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Spielbericht: Suite 608


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5 Antworten in diesem Thema

#1 Seraph

Seraph

    Revolvermann

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  • 701 Beiträge

Geschrieben 14. April 2013 - 15:49

Das Abenteuer aus CW ist wirklich toll und ich setzte es als Nachfolge-Abenteuer an "Das Geheimnis der Farm" direkt an (siehe dazu auch meinen anderen Thread).

Die Handlung wurde nach Amerika - Atlanta - verlegt. Die Namen der beteiligten NSC's habe ich größtenteils umgeschrieben, also nicht wundern ;)

 

Viel Spaß beim Lesen!

 

 

 

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Beteiligte: Robert Kensington (Biologie-Professor), David O’Finnegan (Söldner), Aidan O’Quinn (Agent der Bundesbehörde), William Baker (Schriftsteller)

Ort: Hotel Arcadia, Atlanta, Bundesstaat Georgia, USA

Zeit: Spätsommer 1919

 

Vorgeschichte

 Nachdem die Spieler bei Monticello den Samen des Engels angezündet, ihre Klone vernichtet und dem Tiersterben ein Ende gesetzt hatten, flohen sie zusammen mit ihrem Freund Hank Jennings schnellstmöglichst nach Atlanta zurück.

Außer ihren Ausweisen, ein wenig Geld und zwei Pistolen waren sämtliche Habseligkeiten im Feuer beim Chattahoochee-Forest verbrannt.

Die SC ließen ein Verhör seitens des Policedepartments von Atlanta über sich ergehen und trennten sich dann von Jennings. Wie sie rasch feststellten, hatten sie durch die Vorfälle bereits eine gewisse Popularität in der Klatschpresse errungen und da sie nebenbei einen berühmten Autoren gerettet hatten, bekamen sie ein Schreiben vom Bürgermeister Atlantas ausgehändigt, der ihnen ein kostenloses Wochenende im Luxushotel Arcadia schenkte.

Da das Taxi sie erst abends zum Hotel bringen sollte, hatten die Spieler noch genügend Zeit, um Kleidung und andere Dinge zu kaufen. Fast alle brachten ihr „Inventar“ auf den Stand vom ersten Abenteuer, nur Kensington kaufte noch einige wissenschaftliche Gerätschaften und der mittlerweile etwas paranoide Bundesagent O’Quinn legte sich ein Schlauchboot zu.

O’Finnegan: „Was??? Ein Schlauchboot??“

O’Quinn: „Es wird bestimmt ein Zeitpunkt kommen, an dem wir einen Fluss überqueren müssen und dann werdet ihr mir dankbar sein. Überhaupt – wir werden ja eh nur kurz in dem Hotel sein.

 

Zu dem Zeitpunkt war er sich noch nicht bewusst, wie sehr er mit dem letzten Satz doch falsch lag.

„Badass“ Johnson tauchte übrigens in die Unterwelt von Atlanta ab, um Besorgungen zu machen, war aber bis abends nicht gesehen und so entschieden die SC, ohne ihn zu fahren (Johnsons Spieler war in dieser Runde nicht anwesend).

 

Die Ankunft im Hotel

Im Taxi, das die drei zum Hotel beförderte, fiel ihnen als erstes eine Zeitung auf der Rückbank ins Auge. „Wagemutiges Quartett macht Tiersterben ein Ende – Hank Jennings Farm in Flammen!“ stand dort. Allmählich begannen sich die Spieler wirklich wie Prominente zu fühlen.

Ein Page öffnete die Tür des Taxis, kümmerte sich sofort ums Gepäck und der Portier begrüßte die drei überschwänglich in dem luxuriösen Hotel.

 

Musik: Pianospieler in einer Hotellobby (YouTube)

 

Überall Pomp und Prunk und Protz. Herren in feinster Abendgarderobe und Damen in teuren Kleidern. Ein wunderschöner Springbrunnen in einem dreistöckigen, atemberaubenden Atrium, gemütliche Ledersessel und überall Bedienstete, die umherhuschten.

O’Quinn fiel auf, dass dem Schreiben des Bürgermeisters weder Schlüssel, noch Reservierungskarten oder sonstiges beigefügt waren und so gingen die drei zur Rezeption zu Ernest Bennett und händigtem diesem das Schreiben aus. Überschwänglich hieß er sie willkommen und händigte ihnen prompt die Schlüssel für drei Luxussuiten im zweiten Stock aus. Nachdem die Spieler sich im Gästebuch eingetragen hatten, kam auch schön der Direktor, Dr. Victor Coleman, aus dem Bürotrakt hinter der Rezeption, um die drei noch einmal persönlich zu begrüßen. Er versicherte ihnen noch, dass sie ihn ansprechen sollten, egal welchen Wunsch sie auch hätten, und verschwand dann in der Menschenmenge, um Hände zu schütteln, Small Talk zu halten und dem Pianisten zu lauschen.

 

Dann ein Schrei, langgezogen und grell.

O’Finnegan horchte genauer hin und bemerkte, dass der Schrei von oben aus dem Atrium kam.

Dann prallte auch schon ein Körper im dritten Stock gegen die Brüstung, blickte gehetzt über die Schulter, zögerte eine Sekunde und sprang dann kreischend in die Tiefe, wo er mit einem krachenden Knacken auf dem Brunnen landete. Einen STA-Wurf später zog O’Quinn seine Dienstwaffe und rief „Halt Polizei, alles unter Kontrolle“, was aber in den Schreien der auseinander stobenden Menge unterging. Ohne großes Zögern näherten sich der Polizist und der Professor der Leiche, während O’Finnegan sich in eine Ecke drückte und unter seinem Mantel nach dem Griff der abgesägten Schrotflinte tastete, die er sich just zugelegt hatte.

O’Quinn kam sogleich auf die Idee, den Toten umzudrehen und erkannte eine Bauchwunde. Sie glich einer Schusswunde, nur dass sie nach außen ausgefranst war. Mit einem guten Medizin-Wurf erkannte Kensington die Verletzungen an den Händen des Toten als Frostbrand.

O’Finnegan indessen hatte einen Mann im Visier, der sich von der Sitzecke erhoben hatte, seine Zeitung aus der Hand legte und eher fasziniert als angeekelt zu der plötzlichen Unfallstelle hinüber sah. Dass er als einer der wenigen Gäste nicht sofort aus Panik oder auf Bitten des umher eilenden Direktor Colemans nach oben gegangen war, machte ihn natürlich umso verdächtiger und so schnappte ihn der Söldner sich nach ein paar Minuten an der Schulter und zerrte ihn in den Bürotrakt, wo er ihn sofort verhörte, wie er es aus Kriegszeiten gewöhnt war.

 

O’Finnegan: „Sie da, was haben Sie dort getan?“

Mann: „Was soll ich schon getan haben, ich habe den Unfall beobachtet!“

O’Finnegan: „Sie scheinen ein ganz schönes Interesse an dem Toten zu haben…“

Mann: „Ach und sie etwa nicht? Wer sind sie überhaupt??“

O’Finnegan: „Ich bin der Mann mit dem Messer…“ *zieht sein Jagdmesser ein Stück aus der Hose*

Mann: „Aha, na wenn sie so wollen, bin ich der Mann mit der Pistole!“ *schlägt sein Jackett zurück*

O’Finnegan: „…und ich der mit der Schrotflinte…“ *öffnet den Mantel*

Mann: „Ok ok…Baker…William Baker. Ich werde mich bei der Polizei über sie beschweren!“

O’Finnegan: „Tja, zufällig bin ich von der Polizei!“

Mann: „Zeigen Sie doch mal ihren Ausweis!“

O’Finnegan: „Ich denk ja nicht dran!“

 

Das ganze ging dann so lange weiter, bis William Baker schimpfend den Bürotrakt verließ, O’Finnegan dicht auf den Fersen. Dort begann O’Quinn dann erstmal zu schlichten und entschuldigte sich für das Verhalten des Söldners. Der Hoteldetektiv Pete Havering war indes eingetroffen und untersuchte die Leiche zusammen mit dem Direktor.

O’Quinn (schönes Rollenspiel!) sorgte dafür, dass Baker und O’Finnegan sich die Hand gaben und bot dann Direktor Coleman seine Hilfe an. Der Detektiv wirkte etwas abweisend, der Direktor nahm die Hilfe eines Bundesagenten aber gerne an und da der Direktor auf die spontane Befragung noch keine Antworten liefern konnte, genügten sich die Spieler damit, erstmal zu ihren Suiten zu gehen und die Polizei die Leiche untersuchen zu lassen.

 

Auf der Treppe überholten die Charaktere den schwitzenden Michele Bonucci, der auf Italienisch vor sich hin fluchte. Leider unternahm niemand einen Versuch, mit ihm zu interagieren oder seine Murmeleien zu verstehen.

Kensington und O’Quinn entschiedene sich spontan jedoch dafür, den dritten Stock zu untersuchen, während O’Finnegan im ersten Stock stehen blieb und beobachtete, wie die Polizei eintraf und die Leiche untersuchte. Kensington konnte einige Blutspuren erkennen, die in den linken Flügel hineinführten, jedoch nicht sehr weit. Das Geländer war von normaler Temperatur; daran konnte der Frostbrand also nicht herrühren. Die (sehr gute) Idee, mittels Verborgenes Erkennen die Lichtreflexionen auf dem Fußboden zu benutzen, um weitere Spuren zu erkennen, führte jedoch zu nichts. Auf der Seite des Stockwerks gab es ca. 100 Suiten und so klopfte O’Quinn wahllos an den nächsten zwei Türen.

Zur rechten Seite öffnete ein kleiner Junge, deren Eltern anscheinend unten im Hotel waren. Er habe den Mann vorbeilaufen hören, habe aber auf keinen Fall das Zimmer verlassen, so wie seine Eltern es im beigebracht hatten. Auf der anderen Seite des Flures öffnete ein Ehepaar die Tür, dass zwar jemanden vorbeilaufen gehört, jedoch keinerlei Schreie vernommen hatte, da es sehr laut Radio hörte.

Die Charaktere sahen ein, dass dies zu nichts führt und begaben sich erstmal auf ihre Suiten im zweiten Stock.

 

Der Abend

Kensington saß Pfeife rauchend in seiner Suite und blickte durch das Fenster hinab auf die Main Street und das Verkehrstreiben. O’Finnegan und Baker ließen sich beide Whisky pur auf ihre Zimmer bestellen. O’Quinn nutzte die Gunst der Stunde und suchte den Direktor auf.

 

Musik: Angelo Badalamenti – The Red Room

 

Obwohl er privat in dem Hotel war, erlangte er als Bundesagent schnell das Vertrauen des Direktors und erfuhr, dass dies nicht der erste Todesfall in diesem Hotel war. Bereits ein halbes Dutzend Personen waren umgekommen, alle in derselben Suite – nämlich 608. Hoteldetektiv Havering hielt der Direktor für unfähig und alkoholsüchtig und bat O’Quinn daher, nach Möglichkeit verdeckt zu ermitteln.

Der Bundesagent trommelte die anderen Charaktere zusammen und die Gruppe beschloss, als erstes den Detektiv aufzusuchen. Das Büro im Kellertrakt war jedoch verschlossen. Während Kensington und O’Finnegan noch über die moralische Zwickmühle, ob man die Tür knacken sollte oder nicht, diskutierten, fragte O’Quinn an der Rezeption nach und erfuhr, dass der Detektiv irgendwo im Hotel unterwegs war und seine eigenen Nachforschungen anstellte. Daraufhin öffnete O’Finnegan die Tür mithilfe Schlosserarbeiten und die Gruppe durchsuchte das Büro. Baker stand Schmiere am Eingang zum Kellerflur. Im Büro des Detektivs fand die Gruppe zwei weitere Zeitungsartikel über Todesfälle in dem Hotel und auch die, die ihnen Direktor Coleman schon gezeigt hatte. Den Schlüsselkasten mit sämtlichen Zweitschlüsseln ließen sie aus Fahrigkeit unberührt. O’Finnegan knackte noch die Schublade des Schreibtisches und fand dort einen geladenen Revolver und 20 Dollar.

Die Schublade untersuchte niemand ab, sodass das persönliche Tagebuch von Detektiv Havering unbemerkt blieb.

 

Die Gruppe beschloss darauf hin, da es bereits Abend geworden war, das Essen im Speisesaal einzunehmen. Zu viert setzen sie sich an einen Tisch und berieten das weitere Vorgehen.

 

Musik – Klassik

 

Das üppige Vier-Gänge-Menü fand eher wenig Anklang. Die Gruppe erschien ein wenig ratlos, was das weitere Vorgehen betraf und diskutierte vor allem darüber, ob das Hotel nun verflucht war oder nicht. Ein kleiner Junge bewarf Kensington mit Essen und eine attraktive brünette Frau an der Bar prostete zuerst O’Quinn zu (der nichts bemerkte) und dann erneut Kensington.

Mit leichtem Grinsen stichelte ihn die Gruppe an, zu der Frau zu gehen und ein Gespräch zu beginnen. Dies Tat Kensington dann auch und die Frau (mit Namen Elena) schien auch an ihm interessiert zu sein, doch der Mitt-Fünfziger Kensington schien irgendwie zu konservativ für diese Art von Konversation und ging schließlich zurück zu seinem Tisch.

O’Quinn erkannte die Gelegenheit, vielleicht mehr über das Hotel und die Vorkommnisse zu erfahren und ging anschließend zu der schönen Frau hin, während O’Finnegan sich etwas weiter entfernt an die Bar setzte, um mitzuhören und für den Fall der Fälle eingreifen zu können. Auch wenn O’Quinn ihren „kreativen Beruf“ (irgendwie spekulierte ja doch jeder auf eine Edelprostituierte) nicht erriet, so schrieb sie ihm eine Telefonnummer auf eine Serviette und verschwand dann mit einem Lächeln. Während die Gruppe dies beim Nachtisch weiter besprach, hatte Baker eine Eingebung und ging zu dem gläserputzenden Barkeeper. Obwohl die Bar zu der frühen Stunde noch relativ leer war, konnte sich der Barkeeper überhaupt nicht an die schöne Frau in dem roten Kleid erinnern. Mehr als merkwürdig! Nach einem erfolgreichen Ideen-Wurf händigte der Spielleiter ihm erneut den Zeitungsartikel über die tote Schauspielerin von vor 2 Jahren aus und Baker wurde leichenblass. Das Date von O’Quinn war anscheinend der Geist von Elena Lorenzo, die hier weiterhin ihr Unwesen trieb! Sofort beschlossen die Vier, dass der Bundesagent sich auf keinen Fall alleine mit ihr treffen würde! O’Quinn glaubte sofort an weitere Klone – anscheinend war der Samen aus dem ersten Abenteuer doch noch nicht besiegt! Und vielleicht war auch der Barkeeper ein Klon und hatte sie angelogen! Die Lage wurde immer konfuser..

An dieser Stelle kam ein Page zum Tisch der vier Herren und bat sie zur Rezeption, wo sie ein Telefongespräch erwartete. Der Anrufer war unbekannt. Als einer der Spieler an das Telefon ging hörte er ein Ehepaar sich streiten, und zwar lautstark. Als irgendwann dann der kleine Sohn das Zimmer betrat, eskalierte die Situation. O’Finnegan schlussfolgerte messerscharf, dass das die umgekommene Familie Heller aus 608 sein musste.


I had a dream, which was not all a dream.
The bright sun was extinguish'd, and the stars
Did wander darkling in the eternal space,
Rayless, and pathless, and the icy earth
Swung blind and blackening in the moonless air;
Morn came and went--and came, and brought no day,
And men forgot their passions in the dread

- Lord Byron: Darkness -

#2 Seraph

Seraph

    Revolvermann

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Geschrieben 14. April 2013 - 15:50

Suite 608

Die Gruppe beschloss nun, die Suite 608 aufzusuchen, anstatt die Telefonnummer von Elena zu wählen oder weiteres Personal zu befragen. Da das Abenteuer bis dato etwas stockend verlaufen war, wurde nun das Finale eingeläutet. Ein Zimmermädchen, das die Gruppe dabei beobachtete, wie sie die Suite 608 mit einem Dietrich öffneten, wurde von dem Ausweis wedelnden O’Quinn verscheucht und die Gruppe betrat die Suite…

 

Musik: Lustmord – Carbon/Core (komplettes Album)

 

Das Erste, was der Gruppe auffiel, war die durchdringende Kälte in der Suite. Auf den ersten Blick schien sie normal aufgebaut zu sein – Diele, Schlafzimmer, Wohnzimmer und ein daran angrenzendes Badezimmer. Bereits in der Diel erblickten die Vier jedoch eine Leiche, die halb eingewickelt in die herunter gerissenen Vorhänge vor dem Wohnzimmerfenster lag. Erste Furcht breitete sich aus, doch niemand wollte sich der Leiche mehr als nötig nähern.

Dann hörten die SC das Weinen einer Frau – es kam aus dem Schlafzimmer. O’Finnegan und Kensington entschlossen sich, nachzusehen, während O’Quinn und Baker bei der Leiche blieben. Niemand war im Schlafzimmer zu sehen, doch das Weinen kam eindeutig vom Bett aus. Darunter lag niemand (sehr schön, wie paranoid die Spieler noch vom ersten Abenteuer waren!), doch Verborgenes Erkennen brachte auf dem Kopfkissen in Paar Blutspritzer zu Tage. O’Finnegan schlug die Bettdecke zurück und bestrafte sich und Kensington gleich dafür mit einem STA-Verlust. Unter der Decke war alles voller Blut – chirurgische Instrumente und eine lange Nabelschnur lagen dort.

„Wir haben den Arzt gefunden“, bemerkte O’Finnegan trocken.

Aber wenn niemand hier war – was war dann im Wandschrank…? Die Spieler wurden zusehends paranoider und als O’Finnegan widerwillig den Schrank mit einem Ruck öffnete, war er mehr als erleichtert, dass dieser leer war. Von draußen sah das Schlafzimmer wieder völlig unberührt aus. O’Finnegan schien das jedoch alles zu viel zu sein, denn er öffnete die Tür nach draußen – und sah plötzlich nur noch Mauerwerk! Der Weg nach draußen war versperrt!

 

Zurück im Wohnzimmer untersuchte die Gruppe nun zu viert die Leiche und erkannte den Rezeptionisten Bennett, dessen Bauch völlig aufgeplatzt war. Dass nun bei Kensington und O’Quinn zunehmend stärkere Bauchschmerzen einsetzten, machte das ganze natürlich nur schlimmer… (die Spieler glaubten übrigens, dass Elena Lorenzo daran schuld war, weil nur Kensington und O’Quinn mit ihr gesprochen hatten!).

Plötzlich waberte Wasserdampf vom Badezimmer aus in das Zimmer. Wasser plätscherte. Kensington beschloss, ein Fenster zu öffnen, aber der Sog war zu schwach, als dass sich der Dampf schnell verziehen würde. Vorsichtig betraten die Vier das Badezimmer – Baker blieb sicherheitshalber am Eingang stehen und sicherte nach hinten ab. Frauenkleidung lag auf dem Boden und auf dem Rand der Badewanne stand ein Glas Schnaps. O’Quinn blickte in den Spiegel und sah verwirrt wie das Zimmer im Spiegel viel, viel größer war, als eigentlich in Wirklichkeit. O’Finnegan wollte erst nicht in die Wanne sehen und schubste erst das Schnapsglas hinein, was nur ein lautes „KLONK“ ergab. Verwirrte blickte er hinein und sah einen großen Block Eis, in dem eine Frau eingefroren war. Nur noch ihr Kopf und ein Arm schaute heraus – panisch ergriff sie O’Finnegans Arm wie ein Schraubstock und blickte ihn flehend an.

Dann erhob sich etwas Menschengroßes hinter der Badewanne und schlurfte durch die Schwaden auf die Gruppe zu. Der Spiegel explodierte und zerschnitt O’Quinn das Gesicht mit lauter Scherben. O’Finnegan schaffte es erst im zweiten Anlauf, einen vergleichenden ST-Wurf gegen Elena Lorenzo in der Badewanne zu gewinnen und schoss dann zwei Mal ohne nennenswerte Wirkung auf die Gestalt hinter der Badewanne. Je näher sie kam, desto kälter wurde es und als sie sahen, dass selbst Schrotmunition nichts ausrichtete, flohen sie zurück ins Wohnzimmer.

 

Dort saß plötzlich jemand am Schreibtisch und schrieb – Miles Jacoby, der Mann, der sich am Nachmittag noch vom dritten Stock auf den Brunnen gestürzt hatte! Kensington warf einen gehetzten Blick hinter sich und sah mit Erleichtern, dass das Badezimmer wieder unbenutzt aussah. O’Finnegan sprach Jacoby an, doch der antwortete nicht. Erst, als Kensington ihn an die Schulter fasste, sprang der Mann auf und sah sich panisch um. Als er alle vier Männer erblickte weiteten sich seine Augen vor Furcht und er schrie laut auf. Dann hetzte er in die Diele und ruckelte an der Tür nach draußen, bis diese aufsprang und tatsächlich wieder in den Flur führte. Er blickte noch einmal voller Panik die Gruppe an und floh dann nach links weg.

„Oh nein…“stammelte Kensington, der alles begriffen hatte. „Ich weiß jetzt, was passiert. Jetzt bringt er sich um – wegen uns! Wir sind schuld!“ – diese Erkenntnis kostete erneut STA-Punkte. Die Gruppe war froh, die Suite verlassen zu können und betrat den Flur – und tatsächlich: Jacoby rannte den gesamten Flur entlang, blickte sich im Atrium noch einmal um und sprang dann von der Brüstung herab.

Dann öffnete sich auf der Hälfte des Weges eine Tür und ein dicker Mann stolperte wimmernd heraus, gefolgt von Detektiv Havering! Der Mann hielt sich schreiend den Bauch und irgendetwas ruckte und bewegte sich dort drin auch, woraufhin Havering im zwei Mal in den Kopf schoss. Die Schüsse waren ohrenbetäubend laut – wie Granateneinschläge – und für ein paar Sekunden waren alle SC taub. O’Finnegan rannte auf den Detektiv zu, der einzige menschliche Anker in dieser verrückten Welt, aber auch dieser bemerkte ihn überhaupt nicht! Selbst als O’Finnegan ihn am Arm festhielt, vollzog der Detektiv so mühelos seine Bewegungen (den Toten untersuchend), als gäbe es O’Finnegan gar nicht!

Dann ging mit einem Mal zu beiden Enden des Flures eine Deckenlampe aus. Dann noch eine. Und noch eine. Dahinter war es nicht einfach nur dunkel – es war pechschwarz. Und Geräusche erklangen (). Dann gingen immer mehr Lampen aus, bis die Schwärze fast O’Finnegan erreicht hatte. Panisch rannte dieser zurück und die Gruppe suchte notgedrungen erneut Zuflucht in Suite 608, denn mit der Dunkelheit in Berührung kommen, wollte niemand.

Doch als sie nun erneut die Diele betraten, war das Schlafzimmer ebenfalls in dieselbe pechschwarze Dunkelheit gehüllt. Kensingtons und O’Quinns Bauchschmerzen waren so schlimm wie noch nie zu vor und beide verspürten das Verlangen, hinein in die Schwärze zu gehen, obwohl dies vollkommen irrational war. Dann brach etwas aus der Wand und überzog die Wände mit einer eitrigen orange-bräunlichen Schicht aus kranken Tumoren, Adern und anderen Geschwüren. Ein….Mann (?) schien aus der Wand herauszubrechen und kroch gurgelnd auf die vor Angst erstarrte Gruppe zu. So etwas Widerliches und Unnatürliches hatte noch nie jemand gesehen und als Folge war ein STA-Wurf (1W6/1W20) fällig. Kensingtons und O’Quinns Bauch riss an dieser Stelle auf und vor Schmerzen gingen sie in die Knie, als kleine Kugeln in derselben Farbe und Konsistenz wie das Wesen vor ihnen aus ihren Körpern austraten und auf das Wesen zuflogen.

Dann wurde allen schwarz vor Augen.

 

Die Flucht

Die Gruppe wachte vor der Suite auf. Irgendetwas ruckte und schlug von innen vor die Tür und als diese in einem Regen aus Holzsplittern aufbrach, ergoss sich diese orange-Braune „Fäulnis“ in den Flur und überzog Boden, Decke und Wände damit.

 

Musik: Dead Space Ambient – Hunting Ground

 

Kurioserweise musste einer der Spieler plötzlich wirklich aufgrund von Bauchschmerzen frühzeitig gehen und so wurde er für die Schlussviertelstunde gerailroadet.

Die Gruppe rannte erstmal ins Atrium und sah, dass die Fäulnis das ganze Hotel übermannt hatte. Aus dem Foyer drang seltsame Musik…

 

F.E.A.R. 2 – Almas Music Box

 

…und die Spieler waren sich uneinig, ob sie nun fliehen sollten oder das Wesen irgendwie bekämpfen. Da es sie aber nun mal nicht getötet hatte, war man sich irgendwie uneinig. Ab und an hörten die Vier Stimmen flüstern und Berührungen, so als hätte sie jemand beiseitegeschoben und Kensington kam rasch auf die Idee einer Parallelwelt. Dummerweise waren die Fenster und das Ausgangsportal mit eben dieser schleimigen Membran überzogen, wie das ganze restliche Hotel. Zwar standen sie auch auf dieser Masse und lebten noch, dennoch wollte niemand es wagen, sich einen Weg durch die Membran nach draußen zu schaffen. Auch nicht, als sie sahen, dass hin und wieder Schemen rein und raus gingen.

O’Finnegan holte sich einen Barhocker aus dem Speisesaal und warf ihn dann in die Masse vor der Tür. Schmatzend saugte sie den Stuhl ein und er ward nicht mehr gesehen. Kensington überlegte, ob man das gesamte Hotel denn nicht in Brand setzen sollte und zündete probehalber ein Stück der schleimigen Masse auf dem Boden an, was auch gut klappte.

Nun war die Gruppe völlig uneins, was sie tun sollte.

Als Baker einen zweiten Stuhl holen wollte, zog irgendetwas ebenfalls an dem Hocker, schubste ihn weg und stellte den Hocker wieder hin. Die Idee einer Parallelwelt war nun endgültig vorherrschend.

O’Finnegan entschied sich endlich, sich einen Weg durch die Masse zu bahnen und gelangte nach einem letzten STA-Verlust nach draußen.

Der Spielleiter nahm ihn jedoch mit nach draußen, weshalb die anderen drei Spieler nichts davon wissen konnten, dass die Flucht ansonsten ungefährlich war. Schlussendlich taten sie es dann aber auch. Draußen waren sie wieder in der „normalen Welt“ angelangt und ein ziemlich verärgerter Portier schimpfte über den herausgeworfenen Barhocker.

 

Alle vier hatten überlebt. Das Wesen in dem Hotel hatte überlebt und nach einer halben Stunde glomm ein helles orangenes Licht im Himmel über dem Hotel auf und verlosch dann wieder.

Der Wahnsinn der Charaktere wird weiter gehen…


I had a dream, which was not all a dream.
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#3 Dr. Clownerie

Dr. Clownerie

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Geschrieben 14. April 2013 - 16:58

Super, freut mich, dass das Abenteuer so gut ankam :)



#4 Seraph

Seraph

    Revolvermann

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Geschrieben 14. April 2013 - 17:30

Habt ihr euch da eigentlich von Zimmer 1408 inspirieren lassen? ;)


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#5 Dr. Clownerie

Dr. Clownerie

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Geschrieben 14. April 2013 - 23:40

Ich hatte es geschrieben, noch bevor der Film ins Kino kam. Aber ich kannte die Kurzgeschichte und die hat mich inspiriert :)



#6 Frostgeneral

Frostgeneral

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Geschrieben 15. April 2013 - 14:37

Schreit nach einer neuen Episode von System Matters *hust*, in der Mann die Zuhörer heiß macht auf dein Szenario :P


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