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Fischfutter (Spoiler)


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5 Antworten in diesem Thema

#1 Guest_Studer_*

Guest_Studer_*
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Geschrieben 05. Mai 2013 - 21:49

Wir haben Fischfutter mit drei SCs in ca. 6 Stunden durchgespielt. Das ganze wurde ziemlich mit der "Brechstange" gespielt. Aber der Reihe nach:

 

1. Die SCs wurden als berühmte und reiche Mitglieder der Kingsporter Gemeinde (wo sie zuvor eine Mordserie aufklären konnten) von dem frisch vermählten Ehepaar Crossing zu der Jungfernfahrt der Atlantic Maiden eingeladen, die zu diesem Zweck extra auch in Kingsport einlief. Unter Anwesenheit der örtlichen Presse betraten die drei SCs das Deck (ein Ex-Detektiv, ein Arzt und ein Erfinder, der streng genommen bereits in Boston zugestiegen war). Es wurde Champagner gereicht, man tanzte mit den beschwipsten jungen Damen an Bord, philosophierte über Kochbücher ohne Kochrezepte und verlorene Erfindungen (darunter den Haartrockner und den Waldorf Astoria Salat). Auch bei den albernen Party-Spielen machte man mit (Stichwort: Apfeltauchen). Man lernte noch die schwarze Sängerin kennen, hakte diese aber als gesellschaftlich nicht relevant ab und wandte sich eher der Bostoner Oberschicht zu.

 

2. Als urplötztlich ein Sturm aufzog, überzeugte man den Kapitän, umzukehren. Das plötzlich auftauchende Leuchtfeuer wurde als ein solches erkannt, dass keinesfalls den Weg nach Boston weisen konnte. Dennoch lief die Atlantic Maiden auf das Licht zu . . . und zerschellte am Teufelsriff. Die SCs sprangen auf das Riff bzw. zogen sich hier an Land, als die Hybriden in ihrem Ölzeug auftauchten. Man wurde überwältigt und gezwungen den Seetang zu essen (real gab es Sushi!). Die SCs fielen in Trance und erkannten die übernatürliche Existenz im Wasser mit ihrem riesigen Hunger. Allerdings spürten sie auch den Ekel des hungernden Etwas vor bzw. im Wasser unter Ihnen, weswegen es nachvollziehbar war, dass die SCs - anders als andere - kurzerhand ins Meer geworfen wurden.

 

3. Man klammerte sich an Wrackteile und wurde bei Falcon Point an den Strand gespült. Hier klopfte man an die Fischerhütte von Cory und erhielt erste Hinweise zu Innsmouth, deren degenerierten Bewohnern und den Leuchtfeuern. So war den SCs relativ schnell klar, wem oder was sie hier gegenüberstanden. Einer Stadt, die komplett gegen sie sein würde. Sie fühlten sich dennoch berufen, die neuen Bekannten von der Atlantic Maiden zu retten.

 

4. Am nächsten Tag ging man nach Newburyport, deckte sich mit Waffen und einem Kastenwagen ein und fuhr schnurstracks nach Innsmouth.

 

5. Hier hielt man vor dem auffällig neuen Supermarkt und erspähte noch den Salesman John Mackay, der sich herablassend über Innsmouth äußerte und dann in westlicher Richtung verschwand. Im Supermarkt erfuhr man von dem Gilman House (Hotel) und der hektischen Betriebsamkeit in deren Küche. Kurzerhand ging man zum Gilman House und verlangte drei Zimmer, die man im 3. Obergeschoss erhielt. Während 2 SCs den Hotelier ablenkten, schlich der Erfinder in die Küche und konnte vier Hybride bei der Zubereitung des Seetangs beobachten. Man war sehr neugierig und sprach die Köche an, um den Seetang zu kosten und mehr herauszufinden. Die Hybriden drohten mit der Polizei und die SCs schlichen erhobenen Hauptes von dannen.

 

6. Schließlich entdeckte man den Esoterischen Orden von Dagon (Gebäude), und trat dort kurzerhand ein, da man herausbekommen hatte, dass der im Gilman House zubereitete Seetang hier hereingebracht wurde. Eine weitere Vision von den Gefangenen in Ketten bestärkte die SCs in ihrem Verdacht, dass sich in diesem Gebäude die Gefangenen befinden mussten. Im Inneren erkannte man am Ende einer riesigen Halle etwa 20 Hybride im Gebet vertieft. In einem Seitenschiff erspähte man eine hohe Statue seltsamen Umrisses. Zudem machte man eine Tür aus, durch die der frisch zubereitete Seetang gebracht wurde. Die SCs überlegten nun, wie sie an den 20 Hybriden vorbei durch die Tür zu den Gefangenen kommen sollten. Schließlich verbargen sich zwei SCs nahe der (nicht erkannten) Statue des gro0en Cthulhu, während ein SC eine Öllampe auf den Boden warf. Sofort kam Bewegung in die Hybridenmenge. Letztlich kam es auch zu einem Kampf, bei dem der Arzt ohnmächtig wurde. Man trat fluchend und nach so manchem Schuss aus abgesägten Schrotflinten den Rückzug an.

 

7. In einem vermeintlich verlassenen Bauernhaus in der Marschlandschaft stolperte man zufällig über den Nachfahren eines damaligen Besatzungsmitglieds des Schiffs von Obed Marsh. Von diesem greisenhaften Nachfahren erfuhr man sämtliche Details zu dem Ritual (Handout) und fand in ihm einen gebrechlichen aber entschlossenen Verbündeten. Man reiste weitere zurück hinter die Linien nach Newburyport ins Krankenhaus, um den Arzt zu versorgen.

 

8. Vom Krankenhaus aus rief man Captain Blair aus Kingsport an und bat um Unterstützunng durch ein 5-Mann-SEK zur Unterstützung vor Ort. Die dankbare Kingsporter Polizei (vgl. o.) kam diesen Ansinnen nach. Der schwer verletzte Arzt musterte die Polizisten und entschied sich, seinen Körper zu verlassen, und in den Körper eines starken und unverletzten Polizisten zu fahren (Seelentausch, gelernt nach dem Borken-Abenteuer - war ja klar, dass die SCs damit Schabernack treiben werden . . .).

 

9. Am nächsten Tag fuhren die 3 SCs (einer in seinem neuen Körper) mit 4 Polizisten, einem Chauffeur und dem Greis (=9 SCs und NSCs) zurück nach Innsmouth. Man entschied sich für eine Art Partisanen-Taktik. Zunächst marschierte man in das Gilman House, erschoss den Hotelier und stürmte die Küche, um die Seetang-Köche umzubringen. Dann lief man auf den Esoterischen Orden von Dagon zu. Nach einem kurzen Intermezzo als verkleidete Köche (Fehlschlag), kam es zu einem Schusswechsel mit der örtlichen Polizei, bei der letztere den Kürzeren zog. Wärend eine Gruppe der "9" Flankenschutz leistete, griffen die SCs frontal den Tempel an. Die nur leicht bewaffneten Hybriden verbarrikadierten sich. Die SCs (deren Spieler schon einmal von dem Abenteuer Sturm auf Innsmouth gehört hatten und sich nun darin wähnten) griffen mit Dynamit in Mittelalter-Manier den Tempel frontal an. Jetzt wurde es dem Priester der Hybriden zu bunt. Dieser sprach von einem der oberen Stockwerke mit Sicht auf die SCs einen "Atem der Tiefe". Die Lunge eines SCs in Führungsrolle füllte sich langsam mit Meerwasser. Und sicherlich wäre jeder andere SC gestorben. Nicht aber dieses Exemplar: Ein SC, der auf sich selbst "Fremdes Fleisch" (ebenfalls aus dem Borken Abenteuer) angewandt hatte, und jetzt mit KO 30 durch die Weltgeschichte lief.

 

10. Trotzdem bekamen die SCs es jetzt mit der Angst zu tun. Man entschied sich, auf Vorschlag des Greises hin, am nächsten Tag mit einem schnellen Boot die Opfer zu gegebener Zeit aus dem Wasser zu ziehen, bevor das Ritual beendigt wäre. So sollte es mit einem Boot der Kingsporter Küstenwache dann auch geschehen: 5 Opfer konnten gerettet werden, das hungrige Etwas erspähte man relativ unbeschadet. In die johlende Menge von Hybriden auf dem Riff warf man so viel Dynamit, dass derer 70 starben. Den menschlichen Opfern konnten die Quallen mit Hilfe von Süsswasser entfernt werden, und man lief ohne weitere Zwischenfälle in Kingsport ein.

 

Fazit: Es war den Spielern wohl etwas zu schnell klar, um was für eine Konfrontation es sich handeln würde. Der "Vorhang wurde zu schnell" gehoben. Naja, nicht jedes Abenteuer läuft nach dem gleichen Strickmuster ab. - Jedenfalls sind die SCs jetzt wohl reif für den wahren "Sturm auf Innsmouth".


Bearbeitet von Studer, 06. Mai 2013 - 10:37 .

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#2 Ruud van de Grachtenspeel

Ruud van de Grachtenspeel

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Geschrieben 05. Mai 2013 - 22:06

Ohne "Borken" wäre das alles ganz anders gelaufen...

Sowohl "Fremdes Fleisch" als auch der "Seelentausch" waren Gold wert....allerdings sind da zwei Charaktäre, die langsam aber sicher auf die dunkle Seite der Macht abgleiten... :D


Bearbeitet von Ruud van de Grachtenspeel, 06. Mai 2013 - 06:51 .

happiness is a warm gun


#3 Guest_Seanchui_*

Guest_Seanchui_*
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Geschrieben 06. Mai 2013 - 05:02

Toller Bericht! Das Abenteuer haben wir noch vor uns. Gab es Stellen, die hakelig waren?

 

Und - die zwei Charaktere sind definitiv Sith-Lords :)



#4 Ruud van de Grachtenspeel

Ruud van de Grachtenspeel

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Geschrieben 06. Mai 2013 - 08:32

Für uns Spieler war es zwischendurch schwierig, den richtigen Hebel zu finden...wir wollten eigentlich "mit der Brechstange" die Gefangenen noch lange vor dem Ritual befreien...nachdem wir die Köche ausgeschaltet hatten war der Sturm des Tempels unabdingbar (zumindest in unseren Köpfen...)

Der SL hat das aber gut zu verhindern gewusst...(Zitat: "Ihr seid mir ein wenig zu konfrontativ...")....


happiness is a warm gun


#5 Blackdiablo

Blackdiablo

    Herr des Schreckens

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Geschrieben 06. Mai 2013 - 14:04

Gehakelt hat es hier:
1. Der Aufbau einer ausreichend tiefen Beziehung zu den zukuenftigen Opfern.
2. Die Darstellung des empathischen Bandes.
3. Die SCs nutzten nicht die Freiheit, sich durch Innsmouth zu bewegen bzw. Die Stadt zu erkunden, was aber auch nachvollziehbar war, da sie schnell in das Epizentrum der Ereignisse vorgedrungen waren.

Den ersten und den zweiten Punkt kann ich voll unterstützen. Es ist tatsächlich sehr schwer, eine Beziehung über "können die doch nicht so einfach verrecken lassen" zu kreiren. Als ich das Abenteuer damals im Zuge einer etwas größeren Innsmouth Kampagne geleitet habe, hatte ich als erstes Abenteuer "Der Einsame im Sumpf" vorangestellt, wobei das Hochzeitsboot in eine Trauerfeier umfunktioniert worden ist für die Opfer jenes Massakers im Sumpf. Zu Gast waren damit natürlich viele Verwandten der NPCs aus dem "Einsamen", was es zumindest in gewisser Weise zu etwas mehr als der Rettung gesichtsloser NPCs hat werden lassen (beim "Sturm" sind übrigens die überlebenden Familienmitglieder aus "Fischfutter/Flucht aus Innsmouth" auch als etwas namenhaftere Chargen aufgetreten, was auch ziemlich gut funktioniert hat).

Der dritte Punkt hebelt sich etwas auf, wenn man das Ganze noch mit "Flucht aus Innsmouth" kombiniert. Sowohl der Plan der SCs hat dadurch komplexer zu werden (schließlich muss auch Burnham gerettet werden) und in Folge davon müssen eigentlich zwangsläufig mehr Optionen, die die Stadt zu bieten hat, genutzt werden. Und wie bei dir bereits anklingt, ist es natürlich ratsam, die Charaktere nicht sofort ins kalte Wasser zu werfen (haha), sondern auf irgendeine Weise vorher mit Innsmouth vertraut zu machen.

 

Ein Problem, was ich im Nachhinein mit dem Abenteuer habe, ist die Benutzung Cthyllas. Irgendwie finde ich das doch ein wenig over the top, auch im Anbetracht des kommenden "Sturms". Bei mir hatte die im Endeffekt keine allzugroße Rolle, denn es war nur wichtig: "Aha, da ist ein böses Ritual und die wollen unsere Leute opfern ..." und im Endeffekt reicht das auch. Irgendwie finde ich, dass nicht immer ein Großer Alter dabei seien muss. Es hätte sich auch um etwas ein wenig gewöhnlicheres (für die Deep Ones) handeln können, statt gleich der Tochter Cthulhus im Hafenbecken von Innsmouth.

 

Grüßend

Blackdiablo

 

PS: Ihr habt doch vorher "Das Bildnis" gespielt, oder? Gefällt mir echt gut, dass deine Spieler Blair mit ins Boot geholt haben (haha), denn bei uns gilt der dank seiner starken Präsens als sehr erinnerungswürdig ... :D


"Nicht einmal der Tod kann dich vor mir retten."

 

- Diablo II

 

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- Wir bitten auch herzlich um Feedback! :) -

 


#6 turtle der alte

turtle der alte

    Der Marshal

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Geschrieben 06. Mai 2013 - 20:56

Starker Spielbericht, war mit Sicherheit mal richtig toll für die Spieler den bösen Jungs mit viel Feuerkraft in den Hintern zu treten. Nach den Bergen des Wahnsinns plane ich eine Lovecraft Country Kampagne, einer der Höhepunkte soll das Geschehen um Innsmouth und der Sturm auf selbiges werden.






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