen. Wie wir ja alle wissen ist es eigentlich kein Vortei in alten Sprachen bewandert zu sein, denn es ist nicht das Lesen eines Mythoswerkes, das einen wahnsinnig macht, sondern das Verstehen.

Carl Bock - Reporter bei der Berliner Morgenpost
Carl sieht alles mit den Augen eines Reporters, was ihn so manches Mal vor Schaden bewahrt hat, doch hat auch er gelitten und kämpft noch mit den Folgen einer Schussverletzung.

Wilhelm Engelsberg - Jurastudent
Wilhelm gehört einer schlagenden Verbindung an und wäre somit gerne der Mann fürs Grobe. Wie das nun mal aber so ist, ist das Grobe noch eine Stufe zu grob für ihn und er muss gelegentlich flie... äh, den geordneten Rückzug antreten.


Kurzübersicht
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Die Runde spielt im Jahr 1912 und es ist ihr zweites Abenteuer. Die Charaktere haben wenig Kontakt zum Mythos gehabt und sind erst vor kurzer Zeit von ihrer Titanic-Kreuzfahrt zurückgekehrt (! nachzulesen hier ).
Trotzdem haben sie sich nicht abhalten lassen sich von einem Leutnant a.D. für eine Expedition in die Südsee anzuheuern. Was sie nicht wissen (anfänglich ;-) ) ist, da? dieser Leutnant die Frau der Gruppe als Opfer für ein Ritual in den Ruinen von Nan Madol vorgesehen hat. Was er sich von dem Zauber erhofft erfährt die Gruppe nie.

#2 Johann Doe

Johann Doe

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Geschrieben 18. Februar 2009 - 13:10

Di. 30.07.1912
Beim durchblättern der aktuellen Ausgabe der Morgenpost endecke ich ich eine Anzeige die Rabea interessieren könnte. Es wird ein Expeditionsassistent für eine Expedition in die Südsee gesucht. Als ich Rabea die Annonce zeige ist sie wie erwartet durchaus von der Idee angetan bei einer gro?en Expedition mitzuarbeiten, auch wenn es nicht nach ?gypten geht. Auch für die anderen und mich könnte so etwas eine gute Gelegenheit sein ihren Horizont zu erweitern, so das wir beschliessen uns bei der angegeben Adresse in Hamburg zu bewerben. Wir kündigen unser kommen in Hamburg für Freitag an.

31. & 01.08.1912
Die nächsten beiden Tage verbringe ich mit normalen arbeiten in der Redaktion. Nach einem kurzen Gespräch mit Heinrich Grohe zeigt auch er sich durchaus angetan von einem Reisebericht über eine Expedition in die Südsee. Ich schreibe auch schon mal an meinen Eltern, dass ich mich wohl längere Zeit nicht mehr melden werde.

Fr. 02.08.1912
Wir brechen morgens früh mit dem Zug in Richtung Hamburg auf, wo wir gegen Mittag ankommen. Nach einem kurzen Spaziergang erreichen wir die angegebene Adresse. Die Wohnung von Herrn Korngold liegt im zweiten Stock. Auf unser klopfen öffnet uns die Haushälterin die uns nach kurzer Rücksprache zu ihm in den Salon führt. Der Salon ist durch Vorhänge abgedunkelt und wird nur schwach von Gaslicht beleuchtet. Herr Korngold stellt sich als Leutnant ausser Dienst vor. Zunächst ist er natürlich skeptisch ob wir für diese Expedition geeignet sind, da es aber wohl anscheinend nicht viele andere Interessenten gab werden wir uns handlungseinig. Für 1.500 RM und Beteiligungen an evt. Fundstücken werden wir ihn auf seine Expedition in die Südsee begleiten. Auch über eine Veröffentlichung in der Morgenpost hat er grundsätzlich nichts einzuwenden, wenn er die Berichte vorher lesen darf. Die Expedition geht auf die Südseeinsel Ponape, genauer gesagt möchte er die Ruinen von Nan Mandol erforschen. Korngold berichtet uns das er bis vor zwei Jahren in den deutschen Südseekolonien stationiert war, bis er aus gesundheitlichen Gründen den Dienst quittieren musste, daher sein Interesse an den Ruinen. ?ber Legenden oder Mythen der Ureinwohner weiss er aber angeblich nichts zu berichten. Korngold hat bereits ein Schiff, die "Klara Feddersen" mit Mannschaft für die Reise angeheuert, wir müssen uns lediglich noch um die weitere Expeditionsausrüstung kümmern, wofür er uns aber die nötigen finanziellen Mittel zur Verfügung stellt. Die Expedition soll bereits nächste Woche starten. Anschliessend verabschieden wir uns von Lt. Korngold.
Wir machen noch einen kurzen Abstecher in das Hamburger Völkerkundemuseum, das gerade erst eine grosse Expedition durch die Südsee unternommen hat aber leider finden wir dort keinen kompetenten Ansprechpartner. Am gleichen Tag machen wir uns noch auf die Rückfahrt nach Berlin, wo wir am Abend erschöpft ankommen.

03. & 04.08.1912
Den morgen über versucht jeder Informationen über Ponape zu bekommen. Ich mache mich auf in das Zeitungsarchiv. Gegen Mittag treffen wir uns um die gefundenen Informationen auszutauschen und unser weiteres vorgehen zu beratschlagen. Wir stellen auch schon mal eine Liste mit allen Dingen die wir für die Expedition gebrauchen können zusammen. Die Liste ist wiklich umfangreich, sie geht von Zelten und Rucksäcken über verschiedene Werkzeuge bis hin zu Waffen und Dynamit. Wir wollen sofort Montag morgen in aller Frühe wieder nach Hamburg aufbrechen um alles weitere vorzubereiten. Den Rest des Wochenendes verbringt jeder mit seinen persönlichen Reisevorbereitungen, ich melde mich noch kurz in der Redaktion ab, und schreibe auch noch einen längeren Brief an meine Eltern.

Mo. 05.08.1912
Wir fahren wieder früh von Berlin aus mit dem Zug nach Hamburg. Dort angekommen quartieren wir uns zunächst in dem "Deutschen Hof", ein Hotel direkt am Bahnhof ein. Anschliessend wollen wir zum Hafen um einen ersten Blick auf Korngolds Schiff die "Klara Feddersen" zu werfen. Das Schiff, das an Pier 37 liegt scheint in einem guten Zustand zu sein. Interessanterweise handelt es sich um ein Dampfschiff und nicht um einen Segler. Auf dem Schiff entdecken wir einen alten Matrosen, der uns nach einem kurzen Gespräch erlaubt an Bord zu kommen. Das erweist sich aber als schwerer als erwartet, da nirgendwo eine Planke ist. Nur mit einem weiten Schritt gelingt es uns an Bord zu kommen, allerdings fällt Johann bei dem Versuch ins Wasser. Nachdem wir ihn an Bord gezogen haben zeigt uns der alte Matrose, der sich als Fiete Klöhns vorstellt das Schiff. Dabei begegnen wir zwei weiteren Matrosen namens Broji Madlo und Vlasta Knurek die offensichtlich osteuropäischer Herkunft sind. Die beiden scheinen recht abergäubisch zu sein, als sie Rabea bemerken sprechen sie davon, das Frauen an Bord nur Unglück bringen. Wärend wir durch das Schiff gehen um unter anderem unsere Kabinen (die ehemalingen Offizerskabinen) und die Lagerräume zu besichtigen, können wir von Fiete erfahren, das Korngold die "Klara Feddersen" wirklich gehört. Wie lange sie schon in seinem Besitz ist, weiss er leider nicht, da er wie der Rest der 8 Mann starken Mannschaft zum ersten mal für Korngold arbeitet. 8 Mann Besatzung erscheinen mir und auch dem rest allerdings erstaunlich wenig für so ein gro?es Schiff. Nachdem wir uns auf dem Schiff umgesehen haben und alles weitere was die Anlieferung und Unterbringung der Ausrüstung angeht geklärt haben verabschieden wir uns und fahren zurück in das Hotel, damit Johann der immer noch durchnässt ist sich umziehen kann.

06. - 11.08.1912
Den Rest der Woche verbringen wir mit den Vorbreitungen und Einkäufen für die Expedition, worüber ich beinahe Rabeas Geburtstag am 07.08. vergessen hätte. Glücklicherweise erinnert uns Wilhelm noch rechtzeitig, so das wir ihr am 07. morgens bevor sie für ihren Geburtstag nach Hause fährt noch ein paar Geschenke überreichen können. Von mir bekommt sie eine Platte mit eine Operette, Johann hat in einem kleinen Buchladen ein handgeschriebenes Theaterstück in englisch aufgetan, der Titel lautet "The king in yellow". Es scheint recht alt zu sein. Wilhelm hat bei einem Trödler einen Anhänger in Form einer Pyramide mit einem eingearbeiteten Opal als Auge gefunden, und Stephan die passende Kette dazu gekauft. Auch dieses Stück scheint recht alt zu sein. Es soll angeblich für eine nubische Prinzessin gefertigt worden sein. Nachdem Rabea am nächsten Tag aus Berlin zurückgekehrt ist zeigt sie uns noch das Geschenk ihres Vaters, ein kunstvoll gefertigter alter Dolch. Wärend der Expeditionsorbereitungen lernen wir auch den Rest der Mannschaft kennen, Henning Kiesewetter, den Holländer Klaas Vijnwoord, Hein Hinrichs, Hans Glöhn und Jan Bruhns. Von Lt. Korngold ist in der ganzen Zeit nichts zu sehen. Am Sonntag abend ist alles für die Abreise bereit, so das wir gleich an Bord der "Klara Feddersen" bleiben um dort schon einmal die Nacht zu verbringen. Da immer noch nichts von Korngold zu sehen ist beschliessen wir an Deck auf seine Ankunft zu warten. Als er bis 10:00 Uhr immer noch nicht aufgetauch ist begeben Johann und ich uns in unsere Kabinen, Wilhelm und Rabea beschliessen noch etwas auszuharren. Gegen 11:00 Uhr fährt schliesslich eine Kutsche vor aus der Lt. Korngold aussteigt und an Bord kommt. Er begrüsst Wilhelm und Rabea und bittet sie zusammen mit dem Rest von uns ihn um Mitternacht in seiner Kabine aufzusuchen. Rabea weckt uns, so das wir um Mitternacht nocheinmal in der Kabine von Korngold zusammentreffen um den Ablauf und die Reiseroute die uns über die Küste von Afrika in den Indischen Ozean führen wird zu besprechen. Anschliessend gehe ich müde zu Bett.

12. - 18.08.1912 - 1. Reisewoche
Bereits um 06:00 Uhr morgens läutet die Schiffsglocke, die ich aber überhöre und weiterschlafe. Das Schiff läuft um 07:00 Uhr mit der Flut aus, ich und Johann stehen aber erst gegen Mittag auf als Stephan uns weckt. Die anderen haben bereits die Zeit genutzt um sich umzusehen und die Abläufe auf dem Schiff kennenzulernen. Wilhelm hat sogar bereits eine Aufgabe gefunden um sich nützlich zu machen, er schaufelt Kohlen in den Heizkessel. Die Mannschaft ist uns nicht wirklich zugetan, sie würde es begrüssen wenn wir in der Offiziersmesse essen und die Kombüse erst nach der Mannschaft benutzen. Um unser Essen müssen wir uns selber kümmern, aber sonst gibt es wenig für uns zu tun für uns ausser das Schiff zu putzen und neu zu streichen. Als Johann sich im Maschinenraum nützlich machen will verbrennt er sich dabei sogar die Hand und fällt den Rest der Woche aus. Daher verbringen wir den Rest der Woche hauptsächlich mit Putz- und Streicharbeiten am Schiff. Zwischendurch arbeite ich auch ein meinem Reisebericht und lasse mir von Wilhelm den Gebrauch von Schusswaffen erkären, während Rabea und Stephan über ihren Schriften grübeln. Am Sonntag morgen hält Stephan noch eine kleine Andacht. Wärend der ganzen Woche ist von Korngold nichts zu sehen.

19. - 25.08.1912 - 2. Reisewoche
Am späten Dienstag nachmittag in der zweiten Woche laufen wir den Hafen von Douala in Kamerun an. Da es bereits spät ist beschliessen wir die Nacht im Hafen zu ankern und uns am nächsten Morgen um die Auffrischung unserer Vorräte zu kümmern.
Am Mittwoch morgen machen wir uns auf in den Hafen wo wir auch schnell ein Kontor der East India Company finden, wo man uns gerne weiterhilft. Nachdem wir uns um die Aufstockung unserer Vorräte gekümmert und ein paar Briefe in Richtung Heimat geschickt haben begeben wir uns noch auf Erkundungstour durch die Stadt.
Da es bereits fast Mittag ist machen wir uns auf die Suche nach einer Speisemöglichkeit. Dabei stossen wir auf ein beeindruckendes Anwesen im europäischen Stil. Ein Schild am Eingang weisst das Gebäude als "Gentlemens Club, Est. 1889" aus. Wilhelm und ich fragen bei dem Boy an der Tür nach ob es möglich ist dort zu Mittag zu essen. Ohne zu zögern lässt uns der Boy ein, und wir bedeuten den anderen uns zu folgen. Im inneren werden wir von dem Besitzer, einem Franzosen der sich als Baron St. Claire vorstellt erfreut empfangen und herumgeführt. Wir geniessen das gute Essen und die Gesellschaft des Barons und nehmen seine Einladung zum Abendessen gerne an.
Den Nachmittag sehen wir uns noch in den vierteln der Eingeborenen um. Johann macht auch ein paar Photos für den Bericht. Die meisten der Wilden interessieren sich nicht für uns, lediglich eine Frau fängt an zu fluchen und zu schimpfen als Johann ein Photo von ihr macht. Sie wirft sogar mit einer Hühnerpfote nach ihm. Schnell gehen wir weiter und machen uns bald zurück auf dem Weg zum Schiff um uns ein wenig auszuruhen und uns für das Abendessen frisch zu machen.
Das Abendessen mit dem Baron ist eine wilkommene Abwechslung für uns alle, erst spät in der Nacht machen wir uns auf dem Weg zurück zum Schiff. Leider habe ich es wohl mit dem Alkohol ein wenig übertrieben, so das ich nicht ohne fremde Hilfe auf den Weg machen kann. Dummerweise sind die Stra?en nicht beleuchtet, so das wir unterwegs die Orientierung verlieren und nicht mehr zum Schiff finden. Stephan will zurück in den Club gehen um eine Laterne zu besorgen, kehrt aber auch nicht wieder zurück, so das wir geschlossen umkehren. Mit einer geliehenen Laterne erreichen wir schliesslich das Schiff. Rabea und Wilhelm, die nicht so betrunken sind wie Johann und ich machen sich nochmal auf die Suche nach Stephan.Dabei konnten sie Vlasta Knurek beobachten, wie auch er verstohlen mit einem Beutel zum Schiff zurückkehrte. Mittlerweile hatte auch Stephan das Schiff erreicht und schiesst eine Signalrakete ab, woraufhin Rabea und Wilhelm zurück zum Schiff kommen. Den nächsten Tag verbringe ich im Bett damit meinen Rausch auszukurieren, so das ich auch hier wieder das Auslaufen verpasse. Der Rest der Woche vergeht ereignisslos.


#3 Johann Doe

Johann Doe

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Geschrieben 18. Februar 2009 - 13:12

26.09. - 24.09. 1912 - 3. - 7. Reisewoche
Die weiteren Wochen auf See verstreichen weitestgehend ereignisslos. Gelegendlich laufen wir einen Hafen an um unsere Vorräte aufzufrischen. Die meiste Zeit verbringen wir mit Studien, oder versuchen uns an Bord nützlich zu machen. Ich beginne das Theaterstück "The King in Yellow" das Rabea von Johann geschenkt bekommen hat zu lesen und lasse mir von Wilhelm ein wenig den Umgang mit Waffen zeigen. Von Lt. Korngold ist wärend der Reise kaum etwas zu sehen, lediglich zu Neumond kam er abends an Deck um alleine die Sterne zu betrachten, er bekommt aber regelmässig von Henning Kiesewetter sein Essen in die Kabine gebracht. Auch Vlasta Knurek verhält sich seltsam, er erscheint nicht mehr zu Stephans sonntäglicher Andacht und scheint ihn auch sonst zu meiden.
Lediglich Rabea meint am Ende der 4. Reisewoche, das jemand in Ihrem Zimmer gewesen sein muss, da sie die Tür mit einem Haar versiegelt hatte. Anscheinend wurde aber nichts entwendet. In unsern Zimmern konnten wir aber nichts feststellen. Zur Sicherheit beschliessen wir alle Türen mit einem Haar zu versiegeln und zusätzlich den Türknauf mit einer Silbernitrattinktur zu bestreichen die bei einem Eindringling schwarze Spuren hinterlassen würde. Am nächsten Tag kontrollieren wir noch die Ausrüstung und müssen feststellen, das 2 Stangen Dynamit fehlen. Am Abend berichten wir Korngold von unserer Endeckung, der sie aber gelassen hinnimmt.

Di. 24.09.1912 - 7. Reisewoche
Am Dienstag mittag können wir endlich die ersten Schemen unseres Ziels am Horizont erblicken. Da wir die Fahrt verlangsamen kommen wir aber erst bei Sonnenuntergang auf Ponape an. Wir ankern in einer Bucht im Norden der Insel. Von der "Klara Feddersen" aus kann man bereits eine kleine Gruppe aus vier Insulanern, 2 Männern und 2 Frauen, sowie vier Weissen, 3 davon in Uniform, am Strand ausmachen. Mit dem Beiboot setzten wir mit Lt. Korngold, Hanss Glöhn und Jan Bruhns an Land über, wo wir von Oberst Fink dem Gouverneur von Ponape empfangen werden. Der Mann in Zivil wird uns als Dr. Reinhardt, der Inselarzt, vorgestellt, er scheint ein Alkoholproblem zu haben. Nachdem uns die Eingeborenen zur Begrüssung Blumekränze umgelegt haben begeben wir uns zu dem Anwesen von Oberst Fink. Auf dem Weg dorthin sehen wir auch ein Dorf der Eingeborenen mit einer Kirche, die aber verlassen ist. Beim Abendessen auf der Veranda von Oberst Fink geht es natürlich hauptsächlich um die Ruinen von Nan Mandol. Der Gouverneur erzählt uns, das es die Eingeborenen nicht gerne sehen, wenn Fremde die Ruinen betreten, selbst unter den Insulanern dürfen wohl nur einige Auserwählte dorthin. Er selber tut es als Aberglauben ab und hält die Ruinen nur für ein paar Steinhaufen die die Vorfahren der Insulaner aufgebaut haben. Korngold ist während des Essens recht still, er isst wenig und verabschiedet sich früh. Wir plaudern noch ein wenig mit dem Oberst wobei auch die erste Flasche unseres Gastgeschenkes, ein Doppelkorn, geöffnet wird. Der Oberst ist wohl erst seit eineinhalb Jahren der Gouverneur von Ponape, war aber bereits hier stationiert, als Lt. Korngold selber hier noch im aktiven Dienst war. Wir lassen den Abend noch gemütlich ausklingen und kehren dann auf die "Klara Feddersen" zurück, nicht ohne vorher noch eine Einladung zu einem grossen Fest am nächsten Abend zu bekommen, die wir dankend annehmen.

Mi. 25.09.1912
Nach dem Frühstück nutzen wir erst einmal die Gelegenheit um in der Südsee zu schwimmen. Anschliessend kehren wir zurück an Land um die Umgebung ein wenig zu erkunden. Im Dorf herscht das übliche Treiben der halbnackten Wilden.
Wir wollen uns zuerst die verlassene Kappelle ansehen. Schon von aussen macht sie einen heruntergekommenen Eindruck, der sich im inneren weiter fortsetzt. Offensichtlich ist die ohnehin einfache Kappelle geplündert worden. Durch eine Tür gelangen wir in den einzigen Wohnraum des Missionars. Auch hier bietet sich das gleiche Bild. Lediglich im Schrank finden wir in einer kleinen Metalldose ein paar unbenutze Postkarten und Briefmarken von Ponape, sowie eine Bibel mit einer Widmung für einen "Karl Friedrich".
Anschliessen sehen wir uns noch ein wenig bei den Anwesen von Oberst Fink und seinen Mannen um. Offensichtlich scheint die Moral in der Truppe recht schlecht zu sein, die Soldaten sind ungepflegt und ungehobelt einige scheinen sogar schon am frühen Morgen zu trinken.
Nachdem wir noch ein wenig Ausrüstung besorgt haben folgen wir einem Trampelpfad in den Urwald, auf dem Wilhelm zuvor einen Eingeborenen mit einer Kiste Bier gesehen hat. Nach ein paar Minuten Fussmarsch endet der Pfad an einer Höhle über die ein einfaches Brett mit der Aufschrift "Kavar Keller" befestigt ist. Wilhelm und ich betreten die Höhle stehen aber nach ein paar Metern vor einer verschlossenen Tür. Vermutlich wird hier so etwas wie eine Bar betrieben.
Anschliessend gehen wir zurück zum Strand und kehren zum Schiff zurück. Rabea schlägt vor am Nachmittag noch etwas an einem Riff zu tauchen und die Unterwasserwelt von Ponape zu erkunden. Zunächst machen wir erst noch ein paar ?bungen am Strand, nach dem Mittagessen fahren wir hinaus zu einem Riff in der Nähe um in die faszinierende Unterwasserwelt einzutauchen. Auf einmal stellt Rabea fest, das Wilhelm verschwunden ist und wir machen uns sofort auf die Suche nach ihm. Glücklicherweiser taucht er kurze Zeit später wieder auf, er hatte sich etwas weiter von dem Riff entfernt, und hat dabei einen seltsamen Armreif gefunden. Ich bin der Meinung das er aus Platin sein könnte, Rabea kann ihn aber keiner Kultur oder Epoche zuordnen, sie meint lediglich das er aus einer Hochkultur stammen müsse. Wir versuchen die Fundstelle wieder zu finden was uns auch gelingt. Es finden sich aber keine weiteren Funde im Sandboden , lediglich Rabea sieht in einiger Entfernung einen grossen Fisch vorbeischwimmen.
Da uns langsam im Wasser kalt wird kehren wir zum Schiff zurück, wo Rabea den seltsamen Armreif noch einmal genauer untersucht. Er ist nicht verdreckt, läuft aber nach der Behandlung mit Süsswasser matt an, erst durch eine weitere Behandlung mit Salzwasser gewinnt er seinen Glanz zurück. Ich beschäftige mich mit Aufzeichnungen für meinen Bericht.
Bei Sonnenuntergang setzen wir wieder mit der Mannschaft über an Land. Korngold bleibt anscheinend auf der "Klara Feddersen". In dem Versammlungshaus herscht bereits ein reges Treiben. Es sind sowohl die Kolonialherren sowie auch Eingeborene anwesend, aber es scheint kaum Kontakte zwischen den Gruppen zu geben. Oberst Fink heisst uns willkommen und bittet uns Platz zu nehmen. Sofort kommen zwei Eingeborene zu uns die uns Kavar anbieten. Kurz darauf beginnen die Einheimischen zu musizieren, was dem Oberst aber nicht sonderlich zu gefallen scheint. Wir geniessen den Abend und das einheimische Essen. Gegen Mitternacht ertönen von ausserhalb der Halle erstauntes Rufen. Als wir nach draussen gehen um zu sehen was los ist sehen wir am Himmel ein Farbschauspiel, vielleicht ähnnlich einem Polarlicht, das wir uns fasziniert anschauen. Plötzlich überschlagen sich die Ereignisse. Während wir noch das Schauspiel am Himmel betrachten ertönen aus dem Versammlungshaus Schreie. Wir drehen uns um und sehen, das das Strohdach der Halle in Flammen steht. Eine Gruppe von Eingeborenen die vor den Flammen fliehen will kommt direkt auf uns zugelaufen und rennt uns fast um. Ich stürze, Johann und Stephan werden bei der Rempelei auch verletzt. Sofort versuchen wir von dem brennenden Versammlungshaus weg zu kommen, da werden wir plötzlich in einer dunklen Ecke von einem der Wilden mit einer Machete angegriffen. Nach einem kurzen Kampf kann Wilhelm ihn töten, aber nicht ohne selber stark verwundet zu werden. Nachdem wir zur etwas zu Ruhe gekommen sind bemerken wir das an mehreren Stellen gekämpft wird. Anscheinend versuchen die Wilden einen Aufstand ! Wir versuchen das Anwesen von Oberst Fink zu ereichen was uns über einen Umweg auch gelingt. Der Oberst hat sich mit einigen Beamten und ein paar Soldaten bereits hierhin zurückgezogen und verschanzt. Endlich in Sicherheit kümmern Rabea und ich uns erst einmal um die Verletzungen unserer Freunde.
Nach und nach scheinen die Soldaten von Oberst Fink Herr der Lage zu werden, so das wir nach ca. einer Stunde von 4 Soldaten zu unserem Boot eskortiert werden und wir auf die "Klara Feddersen" zurückkehren. Dort erfahren wir von Fiete, das der Rest der Mannschaft auch wieder wohlbehalten auf dem Schiff angekommen ist. Beruhigt ziehen wir uns in unsere Kabinen zurück um ein wenig Schlaf zu finden.

Do. 26.09.1912
Am nächsten Morgen treffen wir uns bei einen späten Frühstück als wir Schüsse vom Land hören. Auf den weg zum Deck treffen wir auf Rabea, die berichtet, das gerade 4 Eingeborene exekutiert worden sind. Wir kehren kurz zurück an Land um den Doktor zu holen, damit er nocheinmal einen Blick auf Wilhelms Wunde werfen kann. Wir treffen ihn bei dem Oberst auf der Veranda. Die Leichen der vier exekutierten Eingebohrenenen liegen auch noch dort herum und werden von den Angehörigen betrauert. Dr. Reinhardt sagt zu am abend auf das Schiff zu kommen und nach Wilhelm zu sehen.
Wieder zurück auf dem Schiff bekommt Rabea einen Umschlag von Henning Kiesewetter überreicht. Offensichtlich ist er von Korngold. Er schreibt das wir uns für den nächsten Tag für die erste Expedition nach Nan Mandol bereit halten sollen, daher nutzen wir den Rest des Tages um die Ausrüstung vorzubereiten.
Am abend setzt Doktor Reinhardt auf die "Klara Feddersen" über. Er sieht sich kurz die Verwundung von Wilhelm an, aber ausser einer weiteren Schmerzspritze kann er nichts für ihn tun. Leider wird Wilhelm wohl nicht an der Expedition teilnehmen können.
Während wir noch mit dem Doktor reden nähert sich ein Boot der Eingeborenen unserem Schiff. Neben 10 Ruderern stehen in einem kleinen Pavillion am Ende des Bootes zwei weitere Personen. Der Doktor erkennt einen davon als den Nanmarki von Kiti, den König der Eingeborenen von Ponape. Er ist in einem kostbaren Gewand gekleidet, seine Haut und sein Gesicht sind aber seltsam schuppig und hässlich. Das Boot bleibt ein paar Meter entfernt stehen und der junge Mann neben dem Nanmarki verlangt den Kapitän zu sprechen. Henning geht sofort los um Korngold zu holen. Kurze zeit später kommt der Leutnant an Deck. Zwischen den beiden kommt es zu einem kurzen Gespräch in dem der Nanmarki uns warnt, die Ruinen von Nan Mandol zu entweihen. Das Gespräch endet, als Korngold plötzlich ein Gewehr, das Johann vorsichtshalber geholt hatte, an sich nimmt, und auf den Nanmarki anlegt. Daraufhin rudern die Eingeborenen zurück.
Nachdem das Boot der Eingeborenen weg ist unterhalten wir uns noch ein wenig mit Korngold über die morgige Expedition. Er möchte, das wir in den Ruinen von Nan Mandol einen Ort ausfindig machen und ihn anschliessend dorthin bringen, er selber wird an der Expedition nicht teilnehmen. Anschliessend zieht sich Korngold zurück. Wir verabschieden den Doktor und gehen nach einem kurzen Gespräch über den morgigen Tag auch früh zu Bett.


#4 Johann Doe

Johann Doe

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Geschrieben 18. Februar 2009 - 13:14

Fr. 27.09.1912
Wir stehen alle früh auf um die letzten Vorbereitungen für die Expedition zu treffen. Als Rabea sich nochmal Wilhelms Verletzung anschaut stellt sie fest das sie über Nacht ungewöhnlich gut verheilt ist, so das er doch mitkommen kann. An ihrer Kabinentür findet Rabea einen weiteren Brief von Korngold, in dem er den Ort den wir finden sollen genauer beschreibt. Es handelt sich um eine unterirdische Kammer mit drei Sarkophagen.
Endlich brechen wir mit dem Beiboot in Richtung Nan Mandol auf. Nach ca 1,5 Stunden Fahrt Richtung Süden erreichen wir schliesslich gegen Mittag die Ruinen. Ein seltsamer, faszinierender, aber auch etwas unheimlicher Komplex aus vielen kleinen künstlichen Inseln auf einem Korallenriff. Die darauf errichteten Bauten muten in ihrer Bauweise mit riesigen, übereinandergeschichteten sechseckigen Steinblöcken genau so seltsam an. Wir durchfahren erst einmal den riesigen Komplex um uns einen ersten ?berblick zu verschaffen. Die Erbauer haben die Anlage offensichtlich wirklich im Wasser gebaut, aber zu welchem Zweck? Vielleicht diente es einem alten Meereskult als Kultstätte? Wärend wir durch die Anlage fahren bekommt das Boot zweimal einen Stoss ab, anscheinend von im Wasser treibenden Baumstämmen, die Kanäle selber sind tief genug um befahren zu werden.
Wir beschliessen an einer der grösseren Inseln an Land zu gehen und machen das Boot gut an einem der Anlegepunkte fest. Aus der Nähe wirken die Bauten noch beeindruckender, ich habe fast das Gefühl als wäre ich auf einem Friedhof.
Wärend wir die Insel erkunden hören wir auf einmal ein Motorengeräusch! Wilhelm, Johann und ich werfen unsere Rucksäcke ab und laufen zurück zum Boot, Rabea und Stephan bleiben zurück. Als wir an dem Anlegepunkt ankommen sehen wir wie unser Boot in Richtung offenes Meer fährt. Wilhelm springt hinterher und kann das Boot schnell erreichen obwohl er in voller Montur in das Wasser gesprungen ist. Als Wilhelm mit dem Boot zurückkommt erwartet uns der nächste Schock, jemand hat ein Loch in den Boden gehauen, so das Wasser einläuft. Provisorisch gelingt es Wilhelm und mir das Loch mit einem Stück Holz zu stopfen wärend die anderen erst einmal unser Gepäck an Land bringen.
Nachdem wir uns beruhigt haben beschliessen wir mit dem provisorisch geflickten Boot an den nahegelegenden Strand zu fahren um das Boot auf dem trockenen ein wenig besser zu reparieren. Anschliessend machen wir uns auf den Weg zurück zur "Klara Feddersen". Johann steuert wieder und ich stehe mit einer Lampe am Bug und achte auf mögliche Sandbänke oder Untiefen, da es bereits dunkel wird. Wärend der Fahrt sieht sich Rabea nochmal Wilhelms Wunde an. Sie ist fast verheilt, aber er hat einen seltsamen Auschlag.
Nach einer scheinbar endlosen Fahrt kommen wir an der "Klara Feddersen" an. Die Mannschaft kümmert sich um das Beiboot, so das wir nach dem Abendessen schnell zu Bett gehen und ich in einen tiefen von seltsamen Träumen geprägten Schlaf falle.

Sa. 28.09.1912
Nach den Strapazen des vorherigen Tages wachen wir erst spät auf und treffen uns um 10:00 Uhr zum Frühstück. Das Boot ist bereits repariert worden, so das wir doch sofort wieder aufbrechen können. In Nan Mandol angekommen beginnen wir die einzelnen Inseln systematisch nach Eingängen oder dergleichen abzusuchen, aber nicht ohne eine Wache am Boot zurückzulassen. Unsere Suche ist aber nicht von Erfolg gekrönt. Wir finden lediglich auf einigen Inseln leere gemauerte Löcher im Boden in denen ein erwachsener Mann nur schwierig aufrecht stehen könnte. Meistens sind in der nähe diese Löcher auch noch Steinblöcke zu finden mit denen man die Löcher abdecken könnte. Daher halten wir jetzt auch nach möglicherweise abgedeckten Löchern ausschau, finden aber leider keine. Sonst gibt es glücklicherweise keinerlei Zwischenfälle. Nachdem wir auf die "Klara Feddersen" zurückgekehrt sind schaut sich Rabea noch einmal Wilhels Ausschlag an. Da er schlimmer geworden ist kehren beide zurück an Land um Doktor Reinhardt zu suchen können ihn aber nirgens finden.

So. 29.09.1912
Bevor wir wieder nach Nan Mandol aufbrechen stetzen Wilhelm und Rabea nocheinmal über an Land. Im Kavar Keller finden sie endlich den Doktor. Aber auch er kann sich diesen seltsamen Ausschlag nicht erkären. Nur einer der Wilden die im Kavar Keller sind wirkt erschrocken und bekreuzigt sich sogar als er Wilhlems Auschlag sieht. Er ist aber sofort wieder verschwunden, so das Rabea und Wilhelm nichts von ihm in Erfahrung bringen können.
In Nan Mandol finden wir wirklich ein Loch das noch halb von Steinblöcken bedeckt ist. Aber auch dieses Loch ist leer. Ansonsten bringt dieser Tag keine neuen Erkentnisse, aber es wird bestimmt noch 3 Wochen dauern bis wir alle Inseln untersucht haben.
Wieder auf der "Klara Feddersen" versuchen wir noch herauszufinden ob jemand von der Mannschaft einen etwas bessen Kontakt zu den Eingeborenen hat, was aber laut Fiete nicht der Fall ist. Daher begeben wir uns noch einmal zu Kavar Keller um dort etwas über das seltsame Verhalten des Eingeborenen am Morgen in Erfahrung zu bringen. Da aber fast nur Soldaten anwesend sind kehren wir schnell ohne neue Erkenntnisse auf das Schiff zurück und gehen zu Bett.

Mo. 30.09.1912
Wir werden um 08:30 von Rabea geweckt und treffen uns zum gemeinsamen Frühstück. Wilhelm ist aber nicht mehr in seiner Kabine und auch sonst nirgens auf dem Schiff zu finden, auch das kleine Beiboot ist weg! Nachdem Rabea mit dem Fernglas den Strand ohne Erfolg abgesucht hat machen wir uns mit dem anderen Beiboot auf die Suche nach ihm in Richtung Nan Mandol. Auf dem Weg dorthin finden wir aber keine Spur von ihm. In Nan Mandol angekommen beginnen wir systematisch die Kanäle nach Wilhelm oder dem Beiboot abzusuchen. Schliesslich entdeckt Rabea in einem Seitenkanal das Boot gut vertäut an einer kleinen Insel festgemacht. An den Rudern findet Stephan noch Blutspuren, Wilhelm muss die ganze nacht hindurch gerudert sein um hierhin zu gelangen. Rabea und ich begeben uns auf die Insel wärend die anderen beim Boot bleiben. Tatsächlich finde ich Fu?spuren von nackten Füssen denen wir folgen. Nachdem wir ein paar Meter gegangen sind finden wir Wilhelm an einer kleinen Pfütze am Boden knieend. Wir nähern uns vorsichtig und Rabea spricht ihn ruhig an. Er erkennt uns sofort, wirkt aber verstört, auch hat er keine Erinnerung wie er hierher gekommen ist. Das letzte woran er sich erinnert ist das er am Abend zu Bett gegangen ist, am nächsten morgen ist er dann in dem Boot vor der kleinen Insel in Nan Mandol wieder zu sich gekommen. Wir geben ihm etwas Wasser zu trinken und bringen ihm zurück zum Boot um seine wunden Hände zu versorgen.
Anschliessend kehren Rabea und ich nochmal an die Stelle zurück an der wir Wilhelm gefunden haben. Rabea hatte dort eine seltsame Formation von den Steinblöcken auf dem Boden liegen sehen. Tatsächlich liegen an der Stelle mehrere der Steinblöcke in einer Reihe hintereinander, so als ob sie etwas abdecken könnten. Seltsamerweise sind die Blöcke nicht von Pflanzen überwuchert oder verwittert. Wir holen Johann und Stephan zu Hilfe um die Blöcke zu bewegen. Johann will vorher nochmal ein Photo machen, schreit aber plötzlich laut auf und rennt weg. Sofort laufen wir hinter ihm her und können ihn auch schnell einholen. Er meint, das er beim schiessen des Photos eine Art Tentakel unter den Steinblöcken rauskommen gesehen hat. Ich denke das sich lediglich ein Insekt oder etwas ähnliches gerade in dem Moment auf das Objektiv gesetzt hat. Mit der Erklärung beruhigt beginnen wir die Steinblöcke zu bewegen. Nachdem wir die ersten zwei zur Seite gebracht haben finden wir darunter wirklich einen Gang der nach unten führt. Wir beschliessen für heute aufzuhören um am nächsten Tag mit entsprechender Ausrüstung zurückzukehren und den Gang komplett freizulegen.
Mit dem Ruderboot im Schlepptau fahren wir zurück zur "Klara Feddersen". Wärend der Fahrt wirft Rabea nochmal einen Blick auf Wilhelms Ausschlag, der sich wieder etwas ausgebreitet hat. Zurück am Schiff geht Wilhelm sofort zu Bett, wir anderen reden noch etwas über die Ereignisse der Tages und bereiten die Ausrüstung für den morgigen Tag vor.

Di. 01.10.1912
Wir brechen wieder früh in Richtung Nan Mandol auf. Dort angekommen, machen wir uns sofort daran mit Seilen und Flaschenzügen die restlichen Steinblöcke von dem Eingang zu entfernen. Wärend wir arbeiten wirft Stephan eine brennende Fackel in das Loch um zu prüfen ob die Luft in dem Tunnel in Ordnung ist. Sie fällt aber mit einem platschen ins Wasser und geht sofort aus. Nachdem wir den Gang freigelegt haben hole ich Rabea die mit Wilhlem beim Boot geblieben ist damit sie den Tunnel untersuchen kann.
Gesichert mit einem Seil steigt Rabea vorsichtig die Stufen hinab. Nach ein paar Metern trifft sie auf Wasser das aber nicht tief zu sein scheint. Vorsichtig tastet sie sich weiter vor und erreicht schliesslich einen ca. 8 * 4 Meter grossen Raum. Auch dieser Raum ist mit Wasser überflutet. Anscheinend hat der Raum auch einen Zugang zum Meer, da Rabea ein paar mal von Fischen berührt wird. In dem Raum findet sie vier metallisch glänzende Kisten die auf einer Art Sockel stehen. Die Kisten sind ca 2,50 * 1,25 * 0,60 m gross und weissen keine Spuren von Abnutzung oder Korrosion auf. Die Kanten sind abgerundet, aber sie findet keine Möglichkeit die Kisten zu öffnen obwohl sie hohl klingen. Anscheinend haben wir die Kammer die Korngold sucht gefunden. Das seltsame ist nur das die Kisten zu gro? sind um nachträglich in die Kammer gebracht worden zu sein. Auch hält es Rabea nicht für möglich, das eine so primitive Kultur wie die auf Ponape so gut in der Metallverarbeitung war. Andererseits scheinen die Kisten aus dem gleichen Metall zu sein wie der Armreif, den Wilhelm unter Wasser gefunden hat. Nachdem wir für heute genug entdeckt haben decken wir den Eingang mit einer Plane und Sträuchern ab undd machen uns auf den Rückweg zur "Klara Feddersen"
Dort angekommen bitten wir Henning Kiesewetter das er Korngold unterrichten soll das wir mit ihm reden müssen. Wir treffen uns bei ihm zum Abendessen in Korngolds Kabine. Rabea erstattet ihm ausführlich Bericht über unsere Entdeckungen, wobei wir nichts über Wilhelms verschwinden erwähnen. Auch Korngold ist der Meinung das es sich um die Kammer handelt die er sucht. Nach einer Legende soll es sich um die Grabkammer der Saudeleurs handeln, die ersten Herscher von Ponape, die auch Nan Mandol erbaut haben sollen. Er möchte, das wir ihn am nächsten Abend dort hin bringen.
Nachdem sich Korngold zurückgezogen hat sitzen wir noch in der Offiziersmesse zusammen. Stephan ist der Meinung das Korngold uns etwas verschweigt, was ich durchaus auch denke. Wilhelms Auschlag ist nicht schlimmer geworden, da wir aber erst am nächsten Abend mit Korngold nach Nan Mandol fahren werden wollen wir morgen zunächst wieder an Land zurückkehren und sehen ob wir nicht vielleicht doch einen einheimischen Medizinmann finden, der diesen Auschlag kennt.



#5 Johann Doe

Johann Doe

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Geschrieben 18. Februar 2009 - 13:15

Mi. 02.10.1912
Gegen 09:30 treffen wir uns zum Frühstück und machen uns anschliessen direkt auf dem Weg zum Festland. Dort angekommen begeben wir uns zu Oberst Fink. Wir treffen ihn auf seiner Veranda beim Frühstück. Nach einem kurzen, belanglosen Gespräch können wir von ihm in Erfahrung bringen, das es wohl am anderen Ende des Dorfes ein Mädchen gibt das ein wenig unsere Sprache spricht. Wir begeben uns sofort auf den Weg dorthin. Das Dorf selber ist noch relativ ruhig, die Eingeborenen scheinen uns zu meiden. Relativ schnell finden wir auch am östlichen Ende des Dorfes das Mädchen von dem der Oberst sprach. Rabea versucht mit ihr zu reden, und tatsächlich scheint das Mädchen zu verstehen. Sie führt uns auf einem schmalen Trampelpfad, den wir bisher wohl übersehen haben, in den Dschungel. Mitten auf dem Weg passiert es, eine Schlange lässt sich von einem Baum herab direkt auf Wilhelms Schulter. Ich sehe sie zuerst nicht und Wilhelm erschrickt derart, das er von der Schlange in die Hand gebissen wird. Schliesslich kann ich sie mit meinem Stock vertreiben, Wilhelm hat aber eine Bisswunde in der Hand, die wir sofort behandeln. Anschliessend gehen wir weiter. Nach ein paar Minuten erreichen wir eine Lichtung mit einer einfachen Hütte. Anscheinend hat hier jemand eine Menge Gerümpel aus der Zivilisation gesammelt, überall liegen leere Flaschen und sonstige Behälter der Kolonialherren herum. Undura, das Mädchen, bedeutet uns stehen zu bleiben, sie selber geht in die Hütte. Nach ein paar Minuten kommt sie mit einem alten Mann wieder heraus. Der Medizinmann sieht seltsam aus, seine Haut wirkt fast wie Leder, das seltsamste ist aber wohl die Pickelhaube die er trägt. Wir zeigen ihm zunächst den Schlangenbiss, den er mit Spucke und Asche behandelt. Als wir ihm Wilhelm Ausschlag zeigen erschrickt auch er ein wenig und wirkt wütend auf das Mädchen. Er nennt es nur ein "Fluch aus dem Wasser von den Tiefen" und bedeutet uns zu gehen. Wir bedanken uns mit einer Flasche Korn und machen uns auf den Rückweg. Wegen dem Schlangenbiss wollen wir doch noch bei Doktor Reinhardt vorbeigehen. Vorher reinigen wir aber die Wunde von der "Spucke- und Russbehandlung" des Medizinmannes. Der Doktor sitzt auf seiner Veranda und behandelt gerade einen Soldaten. Er sieht sich auch kurz Wilhelms Bisswunde an, kann aber auch nicht viel mehr als wir tun. Er meint wenn es bis jetzt keine Reaktion auf den Biss gab war es wohl auch keine Giftschlange. Er wirft auch noch einen Blick auf den Ausschlag, ist aber immer noch ratlos. Anschliessend kehren wir auf die "Klara Feddersen" zurück.
Am Nachmittag ruhen wir uns aus, und bereiten uns auf die abendliche Expedition vor. Während wir die Ausrüstung zusammenstellen überredet Rabea Wilhelm den seltsamen Armreif abzunehmen. In dem Moment wird er Ohnmächtig und fällt um, wohl doch noch eine Reaktion auf den Schlangenbiss. Wir versorgen ihn sofort und als ich ihm den Armreif wieder umlege kommt er langsam wieder zu sich.
Bei Sonnenuntergang stossen Lt. Korngold und Henning Kiesewetter zu uns, sonst wird uns niemand von der restlichen Mannschaft begleiten. Während der Fahrt arbeitet Korngold in einem kleinen Notizbuch. Rabea spricht ihn kurz auf den "Fluch von den Tiefen" an und zeigt ihm Wilhelms Ausschlag, er gibt sich aber auch ratlos. Schliesslich kommen wir an dem durch den Vollmond erhellten Abend wieder in Nan Mandol an. Wir fahren sofort zu der bekannten Anlegestelle und machen das Boot dort fest. Johann und Henning bleiben als Wachen beim Boot, der Rest begibt sich auf die Insel zu dem Eingang. Der Eingang ist noch so getarnt, wie wir ihn verlassen hatten. Nachdem wir den Eingang wieder frei gelegt haben begeben sich Korngold, Rabea und ich mit Seilen gesichert hinab, Stephan und Wilhelm sichern den Eingang. Nach ein paar Metern erreichen wir die Kammer mit den seltsamen metallischen Kästen. Korngold betritt die Kammer und meint das wir sie wirklich gefunden hätten. Plötzlich zieht er seine Pistole und zwingt uns unsere Waffen fallen zu lassen. Auch die Seile sollen wir abnehmen und uns an die entgegengesetzte Mauer stellen. Da ich keine andere Chance sehe tun wir was er sagt. Er scheint völlig verrückt geworden zu sein, redet wirres Zeug von seinem ewigem Leben und das er Rabea dafür den Saudeleurs opfern will. Wärend er Rabea und mich mit seiner Pistole in Schach hält holt er aus seine Ledertasche das Notizbuch und eine kleine Metallplatte, anscheinend aus dem gleichen Material wie die Kisten. Schliesslich beginnt er in einer seltsamen gurgelden, ja fast "fischigen" Sprache etwas zu intonieren. Da er sich jetzt nicht mehr voll auf uns konzentriert nutze ich die Gelegenheit und versuche ihn mit meiner Lampe am Kopf zu treffen. Nur mit viel Glück gelingt es mir, aber Rabea nutzt die kurze Verwirrung von Korngold um unterzutauchen und zum Ausgang zu gelangen. Wärend ein Schuss fällt, der mich glücklicherweise verfehlt, versuche es ihr gleich zu tun. Unter Wasser packt mich aber plötzlich etwas an den Beinen und zieht mich unter Wasser. Glücklicherweise finde ich beim tasten meine Machete wieder und ich beginne auf den seltsamen Fangarm einzuschlagen. Nach einem kurzen Kampf gelingt es mir, kurz bevor mir die Luft ausgeht, den Fangarm abzuschlagen und ich tauche nach Luft schnappend wieder auf. Mir bietet sich ein Bild des Grauens, überall sind diese seltsamen Tentakeln, ihr Ursprung scheint in der Nähe von einer der Kisten zu sein. Korngold selber ist von einer Tentakel regelrecht aufgespiesst worden und schwebt so in der Mitte der Kammer. Meine Freunde stehen am Ausgang der Kammer und schiessen und schlagen auf die Tentakeln ein. Mit dem Mut der Verzweifelung nehme ich meine Machete und versuche den Ausgang zu erreichen. In dem Moment wird Korngold von einer weiteren Tentakel durchbohrt und ausseinandergerissen. Schliesslich erreiche ich den Ausgang und wir flüchten aus der Kammer. Wieder an der Oberfläche zündet Johann noch schnell eine Stange Dynamit an und wirft sie in das Loch. Dann flüchten wir weiter zum Boot. Hinter uns hören wir wie das Dynamit explodiert und die Gebäude auf der Insel in sich zusammenfallen. Endlich erreichen wir das Boot wo Henning Kiesewetter verletzt, bewusstlos und gefesselt liegt. Im nachhinein erfahre ich das Henning versucht hat Johann bei der Wache zu überrumpeln und er bei dem Kampf so von Johann zugerichtet wurde. Ohne uns gro? um die Ausrüstung zu kümmern legen wir ab von der Insel auf der es immer noch Erschütterungen und umfallende Gebäude gibt. Völlig erschöpft, aber wohlauf verlassen wir wohl zum letzten mal Nan Mandol, als wir aber nocheinmal zurückblicken sehen wir auf dem höchsten Gebäude die seltsam grotesk anmutenden Silouetten von Eingeborenen gegen das fahle Mondlicht stehen.
Auf der Rückfahrt von Nan Mandol kümmern wir uns zuerst so gut es geht um unsere Verletzungen besonders natürlich um die Schussverletzung von Henning und beratschlagen was und wieviel wir von den schrecklichen Ereignissen der Nacht Oberst Fink und der Mannschaft der "Klara Fedderssen" berichten sollten.
Als wir endlich mitten in der Nacht wieder im Dorf ankommen bringen wir Henning sofort zum Haus von Doktor Reinhardt. Der schlafende Doktor ist aber anscheinend völlig betrunken und nicht wachzukriegen. Deshalb versuchen wir selbst Henning die Kugel zu entfernen. Da Wilhelm am meisten Erfahrung mit so etwas hat, führt er die Operation durch, wärend der Rest versucht ihm so gut es geht zu helfen. Zu guter letzt gelingt es Wilhelm tatsächlich die Kugel zu entfernen und die Wunde zu verbinden. Erschöpft von den grauenvollen Ereignissen des Tages versuchen wir den Rest der nur noch kurzen Nacht in der Hütte des Doktors noch ein wenig Ruhe und Schlaf zu finden.

Do. 03.10.1912
Wir werden nach der viel zu kurzen Nacht von der Sonne geweckt. Hennings Zustand ist unverändert, er hat immer noch Fieber und ist bewusstlos. Da der Doktor immer noch seinen Rausch ausschläft gehen wir nach dem Frühstück zum Haus des Oberst. Wir treffen ihm beim erledigen seiner Korrespondenz in seinem Büro. Rabea berichtet ihm kurz von den Ereignissen der letzten Nacht, wobei sie aber nichts von den seltsamen Tentakeln erwähnt, sondern erzählt, das die Kammer beim Kampf mit Korngold eingestürtzt ist, und er von den Felsmassen erschlagen und verschüttet wurde. Oberst Fink glaubt offensichtlich kein Wort von der Geschichte und fordert uns auf bis zur Klärung des Vorfalls die Insel nicht zu verlassen. Als Bewachung für uns stellt er zwei seiner Soldaten ab. Frustriert über den Ausgang des Gesprächs mit dem Oberst kehren wir unter Aufsicht der zwei Soldaten zur Hütte des Doktors zurück um nach Henning zu sehen.
Wenigstens können wir Doktor Reinhardt jetzt wecken, so das er einen Blick auf Henning werfen kann. Im moment kann er aber auch nicht mehr für ihn tun. Unsicher wie es jetzt weitergehen soll setzen wir uns an den Strand unter eine Palme und besprechen die Situation. Wärend wir reden, sehen wir wie das Beiboot von der "Klara Feddersen" mit Broji Madlo, Vlasta Knurek und Klaas Vijnwoord an Bord an Land übersetzt. Nachdem die drei am Strand angekommen sind kommen sie sofort zu uns. Rabea erzählt ihnen die gleche Geschichte die sie auch Oberst Fink erzählt hat. Sie glauben uns die Geschichte ebensowenig wie der Oberst und begeben sich anschliessend zum Haus des Doktors um nach Henning zu sehen. Wilhelm begleitet sie, da er auch noch kurz nach Henning sehen will . Als er alleine zurückkehrt erzählt er, das Klaas nach dem Tod von Korngold jetzt das Kommando über die "Klara Feddersen" innehat. Klaas will noch einmal mit dem Rest der Mannschaft reden, aber es ist zu befürchten, das sich die Mannschaft weigern wird uns wieder mit nach Deutschland zu nehmen. Da wir ausser abwarten nichts weiter tun können versuchen wir den Schlaf der vergangenen Nacht nachzuholen. Zwischendurch sehen wir wie ein Boot mit Soldaten zu der "Klara Feddersen" übersetzt. Am Abend bekommen wir mitgeteilt, das wir die Nacht auf der Insel verbringen sollen, und am nächsten Mittag zu Oberst Fink kommen sollen. Wir verbringen die Nacht wieder in der Hütte von Doktor Reinhardt und kümmern uns weiter um Henning dessen Zustand immer noch unverändert ist.


#6 Johann Doe

Johann Doe

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Geschrieben 18. Februar 2009 - 13:17

Fr. 04.10.1912
Langsam fängt der Zustand von Henning sich an zu bessern, aber er ist immer noch bewustlos. Gegen mittag machen wir uns auf dem Weg zu Oberst Fink. Er hat am Vortag ein paar seiner Männer beauftragt die Kabine von Korngold zu untersuchen. Anscheinend haben sie aber nicht viel gefunden was den Wahnsinn von Korngold und damit unseren Bericht bestätigen würde, lediglich einige Notizen die von einer ?bersetzungsarbeit von einer seltsamen Sprache zu stammen scheinen. Trotzdem fordert uns der Oberst auf Ponape so schnell wie möglich zu verlassen, spätestens mit dem nächsten Postschiff. Der Oberst gestattet mir noch einen kurzen Blick in die gefundenen Aufzeichnungen von Korngold die aber nicht sehr aufschlussreich sind, dann verabschieden wir uns.
Auf dem Rückweg schauen wir nocheinmal beim Haus des Doktors vorbei. Er hat gute Neuigkeiten, Henning ist endlich aufgewacht. Seltsamerweise weiss er aber nicht wer wir sind, und kann sich auch nicht an die Reise mit Lt. Korngold erinnern. Seine letzte Erinnerung die er hat ist wie er in Hamburg das Schiff seiner letzten Heuer verlassen hat. Der Doktor meint das der Gedächnissverlust wohl durch den Kampf und die Verletzung kommt und das er jetzt noch Ruhe braucht.
Stephan und Wilhelm wollen noch zur "Klara Feddersen" um mit der Mannschaft zu reden, aber auf dem Weg dorthin sehen wir schon des Beiboot an Land übersetzen. Klaas konnte die Mannschaft nicht davon überzeugen uns wieder mitzunehmen und bringt uns unsere Habseligkeiten. Wir bringen sie in der Kapelle unter und erkundigen uns in der kleinen Poststation nach einer Passage auf dem nächsten Postschiff. Es ist kein Problem mit dem nächsten Schiff nach Neu Guinea zu fahren um von dort aus weiter zurück nach Deutschland zu reisen. Leider kommt das nächste Postboot erst in zwei Wochen.

05. - 18.10.1912
Die nächsten zwei Wochen vergehen weitestgehend ereignisslos, wir haben uns in der kleinen Kapelle einquartiert und warten auf die Ankunft des Postschiffes. Da wir auf uns allein gestellt sind, bitten wir das Mädchen Undura um Hilfe bei der Verpflegung. Auch der Doktor zeigt sich im Tausch gegen unsere letzte Flasche Korn als hilfsbereit. So kommen wir mit Früchte sammeln, jagen und fischen die zwei Wochen mehr schlecht als recht über die Runden. Von dem Oberst und seinen Soldaten oder den Eingeborenen werden wir glücklicherweise nicht weiter behelligt. Auch Wilhelms Auschlag ist unverändert.

Sa. 19.10.1912
Mit einem Tag Verspätung kommt schliesslich das Postschiff, die "Hermes" an. Vom Strand aus können wir beobachten wie 3 Männer mit einem Beiboot und zwei Postsäcken an Land rudern. 2 der Männer scheinen Matrosen zu sein, der dritte ist nach seiner adretten Kleidung zu urteilen ein Beamter. Während das Boot noch auf dem Weg ist versammeln sich schon die ersten Soldaten am Strand. Dort angekommen begibt sich der gesammte Tross aus den Matrosen, dem Beamten und mittlerweile wohl fast allen Soldaten mit den Postsäcken in Richtung Postamt. Wilhelm und ich folgen dem Tross, der Rest bleibt am Strand, da wir unser Gepäck bereits geholt haben. In dem Durcheinander beim verteilen der Post gelingt es Wilhelm ein paar Worte mit dem dritten Mann zu sprechen. Es handelt sich tatsächlich um einen Postbeamten namens Schubert. Daher kann er uns leider keine genaue Auskunft über eine Passage geben, wir bekommen lediglich die Information das die "Hermes" erst am nächsten Morgen weiterfährt. Interessanterweise ist auch ein Brief für uns in der Post. Er ist von Bryan Henderson dem Londoner Geschäftsmann. Er hat über eine Zeitung von unserer Expedition nach Ponape erfahren und bittet uns um unsere Hilfe. Ein befreundeter Hamburger Reeder namens Hermann Blohm hat vor Norwegen ein Schiff, die "Minna B." verloren, und einer der Matrosen, Hannes Kröger, ist seltsamerweise einige Wochen später total verstört im Hochland von Neu Guinea aufgefunden worden. Er bittet uns darum ob wir uns nicht der Geschichte annehmen und ein paar Erkundigungen vor Ort machen können. Schnell kehren wir zu den anderen zurück und zeigen den Brief, der auch noch 100 Pfund enthielt. Da uns das Postschiff sowieso nur bis nach Neu Guinea mitnimmt kommen wir schnell darin überein das wir uns dort einmal umsehen werden.Wir schreiben ein paar Postkarten an die Reederei und Mr. Henderson über unseren Entschluss, sowie Mitteilungen nach Hause und an meine Redaktion. Auf dem Rückweg vom Postamt gehen Wilhelm und ich noch bei Oberst Fink vorbei. Er bearbeitet die gerade eingetroffene Post, aber auf unsere Nachfrage erkärt er uns, das alles für unsere Passage bereit sei und wir morgen früh abgeholt werden. Wir verabschieden uns ein letztes mal vom Oberst und bereiten alles für die Abreise vor.

So. 20.10.1912
Wir stehen früh auf um unser Gepäck an den Strand zu bringen, wo wir auch nach kurzer Wartezeit von 2 Matrosen abgeholt werden. Da wir noch über einen Teil der Expeditionsausrüstung verfügen brauchen wir 2 Fahrten um alles an Bord zu bringen. An Bord werden wir von Herrn Schubert und einem Offizier mit Namen Kersen empfangen. Wärend der kurzen Begrüssung stellt Wilhelm dem Offizier wie beiläufig die Frage wie lange ein Schiff von Norwegen bis nach Neu Guinea wohl brauchen würde. Wie wir erwartet haben erscheint es unmöglich in der Zeitspanne vom Verschwinden der "Minna B." vor Norwegen bis zum auftauchen von Hannes Kröger in Neu Guinea die Strecke zurückzulegen. Ein Matrose zeigt uns einen kleinen Laderaum mit Hängematten wo wir die nächsten 3 Tage unsere Sachen unterbringen und schlafen können. Während der Fahrt der "Hermes" werfen wir noch einen letzten Blick auf Ponape und Nan Mandol. Johann meint ein paar gro?e Fische vor Nan Mandol schwimmen zu sehen, ich selber verliere aber bei dem Wellengang mein Fernglas und die anderen können nichts erkennen.
Die ?berfahrt nach Neu Guinea verläuft ruhig, meinen Geburtstag am 21.10. begehen wir den Umständen entsprechend nur klein. Lediglich Rabea hat wohl vor unserer Abfahrt in Deutschland daran gedacht mir eine Kleinigkeit zu besorgen, einen schönen Füllfederhalter mit Namensgravur.





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