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steigende STA


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34 Antworten in diesem Thema

#1 ptokremin

ptokremin

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Geschrieben 23. Oktober 2011 - 14:51

Hallo zusammen,

seit ich zuletzt einen Charakter getroffen habe, dessen geistige Stabilität satte 97 Prozent betrug, schwirren zwei Regelalternativen in meinem Kopf herum:

a) kein Charakter kann durch Bonus-Punkte mehr Stabilität gewinnen, als er in einem Szenario verloren hat.

B) Um einen gewährten gS-Bonus wirksam werden zu lassen, muss dem Spieler ein Stabilitätswurf MISSlingen.

In ersterer Variante kann die Stabilität eines Charakters grundsätzlich nicht über den Anfangswert steigen. Er somit dem psychischen Abgrund somit im Mittel wahrscheinlich stückchenweise näher. Das würde ich bevorzugen, auch wenn es ein Stück Buchhaltung für den SL bedeutet.

Die zweite Variante würde es ermöglichen, durch das Bannen des unvorstellbaren prinzipiell Stabilität zu gewinnen, was im Mittel (also bei häufigen Belohnungen und Proben) jedoch immer schwieriger würde.

Wie handhabt ihr Stabilitäts-Belohnungen?

Gru?
ptokremin

#2 Eiter

Eiter

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Geschrieben 23. Oktober 2011 - 15:02

Meistens wie sie im Abenteuer vorgeschrieben sind oder bei Selbstausgedachten Szenarios irgendwie nach Augenma?. Sprich: Jeder erhält 1WXYZ STA zurück. Glücklicherweise verlieren die Leute in unseren Runden meistens so viel STA, dass sich die frage der zu hohen Stabi nie stellt. Wir haben eine kleine Kampagne am laufen, in der meistens nicht?s all zu schauriges passiert. Da kann es dann durchaus mal vorkommen, dass die Stabi etwas steigt. Aber nie so dramatisch, wie du das beschreibst.

#3 Dumon

Dumon

    Herold des Gelben Königs

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Geschrieben 23. Oktober 2011 - 15:32

Ich bin ja prinzipiell ein Arsch als Spielleiter.
:)
Deshalb gebe ich meist überhaupt keine San-Boni. Obwohl ich auch nur bisher eine andere Kampagne gespielt habe, und bei der derzeitigen ist das eh noch nicht vorgesehen (BdW)...

Grundsätzlich hat man ja als Gegenbalance zur Sanity die Fertigkeit Cthulhu-Mythos. Allerdings ist auch das so ein Problem, denn im Grunde heisst das ja, dass die Grundfesten nur dann dauerhaft erschüttert werden, wenn ein Charakter operationalisierbares Wissen erhält. Und da ich genauso selten Mythos-Wissen verteile...

DIe Sache ist schon irgendwie ein Problem. Grundsätzlich stimme ich ptokremin zu, dass man da Riegel vorschieben muss, damit man nicht irgendwann einen Charakter mit 99% Stabi hat.
Allerdings ist der Stabi-Wert ja immer, auch zu Beginn des Spieles, ein ISt-Wert, und nie ein Maximal-Wert. Schlie?lich sind Charaktere in der wirklichen Welt auch nicht immer sehr gefestigt, und der Tod eines Meerschweinchens kann da so seine Spuren hinterlassen...
Deshalb finde ich es problematisch, den Startwert als Maximal-Wert zu definieren. Insbesondere, da die Charaktererschaffung ja ziemlich randomized ist, und selbst wenn man andere Methoden nutzt, hängt Sanity doch mit der Wollmilchsau MA zusammen. Das würde jemanden, der dieses Attribut niedrig fährt, zusätzlich bestrafen.

Labile Personen können aber auch besser werden. Durch Therapie, das Finden von Gott, etc.
Deshalb würde ich mir an Deiner Stelle eher überlegen, an welchen psychologischen Stufen ich Schwellwerte festmachen würde.
Z.B: mehr als 80% - wenn nicht schon zu Anfang als sehr willensstark definiert (das würde passen), dann nur, wenn eine neue Säule dazu kommt, auf die man sich verlassen kann (ist entlehnt aus ToC). Kind, Frau, Kirche, etc. Und steigend müssen die Anforderungen auch immer krasser werden. Das muss sich in jedem Fall aber dann in der Darstellung des Charakters niederschlagen. So wie ein erzwungener Alignment-Wechsel im Fantasy...

Die Sache mit dem Negativ-Test versteh ich nicht so ganz, sehe sie aber als thematisch eher detrimental an. Warum muss die Willenskraft einer Person versagen, um durch die Realisation, dass man etwas Gutes getan hat, dann gestärkt daraus hervorzugehen? Hat was von Katharsis - ohne Katharsis...

Never trust the storyteller. Only trust the story.
(Neil Gaiman, Sandman #38)

 

It is a fool's prerogative to utter truths that no one else will speak.
(Neil Gaiman, Sandman #19)


#4 ptokremin

ptokremin

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Geschrieben 23. Oktober 2011 - 18:02

Original von Eiter
Glücklicherweise verlieren die Leute in unseren Runden meistens so viel STA, dass sich die frage der zu hohen Stabi nie stellt.

Das hatte ich bisher ebenso erlebt. Scheint aber nicht immer zu klappen.

Original von Dumon
Z.B: mehr als 80% - wenn nicht schon zu Anfang als sehr willensstark definiert (das würde passen), dann nur, wenn eine neue Säule dazu kommt, auf die man sich verlassen kann (ist entlehnt aus ToC). Kind, Frau, Kirche, etc. Und steigend müssen die Anforderungen auch immer krasser werden. Das muss sich in jedem Fall aber dann in der Darstellung des Charakters niederschlagen. So wie ein erzwungener Alignment-Wechsel im Fantasy...

Hmm, interessanter Ansatz. Wird wahrscheinlich erst dann schwierig in der Anwendung, wenn der Spieler weniger darstellungsfreudig ist. Aber Charaktere mit gS>90 sollten schon einen verdammt guten Grund für ein derart dickes Fell haben.

Die Sache mit dem Negativ-Test versteh ich nicht so ganz, sehe sie aber als thematisch eher detrimental an. Warum muss die Willenskraft einer Person versagen, um durch die Realisation, dass man etwas Gutes getan hat, dann gestärkt daraus hervorzugehen? Hat was von Katharsis - ohne Katharsis...

Weil dieser Mechanismus dann der Steigerung einer normalen Fertigkeit entspräche. Es wäre einfach eine durchgängige Anwendung derselben Regel.
Au?erdem wäre das weniger starr als gar kein Boni zu verteilen. Dieses Vorgehen (nix Boni) ist mir auch recht sympatisch, hätte aber für Charaktere mit niedrigem MA den sehr unschönen Nebeneffekt, dass es verdammt lange dauern kann, bis eine Erhöhung des Cthulhu-Mythos spürbare Auswirkungen auf das Spielgeschehen hat (irgendwie begegnen mir als Spieler und SL mehr SAN-Proben als die auf Cthulhu-Mythos).

Gru?
ptokremin



#5 Judge Gill

Judge Gill

    CTHULHU Chefredakteur

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Geschrieben 23. Oktober 2011 - 18:02

Original von ptokremin
Hallo zusammen,

seit ich zuletzt einen Charakter getroffen habe, dessen geistige Stabilität satte 97 Prozent betrug, schwirren zwei Regelalternativen in meinem Kopf herum:

a) kein Charakter kann durch Bonus-Punkte mehr Stabilität gewinnen, als er in einem Szenario verloren hat.

B) Um einen gewährten gS-Bonus wirksam werden zu lassen, muss dem Spieler ein Stabilitätswurf MISSlingen.

In ersterer Variante kann die Stabilität eines Charakters grundsätzlich nicht über den Anfangswert steigen. Er somit dem psychischen Abgrund somit im Mittel wahrscheinlich stückchenweise näher. Das würde ich bevorzugen, auch wenn es ein Stück Buchhaltung für den SL bedeutet.

Die zweite Variante würde es ermöglichen, durch das Bannen des unvorstellbaren prinzipiell Stabilität zu gewinnen, was im Mittel (also bei häufigen Belohnungen und Proben) jedoch immer schwieriger würde.

Wie handhabt ihr Stabilitäts-Belohnungen?

Gru?
ptokremin


Hallo,
ich sehe das Problem nicht.
Die Regeln sind da ja doch sehr eindeutig.
Jemand kann im Laufe eines Abenteuers STA verlieren (sagen wir mal, alles läuft verblüffend gut und der Verlust ist Null). Zudem ist der Charakter erfolgreich und gewinnt einige STA dazu (achtung: DAZU, nicht etwas "zurück").
So steigt die STA von Abenteuer zu Abenteuer, weil es immer wieder so abläuft. Am Ende hat der Charakter 99 Sta-Punkte.
Sei ihm doch gegönnt!
ABER: das Maximum sink ja immer, wenn "Cthulhu-Mythos" steigt.
Der caharkter dürfte also bis zuletzt nicht begreifen, gegen was er da eigentlich kämpft, um auf 99 zu kommen.
Wahrscheinlicher ist es m. E. nach, wenn sich bei so einer Entwicklung der Wert bei ca. 75 Punkten bewegen könnte.
(so selbst schon erlebt; Hexer-Regeln)

nebenbei: Mit MANA 18 hat ein Charakter ja bereits 90 Stabilitätspunkte, da ist es natürlich nicht so schwer, auf 99 zu kommen, das mal als Variante.

Es grü?t
Heiko

PS: und es sei ihm einfach gegönnt. Er wird schon früh genug umkommen, egal wie hoch die Sta ist...

Hinweis: Man findet zahlreiche Spielhilfen zu CTHULHU als kostenlose Downloads unter pegasusdigital.de


#6 ptokremin

ptokremin

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Geschrieben 23. Oktober 2011 - 18:14

Original von Heiko Gill
ABER: das Maximum sink ja immer, wenn "Cthulhu-Mythos" steigt.
Der caharkter dürfte also bis zuletzt nicht begreifen, gegen was er da eigentlich kämpft, um auf 99 zu kommen.

Ja, das bedeutet es. Es werden nur nicht immer Punkte für Cthulhu-Mythos verteilt, auch wenn es in diesem Fall den Versuch wert sein könnte.
Wobei mich die Idee nicht loslä?t, dass Werte über 80 nur bei Vorliegen eines verdammt guten Grundes noch erhöht werden dürfen, wie z.B. neue Beweise für einen Glauben an irgendetwas ('mein Gott ist bei mir und sein Amulett schützt mich'), tatsächlich weite Unterlegenheit der Gegner ('du stinkst vielleicht und machst mir Kopfschmerzen, aber auf meinen Flammenwerfer macht das keinen Eindruck'), usw.

Mit MANA 18 hat ein Charakter ja bereits 90 Stabilitätspunkte, da ist es natürlich nicht so schwer, auf 99 zu kommen, das mal als Variante.

Ja, so war es wohl auch, wenn mein Gedächtnis mich nicht trügt.

PS: und es sei ihm einfach gegönnt. Er wird schon früh genug umkommen, egal wie hoch die Sta ist...

Naja, auch ein Wert von 90 schützt nicht davor, ein 97 zu würfeln... :))
Aber im Ernst, ich habe in aller Regel mehr Spass am Spiel, wenn die Charaktere VOR ihrem Ableben noch ein klein wenig am Rad drehen. Oder ein wenig mehr. Bisher dachte ich, dafür wäre die so genannte zentrale Fertigkeit geistige Stabilität gedacht. Und diesem Ansatz stehen Werte über 90 doch etwas im Weg...
Um es einmal ganz unumwunden zu sagen: Für mich besteht ein Teil des Spielspasses bei CoC darin, im Angesicht schrecklicher Ereignisse NICHT die Nerven zu bewahren und das dann gelegentlich per Rollenspiel darzustellen.

Gru?
ptokremin

#7 Peterchen

Peterchen

    Mann mit Nase

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Geschrieben 23. Oktober 2011 - 18:35

vergiss nicht, dass bei vielen Stabiwürfen auch im Erfolgsfall was verlorengeht.
In dem Sinne ist auch der 97Mann kaum gefeit vor bösen Einflüssen.
Und ne Kugel tut dem au?erdem immer noch weh - ja, eine ganz weltliche Kugel. :D

Ich hatte damit bsi jetzt wenig Probleme - so ein Wert ist mir nur einmal vorgekommen, im englischen Original vom Orientexpress, als der Verlust beim Obermotz noch mit 1W10/1W100 angegeben war - und es dann eben auch W100 Belohnung gab.
War aber egal, der Spieler war so glücklich, dass er als einziger die ganze Kampagne überlebt hatte, dass er diesen Charakter zur Ruhe gesetzt hat 8)

#8 Dumon

Dumon

    Herold des Gelben Königs

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Geschrieben 23. Oktober 2011 - 18:41

Ich habe auch so meine Schwierigkeiten mit der Stabilität, wie sie in CoC präsentiert wird. Das hat verschiedene Gründe.
Zum Einen liegt dies an der Tatsache, dass Abstumpfung recht schwierig umzusetzen ist - insbesondere bei wechselnden SLs. Allerdings macht es eigentlich überhaupt keinen Sinn, wenn ein Charakter beim x-ten zerrissenen Leichnam noch dieselben Stabi-Abzüge bekommt. Oder beim 27. Tiefen Wesen.
Granted, dafür gibts die Kiste auf der Rückseite für Mythosbegegnungen etc. Aber wer nutzt die denn vernünftig? und ist die überhaupt sinnvoll regelkonform zu nutzen?

Das andere Problem ist genau das, was ptokremin hier auch anspricht. Wenn ich einen Charakter vor mir habe, der nur eine 5%-ige Chance hat, drei Punkte Stabilität zu verlieren, dann dauert das ewig, bis sowas wirkt. Und vermittelt obendrein dem SPieler, wenn er unerfahren ist, das Gefühl, dass das so schlimm ja nicht sein kann. Ich finde also schon einen sehr hohen Anfangswert unglaublich unpraktisch. Und als sehr hoch empfinde ich 80% aufwärts.
Im Kampagnenspiel allerdings sehe ich das anders, und ermutige die Spieler sogar mit einem selbstgebauten Baukastensystem, sich ein dickeres Fell zu schaffen. Dann halten sie länger durch und gehen nur langsam gaga...

Ich bin zudem nicht gegen ein erneutes Erstarken der Stabilität. Das sollte meines Erachtens aber nicht Resultat einer lapidaren Erkenntnis und Selbstbestätigung sein, sondern Ergebnis ausgedehnter Therapie oder Selbstfindung. Daher gebe ich normalerweise nach Abenteuern gar keine Stabi zurück, und wenn, dann höchstens das absolute Minimum jeden Würfelwurfes.

Diese Waage, die ich oben schon angesprochen habe, und die von Heiko auch wieder zum Schwingen gebracht wurde, heisst Cthulhu-Mythos vs. Stabilität.
Allerdings funktioniert das meines Erachtens auch nur sehr marginal. Wenn ein Charakter ein Mythos-Wesen sieht, erhält er nicht zwingend Wissen dazu. Wenn ein Charakter aber ein Buch über Ghoule liest, und dann noch eins, und noch eins, und noch eins, erhält er irgendwann genug Mythoswissen, so dass er es erfolgreich gegen Byakhees und Dunkeldürre einsetzen kann...
...what? Kontinuität, irgendwer? Dieses Balancing funktioniert interessanterweise nur einseitig:
Es balanced den Zugewinn von Mythoswissen mit dem Verlust von Maximalstabilität.
Allerdings balanced es NICHT den Verlust von Maximalstabilität durch den Zugewinn von Mythoswissen...

Zwei andere Rollenspiele haben da einen meiner Meinung nach wesentlich besseren Take zu der Stabilitäts-Frage.
Das Eine ist "Trail of Cthulhu", und das andere ist die cthuloide Unknown Armies - Rekodierung "Nemesis".

Bei Trail of Cthulhu wird zwischen Sanity und Stability unterschieden (Begriffe können falsch sein, ist aus dem Gedächtnis). Während man für Leichen, Folter etc. Sanity verliert, kann man diese aber auch wieder dazugewinnen. Und tut dies auch.
Stability wird ausschlie?lich durch Berührungen mit dem Mythos erschüttert. Die Stabilität eines Charakters basiert auf seinen Pillars of Stability. Das kann ein Weltbild sein, eine Philosophie, die Unterstützung eines geliebten Menschen etc.
Wird die Stability erschüttert, brechen irgendwann auch die Unterstützungsfunktionen der Pillars (und damit die Pillars selbst) zusammen. Umgekehrt, verliert ein Charakter seine Pillars, so kann es zu Stability-Verlusten kommen. Einzige Ausnahme au?erhalb von Mythos-Kontakt.
Stability kann man im Purist-Setting NIE zurückgewinnen. Und selbst im Pulp-Setting ist es nicht ganz so einfach - durch Therapie etc.
...ich bitte zu entschuldigen, wenn ich da ein paar Begriffe durcheinandergeworfen haben sollte. Der grundlegende Mechanismus und der Gedanke dahinter sollten aber stimmen...

...dummerweise muss ich Nemesis noch mal genauer nachlesen, um das hier sinnvoll als bessere Alternative argumentieren zu können, da ich nur aus Erinnerung berichten könnte. Und wie ich grade festgestellt habe, ist die zu lückenhaft, um wirklich was beitragen zu können. Daher auch dieser EDIT...

Sobald ich Zeit zum Lesen habe, mehr zu dem UA-Ding. Oder vielleicht mag mir jemand Anderes mal unter die Arme greifen...?

Never trust the storyteller. Only trust the story.
(Neil Gaiman, Sandman #38)

 

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#9 wendigogo

wendigogo

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Geschrieben 24. Oktober 2011 - 10:10

Yup, den Charakter kenn ich, denn er spielt in einer meiner Gruppen

Ausser, dass der Spieler von seinem persönlichen Ansatz den "Mythos-is-mir-egal-hauptsache-er-schmeckt-meine-Kugeln"-Protagonisten spielt und die hohe Stabi da ganz gut passt, gibt es wie oben schon gesehen mehrere regeltechnische Methoden, die ich anwende:

1. Mythoswissen - hier, denke ich mal, ist der Charakter bestimmt irgendwann motiviert, sein Wissen zu erhöhen. Denn auch bei Cthulhu gilt: Wissen ist Macht (ist Wahnsinn :D )
2. Es gibt Mythoswesen, die auch bei einem gelungenen Wurf einen Stabilitätsverlust herbei führen, und Leute, die mit Waffengewalt gegen etwas vorgehen wollen, müssen ihr Ziel nunmal ansehen.

Ich denke, wir werden noch sehen, wie er zu einem zitternden Wrack wird...
Kommt Zeit, kommt Wahnsinn

Wendigogo
I am - of the winds - in the North soaring down - with feet - flaming consume - the essesence of life
-Song of of the Wendigo

#10 Phil Maloney

Phil Maloney

    Cthulhus Synchronsprecher

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Geschrieben 24. Oktober 2011 - 11:20

...und just als ich am Ende des Threads einwerfen möchte, dass Heiko und Peterchen schon ziemlich genau aufgezeigt haben, wie sowas nach dem guten alten Kommt-Zeit-kommt-Rat-kommt-Attentat-Prinzip allein durch die schon vorhandenen Regeln und Spielnotwendigkeiten zuschanden gehen wird, war wendigogo schon da und hat's besser gesagt. 8o :D

(wobei ein STA-Gewinn von 1W100 schon ein wenig irr ist. Ich hätte das für nen Druckfehler gehalten und 1W10 draus gemacht...)

#11 TAFKAP

TAFKAP

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Geschrieben 24. Oktober 2011 - 11:30

Ich sehe da überhaupt kein Problem, wenn gS ausnahmsweise mal steigt.
Auch bei Charakteren mit MA 18 wird gS schnell genug fallen, wenn sie z.B. Mythosbücher lesen (man verliert auf jeden Fall gS) oder wie schon erwähnt Wesen treffen, bei denen man auch gS verliert, wenn man seinen Stabi-Wurf SCHAFFT.
Au?erdem nähern sich Maximalstabilität und aktueller Wert sehr schnell an, so dass auch die momentane gS dann jedesmal fällt, wenn man Cthulhu-Mythos dazubekommt.
Ich verstehe nicht, warum hier gesagt wird, dass SL nie Punkte für Mythoswissen vergeben; die bekommt man doch automatisch für jede geistige Umnachtung. Beim ersten Mal 5 Punkte und danach jedesmal 1. Das läppert sich... Noch ein paar Bücher lesen und schon ist man bei 20 %, in meinen Runden keine Seltenheit.
@Dumon:
Mit etwas Buchhaltungsaufwand kann man (wie im Necronomicon vorgeschlagen) den Mythoswissenszugewinn durch Bücher auch sehr schön begrenzen. Man liest ein Buch über Ghoule und erhält den vollen Wert Cthulhu-Mythos. Man liest ein zweites und erhält, wenn nichts grundlegend anderes und neues darin steht, nur maximal den Wert, der einem noch bis zum Maximum des ersten Buches fehlt. Würfelt man also für das erste Buch schon maximal, kriegt man für das zweite nichts mehr.
Für Monster verliert man bei gehäuften Begegnungen bis zum Maximum, was man für ein Monster verliert.
Ist alles aber eh nur relevant für lange Kampagnen.

Die Welt der Kunst und Fantasie ist die wahre, the rest is a nightmare.

Arno Schmidt


#12 ptokremin

ptokremin

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Geschrieben 24. Oktober 2011 - 20:42

Das Spielerhandbuch enthält folgende Passagen:

Rollenspiel und Wahnsinn
Die Stabilitätsregeln machen uns unsere eigene Zerbrechlichkeit in diesem Punkt (Korruption/Zerstörung) bewu?t. Alles, was den Menschen sicher, stark und richtig erscheint, erweist sich als illusorisch, falsch und schwach


Am Rande des Abgrunds
Die ?sthetik allerdings, mit der er diesen (labilen) Charakter darstellt, seine Nähe zum Wahn, seine Labilität, das macht das eigentliche Rollenspiel aus.


Um es klar zu sagen: Warum ich gern Cthulhu spiele und keines der Systeme, die sich erwiesenerma?en für Reiseabenteuer, Detektivgeschichten und Heldentum aller Schattierungen eignen, ist der Tanz, den die Beteiligten um den Abgrund im Zentrum der zentralen Fertigkeit Stabilität aufführen. Ich will das Grauen erleben und mit seinen Wirkungen spielen, auch wenn das natürlich nicht 100 Prozent der Spielzeit füllt und Abenteuer, Ermittlungen und die eine oder andere Heldentat zwischendurch für beste Unterhaltung sorgen.

Spieler, die emotionale Panzer (gS>80) ins Gefecht führen, können im Einzelfall bestimmt einen wunderbaren Kontrapunkt mit beträchtlichem Unterhaltungswert darstellen, wenn sie denn mit Witz und Spielfreude geführt werden (ach was, so ein Schoggoth ist auch nur ein Mensch und genausowenig immun gegen Dynamit wie diese). Sonst machen sie mir das Spiel aber eher schwerer.

Ok, vielleicht ist die vorgesehene Balance wirklich die Fähigkeit "Cthulhu-Mythos". Mein Problem damit ist, dass der SL schon eine ziemlich auffällige Menge an gottesgleichem auffahren muss (nicht jeder Charakter gibt sich mit staubigen Büchern ab), um eine Panzerung >90 zu knacken, bis diese auf ein für mich interessantes Mass bei höchsten 60 sinkt. Nicht weniger unangenehm fände ich es, wenn der Spieler gar keine Neigung zeigen sollte, den Stabi-Verlust von 90 auf 60 rollenspielerisch darzustellen (weil ihm das vielleicht auch nicht liegt).
Richtig Spa? hätte ich mit einer Gruppe von Spielern, deren Stabi zwischen 20 und 40 liegt und die bereits genügend Ticks haben, um weitestgehend alles zu vermeiden, was sie zusätzlich belasten könnte - mit aller Kraft...

Bestimmt bieten Systeme wie z.B. RoC Regelmechanismen, die wesentlich feingranularer sind als das recht grosse Rad Stabilität in CoC. Die eine oder andere Idee werde ich bestimmt entlehnen, aber für's erste versuche ich nur an der einen Regel-Stellgrö?e zu drehen, die unser System bietet.

Wirklich enttäuscht wäre ich, wenn ich eines Tages feststellen würde, das ich im Grunde nichts anderes als D&D/AD&D/DSA/ShadowRun mit anderen Quellenbüchern spiele: egal was auf dem Papier das zentrale Attribut sein mag, rollen auf dem Spieltisch möglichst viele Würfel und im Spiel kommt sooft nur möglich ein ?bermass physischer Gewalt zum Einsatz.
Einen einzelnen Menschen vor versammelter Menge zu töten (egal ob Hohepriester oder Ritualopfer), hat eine viel grö?eres Grauen-Quellstärke als der 1357. von Kugeln durchsiebte Bösewicht.

Wenn ich eure Antworten zusammenfassen sollte, käme dabei folgendes heraus: ?ndern könnte man bestimmt vieles, aber unter dem Strich lohnt das die Mühe nicht wirklich.
Hmmm.



#13 Wrzlprmft

Wrzlprmft

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Geschrieben 24. Oktober 2011 - 21:26

Für 97 Stabilität braucht es meines Erachtens schon einen recht gnädigen SL oder ziemliches Glück, selbst wenn man bei 90 startet. Und ein undurchdringbares Bollwerk ist das sicher nicht. Schon allein regeltechnisch bedürfen rollenspielerisch interessante Effekte nicht notwendigerweise einer niedrigen Stabilität, sondern können auch durch temporäre Traumata ausgelöst werden.

Ich habe die ersten drei Abenteuer von Nocturnum mit mehreren Jahren Zwischenzeit im Spiel geleitet und dennoch hatte ein Charakter, der mit 18 MA startete am Ende des dritten Abenteuers sein erstes temporäres Trauma û ohne dass er sich dämlich angestellt hat.

#14 Valryne

Valryne

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Geschrieben 24. Oktober 2011 - 22:58

Zum einen mag ich es nicht, wenn die Charaktere zu viel Stabi in kurzer Zeit verlieren, da ich die Auswirkungen immer gerne sofort ins Spiel einbinde und bereits ein einziges Pünktchen Verlust von den Spielern umgesetzt werden will. Zum Anderen vergebe ich Stabiverluste selbst bei geschafften Proben aus dem Bauch heraus und wenn ich denke, dass die entsprechende Situation bei eben diesem Char auch bei allen Scheuklappen einen bleibenden Eindruck hinterlässt, bekommt er von mir halt was abgezogen.

Selbst wenn mir jemand mit 100 Stabi begegnen würde, würde der in Stabiverlustwürdigen Situationen vllt. nicht jedes mal direkt etwas abgezogen bekommen und ruhiger bleiben als der Rest, aber dennoch bestimmt nicht total abgebrüht und völlig cool oder emotionslos bleiben können. Dann warte ich halt ab, wie der Spieler die Situation für seinen Char bewertet, wie dieser Reagiert, schlussfolgert usw. und dann sprechen wir darüber inwiefern das nicht mit dem Weltbild des Chars zusammenpasst, was und wie er Mythosbezogenes realisiert und verarbeitet und dann bekommt er von mir einen entsprechend angepassten Stabiverlust aufgebrummt.

Mein Lieblingschar hat mittlerweile auch ein ganzes Stück mehr Stabi als zu Beginn ihrer Karriere. Allerdings hat sie auch schon einige temporäre Traumata hinter sich und die ein oder andere Macke entwickelt. Wenn das mit ihr so weitergeht, ist sie bald an ihrem durch Cthulhu-Mythos gesengten Maximum.
Auch falls sie z. B. den Stabiwurf beim Auffinden einer Leiche schaffen sollte, werde ich ihr je nach Situation von mir aus einen Punkt abziehen; aber auch ohne Verlust wird sie das schocken und zumindest für eine kurze Zeit stark in Mitleidenschaft ziehen, einfach weil sie ein Mensch ist, der trotz aller erlebten Abscheulichkeiten noch nicht derart abgestumpft ist.

Ich finde es ist im Rahmen der Menschlichen Psyche gut möglich, dass jemand (auf Cthulhuregeln übertragen) mit der Zeit stark an Stabi gewinnt, wo andere vollends Wahnsinnig werden.

#15 Ylorcron

Ylorcron

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Geschrieben 25. Oktober 2011 - 01:24

Guten Abend,

ich kenne den angesprochenen Fall aus eigenem Miterleben, bin sogar für das katapultartige ?berspringen der Grenze von 90 Punkten geistiger Stabilität verantwortlich. Ich sehe allerdings auch kein Problem, was eine besondere Behandlung oder Hausregel erfordern würde.

Der fragliche Charakter hat bereits mit einem hohen Wert begonnen (MA 17 = gs 85). Er hat bislang ein Szenario erfolgreich hinter sich gebracht (Schöne neue Welt), hat die dortens nicht unbedingt im ?berma? vorhandenen Herausforderungen seiner Weltsicht praktisch schadlos gemeistert und wurde gemä? den Angaben reichlich belohnt.

Allerdings war zunächst dieser Charakter auch nur als Eintagsfliege gedacht, daher hatte ich keinen Grund, die zufällig sehr gro?zügig bemessene Aufbesserung der gS zu hinterfragen. Die Fortführung der beteiligten Figuren in einer Nachfolgegeschichte unter anderer Leitung ergab sich im Nachhinein. Wir ermitteln gerade gespannt, wie sich das Schicksal der beteiligten Figuren fortentwickelt.

Ich würde entspannt festhalten:

Man gebe dem Charakter (und dem Spieler) Zeit, Gelegenheit und Mythoshappen, und dieser wird sie behende aufsaugen.

Valete

Ylorcron




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