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Spielbericht: Unsere liebe Frau aus den Wäldern


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5 Antworten in diesem Thema

#1 Der Gaukler

Der Gaukler

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Geschrieben 31. August 2011 - 13:03

Unglaublich, aber anscheinend wahr: Wenn ich nicht total in den falschen Foren/Unterforen geguckt habe, gibt es keinen Spielbericht zu "Unsere liebe Frau aus den Wäldern". Nach mehrmaliger Lektüre und nun abgeschlossenem Spiel möchte ich diesen Zustand gerne ändern und die gesammelten Eindrücke weitergeben.

Kurzfazit vorab: Der Gesamtansatz und der Plot: absolut empfehlenswert! Der im Prolog gegebene Hinweis "adults only" ist gerechtfertigt...es gibt nun mal viele Gesichter des Horrors und je näher sich der Horror an der Wirklichkeit befindet, desto schockierender kann er sein.

Metaebene
Hierbei handelt es sich um ein Abenteuer für drei bis fünf Charaktere aus dem Band "Um Ulm herum", welches 2003 dem geneigten Leser zur Verfügung gestellt wurde. Steffen Schütte hat hier mal an den Süd(west)en Deutschlands Hand angelegt, und die regionalen Gegebenheiten cthulhugemä? umgedeutet. Derzeit ist nur aus zweiter Hand und zu entsprechenden Preisen an dieses Abenteuer zu kommen. Wer jedoch quasi nur ins Regal greifen muss und demnächst oder irgendwann ein anspruchsvolles Abenteuer für ca. 20 h bis 30 h leiten möchte, dem sei dieses wärmstens empfohlen.

Alles folgende ist quasi für Spielleiter bzw. "Nicht-Charaktere" oder "Ex-Charaktere" :)) !









Die Handlung (seeeeehr ausführlich):
Es geht um nichts anderes als um die Erweckung der Gottziege mit den Tausend Jungen! Um Shub-Niggurath...iäääh, iäääh! Hierbei wird sich munter der Realität bedient mit der Schlussfolgerung, dass sämtliche, weltweit existierende Fruchtbarkeitskulte bzw. matriachalisch geprägte Kulte letztendlich alle Shub Niggurath gewidmet sind. ?ber die Jahrtausende haben diese sich etwas abgemildert, sind ausgestorben oder wurden -insbesondere in unseren Breitengeraden- durch einen Marienkult verdrängt. Aber dort, wo sich vor Jahrmillionen Shub Niggurath auf der Erde für eine "kurze Pause" niedergelassen hat, ist der Kult äu?erst aktiv und bestens in den "angrenzenden Alltag" integriert. Der Zusammenprall zwischen Shub-Niggurath und der Erde ist noch gut zu erkennen, es handelt sich hierbei um das Nördlinger Ries, ein Krater von rund 24 km Durchmesser. Im (bzw. unter dem) Nördlinger Ries befindet sich also nicht nur Shub Niggurath sondern auch die "Mutter aller Mutterkulte" getarnt in einem kleinem, katholischen Kloster mit dem Namen "Unsere liebe Frau aus den Wäldern".

Vorgeschichte:
Eine akademisch versierte Forscherin aus Heidelberg, Gertrude Vogelsang, die in die tiefsten Tiefen der Geschichte frühzeitliche Mutterkulte einsteigt, kommt nach jahrelangen Forschungen diesem Kult jedoch mehr und mehr auf die Spur. Hierbei tun sich ihr folgende "Wahrheiten" auf:
1. Sie erfährt den eigentlichen Sinn und Zweck des Kults: Die Begleitung eines seit ?onen andauernden Zuchtprogamms für die Wiedererweckung von Shub Niggurath, welches kurz (...is' klar! ;) ) vor seiner Vollendung steht.
2. Sie erfährt, dass die Kultisten von Kindesbeinen in ihrer Seele gebrochen werden! Und dies geschieht durch Mi?handlungen von Anfang an. Nur wenn Körper, Geist und Seele so malträtiert und verbogen werden, entstehen Kultisten, die etwas so Abartigen wie "Shub Niggurath" dienen. Diese Perversion ist es im übrigen, die den Vermerk "nur für den erwachsenen Leser" rechtfertigt. Hierbei erfordert es auch ein Gespür des Spielleiters, was er da seiner Gruppe zumuten kann. In gewisser Weise passt es jedoch in die Lesart von Cthulhu: es reichen nur vage Andeutungen, um Horror und Ekel zu erzeugen.

Um noch näher dran zu sein, beschlie?t Vogelsang, dem Kloster als Novizin beizutreten. Dies stellt sich jedoch als ein für ihr Leben alles verändernder Fehler heraus: Ihre Tarnung fliegt auf, sie wird mit einem "Gelben Pulver" vollgepumpt, welches sie dem Wahnsinn anheim fallen lässt und wird noch zu allem ?berfluss den Fortpflanzungspraktiken eines "Dunklen Jungen" ausgeliefert.

Last but not least ist das "Gelbe Pulver" ein Stoff, der für diverse Zaubersprüche des Kults herhalten muss: mit den entsprechendem Bockschrei, Blut, Gelben Pulver und genügend Mana kann hier die "Wahrnehmung" von Dingen, Erinnerungen und Geschehnissen manipuliert werden. Eine gute und schlüssige Erklärung, warum der Kult so lange unbemerkt geblieben ist! Des Weiteren kann mit dem Gelben Pulver ein Tötungszauber gewirkt werden, der das Fettgewebe eines Menschen bis zur Selbstentzündung erhitzt.

Vogelsang entkommt wahnsinnig aus dem "Kultisten-Nonnenkloster", irrt durch Felder und Wälder, und wird mehr tot als lebendig in der Nähe von Ulm aufgegriffen, wo sie diskret in ein katholisch geführtes Irrenhaus eingeliefert wird und zwar derma?en diskret, dass sie den Häschern des Klosters entkommen kann. Vom kath. Institutionsleiter, über Erzbischof erreicht die Kunde einer verrückten und geschwängerten Nonne den Vatikan, der daraufhin sein bestes Team losschickt, den Vorfall aufzuklären. So begeben sich Filippo Giordani und Anna Di Brunni in einer "inquisitione secrete" auf nach Deutschland, wo sie der Spur von Gertude Volgesang folgen.

Mit diesem Hintergrund fängt der eigentliche Plot an:
Luise und Paul Herwald sind unwissenderweise das vorletzte und unschuldige Glied des Zuchtprogramms für die Erweckung Shub Nigguraths. Ihre Zwillinge, Hugo und Theophil, sind somit das Ziel des Jahrmillionen andauernden Zuchtprogramms des Kults um Shub Niggurath. Die Zwillinge stellen die notwendigen und perfekten genetischen Gefä?e für die Energien von "Nug" und "Yeb" dar und sollen demnächst vom Kult abgeholt werden: Den Eltern passt das -verständlicherweise- nicht! Sie wissen jedoch nicht, wie sie dem Kult entkommen sollen und landen nach einer planlosen Flucht an unsere Spieler, die eigentlich gerade geehrt werden für eine - ausnahmsweise - ganz diesseitige Leistung: Die Aufklärung eines national bedeutsamen Kunstraubes! Dies wird zumindest auch in den süddeutschen lokalen Zeitungen besonders erwähnt, so dass die Herwalds davon mitbekommen und sich kurzerhand entschliessen, im Rahmen der Ehrung sich an die Charaktere zu wenden.

Nun beginnt das Spiel: Von München über Tübingen, Ulm und Blaubeuren sammeln die Charaktere schnitzeljagdmä?ig die verschiedenen hints und tipps. Hierbei laufen die Hinweise zu Luise und Paul Herwald mehr oder weniger ins Leere (Gelber Pulver!). Hinweise auf erst Giordani/Di Brunni und dann auch von Vogelsang führen die Charktere dann nach Nördlingen, Kirchheim und Christgarten. Aber auch dem Nachspüren von G.Vogelsang gestaltet sich teilweise schwierig, da auch hier von Kultistenhand probiert wurde, alle Spuren durch das Gelbe Pulver zu verwischen.

Bis Nördlingen ist der Weg jedoch "steinig wie die schwäbsiche Alb" und es gibt mehrere dramatische Zwischenhöhepunkt!

Mein Favourite befindet sich hierbei in Ulm, wo eine komplette Nervenheilanstalt wahnsinnig und au?er Kontrolle geraten ist. Das Gelbe Pulver, welches in die untergebrachte G. Vogelsang gepumpt wurde, ist hierfür verantwortlich. Das Ganze gipfelt in einer bizarren Geburt eines dunklen Jungen in dem aufgrund von ?berdruck kurz vor der Explosion stehenden Heizungskeller der Anstalt.

Des Weiteren wird im Beisein der Charaktere der gute F.Giordani Opfer des Tötungszaubers...und zwar bevor auch nur eine einzige erhellende Information über seine Lippen kommt. Nicht zu vergessen ist noch der Kindsraub der Zwillinge in München. Diese beiden Handlungen stehen recht zu Beginn, so dass das Abenteuer gut in Schwung kommt. Um zusätzlich die "persönliche" Motivation der Charaktere etwas zu steigern, bietet es sich an, den Charakteren noch den ein oder anderen Gegenstand zu klauen - optimalerweise Mythoswerke (wie im Szenario vorgeschlagen) - gerne auch Waffen und Dietriche!

In Nördlingen tritt das Abenteuer dann in die hei?e Phase ein. Waren vorher Zurückhaltung und Geheimnistuerei nur insoweit wichtig, dass die Polizei nicht auf den Plan tritt, ändert sich das in Nördlingen schlagartig. Wenn sich beispielsweise Abenteurer ausgiebig über Pläne und Gegenpläne im örtlichen Stadtarchiv unterhalten, hat dies nun Konsequenzen wie bspw. Sabotage an in Hotelzimmern zurückgelassenen Waffen oder Kabelmanipulationen, die zu fiesen Stromschlägen führen können (notfalls mit durchnässten Teppich oder nassen Fliessen). Allles, was schön normal wirkt und die Paranoia erhöht, ist hier dem Spiel dienlich.

Früher oder später betritt dann noch die verbleibende Anna Di Brunni die Nördlinger Spielbühne. Je nachdem wie stark die Gruppe ist, hat der Spielleiter durch diesen NPC ein gutes Regulativ, um die ein oder andere "Idee" oder "Waffe" miteinfliessen zu lassen. In unserem Spiel wurde aus Anna Di Brunni eine Art Lara Croft, die unglaublich tough und straight war, was ihr Verehrung einbrachte und zu einer starken Spielbeschleunigung führte.

Das Finale besteht dann aus dem Beobachten einer unheiligen Messe (hier gibt's die letzten fehlenden Infos), dem Wirken des "Gelben Zaubers" durch die Abenteurer gegen den Kult (geniale Idee) und dem Endkampf mit einem Dunklen Jungen.

Fazit:
Wie schon aus der nicht ganz neutral beschriebenen Handlung ersichtlich: Der Plot hat sowohl bei Lektüre als auch beim Spiel extrem überzeugt. Die Spieler haben meist die richtigen Rückschlüsse ziehen können, es gab (fast) keine logischen Ungereimtheiten, die spielstörend waren. München, Ulm und Nördlingen (inkl. Christgarten) waren die aktionsgeladenen Spielstationen (mit TP und gS-Verlusten), Tübingen und Blaubeuren waren dann die kriminalistischen Intermezzi.

Zusätzlich zu der oben beschriebenen Handlung gibt es noch weitere interessante ausspielbare Aspekte.

So kann es eine Spaltung in der Gruppe geben, die durch eine anfängliche Begegnung mit dem Gelben Pulver zusammenhängt: Bei den einen wirkt das Gelbe Pulver (=sie sehen ein Trugbild), bei dem/den anderen nicht (=sie sehen die Wahrheit). So gibt es zwei Wahrnehmungen in der Gruppe, was einen netten spalterischen Effekt in die Gruppe bringen kann.

Ein weiterer Aspekt ist das Spiel mit der Íffentlichkeit. So können sich Polizei und Presse/Íffentlichkeit sich unter Umständen gegen die Gruppe wenden, falls dies die Spielweise der Charaktere zulässt. Dieser Strau? an Möglichkeiten, der komlexe Plot und die geniale Umdichtung des ganzen Menschengeschlechts (Homo sapiens ist nur ein kleiner Baustein eines auf Shub Nigguraths ausgerichteten Zuchtprogramms) haben dieses Abenteuer für mich auf die vorderen Plätze katapultiert.

Dickes Lob!

So.

Nach soooo viel Lob jetzt noch das Verbesserungswürdige:
Sowohl die erfahrene Gruppe beim Spiel als auch meinereiner bei der Lektüre sind über den Kamerafund bei Blaubeuren gestolpert. Auch wenn theoretisch möglich (Opferteich ist verbunden mit Blautopf), wurde dieser Fund der Kameraausrüstung, die sich "zufälligerwiese" im Blautopf und damit in der Nähe des alten Lorrach und des Geisenklösterles befindet, als etwas an den Haaren (der schönen Lau) herbeigezogen, empfunden. Hier kann der geneigte Spielleiter vielleicht noch etwas nachtunen oder umschreiben. Eine Möglichkeit wäre, die Kamera in den Besitz Giordanis nach Tübingen umzuverlegen.


#2 medusa

medusa

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Geschrieben 05. September 2011 - 06:07

Hallo Gaukler,

danke schon mal - ich spiele auch mit dem Gedanken, dieses Abenteuer zu leiten; aufgrund unserer recht unregelmä?ig zusammenkommenden Gruppe (und damit verbundener ständiger Amnesie in Sachen "Was ist letztes Mal eigentlich passiert?") habe ich angesichts der Länge aber bisher davon abgesehen.

Was mich aber interessieren würde: Wie haben die Charaktere in eurer Runde reagiert? Der "Bericht" liest sich doch eher wie eine Zusammenfassung - die finde ich auch im Buch selbst. ;) Sofern also deine Gruppe nicht genau nach Plan agiert hat - wo waren Abweichungen, wie haben sie in der und der Situation gehandelt...
Wäre schön, wenn du das noch nachreichen könntest!


#3 angband

angband

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Geschrieben 09. September 2011 - 07:41

Bei SPON gibt es einen Artikel, der lose mit der Geschichte der Lieben Frau in Verbindung steht:

http://www.spiegel.d...,772160,00.html

#4 Der Gaukler

Der Gaukler

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Geschrieben 12. September 2011 - 22:05

Hi Medusa,

ja, da hast Du recht, ich war so begeistert vom Plot, dass ich das tatsächliche Spielgeschehen bis auf ein, zwei vage Andeutungen fast gänzlich unter den Tisch habe fallen lassen. Hier also noch die (ebenso umfangreichen) Nachreichungen zum Spielgeschehen.

Die Gruppe
- ein Jüdischer Antiquariatsbesitzer mit Schwerpunkt auf Esoterik, Theo- und Anthroposophie mit einer Aussprache wie Marcel Reich-Ranicki
- redegewandter und ungläubiger Bibel-Verkäufer
- Privatdetektiv, der da an einer ganz hei?en Nummer dran ist: der Aufklärung eines international bedeutsamen Kunstraubes!
- Psychiater, der die Lehre vertritt, dass man den Charakter des Menschen an der Kopfform und den daraus ableitbaren Ma?en erkennen kann; arrogant, mit einer imaginären Haartolle, die er mit einer charakteristischen Kopfbewegung immer nach hinten schmei?t; ist dem Laudanum nicht abgeneigt, wird dennoch leicht cholerisch
- Feldforscher, gezeichnet von ersten Weltkrieg im allgemeinen und insbesondere einem Senfgasangriff in Verdun; trägt zum Selbstschutz "vorm Franzos" einen Armeerevolver bei sich; hat sich seit dem in die Bücherwelt eingegraben, ein Bücherwurm per excellence

Die Spieler: gut abgehangen, der jüngste: 36 :-) ... alle gezeichnet von Abenteuern wie "Die Anstalt", "Der Narrenball"
"Froschkönig-Fragmente" noch zu Zeiten von Chaosium Inc./Hobby Products bzw. Laurin.

Spielzeit: Ein Wochenende nonstop (au?er Rauchen, Essen und Schlafen)...dementsprechend habe ich das Ende etwas softer und kürzer gestaltet, weil wie so oft: am Ende fehlt die Zeit!


Allgemein
Was sich meine Gruppe bis Blaubeuren nicht hat nehmen lassen, war: sich aufteilen! So haben sich doch oft gro?e und wichtige Teile des Plots im Separee (bei uns: in der Küche) abgespielt, was zu dem "stille-Post-Syndrom" geführt hat: Spielleiter erzählt etwas Spieler A, Spieler A gibt 85% an die Gruppe weiter und stellt 15% doppelt so wichtig dar, als es eigentlich war. :-)

München
Die Ehrung der Spieler in der alten Pinakothek wurde von den Spielern glaubwürdig ausgespielt. Sie liessen sich feiern, führten smalltalk, zwei Spieler entdeckten die Bar für sich, während unser gewitzter Bibelverkäufer ein paar wertvolle Faksimile-Drucke der Luther-Bibel als Anschauungsobjekte bei sich trug und sie wortreich bewarb. Nach dem dramatischen Auftritt von Paul Herwald liess sich lediglich der "Psychiater" ("Lassen sie mich durch. Ich bin Arzt!") ködern. So war es nur einer von fünfen, der die wirren Ausführungen von Paul Herwald zu hören bekam und nur einer von fünfen, der den geisterhaften Schatten an der gegenüberliegenden Hauswand wahrgenommen hat. Als zum Hotel Eger aufgebrochen wurde, bekamen drei andere noch Wind und folgten zum Hotel Eger. Lediglich der Privatdetektiv wollte sich "seine Party" nicht versauen lassen und blieb standhaft in der Bar.

Keinem gelang es den Bockschrei wirklich genau zu ordnen. So mu?te erst der Portier seine Vermutung äu?ern, woher er glaubt, dass der Schrei kam: und auch hier: lediglich einer (der Feldforscher) machte sich Richtung Dachboden und sich dort befindlicher und offener Luke auf, roch den Bocksgestank, schwang sich auf's Dach, wurde vom Fleck "okkupiert" auf der Feuerleiter, schaffte es gerade noch durch die Dachbodenluke, um auf den Dachboden in Ohnmacht zu fallen.

Inzwischen wurde ein Page geschickt, um den verbleibenden Privatdetektiv zum Hotel Eger zu bringen. Hoterportier (NSC) und Bibelverkäufer machten sich dann nach einer halben Stunde auf, um nach dem Feldforscher zu sehen. Nachdem sie ihn wieder nach unten getragen hatten, er jedoch nicht gleich zu sich kam, kam es zu einem Klassiker: Der Psychiater wurde ungeduldig und ging auf den Dachboden...ALLEIN! Gleiches Spiel nochmal: ...roch den Bocksgestank (jedoch nicht mehr besonders ausgeprägt), schwang sich auf's Dach, wurde vom Fleck "okkupiert", schaffte es gerade noch durch die Dachbodenluke, um auf den Dachboden in Ohnmacht zu fallen....MUHAHA. Der Fleck und der Geruch war dann weg, alle dann weiter geführten Nachforschungen führten hier zu nix. Bei fünf Charakteren war mit die Teilung 2-3 lieber als die (wahrscheinlichere und irgendwie authentischere) Aufteilung der "Wahrheiten" auf 1-4.

Unser Bibelverkäufer kam dann noch auf die glorreiche Idee, im Hotel Eger ein Zimmer zu nehmen und sich dann nochmal in Ruhe das Zimmer der Familie Herwald anzuschauen. Hier gab's dann noch einen weiteren link nach Tübingen. Offenbar war sich der Bibelverkäufer nicht so ganz einig, ob von den Herwalds nicht doch eine Gefahr ausgeht. Vorsichtshalber steckte dieser die Geldkassette mit den 378 Reichsmark ein...was verständlicherweise am nächsten Morgen in aller Frühe bei Ankunft der Herwalds einmal mehr die Polizei auf den Plan trieb.

Der "leuchtende aber nicht erhellende" Auftritt Giordanis ging mit einigen Trefferpunktverlusten einher, Papiere und Briefe wurden alle gefunden...die Briefe wurden recht genau studiert und erzeugten doch einiges Unbehagen.

Tübingen
Ein Ast, den die Spieler überhaupt nicht ergriffen, waren die Recherchen an der Uni Tübingen. Auch durch mehrmaliges Erwähnen der Besuche von den berühmtesten Professoren und Gelehrten von ganz Tübingen und diesem Stenz mit diesen widerlichen Parteiabzeichen: keiner zeigte hier die Initiative, so das diese Infos wegfielen (hier konnte dann Lorrach noch etwas Nachhilfe liefern). Ein genialer, aber leider hier nicht fruchtender Gedanke kam schon hier auf: nämlich die Schule nach einem Th. Keufle zu befragen.
Die Wohnung von Giordani und Di Brunni wurde einigerma?en fachgerecht durchsucht. Lediglich der Busfahrplan (mit der Notiz Lorrach) und die Zugverbindungen mit der beanspruchten Bindung bei "Tübingen - Ulm" wurde nicht richtig gewürdigt. Dafür reichten die hier auffindbaren handouts (handout 2) aus, um am nächsten Tage Recherchen zu den Sagen um die "schöne Lau" zu tätigen...beachtlich, beachtlich!

Ulm
Ein weiterer Küchenplot: Nur zwei rafften sich auf, um nach Himmelsruh aufzubrechen...schade. So kam es, wie es kommen mu?te. Nachdem der Hausmeister überwunden wurde, der dann noch zu allem ?berfluss den Freitod wählte (nur um dann nekrophilen Praktiken anheim zu fallen) wurde dann mit Rippenzell der Keller aufgesucht. Zu zweit plus Rippenzell war hier keine Chance und es blieb hier nur die Flucht...eine Explosion, wie sie erst rund eineinhalb Jahrzehnte später wieder vorkommen würde, liess sogar das Ulmer Münster beben. Insbesondere bei unserem Psychiater hinterliess das "Irrenhaus" durchaus traumatische Spuren.

Blaubeuren
Die Kameraausrüstung wurde gefunden; nachdem es "da unten" immer noch blitzte, wollte unser Privatdetektiv auch dieser Spur noch nachgehen, verletzte sich aber bei dem Versuch ins Wasser zu gehen (Fumble!) an dem steinigen Ufer, dass er laut schreiend und fluchend wieder an Land ging. Unser Bibelverkäufer erfuhr in der Zwischenzeit zufällig, dass es sich hierbei nur um die Bronzerepliken der Becher vom Heimatverein handelte, was er natürlich gleich brühwarm unserem Privatdetektiv unter die Nase reiben mu?te. Die Fotos wurden dann in ein Fotolabor in Ulm gebracht, wobei sich die Gruppe unglaublich spendabel erwies und summa summarum 30 Reichsmark über die Theke gehen liess, damit die Fotos gleich entwickelt werden. Der belesene Feldforscher kam auch gleich mit in die Dunkelkammer; beim Langsamen Sichtbarwerden der Unmenschlichkeiten (und entspr. gS-Verlust) griff er mit stierem Blick zu seinem Revolver und befahl: "Weitermachen!".
Bei einem Folgebesuch in Blaubeuren wurde der Kontakt zu Lorrach geknüpft (ein Tipp vom Vorsitz des evangelischen Seminars/Stifts). Lorrach quatschte Ihnen ein Ohr ab, bis Blut rauskam. Hierbei habe ich die Bocksteinhöhle entfallen lassen und es wurde gleich zum Gei?enklösterle marschiert. Um 10.oo Uhr war dann die Gruppe dort und schwupps war's 18.00 Uhr. Am nächsten Tag wurde nach einigen Orientierungswürfen die Höhle alleine (ohne Lorrach) gefunden. Der Buchladenbesitzer hatte dann mit kabbalischen Pendeln den magischen Bereich auffindbar machen können und es gelang ihm den hinteren Höhlenteil wahrzunehmen und ihn zu betreten. Dies führte dann zu einem höheren gS-Verlust, was zu einem vollkommen übertriebenen aggressiven Verhalten führte.

Nach den geballten Informationen und der fehlenden Action war bei der Gruppe etwas die Luft raus. So wurde lange darüber diskutiert, wohin man jetzt solle und ob man wirklich nach Nördlingen wolle und was denn zu finden sein könnte. Letztendlich haben sich aber alle aufgerafft, die Zelte in Ulm abgeschlagen, um mit der Reichsbahn am Abend gen Nördlingen zu fahren. Der schon leicht paranoide Privatdetektiv sieht bei einem Blick aus dem Hotelfenster, gleich eine Gestalt mit länglich deformierten Kopf....aber achso: es ist nur eine Oma mit Hochsteckfrisur ;-)

Nördlingen
Die innerstädtische Kirche wird aufgesucht und der dort angetroffene Pastor ist durchaus hilfbereit...und ja, er kann sich an einen Ministranten namens Thomas Keufle erinnern, der hat erst letztes Jahr angefangen. Morgen (Sonntag) ist ja Gottesdienst, dort würde sich der Pastor freuen, die Nördlingern Gäste begrü?en zu können. Und nein, eine Schwester Anna Di Brunni kennt er nicht, lediglich eine Schwester Anna Berger. Die Herwalds wurden aufgesucht und auch das im Hotel vorhandene örtliche Fernsprechverzeichnis wurde nach Keufle durchsucht. Hier wurden dann vier Keufles ein Besuch abgestattet, mit dem Vorwand, Kinderbibeln verkaufen zu wollen...wozu doch so ein Bibelverkäufer gut ist! Dann bei dem "richtigen" Keufles angekommen wurde gleich eine gro?zügige Einladung zu Kaffee und Kuchen ausgesprochen....wo doch bitteschön alle kommen sollen. Leider wurde in den Gesprächen etwas zu offenherzig von den Briefen gesprochen; nachdem Thomas von seiner Gro?mutter dann herzitiert wurde, er die Briefe ableugnete und die Gro?mutter mit einem resoluten: "Ist gut Thomas, das kriegen wir schon noch raus!" das Gespräch beendete, wurde den Charakteren klar, dass dies vielleicht nicht so optimal war. Ein bescheidener Versuch, bei einem Weg zu den sanitären Anlagen in den Keller zu gelangen, wurde von einer weiteren Gro?mutter, die zufällig in die Küche mu?te, vereitelt. Ab hier kamen dann die Gegenreaktionen des Kults auf: eine durchgehende Viehherde sowie unter Strom gesetzte Lichtschalter machten den Charakteren den Ernst der Lage bewusst.


#5 Der Gaukler

Der Gaukler

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Geschrieben 12. September 2011 - 22:06

...Fortsetzung...


Kirchheim wurde aufgesucht. Hierbei war der Bibelverkäufer vom Gedanken beseelt, Anna die traurige Bortschaft bzgl. des Todes von Pater Giordani mitteilen zu müssen. Nachdem die Oberin, dies mitbekommen hatte, wurde Anna von Ihrem Schweigegelübde entbunden und die Oberin verliess den Raum...was zu einem recht ausführlichen Informationsaustausch führte.
Im Laufe des Gesprächs wurde wie oben schon mal erwähnt aus Di Brunni mehr und mehr Lara-Angelina-Croft-Jolie. Dies war im übrigen der Tatsache geschuldet, dass uns ein wenig die Spielzeit weglief...so konnte der nächtliche Besuch des Christgartner Klosters doch deutlich beschleunigt werden. In Mutter Theras Arbeitszimmer werden die gesammelten Infos eingesammelt...hier wird dann auch erstmals das Gelbe-Pulver-Dokument entdeckt, da der Keller von Hermine Keufle nicht aufgesucht wurde. Den Bibelverkäufer zerlegte es dann auch aufgrund des Fundes der Kinder-Negativserie (zu viel GS verloren), was dem Spieler kurzzeitig die Stimmung vermieste, da er der Meinung war, den gro?en und spektakulären showdown allein summend in Embryonalstellung auf dem Boden des Arbeitszimmers verbringen zu müssen.

Der Auftritt des Dunklen Jungen und die Beschwörungszeremonie (und nicht zu vergessen die umfangreiche MP-Bewaffung) führten hier zu dem notwendig, zurückhaltenden Verhalten. [?brigens gibt's von FFG ein nettes Buch ("the Art of H.P. Lovecraft's Cthulhu Mythos"), wo auf S.35 ein "Mother's Avenger" zu Illustrationszwecken herhalten kann...kam bei meiner Runde gut an]. Die Jungs waren dann so auf Adrenalin, dass sie sich in der gleichen Nacht zu der Höhle aufmachten, um das Pulver zu fördern und in der Morgendämmerung den Spruch zu wirken. Dies haben wir dann mit Currypulver und Bocksschrei und genauer Beschreibung, wie der Zauber denn nun auf was wirken soll, voll ausgespielt. Zum Ende habe ich das alles recht liberal gestaltet, was soviel hei?t, dass keine übermä?ig schweren Würfeleien notwendig waren, dass kein Endkampf mit dem Dunklen Jungen stattgefunden hat, dass die Herwalds durch die Konfrontation mit Ihren Kindern den "gelben Zauber" durchbrochen haben....die Sterne standen richtig und mir war danach :-)

Nachtrag:
Per mail bekam ich dann noch einen Brief folgenden Inhalts, wahrscheinlich zur Weiterleitung an Frau Herwald:

"
Liebe Frau Herwald,

Anbei finden Sie eine Schatulle, von der ich ausgehe, dass Sie Ihnen und Ihrem Mann samt Inhalt gehört. Mit dem 304 Reichsmark sollte es Ihnen nun etwas leichter fallen Theophil und Hugo zu versorgen, die beiden sind nämlich wirklich etwas ganz Besonderes. Passen Sie gut auf sie auf.

Ein Freund

<<Abspann, etwas zu laute Filmmusik von Hans Zimmer.>>
"


#6 medusa

medusa

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Geschrieben 19. September 2011 - 13:16

Vielen Dank! :)




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