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Spielbericht: Tatters of the King - Book 1


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9 Antworten in diesem Thema

#1 medusa

medusa

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Geschrieben 15. November 2010 - 07:01

Vorweg zwei bis zwanzig Anmerkungen: Das hier wird ein laufender Bericht unser Spielsitzungen - mal schauen, wie lange es dauert. Angedacht ist, zunächst Buch 1 durchzuspielen und dann Urlaub in einem anderen Setting mit einem anderen SL zu machen; falls wir dazu kommen, erhalten Buch 2 und 3 eigene Berichte.
Au?erdem sollte ich vielleicht darauf hinweisen, da? ich kein Fan der gängigen Darstellung Hasturs in CoC bin - Chambers' König in Gelb hat komplett andere Ansätze. Und am wenigsten gefallen mir die existierenden Versionen des Theaterstücks, die den Maskenball fast ausnahmslos ans Ende des 2. Aktes verlegen, während er in den 1. Akt gehört. Nennt mich eine pingelige Puristin. ;) Entsprechend schrieb ich einen Gro?teil des Prologs um: Hier führte Talbot Estus seine Neuübersetzung des Roi en Jaune auf.

Charaktere:
Faye Hold (Heiratsschwindlerin)
Travis Hold (Trickbetrüger), ihr Ehemann, gibt sich als ihr Bruder aus
Sir Charles Bennett (Gentleman-Rennfahrer und Pilot)
Lady Edith Pommeroy (Parapsychologin), seine Erbtante

Spieldauer der ersten Sitzung: ca. 3 Stunden

Fayes und Sir Charles' Spieler sind von der aktiven Sorte, die das Spiel grö?tenteils tragen. Ediths Spielerin kann toll sein, wenn sie Lust hat und gezielt anspielt wird (daran mu? ich arbeiten). Travis' Spieler ist der passive Typ.
Das grö?te Problem sah ich zunächst darin, die beiden "Hälften" zu einer Gruppe zusammenzuschwei?en. Glücklicherweise legten sich Faye ("Sie sind Rennfahrer? Wie aufregend!") und Sir Charles ("Interessieren Sie sich für den Rennsport?") ins Zeug, so da? zum Ende der Sitzung fast jeder alle wichtigen Infos hatte.

#2 medusa

medusa

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Geschrieben 15. November 2010 - 07:14

Die von mir gefürchtete Anfangsszene - SL erzählt Theaterstück nach?! - funktionierte in der Praxis erstaunlich gut. Da unsere Runde aus "Problemlösern" besteht, verschob ich die Premiere eine Woche nach hinten, um näher am Termin mit Dr. Highsmith zu liegen. An diesem Tag erhielt Travis Hold in seiner Tarnidentität als Psychologe auch Highsmiths Brief.

Lady Edith wollte sich The King in Yellow ansehen, brauchte aber noch eine Begleitung und orderte ihren Neffen Sir Charles dazu ab. Dieser war als hochnäsiger Aristokrat nicht sehr angetan von dem Gedanken, eine Laienaufführung zu besuchen (noch dazu in Soho!), entwickelte sich im Laufe der Vorstellung nach massivem gS-Verlust aber zum grö?ten Fan des Stückes.
Faye und Travis, ebenfalls unter den Zuschauern, hörten zu Beginn des Stücks spitze Bemerkungen aus der Loge über ihnen, was zum ersten kurzen Kennenlernen der Mitstreiter führte.
Während der Prügelei hielt sich alle zurück; Sir Charles verlangte sowieso hartnäckig nach einer Zugabe. Bei der Premierenfeier stie?en alle vier Charaktere wieder aufeinander, und Sir Charles tauschte sich angeregt mit Talbot Estus über die Geschichte des Stückes aus, während Faye sich mit Michael Gillen unterhielt.
Später, als die SCs langsam miteinander warmgeworden waren, lud Sir Charles Faye ein, ihn einmal auf seinem Anwesen zu besuchen.

In dieser Nacht hatten Sir Charles und Travis Alpträume.

Am nächsten Tag suchte Sir Charles Talbot Estus auf, blätterte in Le Roi en Jaune (franz. Originalausgabe) und The Wanderer by the Lake und lieh sich die englische Erstübersetzung des Königs in Gelb aus, mit deren Lektüre er zunächst mal beschäftigt war.
Parallel dazu beauftragte Faye einen Antiquar damit, ihr The King in Yellow zu beschaffen.

Travis und Faye trafen sich am 28. Oktober mit Dr. Highsmith, erfuhren vom Fall Roby und beschlossen, sich der Sache anzunehmen. Sie stie?en auf die Berichterstattung der Mordfälle, und Faye trat überzeugend genug auf, um von Detective Sergeant Lorimer einige Informationen zu erhalten.
Leider bissen sich die Spieler zu sehr an der Tatsache fest, da? die Morde nicht aufgeklärt wurden, während Alexander doch ein Geständnis abgelegt hatte. So entgingen ihnen ?berlegungen zu Zeugen, anderen Anwesenden im Haus etc. Von der Byakhee-Pfeife erfuhren die Charaktere ebenfalls nichts. Auch das Bestattungsunternehmen und die Grabstätte suchten sie nicht auf.

Stattdessen traf man sich mit Sir Charles, der Travis eine Fahrstunde verpa?te, und kam auf den Fall Roby zu sprechen. Das klang "paranormal" genug, da? Charles seine Tante Edith einlud. Diese erinnerte sich an die Mordfälle. Die Runde beschlo?, das Rätsel auf unkonventionellem Wege zu lösen, indem man am Abend eine Seance abhalten und die Geister Herbert und Georgina Robys selbst befragen würde.

Fazit der ersten Sitzung:
Die Gruppenbildung war wie erwartet ein Problem. Ich lasse die Spieler gern Charaktere nach Geschmack wählen (daher hatten wir auch keinen echten Psychoanalytiker dabei), aber hier hätte ich Vorgaben machen müssen, um die Zusammenarbeit zu beschleunigen. So gestalteten sich die quasi bis zur letzten Szene getrennt ablaufenden Handlungsstränge unnötig frustrierend für die jeweils untätigen Spieler.

#3 medusa

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Geschrieben 30. November 2010 - 06:44

2. Sitzung
Dauer: ca. 4 Stunden

Während der Seance (tolle Szene!) nahm Lady Edith Kontakt mit Georgina Roby auf. ?ber das Quija-Board erfuhren die Ermittler von einem Monster, das Georgina und ihren Vater getötet hatte, da? Herbert und Grahame Alex' Umgang und Tagträumerei nicht guthie?en und da? es Spannungen gab sowie von Alexanders ehemaliger Verlobten Delia Hartston, die vielleicht mehr wü?te. Fragen nach den Umständen des Mordes konnte Georgina nicht beantworten. (Warum denken immer alle, Geister wü?ten so viel mehr?)
Unter Verdacht geriet sofort Grahame Roby.

Daraufhin brach man kurzentschlossen nach Ponders End auf. Sir Charles suchte vorher noch rasch Talbot Estus auf, um sich The Walker by the Lake auszuleihen, von dem er durch Georgina wu?te, da? Alex es verfa?t hatte. Auf der Fahrt las Faye einige Passagen daraus vor. Hier fiel zum ersten Mal der Penny, da? Alexanders Anfälle etwas mit seinen Zeiten des Träumens oder Nichtträumens zu tun haben könnten.
Nach einigem Herumfragen in Ponders End fanden die Ermittler das Haus der Familie Hartston. Delias Mutter gab angesichts solch illustrer Gäste gern den Namen und die Adresse der Morrisons heraus.
Delias Ehemann reagierte weniger freundlich auf die späten, unangekündigten Besucher; das Gespräch mu?te auf der Türschwelle stattfinden. Im Laufe der Unterhaltung (die Charaktere fragten an einigen Stellen nicht weiter nach oder aber nach den falschen Dingen) erfuhren sie von Alexanders anrüchigen Freunden Edwards und Bacon, von seinem zunehmend seltsamen Verhalten und dem Ritual in Clare Melford mit den "neun Zähnen". Schlie?lich tauchte Delias Mann wieder auf und beendete grob das Gespräch.

Früh am nächsten Morgen (30. Oktober) suchten die Holds Grahame Roby auf, der aus allen Wolken fiel, als er von Alexanders möglicher Entlassung erfuhr. Hilfreiche Antworten konnte er nicht geben, aber er beharrte darauf, Alex sei schuldig an den Morden und müssen eingewiesen bleiben.
Derweil fragten sich Lady Edith und Sir Charles durch Läden mit okkultistischem Hintergrund, in der Hoffnung, etwas über Sektierer namens Edwards oder Bacon in Erfahrung zu bringen. Dank eines spektakulären Patzers dauerte die Suche bis zum Abend, als ein Antiquar sie an einen Antiquitätenhändler Lawrence Bacon verwies. Dort öffnete man ihnen allerdings nicht, selbst als Sir Charles durch laute Kommentare über Alexander Roby und Carcosa Interesse zu erwecken versuchte. (Vielleicht wird ihn das noch heimsuchen...)

Faye und Travis waren in der Zwischenzeit nach Weobley aufgebrochen. Vom Chauffeur der Anstalt erfuhren sie von dem Mord an einem Pfleger vor einem Jahr. Am nächsten Morgen begleitete Pfleger Price sie zu Alexander.
Hier habe ich aus zwei Gründen auf das Protokoll des Gesprächs als Handout verzichtet: Zum einen bin ich zwar nicht der Ansicht, man mü?te es seinen Spielern künstlich schwer machen, aber notieren sollen sie sich die Sachen schon selbst. Zum anderen wollte ich nicht den Eindruck erwecken, Alexanders Monologe seien nur deshalb so monolog, weil ein Handout vorgefertigt wurde - auch wenn das tatsächlich der Grund ist. ;)
Ich kann jedem, der Tatters leiten will, nur empfehlen, es auch so zu handhaben, weil man damit freier in Alexanders Darstellung ist. Ich habe leider den Fehler begangen, mich an die Vorlage zu halten. Durch die bisherigen Ermittlungen waren die Charaktere sehr neugierig auf Alex geworden und waren von seinen geskripteten Aussagen vermutlich enttäuscht.
Immerhin reagierten sie einigerma?en passend und erhielten die Infos zu Malcolm Quarrie sowie zu Robys Arbeit mit Edwards, wobei letzteres wieder mal nicht richtig registriert wurde. :rolleyes:
In einem von Alexanders Büchern fand Faye Bleistiftanmerkungen zu Kaiwan, Aldebaran und Hali. Obwohl sie sich gezielt nach anderen Notizen umsah und keine fand und wu?te, da? spitze Gegenstände nicht in die Zelle gebracht werden durften, wunderte sie sich nicht, woher der Bleistift gekommen sein mochte.
Faye und Travis fragten Price nach dem Mord in St. Agnes aus und erfuhren, da? er in Alexanders Nachbarzelle verübt worden war. Natürlich vermuteten sie einen Zusammenhang, gingen der Sache aber nicht weiter nach.
Sir Charles und Lady Edith reisten an dem Tag per Automobil nach Weobley. Die beiden Gruppen tauschten sich über ihre Recherchen aus, ohne neue Erkenntnisse zu gewinnen. Sie beschlossen, in London gezielter nach den drei Kultisten zu suchen und sich - da sie von Alexanders Interesse an Astronomie wu?ten - nach Zusammenhängen mit Aldebaran zu informieren. Au?erdem setzten sie einen Ausflug nach Clare Melford an. Ebenfalls geplant ist ein neuerlicher Besuch bei Estus, um sich die deutschen Passagen aus Alex' Buch übersetzen zu lassen. Ganz oben auf der Liste steht aber ein Treffen mit Dr. Trollope.

Bisher tappen Spieler und Charaktere noch ziemlich im Dunkeln. Allerdings haben sie gro?en Spa? daran, die einzelnen Puzzleteile zu finden und langsam zu einem Bild zusammenzusetzen. Hier liegt für detektivisch geprägte Gruppen tatsächlich eine massive Stärke des Abenteuers: Ex existieren enorm viele Möglichkeiten, Ermittlungen anzustellen und die wahren Hintergründe herauszufinden. Ich spiele derzeit mit dem Gedanken, Gresty komplett zu streichen und die SC auf anderem Wege auf Hillary sto?en zu lassen.
Verdächtig an dem Mord sind für sie momentan wahlweise Grahame Roby oder Alexanders Kultistenfreunde - überhaupt halten sie Aufklärung der Morde für ihr Hauptziel.
Sie wissen, da? Roby seine Träume nicht erst seit seinem Kontakt mit der "Sekte" hat; eine interessante Hintergrundinformation, von der ich nie dachte, da? sie darauf sto?en würden. Mangels Nachfragen bzw. durch das Stellen falscher Fragen sind ihnen bisher wichtige Informationen entgangen; so hätten sie bereits von Delia Morrison Quarries Namen erfahren können oder über Grahame Roby von Tucks Beauftragung. Auf den Gedanken, mit Lucius Harriwell zu sprechen oder Dr. Highsmith nach dem Mord in St. Agnes zu fragen, sind sie auch nicht gekommen. Mal schauen, ob sie das nachholen - die Konzentration lie? am Ende der Sitzung doch stark nach. :)


#4 medusa

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Geschrieben 13. Dezember 2010 - 07:06

3. Sitzung
Dauer: ca. 3,5 Stunden

Diesmal erweiterte sich die Runde um eine neue Mitspielerin, die Henry Wintersmith, Sir CharlesÆ pensionierten Eaton-Lehrer, ins Feld führte.

Am Morgen des 1.11.1925 suchten Faye und Travis noch einmal Dr. Highsmith auf, um ihn zu dem Mord an Cuthbert Yates zu befragen. Wie üblich verbissen in ihre eigenen Theorien, ignorierten die Spieler aber erneut die Hinweise auf unnatürlich viel Blut am Tatort sowie auf das Verbot, spitze oder scharfe Gegenstände in die Zellen zu bringen.
Mit Sir Charles und Lady Edith kehrten sie nach London zurück. Weil inzwischen viel akademisches Wissen gefragt war, von dem keiner der Gruppe etwas verstand, kam Sir Charles auf den Gedanken, seinen alten Lehrer, mit dem die Familie noch immer in Kontakt stand, zu einem gemeinsamen Abendessen einzuladen. Im Laufe der nächsten Stunden belehrte sie Henry Wintersmith ausgiebig über jedes nur mögliche Thema, steuerte aber einen methodischen Kopf und simple Logik zu den Ermittlungen bei. Keiner wei?, in welches Sternbild Aldebaran gehört? Schlagen wir doch einmal im Konversationslexikon unter "A" nach.
Für den nächsten Tag wurden ein Besuch bei Dr. Trollope und eine Reise nach Clare Melford geplant.
In dieser Nacht überwachte Sir Charles zunächst einmal Bacons Haus und sah tatsächlich einen Mann klingeln, eingelassen werden und eine halbe Stunde später wieder herauskommen. Er folgte ihm unauffällig zu dessen Wohnhaus. (So wurde Mr. Chimes geboren, der vielleicht noch eine Rolle spielen wirdà)
Früh am nächsten Morgen begab sich Henry auf methodische Recherche. In der Bibliothek des Britischen Museums lie? er sich die Jahrgänge 1907/08 der Archaeology Today bringen, da er sich vage an eine Ausgrabung am Springer Mound in Clare Melford erinnerte. Tatsächlich fand sich eine Randnotiz, die einen Dr. Hudson vom University College erwähnte. Dort erfuhr Henry, da? Hudson schon vor Jahren verstorben war, erbat sich aber die Unterlagen zu der Grabung, die hauptsächlich eine Feldübung für Studenten gewesen war. Allerdings wurde ein Dr. Schwabe erwähnt, der û wie Henry durch Nachfragen erfuhr û zur Slate School of Fine Arts gehörte.
Dort wiederum fand er Schwabe inzwischen als Leiter der Institution vor. Der alte Akademiker berichtete, er habe Hudson aus privatem Interesse auf manche Grabungen begleitet, am Springer Mound sei aber nichts gefunden worden. Nein, kein Grabhügel. (Was die Ermittler natürlich nicht daran hinderte, sich für die gro?e Buddelei zu rüsten.)
Ein netter Hauch von Paranoia war die Erkundigung bei einem Dritten, ob Dr. Schwabe vielleicht Deutscher seià

Derweil suchten Faye und Travis Dr. Trollope in seiner Praxis auf, der sie zum Lunch zu sich nach Hause einlud. In der Zwischenzeit erkundigten sie sich noch einmal bei Detective Sergeant Lorimer von Scotland Yard nach dem Mordfall Roby. Endlich fragten sie nach weiteren Zeugen und deren Aussagen und erfuhren so von dem Hauspersonal, der Byakhee-Pfeife und der zersplitterten Balkontür in Alexanders Zimmer.
Beim anschlie?enden Gespräch gab sich Dr. Trollope reserviert. Die Charaktere fragten nach einem Schlüsselerlebnis, das Alexanders Träume ausgelöst haben könnte, erfuhren aber nichts Hilfreiches.
Lady Edith versuchte, in ihren Spiritistenkreisen jemanden zu finden, der Malcolm Quarrie oder Edwards kannte û vergeblich.
Sir Charles organisierte über seine Kontakte zur Royal Air Force eine Karte der Gegend um Clare Melford und versuchte noch einmal sein Glück bei Lawrence Bacon. Diesmal öffnete der Antiquitätenhändler, hörte sich Sir CharlesÆ Geschichte über eine Empfehlung seines Freundes Mr. Chimes zu seiner Suche nach "dem roten Aldebaran und schwarzen Hali" an und verlangte eine Visitenkarte. Als Sir Charles log, gerade keine mit sich zu führen, wurde ihm die Tür vor der Nase zugemacht.
Am späten Nachmittag traf sich alles bei Lady Edith, tauschte Berichte aus, reservierte Räume im Gasthof The Ox Tavern in Long Melford (da das Postamt in Clare Melford erklärte, fünf Zimmer könne das Railway Inn sicher nicht bieten) und packte für eine Reise zu den rätselhaften "neun Zähnen".

Diese Sitzung war eine Studie in Improvisation, und ich kann Mark Chiddicks nicht genug danken für seine Vorarbeit, von der ich schamlos profitiert und geklaut habe.
Oberlehrer Henry hat sicher das Potential, zum meistgehassten SC aller Zeiten zu werden, tat der Runde aber gut dadurch, da? sie gezwungen war, die bisherigen Erkenntnisse einmal sachlich und in Folge zu rekapitulieren, und durch geordnetes Vorgehen. Allein die Lexikon-Szene war filmreif! :)
Was die Recherche angeht, tappen die Charaktere mehr denn je im Dunkeln. Derzeit geistert an Theorien umher:
- Alex hat die Pfeife noch und sorgte so für den Tod des Pflegers in der Nachbarzelle.
- Yates hat die Küchenmesser in Harriwells Zelle geschmuggelt. (?!)
- Die Sektierer um Edwards haben etwas in dem alten Steinkreis in Clare Melford beschworen.
- Schwabe verheimlicht etwas.
- Etwas ist innerhalb des Springer Mound, und sie müssen den Eingang freischaufeln und hinabsteigen.

Das wirklich Witzige ist, da? ich beim Lesen des Abenteuers immer den Eindruck hatte, Coombs würde als sichtbarer Gegenspieler eine gro?e Rolle einnehmen û dabei ahnen sie bis jetzt noch nicht einmal etwas von seiner Existenz! Stattdessen konzentriert sich insbesondere Sir Charles auf Bacon als einzig greifbaren Kultisten. Mal schauen, ob sich daraus nichts stricken lässt.

Im neuen Jahr dann: Clare Melford. Fayes Spielerin hat bereits angekündigt, bei einer Begegnung mit einem pferdeköpfigen Monster "auf jeden Fall" Cassildas Lied anzustimmen. Ob das Byakhee etwas von Kunst versteht? ;)


#5 medusa

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Geschrieben 17. Januar 2011 - 06:15

4. Sitzung
Dauer: ca. 4 Std.

Inmitten heftigen Schneefalls gelangten die Charaktere nach stundenlanger Fahrt spätabends in Long Melford an und hatten nichts weiter im Sinn als eine warme Mahlzeit und ein Bett.
Morgens erkundigten sie sich bei den Betreibern der Ox Tavern, den OÆNeills, nach Wanderkarten (Sir CharlesÆ Spieler hatte vergessen, dass er bereits eine Detailkarte im Gepäck trug) und Wanderzielen und waren sofort als seltsame Städter verschrien.
Durch tiefen Neuschnee stapfte man einen Feldweg entlang zum Springer Mound. Hier trennte sich die Gruppe: Das "Jungvolk" (Faye, Travis und Sir Charles) erklomm den Hügel und stellte dabei eine merkwürdige breiige Beschaffenheit des Bodens fest; Lady Edith und Henry umrundeten gemächlich den Hügel und entdeckten JenningsÆ Hof sowie den Ulmenhain.
Auf der Hügelkuppe stie? man sofort auf die Mulde voller teerartiger, heftig nach verfaulendem Obst stinkender Substanz. Während Travis den Gestank aus seinem Traum in St. AgnesÆ wiedererkannte, wurde Sir Charles nach einer missglückten KO-Probe spontan sein Frühstück wieder los. Das hinderte ihn nicht daran, etwas von der Substanz zur späteren Analyse in seine Thermoskanne abzufüllen. Faye trat in eine unter Schnee verborgene Vertiefung und verletzte sich den Knöchel, aber bei der darauf folgenden Untersuchung entdeckte Sir Charles die ehemaligen Standorte der Monolithen rings um die Grube.
Derweil machte Henry mit seinem Feldstecher die kreisenden Byakhee aus. Seine Spielerin hatte extra vorher betont, das Fernglas zur Vogelbeobachtung mitzunehmen û solche Einfälle verdienen es, belohnt zu werden! Ohne zu viele Details erkennen zu können, stellte Henry doch fest, dass diese Kreaturen weder Vögel noch Fledermäuse waren und eindeutig nicht in seinen biologischen Wissensschatz passten.

Im Ulmenhain stie?en Henry und Lady Edith auf die verschneiten Monolithen, legten sie frei und notierten die Inschriften, soweit lesbar. Kurz darauf gesellten sich Travis und Sir Charles mit der verletzten Faye zu ihnen, und während sie noch planten, beim nahen Bauernhof Hilfe zu suchen, kam bereits ein aufgebrachter Harold Jennings samt Hunden und Schrotflinte auf sie zu.
Sein anfängliche Aggression wusste Faye auf charmant-feminine Art zu zerstreuen, aber viel mehr erfuhr die Gruppe nicht (warum fangen Spieler immer an zu diskutieren, wenn sich ihre Charaktere mitten im Gespräch mit einem NSC befinden?), denn Jennings feuerte seine Schrotflinte auf die Monolithen ab, und etwas Massiges stürzte aus dem Himmel herabà
Geschlossen trat die Bande den eiligen Rückzug in das Wäldchen an, ohne auch nur einen weiteren Blick zu riskieren. Nur die halb getragene, halb mitgezerrte Faye schaute gleich Lots Frau über ihre Schulter und sah das Byakhee Jennings ein grausiges Ende bereiten.
Als sich der erste Schock gelegt hatte, beschloss man, zum Hof zu gehen und eventuelle andere Bewohner zu alarmieren. Nachdem niemand anzutreffen war, lieh sich Sir Charles eines der Pferde und ritt nach Long Melford, um den örtlichen Constable zu benachrichtigen: Man habe den Bauern auf einem Spaziergang tot auf gefunden. PC Smith rückte dann auch mit dem Dorfarzt Dr. Elsworth an.
Auf JenningsÆ Hof suchte Henry nach Hinweisen auf die mysteriösen Leute, die den Bauern für die Aufbewahrung der Monolithen bezahlt hatten, fand aber nichts.
Constable und Arzt einigten sich schnell darauf, dass Jennings von einem seiner eigenen Hunde angefallen worden sei. Dr. Elsworth nahm Faye mit zurück nach Long Melford; auf dem Weg fragte sie ihn diskret aus und erfuhr von Fremden, die zum Jahreswechsel 1925/26 in den Ort gekommen waren, und dass fünf Bewohner von Clare Melford in jeder Nacht gestorben waren.
Natürlich wurde daraufhin Wirt OÆNeill noch einmal befragt. Er beschrieb fünf Fremde, unter denen die Ermittler Alexander Roby und Lawrence Bacon erkannten. Mit einem tollen ?berreden-Wurf konstruierte Faye eine wilde Geschichte über "ihren Freund Alex", so dass OÆNeill bereitwillig sein Gästebuch herausrückte. Darin fanden sich Alexanders und Bacons Namen sowie der Malcolm Quarries, Henry Listers und eines "M. Edwards". Die Ermittler waren eindeutig auf der richtigen Spur!
?ber einem Abend in der Gaststube (Harold JenningsÆ Tod war Dorfgespräch) ging der Tag zu Ende.

Beim sonntäglichen Kirchgang schöpfte die Gruppe neue Kraft und Stabilitätspunkte, die sie wirklich nötig hatten. Vor der Rückkehr nach London wollte man der Nachbargemeinde Clare Melford noch einen Besuch abstatten und kehrte im Railway Public House ein. Wirt Dick Blair (Fayes Spielerin: "Jetzt wundert mich gar nichts mehr." û Sie bezog es nicht auf Tony, sondern auf die gleichnamige Hexe ;) ) wusste nichts über die Vorkommnisse, da er erst 1926 hierhergezogen war. So ganz kaufte Henry ihm seine Geschichte über Landluft und nette Leute nicht abà ein Londoner Kneipier, der mir nichts, dir nichts aufs Land zieht? Aber ein Psychologiewurf scheiterte.
Die Frage nach Gästebüchern wiegelte Blair zunächst ab. Vielleicht habe sein Vorgänger Mr. Larkin gar keine geführt. Er müsste erst suchen. Henry gab ihm Sir CharlesÆ Adresse, an die Blair seine Funde schicken sollte, plus ein dickes Trinkgeld.
?ber dem Mittagessen fasste man alle bisherigen Erkenntnisse einmal zusammen.

Diese Sitzung war geprägt von Konzentrationsstörungen, daher auch die lange Dauer im Verhältnis zu den Geschehnissen. Meine Androhung, pro Minute Abgelenktsein einen Stabilitätspunkt abzuziehen, wirkte leider nur eine Zeitlang.
Das Konstruktivste dieses Abends war sicher das Zusammentragen der Puzzleteile und die Diskussion darüber. So wurde den Spielern einiges deutlicher, und ich hatte einen guten Einblick, was sie wussten, vermuteten und planten.
Sicher sind sie sich darüber, dass Edwards & Co. Silvester 1925 am Springer Mound etwas beschworen. In einem schönen Moment akzeptierten sie nach den aktuellsten Ereignissen auch die Tatsache, dass Alex offenbar völlig zu Recht für den Mord an seinem Vater und seiner Schwester verantwortlich gemacht wurde û ich hätte nie zu hoffen gewagt, dass sie Sympathie und Mitgefühl für ihn entwickeln würden.
Uneinigkeit herrscht darüber, wie der Mord an Yates ins Bild passt. Wurde auch er Opfer eines Byakhee oder ist er womöglich ein roter Hering? TravisÆ Spieler erkannte endlich die Bedeutung der Bleistiftanmerkungen in AlexÆ Büchern, was zum ersten Mal den Verdacht aufkommen lie?, jemand versorge ihn mit Gegenständen, die er nicht haben dürfte.
Den Zusammenhang zwischen Ausgrabung und Beschwörungsort schlussfolgerte noch niemand richtig. Die klassische Vermutung: Die Archäologen hätten 1907 etwas in dem Hügel geweckt.
Was ich definitiv besser herausarbeiten muss, sind die Absichten der Kultisten, respektive dass überhaupt Absichten vorhanden sind. Das wurde den Spielern nämlich bisher nicht wirklich bewusst.

Pläne der Charaktere: Substanz analysieren lassen, sich über eine mögliche besondere Sternenkonstellation zu Silvester Æ25 schlaumachen, endlich jemanden finden, der Deutsch spricht, und wahlweise Dynamit organisieren, um die Monolithen zu sprengen (Sir Charles) oder die verbliebenen zwei Stelen auf sanfteren Wege so drehen, dass ihre Inschriften lesbar sind (Rest). Theoretisch dürfte das Ergebnis so oder so Byakhee hei?en, aber da die Charaktere vermutlich nicht schnell genug handeln, erübrigt sich die ?berlegung. 8)


#6 medusa

medusa

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Geschrieben 28. Januar 2011 - 09:09

Einiges zur Astronomie im Abenteuer

#7 medusa

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Geschrieben 31. Januar 2011 - 06:31

5. Sitzung
Dauer: ca. 3 Stunden

Lady Ediths Spielerin fehlte, ihr SC blieb also zu Hause.

Zurück in London erwartete Faye und Travis ihre Nachbarin, die fragte, ob der Taxifahrer sie vor einigen Tagen noch angetroffen habe (der Groschen fiel leider während des ganzen Abends nicht), sowie Dr. Trollopes Brief. Sie beschlossen, den Arzt gleich am nächsten Morgen aufzusuchen.
Sir Charles wurde von seinem Butler über eine Paketablieferung informiert. Seltsamerweise schienen die Holds die Absender zu sein. Inhalt: Ein Ziegelstein. Sir Charles erkundigte sich bei seinem Butler über den Boten, erhielt die erste Beschreibung CoombsÆ und stockte seine Bewaffnung auf.
Henry kontaktierte seinen alten Freund und Kollegen John Humperdinck zwecks ?bersetzung der deutschen Passagen in Alexanders Buch. Man verabredete sich für den nächsten Tag zum Tee.

Nachts litten Travis und Sir Charles unter Alpträumen.

Die Ermittlungen des 5. Novembers (Guy FawkesÆ Day) begannen für Faye und Travis mit der Nachricht, da? Dr. Trollope ermordet worden sei. Faye überredete Haushälterin Mrs. Hughes, ihnen Zugang zu den Unterlagen des Arztes zu geben; sie fanden aber nichts von Bedeutung.
Daraufhin statteten sie Vincent Tuck einen Besuch ab und erfuhren von den Vorkommnissen im November 1925, was Bacon mehr denn je ins Schurkenlicht rückte.
Auf dessen Spur begab sich Sir Charles, nachdem er seine Probe der Substanz vom Springer Mound zum Analysieren gegeben hatte. Nachbarn wurden befragt, das Katasteramt aufgesucht, sogar die Polizei unter Vorwand eingeschaltet. Dabei erfuhr er, da? Bacon das Haus 1901 gekauft hatte û und da? er 1858 geboren war. (Ich habe das Datum mal hochgesetzt.) Angesichts der bisherigen variierenden Altersschätzungen wurde sofort klar, da? hier etwas nicht stimmte. Daraufhin setzte Sir Charles in seiner Suche nach "Hastur" einige Hebel im Britischen Museum in Bewegung und wurde auf den Turner-Codex verwiesen, den er auch prompt in der British Library fand. Im Gegensatz zu Henry, der nur nach Schlagwörtern gesucht hatte. (Was wieder beweist, da? die BL eine miese Verschlagwortung hat, wie ich aus beruflicher Erfahrung bestätigen kann!)

Zum Abendessen traf man sich wieder und tauschte Ergebnisse aus. Hier vergaloppierten sich die Spieler allerdings hemmungslos in ihrer extrem freien Interpretation der Byakhee-Pfeife als "Glocke des Tezchaptl". Sämtliche Theorien basierten somit auf einer falschen Annahme. Richtig geschlussfolgert wurde immerhin, da? Bacon durch AlexÆ Buch auf den jungen Mann aufmerksam wurde. Sehr schade, da? niemand ausprobieren wollte, das Ende des Tages zu besprechen. ;)

Nun, wo die Fakten komplett auf dem Tisch liegen, werde ich das Tempo wohl anziehen. Wenn die Spieler nicht selbst auf den Gedanken kommen, Bacon aufzulauern (als Oberschurke ist er derzeit fest etabliert), mu? eben doch Gresty herhalten.


#8 medusa

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Geschrieben 28. Februar 2011 - 06:58

6. Sitzung
Dauer: ca. 4 Std.

Spieler und Charaktere waren so ziemlich am Ende ihrer Weisheit angelangt. Die chemische Analyse der Substanz vom Springer Mound ergab nur, da? sie unbekannter Konsistenz war; Sir Charles überlie? sie gro?zügig den Forschern zur weiteren Untersuchung.
Nach der Anleitung im Turner-Codex stellten Lady Edith und Sir Charles eine Glocke des Tezchaptl her.
Die Holds und Henry fuhren noch einmal nach Weobley, vorgeblich, um zu einer abschlie?enden Beurteilung zu kommen. In erster Linie wollte Henry aber Dr. Trollopes Experiment wiederholen. Nachdem ihm mühelos der Zauber geglückt war, sah er in einer Vision die Verfolgung Bacons in der Vollmondnacht. Gemeinsam empfahl man eine ?bergabe Alexanders in ein Pflegeheim ab dem nächsten Jahr.

In London erhielt Travis den ersten Brief Grestys, woraufhin sich die Ermittler noch einmal mit Delia Morrison - diesmal in einem Teehaus - trafen. Sie bemerkten Delias mit Make-up verdecktes blaues Auge, äu?erten sich aber zunächst nicht dazu. Gresty war Delia unbekannt, doch an Michael Coombs erinnerte sie sich. (Die Charaktere fragten nicht nach einer Beschreibung. :rolleyes: ) Als Sir Charles daraufhin offen nach ihrer Verletzung fragte, brach Delia das Gespräch ab. Henry folgte ihr und erhielt immerhin noch die Auskunft, Alex habe die Byakhee-Pfeife bereits vor der Beschwörung besessen.

Sir Charles heuerte einen Privatdetektiv an, um Bacon zu überwachen.
Nach einigen... kreativen... Vorschlägen einigte man sich darauf, dem als Oberkultist betrachteten Antiquitätenhändler nach Grestys Plan aufzulauern und ihn zu beseitigen. Henry kämpfte zwar mit seinem Gewissen, stimmte aber letztlich zu.
In der Vollmondnacht blieben die Damen in der Nähe des Hauses, während die Herren mit Schu?waffen einen Hinterhalt legten. Ins Kreuzfeuer genommen, floh Bacon in das Labyrinth der Lagerhäuser, wo es ihm gelang, ein Byakhee zu rufen - beim schrillen Laut der Pfeife ergriffen Henry und Travis die Flucht. Noch bevor sich das Sternenro? aber manifestieren konnte, machte Sir Charles, der Bacon heroisch gefolgt war, dem Kultisten ein Ende und nahm Pfeife und Schlüssel an sich.
Gemeinsam untersuchte man das Haus, fand neben Glocke und Codex aber nichts, was auf den Rest der Kultisten hindeutete. Eine Untersuchung des Tunnels im Keller hob man sich für ein anderes Mal auf.

#9 medusa

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Geschrieben 11. April 2011 - 06:00

7. und 8. Sitzung: Das gelbe Double Feature
Dauer: 3,5 und 6 Stunden

Dieses Wochenende ergab es sich, dass alle Spieler Freitag und Samstag Zeit hatten, was sich für das Ende des 1. Teiles der Kampagne geradezu anbot. Leider fiel Henrys Spielerin freitags dann krankheitsbedingt aus. Spielintern hütete Mr. Wintersmith, vom Kampf mit Bacon gezeichnet, einige Tage das Bett. Auf das Kanalmonster verzichtete ich aus Zeitgründen und weil die Gruppe sowieso nicht kampfstark ist.

Alle warteten angespannt auf das beschworene Byakhee oder auf eine Zeitungsmeldung zu Bacons Tod û vergeblich. (So was macht die Spieler nervöser als jede Gruseleinlage.) Am 28.11. erhielt Travis Grestys zweiten Brief. Aus Mangel an Ideen beschlossen die Charaktere, noch einmal Vincent Tuck aufzusuchen. Weil die SL wusste, dass da nichts mehr zu finden war und durch Henrys Ausfall leider eine Szene mit Coombs fehlte, beschloss sie kurzerhand, dass "der Messermörder" (wie Sir Charles ihn später titulierte) den Mitwisser bereits aus dem Weg geräumt hatte.
Als die Charaktere die Treppe zu Tucks Büro hochstiegen, schlug ihnen somit Stille und der Geruch von Blut entgegen. Sie fanden den Detektiv tot auf dem Boden liegend. Eine Untersuchung der Leiche ergab, dass Tuck offenbar durch eine einzelne Stichwunde ins Herz getötet worden war.
Mit ein paar Ideenwürfen erinnerten sich die SC daran, dass ihnen ein solcher Mord schon einmal begegnet war: Im Falle Dr. Trollopes. Au?erdem fiel der Penny dahingehend, dass die Beschreibung des Mörders mit der Aussage von Sir CharlesÆ Butler bezüglich des Paketboten übereinstimmte. (Traurig, aber wahr: Es brauchte tatsächlich einen Ideenwurf, damit ihnen klar wurde, dass Trollope und nun wohl auch Tuck umgebracht wurden, weil sie mit ihnen gesprochen hatten...)
Ohne Ideenwurf und mittelschwer verspätet, aber immerhin wurde Sir Charles beim Durchgehen der Meldung zu Trollopes Tod stutzig, als von dem Schnürsenkel die Rede war. "Er fällt zu Boden, stirbt und rei?t ihm einen Schnürsenkel ab?" Die Charaktere gingen daraufhin noch einmal Trollopes Vision durch. Endlich kam ihnen der Gedanke, Trollope habe seinem Mörder "ein Amulett oder so etwas" im Todeskampf entrissen. Nachdem sie Tucks Büro nach Robys Akte durchsucht (und überall ihre Fingerabdrücke hinterlassen) hatten, machten sie sich auf den Weg zum St. JamesÆ Park, wo sie Tommy Wilson fanden und Sir Charles ihm gegen das Versprechen, ihn mal in seinem Flugzeug mitzunehmen, CoombsÆ Byakhee-Pfeife abluchste.

Der von den Kultisten inzwischen sehr verärgerte Sir Charles beschloss nun, den Spie? umzudrehen. Nachdem er sich zunächst einmal einen Pullman Shield A1 besorgt hatte, um gegen Coombs gewappnet zu sein ("Dessen Gesicht möchte ich sehen, wenn er zusticht und es éKlonk!Æ macht!"), begann er, Mr. Chimes zu terrorisieren. Zunächst gab er sich bei einer Nachbarin als Vincent Tuck, Privatdetektiv, aus, der im Auftrag eines Klienten den Liebhaber von dessen Frau beschattete. Er beschrieb ChimesÆ Aussehen. Allerdings fiel die Nachbarin nicht darauf rein und scheuchte ihn weg.
Daraufhin suchte er sich abends einen Bettler, dem er CoombsÆ Backstein gab, damit er ihn Chimes mit einem "Gru? von Bacon" aushändigte. Auf CharlesÆ Bitte hin (ja, seine Stabilität hatte schon sehr gelitten) fotographierte Lady Edith ihn maskiert mit CoombsÆ Byakhee-Pfeife. Das Foto sandte er mit einem anonymen Drohbrief an Chimes.
Die SC beobachteten ChimesÆ Wohnung, aber in der Nacht geschah nichts. Morgens, während der Schicht der Holds, ging Chimes zur Arbeit, bemerkte seine beiden "Schatten" aber sofort und drohte mit der Polizei. So beschlossen die SC, ihren schon einmal engagierten Detektiv Norris auf Chimes anzusetzen.

Am 30. fand die Anhörung in Alexanders Fall statt. Weil die Spieler wie üblich nur halb zugehört hatten, endete das damit, dass Sir Charles und Travis in dichtem Schneegestöber nach Hereford flogen und auf einem Kartoffelacker landeten. AlexÆ Entlassung wurde abgelehnt (auf Betreiben Grahames, was die SC aber nicht herausfanden), und ein enttäuschter Dr. Highsmith lud die Herren auf einen Tee nach St. AgnesÆ ein. Da keiner der Charaktere nach Alex sehen wollte, stürzte nach einer Weile ein Pfleger herein und flüsterte Highsmith etwas zu. Gemeinsam eilte man zu AlexÆ Zelle. Wie üblich wurde der Hinweis "zu viel Blut" ignoriert, aber nicht einen Moment lang hielten die SC den Toten für Alexander. Während der Pfleger nach Price und Clarke suchte und Highsmith die Polizei verständigte, wurden Travis und Sir Charles von dem aus der Nachbarzelle entflohenen Harriwell überrascht, der mit einem blutigen Küchenmesser herumfuchtelte und vom Teufel erzählte, der Alex mitgenommen hätte. Travis überzeugte ihn, das Messer wegzulegen.
Die Polizei nahm die Aussage der beiden Herren auf, hielt aber offensichtlich Harriwell für den Mörder.

Travis und Sir CharlesÆ übernachteten im Gasthaus in Weobley und verschafften sich am nächsten Morgen die Adressen der vermissten Pfleger sowie Zugang zu denselbigen.
Anmerkung: Weil ich in einer früheren Sitzung gepennt und "Evans" nicht mit den SC bekanntgemacht hatte, schrieb ich das Szenario um. So wurde Price zu EdwardsÆ Tarnidentität, was gar nicht so schlecht war. Die Spieler waren durch die vielen NSC sowieso leicht überfordert. Dass sie zweimal mit Price unterwegs gewesen waren, daran erinnerten sie sich noch lebhaft.
In Prices Haus fanden sie den an Montague Edwards adressierten Brief des British Museum sowie û subtiler Hinweis û ein kleines Ílbild des Loch Mullardoch, signiert M. Edwards. Hätte Sir Charles es abgenommen und umgedreht, hätte dort tatsächlich der Titel des Bildes gestanden. Natürlich tat er es nicht. Nach einem Blick in den leeren Kleiderschrank flogen die Herren zurück nach London.


[ALIGN=center]"Die werden sich ja wohl kaum in Schottland verstecken."
Sir Charles, kurz vor dem Bekanntwerden von EdwardsÆ Nationalität und dem Reiseziel der Kultisten.[/ALIGN]

2.12.
Am nächsten Tag schloss sich ein etwas geschwächter, aber einsatzbereiter Henry wieder der Gruppe an.
Immer noch wurde viel über die "Ziege" in Grestys Brief gerätselt (Mrs. Quarrie?), aber schlie?lich kam man auf die Idee, sich über heidnischen Götterglauben in England in Verbindung mit Ziegen zu belesenà und stie? ohne weitere Schwierigkeiten auf Malcolm Quarries Buch. Eine Rückfrage beim Verlag verlief jedoch ergebnislos.

Aus Mangel an besseren Ideen suchte man noch einmal Bacons Haus auf, um den Gang im Keller näher zu untersuchen. Bewaffnet mit Taschenlampe und Revolver und gesichert durch ein Seil, kroch Sir Charles vorweg, wurden von einem Ghul entdeckt und angefallen, konnte ihn zwar mit extremen Nahschüssen töten, erlitt aber selbst schwere Verletzungen. Die SC verbarrikadierten den Gang und flohen.

Während eines Ruhetages (Henry feierte Geburtstag) trug man noch einmal Fakten zusammen. Da die Spieler wieder einmal alles durcheinanderwürfelten (argh!), half ein Ideenwurf überraschend weiter. Die erwürfelte Erkenntnis in diesem Fall war nämlich eine schlichte Erinnerung, dass Professor Schwabe kein Archäologe war, sondern die Slade School of Fine Art leitete. Da klickte es bei Lady Edith und ihrer Spielerin: "Mooment! Und Edwards malt!" Das ganz unprofessionell strahlende Grinsen der SL überzeugte alle, und so gab sich Lady Edith Schwabe gegenüber als Kunstmäzenin aus, die seine Schule fördern wollte. Die Charaktere argwöhnten nämlich einen weiteren Kultisten in dem armen Professor. So erfuhren sie von Edwards und seiner adligen schottischen Herkunft sowie endlich der Verbindung zum Springer Mound.

Zwei Tage später berichtete Detektiv Norris, der von Sir Charles weiterhin terrorisierte Chimes sei nach Inverness abgereist. Daraufhin versuchten die SC nachts bei dem Kultisten einzubrechen, schafften es durch den Kohlenkeller sogar ins Haus, scheiterten zuletzt aber an der Tatsache, dass der Wohnungsschlüssel von innen steckte û ChimesÆ Frau war zu Hause...
Kommunikation ist alles. Morgens schickte Sir Charles Norris mit dem Zug nach Inverness. Ein paar Stunden später beschloss der Rest, nach Inverness zu fahren. Da der Acht-Uhr-Zug schon weg war, reisten die SC geschlossen nach Manchester und setzten ihren Weg am nächsten Tag von dort fort. Von Norris erfuhren sie in Inverness, diverse Fremde seien in Grüppchen nach Inverness weiterchauffiert worden. Das nächstgelegene Hotel fanden die SC in Invercannich und fuhren am nächsten Tag mit einem Leihwagen dorthin weiter. Von den Inhabern erfuhren sie von den Lairds von Mullardoch. Tags darauf ging es nach Cannich zum Glenaffrie-Gästehaus, wo man ihnen die Lage von Mullardoch House nennen konnte. Obwohl die meisten zuerst dafür waren, sofort dorthin aufzubrechen, überzeugte sie Sir CharlesÆ lebendige Schilderung von Hundemonstern, Pferdeungeheuern, Kultisten und was sich sonst noch im dunklen Wald herumtreiben mochte, damit bis zum nächsten Morgen zu warten.

11.12.
Henry wagte es erneut, das Ende des Tages zu besprechen, mit der ausdrücklichen Absicht, herauszufinden, was sie beim Mullardoch House erwartete. Er sah sich und seine Begleiter im sich um sie herum manifestierenden Carcosa stehen. Schluckend bewaffnete man sich bis an die Zähne û Faye lieh sich sogar eine Haushaltsschere, die 1928 ja noch richtige Mordwerkzeuge waren. Auch an Proviant und Erste-Hilfe-Kasten wurde gedacht.
So fuhren die fünf Investigatoren durch den tiefverschneiten Wald nach Mullardoch House. Sie fanden einen Monolithen, und anhand ihrer Aufstellung auf dem Springer Mound und einem meisterhaften Orientierungswurf konnte Henry die Position der übrigen acht auf Sir CharlesÆ Wanderkarte festhalten.
Das Auftauchen des Spawns sorgte für erste ernstzunehmende Panik. Zwei Fahrunfälle später gelangten die SC am Loch Mullardoch an, parkten vor dem Haus und gelangten gerade noch bis zur Tür, bevor sich der Nebel um sie schloss.


#10 medusa

medusa

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Geschrieben 11. April 2011 - 06:11

Hier bin ich zum ersten und wohl einzigen Mal massiv von der Vorlage abgewichen, die sich ja in weiten Teilen auf The Road to Hali stützt. Mir schwebte für Carcosa etwas anderes vor: Verfall und Tod, wie sie nun einmal mit dem König in Gelb einhergehen. Tatterdamelion / Narrenball hatte da schon ein schönes Setting geliefert. Man kombiniere das mit Bethmoora aus Hellboy II, und man bekommt ein recht gutes Bild davon, wie ich mir Carcosa vorstellte. Intakt lie? ich aber den wirklich coolen Wandeleffekt innerhalb der Stadt.
Da die "normalen" Bewohner Carcosas komplett entfielen (wie es auch besser zu dem Traum vom Friedhof der toten Erde passte), konnten die SC weder auf Hilfe von Noss noch von Miranda zählen, was das Ganze interessanter machte. Gleichzeitig baute ich ein paar andere Begegnungen ein. Schemen oder Geister der Bewohner von Carcosa, die immer nur aus den Augenwinkeln gesehen werden konnten oder die um eine Häuserecke bogen und dann verschwunden waren. Der madengleiche Wächter durfte nicht fehlen. Und als besonderes Schmankerl stie?en die SC im Palast auf einen Gaukler von Jusa, der soeben von Coombs getötet worden war. Für die Spieler (nicht ihre Charaktere) ein Aha-Moment! Sie hatten schon erlebt, wie bösartig und findig die Gaukler sein konnten. Wenn Coombs mal eben einen davon beseitigte, wollte man ihm vielleicht eher nicht über den Weg laufen.

Den Wandeleffekt durchschauten und bewunderten die SC sehr schnell. Vom Spielgenuss her ein bisschen schade war, dass sie immer eng zusammenblieben; selbst die Kanalbrücke bewältigten sie problemlos. Dort ersetzte ich "den Fremden" übrigens durch den "Wächter" (ich bin eben Chambers-Purist).
Im Amphitheater wurden sie von Spence beschossen, lie?en ihn aber entkommen.
Am Skulpturenmuseum wollten sie schleunigst vorbei û später stellte sich heraus, dass sie fürchteten, gegen die Statuen im Garten kämpfen zu müssen. Und da ich meine Spieler zu nichts zwinge, entging ihnen somit die Begegnung mit Alexander.
Zum See fanden sie dank eines unschlagbaren Orientierungswurfes auch. Der zuerst gewählte Fu?pfad führte zurück in die Stadt, also entschloss man sich doch für ein Ruderboot. Die beiden Eton-Herren ruderten. ("Einer der edelsten Sporte britischer Colleges", so Henry.) Bei der Havarie mit einem Spawn gingen alle Herren über Bord. Travis tauchten gleich neben dem Boot wieder auf, während Henry und Sir Charles, letzterer zudem mit seiner Panzerschürze, in Schwierigkeiten gerieten. Schlie?lich schafften es aber doch alle zurück an Bord, und die Reise zum Palast ging weiter.
Auch dort blieb man zusammen, auf CoombsÆ Katz-und-Maus-Spiel lie? man sich nicht ein. Endlich gelang es Sir Charles, ihn mit einigen Schüssen niederzustrecken. Als er keine Informationen preisgeben wollte, versetzte Sir Charles ihm den Todessto?. (Erwähnte ich, dass seine Stabilität gelitten hatte?)

Kleine Anekdote am Rande: CoombsÆ Mantel schaffte es zurück in unsere Welt. Henry hatte seinen eigenen, nach dem Bad im See völlig durchnässten Mantel beim Boot zurückgelassen und fürchtete nicht zu Unrecht Probleme, sollten sie einen Weg zurück in die Highlands finden. Trotz Einschusslöchern, Blutflecken und Zigarettenrauch schien CoombsÆ Kleidungsstück ein adequater Ersatz zu sein.

Endlich gelangten die SC in den Ballsaal und beobachteten die "Aufführung" auf der Terrasse. Haarscharf schlussfolgernd, dass hier die Glocke des Tezchaptl am richtigen Ort wäre, führte Henry den Absorbierungszauber durch. Das Schauspiel kam zum Stehen, Edwards sah die SC, die Byakhee flatterten auf. Weder Pfeife noch Cassildas Lied wirkte. Nun sehr panisch, wollten die SC den Rückzug antreten. In letzter Sekunde fiel Henry noch die zweite Funktion der Glocke ein, er sprach das zweite Gebet, und entgegen seiner Absicht wurden nicht die Byakhee weggefegt, sondern Edwards.
Und dann erschien Hastur.

Keiner der SC konnte sich noch rechtzeitig abwenden. Lady Edith und Sir Charles entgingen dem Schlimmsten (Stabiwurf geschafft), während Faye, Travis und Henry direkt und mit vollem Begreifen in seine Augen blickten.
Die Flucht aus dem Palast verlief hektisch, aber ich lie? Milde walten. Weder Lady Edith noch Henry, der erstaunlich wenig abbekommen hatte, wollten ihre katatonischen Mitstreiter zurücklassen. Angesichts der heroischen Aktion seines Tantchens und seines Lehrers half auch Sir Charles dabei, Faye und Travis durch die Flure zum Garten zu bugsieren, den sie samt Tor schon früher entdeckt hatten. Während sich Carcosa langsam um sie herum auflöste, traten die SC durch das Tor.
Mehr tot als lebendig kehrten sie schlie?lich in die Zivilisation zurück.
Faye und Travis werden ein neues Zuhause bei Dr. Highsmith in St. AgnesÆ finden û auf Lady Edith, Sir Charles und Henry warten weitere Herausforderungen...


Fazit des ersten Buches: Entgegen meiner ursprünglichen Befürchtung, der Verlauf des Abenteuers sei fast komplett von den Aktionen der NSC abhängig, zeigte die Spielpraxis eine bemerkenswerte Freiheit für die SC. So brauchte ich viele Holzhammer-Hinweise wie AlexÆ Brief oder Bacons Todesanzeige gar nicht bemühen. Problematischer ist die Frustphase, wenn die Charaktere ständig auf tote Enden sto?en. Ich habe festgestellt, dass es da hilft, den Spielern reinen Wein einzuschenken und ihnen zu sagen, dass das so gewollt ist und sie sich nicht einfach nur doof anstellen. Meine Runde hatte zudem sehr an der Fülle von NSC zu knabbern û Dauerfrage: "Wer war denn jetzt noch mal XY?"
Immerhin freut es mich, dass sie sich auch an die zweite Hälfte der Kampagne wagen wollen!


Eingesetzte Musik:

Ich habe selten Musik als Untermalung nebenher laufen, sondern lieber gezielt zu ausgewählten Szenen.

Seance: Mein bevorzugter Grusel-Soundtrack!

Vampire: the Masquerade û Redemption
DA Conversation 2
DA Magic Store 2
London, Tower
MD Conversation 1 + 2
Prague, ArdanÆs Chantry
Prague, Golem
Prague, Hub 2
Prague, JosefÆs Tunnels
Prague, Petrin Hill
Prague, Silver Mines
Vienna, Haus

Vampire: the Masquerade û Bloodlines
Creepy Ambience 1 - 3
Creepy Ambience, Combat
Crypts
Dangerous Places
Disturbed and Twisted


Kampf gegen Bacon:

Krabat 3, 17, 18, 22, 23, 24, 26
Der 13. Krieger 5 (Eaters of the Dead)
Eclipse 5, 6, 9
V:tM û Redemption: Cathedral of Flesh


Carcosa:

Nine Inch Nails: The Downward Spiral - A Warm Place
Krabat 1, 2, 5, 7, 15, 19, 20, 22
Der 13. Krieger 10 (Honey)
The Time Machine 12
Avatar 1, 3, 4
The Dark Knight û Harvey Two-Face


Wer übrigens übersetzte Handouts braucht, kann sich gern an mich wenden.





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