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Imunität gegen Stabilitätsverlust, ist das Möglich?


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20 Antworten in diesem Thema

#1 FrankyD

FrankyD

    Der Buchhalter

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Geschrieben 04. März 2013 - 15:43

Um die off-topic Bemerkung aufzugreifen eröffne ich mal dieses neue Thema.

Da ich nicht die entsprechenden Berechtigungen habe Themen zu verschieben Zitiere ich mal die ausschlaggebenden Postings.


Nummer 1

Original von fnord
Und der erfahrene Mythosjäger, denn ein übernatürliches Wesen nicht mehr schockt, den sieht das Regelwerk ja nicht vor. Der 19. Ghoul erschreckt dich wie der erste. Eine Abhärtung sieht das System ja nicht vor.


Nummer 2

Original von TAFKAP
Ich handhabe das so, dass man für jede Art von Mythoswesen nur die maximale gS verlieren kann, ganz so als ob man direkt eine Horde sehen würde, d.h.:

Man sieht das erste Mal einen Ghoul: 1 W6
Man sieht eine Horde Ghoule: 6
Man sieht einzelne Ghoule in variablen Zeitabständen: 1. Ghoul: 1 W6 (z.B. 3), 2. Ghoul: 1 W6 (z.B. 2), 3. Ghoul: 1 W6 (z.B. gewürfelte 5, aber nur 1, da Summe dann schon die maximalen 6 beträgt), 4., 5. und jeder weitere Ghoul: o gS, da Maximum-Verlust durch Ghoule erreicht.


Nummer 3

Original von FrankyD
Die Reglung kenne ich auch und ich finde die auch angebracht, da man sich damit ja nicht gegen alles "imun" machen kann und selbst in so einem Setting kann man den Charakteren auch zugestehen, das sie besser lernen mit dem umzugehen, was sie kennen gelernt haben (maximale SAN verloren).
Ich kenne noch die Option, das bestandene Stabilitätswürfe auch immer mit als "1" Zählen, so das ein Spieler mit viel Glück ggf. schon etwas früher "imun" werden kann.

Ganz Immun lasse ich allerdings nicht zu. Nach ein paar Monaten kann wieder ein Stabilitätsverlust erfolgen, aber keinen Maximalwerte mehr .... (da kommen die ganzen alten schrecklichen Erinnerungen wieder hoch)

Aber das sollte Spielleiter Entscheidung bleiben - je nach Setting macht das eine oder andere ggf. mehr Sinn.


So bin ich mal gespannt, ob hier noch einige andere Anregungen und Meinungen zusammenkommen. :D

#2 Judge Gill

Judge Gill

    CTHULHU Chefredakteur

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Geschrieben 04. März 2013 - 16:01


Da zitiere ich doch gern das Spieler-Handbuch:

Alles Gewöhnungssache

Irgendwann hat es keine zusätzlichen Auswirkungen mehr, wenn man immer wieder in ein und demselben Werk liest oder derselben Kreatur des Mythos ausgesetzt ist. Wenn man zum Beispiel ein bestimmtes Buch des Mythos studiert und den damit verbundenen Stabilitätsverlust hingenommen (und auch die Fertigkeit Cthulhu-Mythos entsprechend erhöht) hat, kann ein Charakter diesen Folianten immer wieder konsultieren, ohne hierbei weiteren Schaden zu nehmen.
Wird ein Charakter innerhalb eines vernünftig kurzen Zeitraums mehrfach mit Monstern ein und derselben Art konfrontiert, so sollte die Anzahl von Stabilitätspunkten, die er hierbei verliert, nicht höher ausfallen als die maximale Anzahl von Stabilitätspunkten, die er bei einer einzelnen Begegnung mit einem Wesen dieser Art verlieren kann. Die Definition eines ävernünftig kurzen Zeitraumsô hängt immer vom Spielleiter ab - es kann sich um einen Tag, eine Woche oder auch ein ganzes Abenteuer handeln. Ein Charakter sollte also innerhalb eines vernünftig zu wählenden Zeitraums niemals mehr als 6 Stabilitätspunkte verlieren, wenn er in diesem Zeitraum einer grö?eren Zahl von Wesen aus der Tiefe begegnet (0/1W6 STA-Verlust pro Einzelwesen, das man sieht), selbst wenn er Hunderte von ihnen zu Gesicht bekommt. Trotzdem werden wir uns niemals wahrhaftig an den Anblick des fremdartigen Grauens gewöhnen. Nach einer Weile wird jeder Charakter wieder aufs Neue von diesem Grauen erfüllt.

Auch an das Erlernen oder die Anwendung von Zaubern kann man sich niemals gewöhnen. Jeder Zauber ist eine Sache für sich, und die meisten werden in bösartiger Absicht ausgeführt. Jeder Zauber hat eine Wirkung, die sich in der normalen Welt eigentlich nicht entfalten dürfte. Die hierfür notwendige Beschwörung grausiger Effekte und fremdartiger Gedankengänge kostet immer Stabilitätspunkte, selbst wenn ein und derselbe Zauber zwanzig Mal am Tag durchgeführt wird. Wenn man Zauber wirkt, dann lässt man sich auf einen Handel mit der Dunkelheit ein - und dann zahlt man auch entsprechend.
Auch an die emotionalen Traumata des normalen Lebens, die fünfte Kategorie, kann man sich innerhalb eines vernünftigen Zeitraums gewöhnen. Mit der Zeit verstreicht aber auch hier der ävernünftige Zeitraumô und der Schrecken oder das Grauen werden uns aufs Neue bewusst.

Soweit die Regeln.

Wichtiger Hinweis: Man findet zahlreiche Spielhilfen, u.a. diverse Handouts als kostenlose Downloads unter

www.pegasus.de/cthulhu/spielhilfe-zu-bestimmten-veroeffentlichungen/

(und ab 2019 unter pegasusdigital.de)


#3 Dumon

Dumon

    Herold des Gelben Königs

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Geschrieben 04. März 2013 - 16:17

Hmm.

Abhärtung finde ich durchaus sinnvoll. Und ich finde es auch gut, das für jede Kreatur zu trennen. Dafür gibt es ja auch den Begegnungs-Kasten hinten auf dem Charakter-Bogen, der ja schon ein wenig in diese Richtung deutet...

Es ist aber schwierig, da zu generalisieren.
Gehen wir mal vom Mythos weg, und zum "Sehen einer Leiche" hin, auch dafür gibts ja schon Stabi-Abzug. Wenn man nicht gewohnt ist, mit Leichen umzugehen. Ein Arzt z.B. hat da keine Abzüge.
Aber auch das finde ich schon viel zu drastisch immunisiert. Auch einen Arzt wird eine grausam entstellte Kinderleiche z.B. nicht kalt lassen, würde ich meinen...

Ich finde das eher problematisch, da eine generelle Regel aufzustellen, wenn schon im Nicht-Mythos-Bereich da mEn Unwägbarkeiten auftreten können.

Was ich mir allerdings vorstellen könnte, wäre nicht ein Senken des Verlustes, sondern ein Senken des Verlustmaximums. Ein Ghoul, der einen Verlust von 0/1W6 erzeugt, der könnte vielleicht beim nächsten Mal einen Verlust von 0/1W4 erzeugen, und dann einen von 1/W2, und schlie?lich nur noch 0/1. Aufgrund der Andersartigkeit des Ghouls kann man sich als Mensch nie so wirklich dran "gewöhnen".

Ich hätte nun vorgeschlagen, dass man jegliche Kreatur, die mit einem Verlust von 0/x angegeben ist, nach und nach bis auf 0/1 senken könnte; Kreaturen, die mit 1/x angegeben sind, bis auf 1/(0,5+*x); und Kreaturen, die mit >1/x oder gar mit Wy/x angegeben sind, gar nicht.

Allerdings scheitert auch das schon mEn an den Werten der verschiedenen Kreaturen:
- Ghoule (0/1W6)
- ?ltere Wesen (0/1W6) - und die sehen garantiert NOCH unmenschlicher aus...
- Gro?e Rasse (0/1W6) - dito...
- Diener von Glaaki (1/1W8 ) - und das sind Menschen, wenn auch untot...
- Yig (0/1W8 ) - wenn schon ein GOTT so wenig Abzüge hat...?
- Nodens (keine) - okay, vielleicht ist der ja klassischer...
- Hypnos (1W6/1W20) - ähm, wirklich?
andere...
- Bunyip (1/1W10)
- Cthonier (1W3/1W20)
- Dagon (1/1W10)
- Spinnen von Leng (1/1W10)
- Atlach-Nacha (1/1W10)

Nun könnte man ein Fass aufmachen zu den Werten der verschiedenen Wesenheiten, und welchen Sinn/Unsinn sie ergeben. Denn während einmal die Fremdartigkeit offensichtlich ne Rolle spielt, ist es an anderer Stelle einfach die Bedrohlichkeit bzw. unnatürliche Grö?e. Oder was auch immer...

Das will ich hier aber gar nicht. Nur lässt mich dieser kurze Exkurs einfach zu dem Schluss kommen, dass aufgrund der uneinheitlichen und teilweise sehr seltsam (wenn nicht gar unsinnig) abgestuften Stabi-Verluste der verschiedenen Kreaturen eine generalisierende Regelung hier keinen Sinn macht...

Also: pro Abhärtung, aber contra Immunisierung
pro stufenweise Abstumpfung, aber contra generalisierende Regulierung


Never trust the storyteller. Only trust the story.
(Neil Gaiman, Sandman #38)

 

It is a fool's prerogative to utter truths that no one else will speak.
(Neil Gaiman, Sandman #19)


#4 The Roach

The Roach

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Geschrieben 04. März 2013 - 17:29

Ich habe eine Kampagne, in der ich auch eine langsame Immunisierung praktiziere, aber deutlich langsamer als obern vorgeschlagen.

Der Stabi-Verlust ist erst einmal normal. Wenn jemand eine Anzahl Begegnungen mit Wesen dersdelben Art gemacht hat, die gleich ist mit dem maximalen Stabilitätsverlust, den ein Wesen dieser Art maximal auslösen kann, verliert man nicht weiter, obwohl man immer noch ein schlechtes Gefühl hat etc.

Das wäre also bei Ghulen die 6. Begegnung mit Ghulen, Cthoniern müsste man schon 20-mal begegnen, und Cthulhu 100 Mal. Da man au?erdem natürlich nicht immer und überall denselben Wesen begegnet, wird man also gegen manche Wesen nicht immun.


y'In nI yIsIq 'ej yIchep

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#5 N317V

N317V

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Geschrieben 04. März 2013 - 17:48

In der Diskussion bzgl. der 7.0er Regeln hatten wir das Thema auch schon. Da hatte ich eher gegen Ende auch einen Vorschlag gemacht, der sich nahtlos in die aktuellen Regeln einfügen lassen würde. Bin aber grad auf dem Sprung. Such es morgen gern mal raus.

#6 Judge Gill

Judge Gill

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Geschrieben 04. März 2013 - 18:54

Original von Roach
Der Stabi-Verlust ist erst einmal normal. Wenn jemand eine Anzahl Begegnungen mit Wesen dersdelben Art gemacht hat, die gleich ist mit dem maximalen Stabilitätsverlust, den ein Wesen dieser Art maximal auslösen kann, verliert man nicht weiter, obwohl man immer noch ein schlechtes Gefühl hat etc.

Das wäre also bei Ghulen die 6. Begegnung mit Ghulen, Cthoniern müsste man schon 20-mal begegnen, und Cthulhu 100 Mal. Da man au?erdem natürlich nicht immer und überall denselben Wesen begegnet, wird man also gegen manche Wesen nicht immun.


Ich habe noch die Regel im Gedächtnis, dass man nach x erfolgreichen Sta-würfen bei Begegnungen mit Wesen keine weiteren Würfe mehr machen muss (x ist die Zahl des Max. STA-Verlustes, also z.B. Ghoul = 6, Cthulhu = 100), aber ich kann das im Augenblick nicht nachschlagen, weil unterwegs.

Macht insofern Sinn, dass ich bei Begegnungen, die mich total fertig machen und vielleicht in die Anstalt bringen, ja gar nicht abstumpfe sondern im gegenteil davon sehr mitgenommen bin.

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#7 turtle der alte

turtle der alte

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Geschrieben 04. März 2013 - 19:38

Ich handhabe diese Sache immer so nach Gefühl, an Ghoule oder Hybride der Tiefen Wesen gewöhnt man sich einfach schneller als an die Gro?e Rasse oder Spinnen von Leng. Au?erdem hängt es auch immer etwas von den jeweiligen Charakteren ab.
Ich würde auch sagen, dass es vom Auftreten der jeweiligen Kreaturen und von der Interaktion der SC mit selbigen abhängt, bei einer Kooperation mit Ghoulen beispielsweise würde ich schneller auf Stabiwürfe verzichten, als bei gewaltsamen Aufeinandertreffen oder regelmä?igem Beobachtungen von ghoulischen Festmahlen.
Als Faustregel sage ich einfach, dass man sich an halbwegs noch menschenähnliche Kreaturen "relativ" "bald" gewöhnt, an andere praktisch nie.

#8 FrankyD

FrankyD

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Geschrieben 04. März 2013 - 22:16

Ich gebe turtle da recht.

Als Gedanke: Vielleicht machte es auch einen Unterschied, was für Erfahrungen man gemacht hat. Wenn man gemerkt hat das die Tiefen Wesen besiegbar sind, dann kann ich mir vorstellen, das man sich zwar irgendwann immer noch vor den Wesen fürchtet, aber das Wissen, das man sie schon 3 mal in die Schranken verwiesen hat, den Stabilitätsverlust gegenüber dieser Rasse in Grenzen hält.
-> Abhärtung vielleicht sogar Immunisieren, was wohl nur vom Spielleiter geregelt werden sollte.

Vielleicht lässt man das die Spieler am besten gar nicht wissen. Wenn der SL die SAN Würfe durchführt und den Spielern das Ergebnis mitteilt werden die Spieler immer noch aufgeregt sein. Schlie?lich wissen die dann ja nicht, das ihnen ggf. kar keinen allzu gro?e Gefahr (für den Verstand) mehr droht. Schlie?lich kann einen auch ein Auto beim überqueren der Stra?e umbringen ... kein Stabiltätsverlust, aber trotzdem tödlich.

Au?erdem tun Spieler gut daran noch Angst vor den Wesen zu haben, auch wenn sie gerade mal keine Stabilität verloren haben.

#9 N317V

N317V

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Geschrieben 05. März 2013 - 03:06

Ah, grad nochmal meinen Beitrag von damals gelesen und festgestellt, dass ich das extrem kompliziert erklärt hab. So ist das, wenn ich schon tippe, während ich noch nachdenke. ;-)

Mein Vorschlag war im Prinzip, dass man nicht auf den gS-Wert, sondern auf sein Gegenteil würfelt, also gS-100-Mythoswissen. Spieltechnisch wäre das sowas wie die Fertigkeit "Geisteskrankheit". Der Wurf wird durch Verlust von Stabilität (sollte dann wohl eher 'geistige Gesundheit' hei?en) immer leichter, weil die Geisteskrankheit ja dadurch 'gesteigert' wird, jedoch durch Mythoswissen erschwert. Was ich mir bei letzterem gedacht hab, wei? ich aber nicht mehr. Vermutlich wollt ichs schlichtweg nicht zu einfach machen.

#10 Crimsonking

Crimsonking

    Des Wahnsinns lecker Häppchen

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Geschrieben 05. März 2013 - 09:58

Ich denke es hängt auch stark damit zusammen in welchem Rahmen man Begegnungen mit Mythoswesen hat.
Ein enger örtlicher und zeitlicher Zusammenhang lässt einen schneller abstumpfen.
Ich nehm jetzt einfach mal Ghoule als Beispiel:
1. Begegnung mit einem Ghoul auf einem Friedhof - Normaler STA Wurf.
Man entdeckt auf dem Friedhof einen weiteren Ghoul der aus einem unterirdischen Tunnel klettert - STA Wurf und bei Misslingen zieht man den Verlust durch den ersten Ghoul ab.
Im tunnel begegnet man weiteren Ghoulen... die Chance das man dann noch vom Anblick eines Ghouls "sehr geschockt" ist fällt rapide.
Klettert man immer tiefer und kommt in eine riesige Höhle mit einem Opferaltar in der Mitte und tausende Ghoule die sich darum versammelt haben, kann der Anblick der Masse einen nochmal stark verstören.
Schaffen die Ermittler es leben aus der Höhle und können die Ghoularmee vernichten... bla bla ... die Ermittler sind sich sicher das sie alle Ghoule erwischt haben.

Eine Woche später als die Charaktere von A nach B fahren, läuft ihnen Nachts ein Ghoul vors Auto - B?M!
Stabiwurf mit vollen Nachwirkungen!
- wenn man davon ausgeht das die Charaktere denken sie hätten in der Höhle alle existierenden Ghoule vernichtet... und mit dem erneuten Antreffen werden sie eines Besseren belehrt...

Man könnte danach den Charakteren ein paar Punkte Mythoswissen zugestehen - was dann auch die Nachhaltigkeit mit wiederholten Begegnungen mit dem Mythos unterstreichen würde und eine Art Gegenpol zum Abstumpfen würde.
Kein Stabiverlust, dafür wird die max Stabi runtergesetzt.

„Man findet immer dort besonders viel Chaos, wo man nach Ordnung sucht.
Das Chaos besiegt die Ordnung, weil es besser organisiert ist.”
Terry Pratchett


#11 Dumon

Dumon

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Geschrieben 05. März 2013 - 11:04

Klar, konsekutive Stabi-Würfe sollten entweder vom Verlust her eingeschränkt werden, oder gar zu gar keinem Abzug mehr führen, wenn diese in einem sehr kurzen Zeitrahmen passieren. Sieht man den ersten Ghoul, ist das ein Schock. Ne halbe Stunde später dann der dritte, und es gibt geringeren Abzug, vielleicht auch gar keinen, da der Schock noch sitzt. Drei Stunden später aber gibts auf jeden Fall wieder Abzug, wenn auch geringer. Und wenn dann der vierte, fünfte und sechste auftauchen, dann ists (im Rahmen eines vernünftigen Zeitraumes) schon sinnvoll, irgendwann nix mehr abzuziehen. Sonst wirds albern.

Das gilt mEn aber nur für ebendiesen Zeitraum. Tage, Wochen, Monate später sollten Stabi-Würfe wieder voll zuschlagen.
Warum?
Weil der Charakter das Gesehene verdrängt.
Meiner Ansicht nach rührt der Stabilitäts-Verlust primär daher, dass die Weltanschauung in ihren Grundfesten erschüttert wird. Man sieht Dinge, die es nicht geben darf, die "nicht sein können". Je grö?er der zeitliche Abstand, desto einfacher wird es dem Charakter fallen, das erlebte als Hirngespinst, Fantasterei, Halluzination o? abzutun. In jedem Fall aber finde ich es am Realistischsten, wenn ein Verdrängungsprozess, welcher Art auch immer, in Gang gesetzt wird. Ein erneutes Erleben lässt alte Wunden wieder aufbrechen, und führt zu neuem Schock. Und es wird schwerer, das dann zu verdrängen...

Etwas Anderes ist es, wenn man durch die verlorene Stabilität Mythos-Wissen dazuerhält. Dann hat man ja nicht nur Einblick in die wahre Natur des Universums erhalten, man ERKENNT und VERSTEHT das sogar als ebendiese "Wahrheit", was nicht nur zum temporären, sondern gar zum langfristigen Zusammenbruch des Glaubens an die Realität führt. Daher kann Stabilität ja auch nie höher gesteigert werden als 99 minus Mythos-Wissen.
Mythos-Wissen ist demnach mEn nicht nur eine Angabe, wieviel man vom wahren Kern der Dinge erkannt hat, sondern auch eine Prozentangabe dazu, zu welchem Teil das eigene, normale und "geistig gesunde" Weltbild schon Schaden genommen hat. Das ist mEn die massive Schattenseite des Wissens!

Dann macht es auch wieder Sinn, dass man am Ende eines Abenteuers Stabilität zurück erhält, wenn man triumphiert. Denn in diesem Fall ist der Glaube an das eigene, stabile Weltbild wieder hergestellt - die Dinge sind wieder so, wie sie "sein sollen". Gut gewinnt, und all der Schmonzes...
Und dann macht auch Therapie zur Wiederherstellung von Stabilität massiv Sinn. Denn dann ist sie nichts Anderes, als die Wiederherstellung der eigenen Selbstsicherheit, des Vertrauens in Realität und Weltbild.

Worauf ich damit hinauswill:
Wenn man durch Stabilitätsverlust Mythoswissen erhält, DANN (und mEn NUR dann) sollte eine Abhärtung erfolgen, eine Immunisierung gar im äu?ersten Fall. Sonst nicht.
Natürlich gefällt uns allen der Gedanke besser, dass sich die Spielercharaktere darüber unterhalten, dass die Spuren hier ja irgendwie denen gleichen, die sie vor zwei Jahren im Balkan gesehen haben. Und dass es sich dabei dann selbstverständlich um solche von Ghoulen handeln muss, die mit Sicherheit auf dem nächsten Friedhof oder hier irgendwo in Erdhöhlen hausen.
Aber realistisch ist das mEn nicht. Viel eher werden die Charaktere bewusst NICHT darüber reden, sondern versuchen, das Wissen zu verdrängen. Je öfter man allerdings über ebensolche Spuren stolpert, desto unzweifelhafter ist deren Existenz, desto weniger kann man das Gesehene wegleugnen.

Entsprechend würde ich einen anderen Weg gehen.
Jedesmal, wenn ein Charakter ein Trauma erhält, bekommt er auch Mythos-Wissen dazu. Einmalig 5% - was nicht nur unspezifiziertes Wissen um "Dinge" repräsentiert, sondern auch die Erkenntnis, dass unsere Welt eben nicht so ist, wie wir sie uns vorstellen möchten. Und dann jedesmal 1% mehr, womit diese Erkenntnisse mehr und mehr gefestigt werden.
Ich würde daher genau dann festhalten, dass jemand "Erfahrung" mit einem Wesen gesammelt hat (im Gegensatz zur einfachen "Begegnung"). Und von da an würde ich konsekutiv ein Abhärten akzeptieren können. Denn der Charakter hat nicht nur "gesehen", er hat auch "gelernt" und "verstanden".

Das schlägt im Prinzip dann ja auch in die Bresche von Debunker-Charakteren. Denn sobald DAS einmal eintritt, können sie Dinge nicht mehr so leicht wegerklären und ignorieren.

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#12 Puklat

Puklat

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Geschrieben 10. Januar 2016 - 10:07

Oh, mächtiger, alter Thread erhebe dich aus deinem Schlafe


Da zitiere ich doch gern das Spieler-Handbuch:

Alles Gewöhnungssache

Irgendwann hat es keine zusätzlichen Auswirkungen mehr, wenn man immer wieder in ein und demselben Werk liest oder derselben Kreatur des Mythos ausgesetzt ist. Wenn man zum Beispiel ein bestimmtes Buch des Mythos studiert und den damit verbundenen Stabilitätsverlust hingenommen (und auch die Fertigkeit Cthulhu-Mythos entsprechend erhöht) hat, kann ein Charakter diesen Folianten immer wieder konsultieren, ohne hierbei weiteren Schaden zu nehmen.
Wird ein Charakter innerhalb eines vernünftig kurzen Zeitraums mehrfach mit Monstern ein und derselben Art konfrontiert, so sollte die Anzahl von Stabilitätspunkten, die er hierbei verliert, nicht höher ausfallen als die maximale Anzahl von Stabilitätspunkten, die er bei einer einzelnen Begegnung mit einem Wesen dieser Art verlieren kann. Die Definition eines ävernünftig kurzen Zeitraumsô hängt immer vom Spielleiter ab - es kann sich um einen Tag, eine Woche oder auch ein ganzes Abenteuer handeln. Ein Charakter sollte also innerhalb eines vernünftig zu wählenden Zeitraums niemals mehr als 6 Stabilitätspunkte verlieren, wenn er in diesem Zeitraum einer grö?eren Zahl von Wesen aus der Tiefe begegnet (0/1W6 STA-Verlust pro Einzelwesen, das man sieht), selbst wenn er Hunderte von ihnen zu Gesicht bekommt. Trotzdem werden wir uns niemals wahrhaftig an den Anblick des fremdartigen Grauens gewöhnen. Nach einer Weile wird jeder Charakter wieder aufs Neue von diesem Grauen erfüllt.

Auch an das Erlernen oder die Anwendung von Zaubern kann man sich niemals gewöhnen. Jeder Zauber ist eine Sache für sich, und die meisten werden in bösartiger Absicht ausgeführt. Jeder Zauber hat eine Wirkung, die sich in der normalen Welt eigentlich nicht entfalten dürfte. Die hierfür notwendige Beschwörung grausiger Effekte und fremdartiger Gedankengänge kostet immer Stabilitätspunkte, selbst wenn ein und derselbe Zauber zwanzig Mal am Tag durchgeführt wird. Wenn man Zauber wirkt, dann lässt man sich auf einen Handel mit der Dunkelheit ein - und dann zahlt man auch entsprechend.
Auch an die emotionalen Traumata des normalen Lebens, die fünfte Kategorie, kann man sich innerhalb eines vernünftigen Zeitraums gewöhnen. Mit der Zeit verstreicht aber auch hier der ävernünftige Zeitraumô und der Schrecken oder das Grauen werden uns aufs Neue bewusst.

Soweit die Regeln.



Gibt es in der 7. Edition ähnliche Regeln? Ich habe sie dann vermutlich überlesen.
Für mich klingt es vernünftig, dass man vom achten Ghoul in Folge nicht schon wieder in die Hose macht. In den Regeln fand ich diese Sache aber nicht. Wäre über Tipps und Hinweise dankbar.


Wie macht ihr die Buchführung? Hat da jemand ausgefallene Ideen, die über das simple Blatt Schmierpapier hinaus gehen? ;)

#13 Septic_

Septic_

    Humorloser Hofnarr

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Geschrieben 10. Januar 2016 - 10:09

Den Text findest du am Ende des Abschnitts über geistige Stabilität im GRW.
Und jetzt, wo ich das Zitat hier so lese, scheint es wörtlich übernommen worden zu sein.
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#14 Puklat

Puklat

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Geschrieben 10. Januar 2016 - 11:12

Nächstes mal muss ich wohl schlicht weg besser aufpassen beim lesen ;)

Danke

#15 -TIE-

-TIE-

    Der böse Hirte

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Geschrieben 10. Januar 2016 - 16:29

Vor der 7. Edition gab´s bei uns eine Hausregel, die den Wurf und geistige Stabilität trennt.

 

Der Wurf wurde gemessen an Ma x 1 - 5 je nachdem wie oft man schon mit dem "Grauen" konfrontiert war, bzw. wie gräßlich es wurde.  Der Verlust, so wie er jeweils vorgesehen ist, ging dann ganz normal von der geistigen Stabilität runter.

 

- Ghoul das erste mal gesehen war dann Ma x 1-2 (hängt von der Situation ab und war SL ermessen),

 

- ständig mit Ghoulen zu tun war dann Ma x 4 - 5

 

Der erste Anblick eines großen Alten (und ähnlichem) war in jedem Fall Ma x 1 und danach...naja wie oft die Spieler das noch erlebten :P

 

So wurden alle gleich behandelt, egal wie hoch ihre geistige Stabilität noch war und auch mit 1 Punkt konnte man noch weit kommen...allerdings war bei 0gs bei uns auch nicht Schluss (man war höchstens Pleite...lol...) :D


Bearbeitet von -TIE-, 10. Januar 2016 - 16:30 .

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-Initiate of the Order-





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