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Burschenschaftsfechten


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10 Antworten in diesem Thema

#1 fnord

fnord

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Geschrieben 04. Dezember 2012 - 18:16

Ola,

für einen wissenschaftlichen Charakter, der ohne Armeehintergrund wehrhaft ist, möchte ich einen Fechtwaffenskill durch einen Burschenschaftshintergrund begründen.

Nun kenne ich das nur aus Film und Fernsehen und zweifle, ob dass richtiges Fechten beinhaltet oder ob es nur das Fechten über Kopf an den Kopf des Gegner ist.

Das ich letztendlich mit den Hobbypunkten machen kann, was ich will, ist mir klar, aber die Frage kam bei mir auf.

#2 Judge Gill

Judge Gill

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Geschrieben 04. Dezember 2012 - 18:21

Original von fnord
Ola,

für einen wissenschaftlichen Charakter, der ohne Armeehintergrund wehrhaft ist, möchte ich einen Fechtwaffenskill durch einen Burschenschaftshintergrund begründen.

Nun kenne ich das nur aus Film und Fernsehen und zweifle, ob dass richtiges Fechten beinhaltet oder ob es nur das Fechten über Kopf an den Kopf des Gegner ist.

Das ich letztendlich mit den Hobbypunkten machen kann, was ich will, ist mir klar, aber die Frage kam bei mir auf.


Genau wie der Paranoiker tatsächlich verfolgt werden kann, kann ein Burschenschaftler auch "richtig" fechten können.
Also hau die Hobby-Punkte dafür raus.

Hinweis: Man findet zahlreiche Spielhilfen zu CTHULHU als kostenlose Downloads unter pegasusdigital.de


#3 Dumon

Dumon

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Geschrieben 04. Dezember 2012 - 21:05

Es gibt da ganz unterschiedliche Ansätze.
Oft genannt sind in diesem Zusammenhang die "Schmisse" auf der Wange, die quasi als Auszeichnung von Zugehörigkeit und Männlichkeit gelten können. Diese werden aber nicht immer, wie man meinen könnte, durch "echtes Fechten" beigebracht, sondern durchaus mit wesentlich primitiveren und unkontrollierteren "Kampf"methoden, oder gar ganz gezielt von einem gegenüberstehenden Bruder. Dabei kann man dann natürlich auch schon mal ein Auge verlieren...
Andererseits gibt es ja auch genügend Burschenschaften, die sich Sport auf die Fahne schreiben. Oder solche, die zumindest die eine oder andere Sportart (eben auch oder gerade das Fechten) als erstrebenswerte Fertigkeit ansehen.
...einem Sängerbund sollte der Herr dann aber vielleicht nicht angehören...
;)

Never trust the storyteller. Only trust the story.
(Neil Gaiman, Sandman #38)

 

It is a fool's prerogative to utter truths that no one else will speak.
(Neil Gaiman, Sandman #19)


#4 Wataru

Wataru

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Geschrieben 04. Dezember 2012 - 21:51

..also nach meinen Recherchen gab es schon Burschenschaften und Studentenverbindungen, wo das fechten mit regelmässigem Training geschult wurde.

Jeh nach Geschichtlichem Hintergrund wurde der Schmiss so nebenbei praktiziert oder es gab eine Tradition meistens auf die Zeit als Corps zurückgeführt wo das Fechten einen wichtigen Stand eingenommen hat.

Gerade zu Gaslicht Zeiten nahmen die Corps und Burschenschaften teils auch an kriegerischen Ausseinandersetzungen im Dienste an Preussen teil.

ein klein wenig mehr Hintergrund über...

http://cthulhustreas...l-rhenania.html

gruss

#5 Ophiuchus

Ophiuchus

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Geschrieben 04. Dezember 2012 - 22:05

Also, das "akademische Fechten" (auch oft "pauken") und "echtes", also wahlweise olympisches Fechten oder auch traditioneller Kampf mit Klingen, sind zwei verschiedene Paar Schuhe.
Allerdings haben durchaus verschiedene Burschenschaften beides praktiziert und nicht "nur" das akademische (das aus "Fechtersicht" mehr albern und dekorativ als sonstwas ist). Käme also ggf drauf an, in welcher Burschenschaft sich der Charakter befunden hat.


#6 Johnny Dillinger

Johnny Dillinger

    Redakteur

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Geschrieben 05. Dezember 2012 - 08:30

Wieso war der Mann nicht einfach in der Säbelfechtmannschaft der Universität? Bumms aus fertig!

Das Pauken hat in der Tat mit fechten wenig zu tun. Man soll dort ja gerade nicht ausweichen (Schmisse), was für einen echten Fechter völliger Unsinn ist. Zudem wäre mir der ultra-nationalistische Hintergrund mit antisemitsichem Einschlag für einen SC zuwider.

Gru?Fox

#7 Dumon

Dumon

    Herold des Gelben Königs

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Geschrieben 05. Dezember 2012 - 08:35

Nicht jede Burschenschaft ist ultra-nationalistisch, oder hat antisemitische Hintergründe. Und nicht jede ist rechts im politischen Spektrum eingestellt. Ich wei? zwar nicht genau, wie das in den Zwanzigern oder im Gaslicht-Zeitalter war, aber auch da würde ich ähnliches vermuten.
...andererseits gehörte ein wenig Nationalismus, sowie auch ein wenig Antisemitismus, teilweise gar zum "guten Ton" bzw. war Standard...

Danke übrigens für den Begriff "Pauken" - hatte nicht gewusst, wie die "Kampf"-form heisst. Wieder was gelernt...
;)

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#8 Synapscape

Synapscape

    Großer Alter Rufer

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Geschrieben 05. Dezember 2012 - 09:44

Vielleicht kann man es aber auch so sehen, dass die Fertigkeit Fechten nicht nur die reine Technik beinhaltet, sondern auch die psychologische Komponente des Kämpfens. Wer schon mal geboxt hat oder Kick Boxen gemacht hat, der wei?, dass der Schritt in einen Kampf immer ?berwindung kostet und je mehr man geübt hat, desto lockerer geht man damit um und freut sich am Ende sogar darauf. Man wird einfach sicherer und hat weniger Angst vor Schmerz und Verletzung.

Das Gleiche kann einem Burschenschafter passieren, der sich regelmä?ig mit Säbeln schlägt. Auch wenn die Technik keine 90% rechtfertigt, so kann zumindest das damit aufgebaute Selbstvertrauen in einer Kampfsituation und das gewohnte Gewicht der Waffe in der Hand dazu führen, dass er jemandem überlegen ist, der dies zum ersten Mal tut.

Ein weiteres Element ist die Hand-Auge-Koordination, die auch mitgeschult wird. Gerade wenn es um eine lange Klingenwaffe wie einen Säbel geht.

Das alles würde in meinen Augen auf jeden Fall einen über den Grundwert gesteigerten Fertigkeitswert "Fechten" plausibel erklären.

Rollenspieler in und um Düsseldorf treffen sich hier:

Rollenspiel in Düsseldorf und Umgebung (Facebook)


#9 Dumon

Dumon

    Herold des Gelben Königs

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Geschrieben 05. Dezember 2012 - 10:13

Seeehr coole Argumentation! Danke!
;)

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#10 Judge Gill

Judge Gill

    CTHULHU Chefredakteur

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Geschrieben 05. Dezember 2012 - 11:58

Ich finde es toll, wie tiefgreifende Erklärungen zu finden sind.
Persönlich wäre ich zumeist mit viel weniger bereits zufrieden gewesen, so im Sinne von:

du warst Student, Mitglied einer Burschenschaft, hast während des Studiums gefochten und das erklärt deinen Skill von x %.


Hinweis: Man findet zahlreiche Spielhilfen zu CTHULHU als kostenlose Downloads unter pegasusdigital.de


#11 turtle der alte

turtle der alte

    Der Marshal

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Geschrieben 05. Dezember 2012 - 12:07

Original von Heiko Gill
Ich finde es toll, wie tiefgreifende Erklärungen zu finden sind.
Persönlich wäre ich zumeist mit viel weniger bereits zufrieden gewesen, so im Sinne von:

du warst Student, Mitglied einer Burschenschaft, hast während des Studiums gefochten und das erklärt deinen Skill von x %.



Regelmä?ig mache ich es auch eher so knapp, aber wenn entsprechendes Wissen zur Verfügung steht, neigen meine Spieler und ich auch zu eher umfangreichen Erklärungen für Fertigkeiten o.ä. Bringt mehr Leben in den ganzen Charakter.




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