Zum Inhalt wechseln


Foto

Neue Fertigkeit: Religion


  • Bitte melde dich an um zu Antworten
38 Antworten in diesem Thema

#16 grannus

grannus

    Ich hab den Gatsby geknallt!

  • Mitglieder
  • PIPPIPPIP
  • 4.716 Beiträge

Geschrieben 28. Juni 2013 - 16:25

Das dieses Prinzip in einer Kampagne nicht praktikabel ist, war mir irgendwie schon klar- gerade wenn man eben keinen Charakter mit Vorkenntnissen am Start hat. In meinem Prag-Abenteuer würden die Charaktere aber immens davon profitieren (Kabbala-Magie ist einfach brutal interessant), also suche ich auch nach einer Lösung wie ich das elegant lösen kann- und dabei möchte ich nicht (wie in so manchen schlechten Horror-Film) einen Aushilfs-Juden dabei haben müssen.



#17 Guest_Herostrat_*

Guest_Herostrat_*
  • Gäste

Geschrieben 28. Juni 2013 - 17:01

Hi

wenn ich diese optionale Regel von mir wiederlese, muss ich sagen, dass die wirklich ein bisschen verwickelt geraten ist. Ich stand damals vor dem Problem, dass ich diese "Magieform", der ich ein Kapitel gewidmet hatte, Charakteren nicht grundsätzlich vorenthalten wollte, auf der anderen Seite gemäß des in dem Band ausgeführten Magie-Verständnisses die Hürde für einen Zugang sehr hoch legen wollte. Wenn man nun aber das Verständnis von Magie weniger strikt sieht (ich glaube, das deutsche Cthulhu ist da strenger etwa als das amerikanische?) und vielleicht insgesamt die Stellschrauben ein wenig in Richtung Pulp dreht, kann man das natürlich auch ganz anders machen. Aber es ist wohl so, dass gerade etwas wie die Kabbala davon lebt, dass es ganzheitlich durchdrungen werden muss, bevor es (wenn überhaupt) nutzbar gemacht werden kann. Wenn man das ganze allerdings mehr in Richtung Ritualmagie schiebt, dann könnte man auch weniger Erleuchtete einfach machen lassen. Für ein Abenteuer bzw. eine Kampagne ist diesbezüglich die erste Frage, zu was willt man die Spieler bemächtigen und zu welchem Preis. Und wenn man das weiß, muss man eben überlegen, wie man das möglichst spannend und interessant gestaltet.

Grüße
Christopher



#18 grannus

grannus

    Ich hab den Gatsby geknallt!

  • Mitglieder
  • PIPPIPPIP
  • 4.716 Beiträge

Geschrieben 28. Juni 2013 - 17:07

Danke schon mal für diese Einsicht/Erleuchtung.  In Bezug auf die Kabbala als solche werde ich (und hoffentlich noch andere) Gedanken machen müssen. Es muss auf jeden Fall weniger strikt sein als im Arcana von dir beschrieben. Ich möchte die SC dazu befähigen, die Magie hinter der Kabbala, die Symbolik, die Ahnung das dahinter Großes steckt, etwas besser zu verstehen und sich evtl. dagegen zu wehren weiß. Doch, ich glaube, das ist mein Ziel.



#19 Guest_Herostrat_*

Guest_Herostrat_*
  • Gäste

Geschrieben 28. Juni 2013 - 17:32

Warum lässt du die Charaktere nicht Kabbalisten sein oder Lehrlinge eines großen Kabbalisten, die durch nächtliches Blättern in dessen Büchern und allgemeine Aufmerksamkeit schom einiges aufgeschnappt haben, ohne allerdings das Ganze zu überblicken? Das bürstet zwar einiges gegen den Strich, könnte aber interessant sein. Mit Standardcharaktere befürchte ich ist so was recht schwer und verkommt schnell zu einem "Ich kauf das Amulett bei dem alten Krämerweib, klau den Schädel des Gehenkten und stell die Steine auf wie in dem Buch beschrieben und sing was da steht und das wird schon hinhauen".  



#20 grannus

grannus

    Ich hab den Gatsby geknallt!

  • Mitglieder
  • PIPPIPPIP
  • 4.716 Beiträge

Geschrieben 28. Juni 2013 - 17:33

Da ich die Charaktere nicht vorgebe, ist das wohl nicht möglich. Wenn das Ding fertig ist, möchte ich das mit verschiedenen Gruppen spielen können. Und wenn jemand Interesse haben sollte, kann er die Abenteuer auch gerne haben.



#21 Der Tod

Der Tod

    his red right hand

  • Mitglieder
  • PIPPIPPIP
  • 3.216 Beiträge

Geschrieben 28. Juni 2013 - 17:35

Da ich die Charaktere nicht vorgebe, ist das wohl nicht möglich. Wenn das Ding fertig ist, möchte ich das mit verschiedenen Gruppen spielen können. Und wenn jemand Interesse haben sollte, kann er die Abenteuer auch gerne haben.

 

Bin auf jeden Fall interessiert sobald was spielbares vorliegt!


Cthulhus Ruf - Das Magazin

all things move towards their end


#22 starwarschef

starwarschef

    Supporter

  • Mitglieder
  • PIPPIPPIP
  • 5.325 Beiträge

Geschrieben 28. Juni 2013 - 17:36

Mit Standardcharaktere befürchte ich ist so was recht schwer und verkommt schnell zu einem "Ich kauf das Amulett bei dem alten Krämerweib, klau den Schädel des Gehenkten und stell die Steine auf wie in dem Buch beschrieben und sing was da steht und das wird schon hinhauen".

Hey, so funktioniert das doch mit dem Zauber lernen bei Cthulhu?!
(Hmm, der Umgang mit Magie im Mythos wäre auch mal wieder ein nettes Thema zur Diskussion?!)

TEST


#23 grannus

grannus

    Ich hab den Gatsby geknallt!

  • Mitglieder
  • PIPPIPPIP
  • 4.716 Beiträge

Geschrieben 28. Juni 2013 - 17:39

@SWC: Wenn du Zeit hast mach den Thread und die damit verbundene Diskussion auf!



#24 Guest_Herostrat_*

Guest_Herostrat_*
  • Gäste

Geschrieben 28. Juni 2013 - 17:50

Das (undeutliche) Beispiel war eine Reaktion auf die Idee, dass die Spieler das etwas besser verstehen sollen und sich dagegen wehren können sollen. Das finde ich schon ne ganze Menge und es ist meiner Meinung nach nicht leicht, das dann nicht zu experimenteller Magienachspielerei werden zu lassen. (Die Frage danach, wie so etwas in einer vom Mythos bestimmten Welt überhaupt funktionieren kann mal ganz außen vor gelassen)

Aber so was ist in der Theorie immer schwer zu behandeln, denn kreative Autoren können manches in Abenteuern realisieren (kreative Spieler zumal), was der Theorie nach nicht zu passen scheint. Deshalb bin ich auf jeden Fall auf das Ergebnis gespannt.



#25 grannus

grannus

    Ich hab den Gatsby geknallt!

  • Mitglieder
  • PIPPIPPIP
  • 4.716 Beiträge

Geschrieben 28. Juni 2013 - 18:01

die Kabbala ist in dieser Hinsicht ein schwieriges Thema und ich möchte es ja auch nicht unter Wert verkaufen, dafür ist sie viel zu mysteriös, spannend und gefährlich (ein falscher Buchstabe und...puff!). Deswegen wäre ich für jede Anregung dankbar. Eine andere Überlegung wäre es, den Zugang zur Kabbala, bzw. zu deren Mysterien durch Bezugswissenschaften herzuleiten/zu vereinfachen...z.B. Mathematik. Es gibt mit Sicherheit mehr Mathematik-Experten unter Charakteren als Kabbalisten bzw. Juden (ist ja irgendwie ein Tabu-Thema habe ich das Gefühl).



#26 grannus

grannus

    Ich hab den Gatsby geknallt!

  • Mitglieder
  • PIPPIPPIP
  • 4.716 Beiträge

Geschrieben 28. Juni 2013 - 18:03

Um nochmal kurz auf die Religion zurückzukommen: bisher gibt es zwei Gruppen, die ich unterscheiden kann:

  1. Religionswissenschaft als Geisteswissenschaft
  2. Religion (Spezialisierung)

Oder?


Bearbeitet von grannus, 28. Juni 2013 - 18:19 .


#27 grannus

grannus

    Ich hab den Gatsby geknallt!

  • Mitglieder
  • PIPPIPPIP
  • 4.716 Beiträge

Geschrieben 28. Juni 2013 - 18:19

Aaah, der Wahnsinn oder der Fehlerteufel haben mich dazu verleitet....natürlich Geisteswissenschaft! Argh!



#28 starwarschef

starwarschef

    Supporter

  • Mitglieder
  • PIPPIPPIP
  • 5.325 Beiträge

Geschrieben 28. Juni 2013 - 19:19

@SWC: Wenn du Zeit hast mach den Thread und die damit verbundene Diskussion auf!

Steht zumindest auf einer evtl. 2doListe ;)

Aber Back2topic:

Um nochmal kurz auf die Religion zurückzukommen: bisher gibt es zwei Gruppen, die ich unterscheiden kann:


  • Religionswissenschaft als Geisteswissenschaft
  • Religion (Spezialisierung)
Oder?

Die vorausgehende und wichtigere Frage wäre für mich eher, was macht da den spielbezogenen Unterschied?
Wenn ich Religionswissenschaft als Fertigkeit höre, würde ich innerhalb des relativ unspezifischen Fertigkeitensystems von Cthulhu (und gerade in der klassischen nicht postmodernen Ära) von einem Wissen über Religion(en) ausgehen (evtl. mit Schwerpunkt), aber wenn jemand sowas studiert hat, sollte er sich da auch allgemein etwas auskennen.
Wo wäre dann aber der Unterschied zur Fertigkeit Religion?

Außer ich würde die Religion als Ausübung derselbigen verstehen, dann ließe sich das Ergebnis der Probe aber auch über Wissen rekurieren?!


TEST


#29 Wrzlprmft

Wrzlprmft

    Unaussprechlicher

  • Mitglieder
  • PIPPIPPIP
  • 1.012 Beiträge

Geschrieben 28. Juni 2013 - 21:46

Ich fände es halt schade, wenn ein Thema wie Religion einfach unter den Teppich gekehrt wird, bzw. unter "Allgemeinbildung" bzw. "Wissenswürfe". Blickt man auf den Charakterbogen, sieht man mMn allerhand Fertigkeiten, die da wesentlich abstruser sind (z.B. Buchführung, Reiten) als Religion.

Man darf nicht vergessen, dass das Fertigkeitssystem von Cthulhu vor allem darauf ausgelegt ist, was Charaktere in klassischen Abenteuern brauchen können, und weniger darauf, was Charaktere eventuell mal gebrauchen können oder was sie charakterisiert bzw. was sie gut beherrschen. Aus dem gleichen Grund gibt es auch keine Fertigkeiten Mathematik, Forstwirtschaft, Politikwissenschaft oder Meteorolgie. Buchführung wird zum Beispiel klassischerweise dazu genutzt, die Bücher des Kultistengeschäfts schnell zu erfassen und zu bemerken, dass etwas faul ist.

In Cthulhu würde ich Kenntnisse über die meisten klassischen Religionen insofern von Okkultismus trennen, als das Okkultismus (im Sinne von »Pentagramme für Fortgeschrittene«) deutlich enger mit Mythosbüchern usw. verwandt ist und deswegen im Spiel relevanter ist, da es deutlich eher beim Verständnis des Mythos helfen kann oder auch für Antagonisten ein wahrscheinlicheres Trittbrett in den Mythos ist. Hingegen hilft Kenntnis über klassische Religionen nur selten direkt beim Verständnis des Mythos. Die indirekte Nützlichkeit von weiten Kenntnissen über z. B. Judentum oder Katholizismus, welche okkulte Kenntnisse mit sich bringen, die wiederum nützlich sein können, ist ja mehr oder weniger bereits dadurch abgedeckt, dass die zugehörigen Berufe (kath. Priester, Rabbi) über Okkultismus als Berufsfertigkeit verfügen.

Ansonsten wage ich zu behaupten, dass es in den Zwanzigern halt wirklich recht angemessen ist, einen gewissen Grad an Kenntnis über die lokale Variante der eigenen Religion (z. B. Katholizismus nach bayrischem Ritus) und der vorherrschenden Religion (falls unterschiedlich) als Allgemeinbildung einzustufen. Den Bereich jenseits dieses Grundstocks, der nicht bereits unter Wissen fällt, das praktisch nur Berufsreligiöse haben, schätze ich als sehr klein ein.

Insofern finde ich eine Abdeckung von Kenntnissen über klassische Religionen durch Okkultismus oder Wissen in den allermeisten Zwecken und für die allermeisten Charaktere ausreichend. Eine Ausnahme würde ich wirklich nur bei Berufsreligiösen machen, denen ich dann eine Fertigkeit Theologie mit Spezialisierung auf ihre jeweilige Religion gestatten würde. Aber diese Fertigkeit würde auch hauptsächlich dazu dienen, die jeweiligen Charkatere zu charakterisieren und darzustellen, worin die zur Aneignung der Kenntnisse notwendige Zeit geflossen ist. Dass diese Fertigkeit im Spiel tatsächlich eingesetzt wird, dürfte recht selten passieren.

"Religion" oder "Religionswissenschaft"? Letzteres wäre wohl auf eine sehr kleine Charaktergruppe limitiert, obwohl in den 20er Jahren der Glaube doch noch stärker war als heute

Religionswissenschaft ist die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Phänomen Religion und zumindest nach dem heutigen Verständnis des Begriffs in den Zwanzigern praktisch nicht existent und auch heute nicht gerade weit verbreitet. Außerdem verhält sie sich zu dem, was Du vermutlich möchtest, ungefähr so wie Linguistik zu einer Sprachfertigkeit.

Ehrlich gesagt trennt Biologie auch nicht zwischen Pflanzen, Tieren, Molekularbiologie, Biochemie, etc. Der Einfachheit halber würde ich hier keine Spezialisierungen anbringen (zumal viele Weltreligionen ja miteinander irgendwie Gemeinsamkeiten teilen), sondern würde im Falle einer nicht zum Kulturkreis des Charakters gehörenden Religion dann einfach die Probe erschweren. Ein christlicher Pfarrer mit Religion 80, der was zum Islam wissen möchte, muss halt eine schwere Probe ablegen, also auf 40.

Der Unterschied zur Biologie ist, dass fast jeder Inhaber der Fertigkeit gewisse Grundkenntnisse über Teilgebiete der Biologie verfügt, auf die er nicht spezialisiert ist. Hingegen haben (insbesondere in den Zwanzigern) die wenigsten Berufsreligiösen (Pfarrer, Imame, Rabbis) Ahnung von anderen Religionen. So dürften die allermeisten christlichen Priester nicht mehr Ahnung vom Buddhismus haben als der Durchschnittscharakter. Ausnahmen sind stark verwandte Religionen wie die abrahamitischen Religionen (Christentum, Islam, Judentum).

Zusammenfassend würde ich Wissen über Religionen, sollte es denn einmal benötigt werden, je nach Situation über automatisches Wissen oder Wissen (aus eigener Erfahrung vertraute Religion), Geschichtskenntnisse, Anthropologie, Gesetzeskenntnisse, Wissen über ferne Länder (wie auch immer das fertigkeitstechnisch geregelt wird) und vielleicht noch ein paar andere lösen. Berufsreligiösen gestünde ich eine Fertigkeit Theologie, spezialisiert auf die eigene Relgion, zu (z. B. Theologie (Pastafarismus)), die hauptsächlich dazu dienen würde, den Charakter zu charakterisieren und nur für diese und ggf. verwandte Religionen zuständig wäre. Echten Religionswissenschaftlern, sollten sie denn tatsächlich gespielt werden, gestünde ich dann eine Fähigkeit Religionswissenschaft zu (genauso wie ich einem Mathematikern Mathematik als Fertigkeit gäbe), die ebenfalls primär nur dazu gut wäre, den Charakter zu beschreiben, die Wissen über die meisten Religionen verliehe, dafür aber nicht so tiefgreifend wäre wie ein Theologie, und religionsunabhängige Kenntnisse à la »Wie gründe ich einen Kult?«.

Religion ist schlicht und einfach nicht Okkultismus

Das hängt stark von Deiner Definition von »Okkultismus« ab.

Bearbeitet von Wrzlprmft, 28. Juni 2013 - 21:51 .

  • FrankyD gefällt das

#30 Dark_Pharaoh

Dark_Pharaoh

    Advanced Member

  • Mitglieder
  • PIPPIPPIP
  • 4.467 Beiträge

Geschrieben 29. Juni 2013 - 10:03

@Pharaoh: Ui, das geht ja schon fast unter die Gürtellinie, lieber Pharaoh: "...in den 1920ern z.B. dürfte alles was nicht christlich geprägt ist unter Okkultismus passen"^^

 

Konnte leider noch nicht alle Beiträge lesen (wird noch nachgeholt), nur als Erklärung:

 

diese Aussage bezieht sich aus die Sicht der Menschen in den 1920ern, wie ich mir das vorstelle. Noch heute sind die Amis beim Thema Religion doch teilweise sehr extrem unterwegs. Und in der Zeit von  Prohibition, Rassentrennung, Ku-Klux-Klan usw. denke ich waren die Scheuklappen bei der großen Mehrheit der Leute noch sehr groß und fremdeartige Religionen wie Buddhismus und Hinduismus mehr "Hokus-Pokus". Daher Okkultismus. Aus heutiger Sicht oder in den 1990er/Now finde ich Religion alleinstehend auf jeden Fall sinnvoll.

 

 

Edit: Wrzlprmft hat es sehr schön beschrieben, so finde ich die Einteilungen absolut sinnvoll und ausreichend, gerade 1920


Bearbeitet von Dark_Pharaoh, 29. Juni 2013 - 10:31 .

  • FrankyD gefällt das




Besucher die dieses Thema lesen: 0

Mitglieder: 0, Gäste: 0, unsichtbare Mitglieder: 0