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Spielbericht: "Die Schlucht"


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31 Antworten in diesem Thema

#1 Blackdiablo

Blackdiablo

    Herr des Schreckens

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Geschrieben 22. Dezember 2013 - 18:29

Angesichts der verinnenden Zeit des Untergrund-Abenteuer-Wettbewerbs kam es letzten Freitag zu einem intesiven Testspiel meines eigenen angehenden Beitrags, bei dem auch ein Freund ordentlich mitgewerkelt hat.

Vorher sollte erwähnt werden, dass der One-Shot ziemlich speziell ist, was sich bereits im Setting widerspiegelt: Cthulhu NOW in Australien. Im Laufe des Abenteuers wird sich jedoch noch zeigen, dass es noch spezieller ist, als zuvor angenommen. Ausgelegt ist es auf genau zwei Spieler und einen Spielleiter. Einem Two-on-One sozusagen. :P

 

Mitspieler waren:

Ein komplett unerfahrener Spieler, der in die Rolle von Jesse Sullen geschlüpft ist.

Der mittelerfahrene Koautor (hat seinen Grund, warum er mitmischt), der Jack Aterlapis gespielt hat.

 

Natürlich enthält der Spielbericht aberdutzende von Spoilern und sollte von jemandem aus meine Runde nicht gelesen werden, da mit Sicherheit noch eine zweite Testrunde ansteht.

 

Tag 1

Abgestürzt und ohne Erinnerung:

Jesse fand sich benommen in einer grenzenlosen Schwärze wieder und fühlte plötzlich etwas Klebriges über sein Gesicht fahren. Die Augen vor Schreck aufreißend blickte er in den stinkenden Schlund voller spitzer Zähne. Gleißendes Sonnenlicht blendete ihn, doch schon kurz darauf erkannte er, dass es sich um einen Hund handelte, der ihm neugierig durchs Gesicht schleckte.

Jesse selber saß in einem Auto, die Airbags hatten sich gelöst und pochende Schmerzen gingen von seinem Arm aus. Der Hund hatte seinen Kopf durch die zertrümmerte Windschutzscheibe geschoben und ihn dadurch geweckt. Er blickte entsetzt zu seinem Arm, aus dem eine Glasscherbe ragte. Neben das Auto trat nun ein alt wirkender Mann, der sich ihm als Jack vorstellte und gemeinsam mit Jesse die verklemmte Autotür aufstemmte.

Nach allen Bemühungen riss die Tür auf und stöhnend stürzte Jesse in den rötlichen Sand. Erst jetzt erkannte er, wo er sich befand. Um ihn herum erhoben sich lebendsbedrohlich wirkende Steinwände (etwa 15 m hoch, aber steil und rau) und das Auto, in dem er festgesessen hatte, war vollkommen zertrümmert. Darunter lagen mehrere sonnenverbrannte Holzteile, die wohl einmal ein Holzgerüst gewesen sein mussten.

Ein kurzes Gespräch mit Jack offenbarte, dass Jesse keinerlei Erinnerungen mehr an irgendetwas hatte und Jack selber auch nicht viel mehr wusste. Sie beide hatten einen Auftrag gehabt und Jesse hatte das Auto gelenkt. Der Highway hatte sich gezogen plötzlich waren sie irgendwie von der Straße abgekommen und in den Canyon gestürzt.

Während die beiden noch (vergeblich) in ihren Taschen nach sinnvollen Sachen kramten, kroch der verletzte und etwas wild wirkende Hund vom Auto weg und legte sich sterbend an die Canyonwände. Das Handy von Jesse hatte gerade noch genug Akku, um einen Notruf abzusetzen, nur war erstens selbstredend die Verbindung schlecht und zweitens wussten sie nicht viel Genaueres von ihrem Aufenthaltsort, als dass sie im Outback waren. So ging es erst einmal darum, die Lage zu sondieren.

 

Die Absturzstelle:

Der Hund hatte eine verletzte, blutende Pfote und wirkte nicht sehr vertrauenswürdig. Er wurde vorerst ignoriert, wenn auch in Anbetracht der Lage und des Hungers der beiden Gestrandeten bereits jetzt in Erwägung gezogen wurde, den Hund im Ernstfall zu essen. Doch erst einmal wurde das Auto der beiden untersucht.

Vorne lagen in einer Pfütze aus Blut und Glassplittern ein zur Unkenntnlichkeit in Rot getunkter Brief:

 

Hallo Jesse,

 

wir sind uns kaum begegnet, und trotzdem kenne ich dich besser, als du dich kennst. Du bist zerfressen von Schuldgefühlen, verleumdest deine Tugendhaftigkeit, gibst dich äußerlich jedoch unschuldig.

Ich habe ihn ertrinken sehen. Und ich habe dich gesehen. Ein Unfall mag anders aussehen, meinst du nicht auch?

 

Nimm dein Auto und fahre die [mit Blut zur Unkenntlichkeit getränkt]

 

Ratlosigkeit machte sich breit, doch wurde dieses merkwürdige Fundstück zunächst einmal akzeptiert. Im Auto fand sich noch ein Navi, dessen Akku leider leider leider ebenfalls komplett leer war. Leere Plastikflaschen wurden zur Sicherheit eingesteckt und ein Ersatzreifen sollte später noch eine mehr oder weniger große Hilfe werden. Nun ging es zur Erkundung des Canyons.

 

Autowracks und ein wirklich heißer Bus:

Nicht weit entfernt hinter einer größeren Steinformation, die den weiteren Blick auf den Canyon versperrte, kamen die beiden an ein Sammelsurium an Autowracks an. Die Scheiben waren allesamt nach innen eingeschlagen und einige Türen aufgerissen. Zwischen zerquetschten Stahlteilen hingen von der Sonne und dem Staub mummifizierte Leichenteile. Angeekelt reduzierten die beiden ihre Bemühungen, alles genau zu erkunden und konzentrierten sich erstmal auf einen größeren Schulbus, in dem sie etwas Nahrung oder andere nützliche Gegenstände vermuteten. Beim Eintritt in die halbgeschlossene Tür des Busses, kam Jesse an das heiße Stahl der Außenwände und zog sich fluchend eine unschöne Brandverletzung zu. Drinnen fanden sie einen halbleeren Flachmann mit Gin, mehrere gammelige Schulsachen und sonst ... nichts.

Jesse kam die brilliante Idee, dass Busse in den Gepäckverstauräumen an der Seite des Busses häufig Nahrungsmittel, Kühlkästen oder Ähnliches enthalten könnten. Über verschiedenste Autowracks und vorbei an würzig duftenden Leichenarmen und -beinen schwang er sich weiter zum Rand des Busses. Dummerweise war ein Autoschlüssel vonnöten, um eben diese Luke zu öffnen, und so warf Jack den Autoschlüssel zu. Das Werfen war erfolgreich, das Fangen weniger. Der Schlüssel purzelte zwischen  Stacheldrahtzaun und Autoteil an eine Stelle, die Jesse lieber nicht erkunden wollte.

Nun bekamen die beiden Durst und Jesse wurde sich zunehmend durch pochende Schmerzen an seinen Arm erinnert. Die Scherbe. Sie musste raus.

 

Wasser, das keiner trinken möchte:

Beide blickten sich um und sahen auf der anderen Seite des Canyons neben großem Dornengestrüpp eine plätschernde Quelle. Eiligen Schrittes machten sie sich auf dem Weg, doch wurde ihre Freude auf das kühle Nass jäh getrübt. Im wahrsten Sinne des Wortes. Der Quell präsentierte sich als modrige und stinkende Lache, die sich in den Plastikflaschen als braungelbe Flüssigkeit präsentierte. Einige Witze, dass Aborigne in der Nähe in das Wasser gesch***** hätten, später, ging es zur Sache. Die Scherbe musste raus!

Jack schlug vor Wurzeln, die sie in der der Absturzstelle gesehen hatten, zwischen die Zähne zu nehmen, bevor die Scherbe entfernt wurde, doch Jesses Einwand, dass diese giftig sein könnten und sein Vorschlag, den Gürtel zu benutzen, war mindestens genauso gut. Jacks zweiter Vorschlag, Alkohol über die Wunde zu kippen, führte zwar zu einer Säuberung der Wunde, aber auch zu höllischen Schmerzen. Ohne Zimperlichkeit wurde die Scherbe, die sich als sehr viel länger entpuppte, als zuvor angenommen, herausgezogen und die Blutung, so gut es ging, gestillt. Jesse umfing gnädige Bewusstlosigkeit.

Da sich aber der Tag zum Ende neigte und es in der Nacht im Outback kalt wird, musste das Aufwachen schnell und plötzlich erfolgen. Jack kippte das widerwärtige Gesöff aus der Plastikflasche in Jesses Gesicht. Die Reaktion war wie erwünscht und so konnte die Expedition weitergehen.

 

Eine Feuerstelle, der Monolith und die erste Nacht:

Im kohligen Unrat einer nahen Feuerstelle fanden sich Zeitungsschnipsel (die unleserlich waren), Papier, eine schwarze fleischige Substanz, schimmelige Konserven und ominöse Werkzeuge aus Knochen. Eben jene Messer wurden vorsorglich eingesteckt. Eine Kolonnie von Ameisen labten sich an den Essensresten, doch die beiden hatten zunächst keine große Lust, den Ameisenbau zu erkunden.

Stattdessen erkundeten sie den zyklopischen, schwarzen Monolithen, der vor ihnen aus dem Boden ragte. Unlesbare (weil fremde) Schriftzeichen rankten sich um die Säule und das obere Ende war in der flimmernden blutroten Sonne kaum auszumachen. Da der Tag sich dem Ende entgegen neigte, wurde unter schwerem Durst und Hunger aus Sträuchern und Holzbrettern bei der Absturzstelle neben den Autos eine kleine Feuerstelle eröffnet. Für die Nacht suchten Jesse und Jack in den naheglegenen Autowracks nach einigen nützlichen Dingen und fanden unter anderem Knicklichter, ein Seil und muffige Decken.

Der Durst war mittlerweile so schlimm, dass sie etwas vom abstoßenden Quellwasser tranken, was die Angelgenheit nicht besser machte. Sie würgten das letzte Essen heraus, das sie noch im Magen hatten, und begannen elend den Schlafplatz zu errichten. Jack stellte sich als erste Wache zur Verfügung. Die Kälte war allgegenwärtig.

Jesse sank in tiefem Schlaf, doch in der Nacht wurde er von einem Kinderschrei geweckt. Er torkelte durch die Schwärze (Jack war nicht auszumachen) und kam an den Rand eines bodenlosen Loches, das sie noch nicht erkundet hatten. Eine bleiche Hand klammerte sich an den Rand des Loches und Jesse half dem Jungen, der gar Jesses Namen kannte, aus dem Loch. Der Junge entblößte sich als kichernde modrig aufgedunsene Leiche, die Jesse panisch in die Schwärze fallen ließ. Schreiend erwachte er aus seinem Traum.

Er übernahm die nächste Wache und Jack legte sich schlafen. In der weiteren Nacht hörte Jesse regelmäßig das schmerzerfüllte Japsen des verwundeten Hundes am anderen Ende der Schlucht.

 

Tag 2

Am nächsten Morgen:

Mag es der Schlaf, der unstillbare Durst oder ein Geistesblitz gewesen sein, doch plötzlich wirkte es wie das logischste auf der Welt, das gammelige Wasser abzukochen, bevor man es trank. Also gingen sie zu dem Quell und füllten ihre Flaschen nach, wurden aber von der Überlegung aufgehalten, was der Hund wohl in der Zwischenzeit mache. Eben jener war nicht mehr an seinen Platz und nach einigen Metern wurde Jesse von einer zotteligen, blutigen und kotverschmierten Bestie angefallen. Mithilfe der Knochenmesser konnte das Untier niedergestreckt werden.

Alle moralischen Vorbehalte fallen lassend wurde der Hund ausgeweidet und ein Stück Fleisch auf einem Stück Blech der Autowrachs auf der eigenen Feuerstelle gebraten. Das Wasser wurde auch abgekocht, schmeckte dadurch allerdings auch nicht viel besser. Doch ein Canyon zwingt einen, nicht wählerisch zu sein.

 

Nach dem Essen ging die Erkundung weiter. Nahe des Lagerfeuers fanden die beiden einen zweiten zerknüllten, merkwürdigen Brief:

 

Hallo Emily,

 

ich weiß, was du bist, und ich kann es gerne der Öffentlichkeit preisgeben. Sie werden mir glauben, keine Sorge. Ich habe Fotos von dir und deinen Kunden und ich finde eigentlich, dass du dich nicht zu schämen brauchst. Das aufreizende Kleid, das du trägst und indem du dich immer fühlst, als wärst du die größte Sünderin von allen, steht dir ziemlich gut.

Aber was wird Norton sagen? Die kleine Tessy?

 

Vor mir brauchst du keine Angst zu haben, Emily. Betrachte mich wie einen deiner Liebschaften: harmlos, zweifellos pervers, aber durchaus willig, den Mund zu halten. Polizei brauchen wir zwei nicht, du weißt, was letztes Mal geschehen ist, als du auf ihren Schutz gebaut hast.

 

Da nimm lieber deine kleine Spielzeugpistole mit, die du immer zum Schutz bei dir trägst, wenn du „ausgehst“. Oder frag doch gleich deine Freundin, Joey, ob sie auch mitkommen möchte. In deinem hübschen, blauen Ford, in dem du immer deine Kunden „bedienst“, ist doch wohl genug Platz für euch zwei.

 

Nähere Informationen zu meinem Aufenthaltsort bekommst du nach und nach, damit du nicht auf abwegige Ideen kommst.

 

Leidenschaftlich,

Deine teuerste Liebschaft

 

Nun war der Ameisenhaufen dran, über dessen wimmelnden Bulldoggenameisen ein weiterer Zettel thronte. Mithilfe des Ersatzreifens versuchte Jesse (Jack redete sich damit raus, dass er entsetzliche Angst vor Krabbeltieren hätte!) an den Zettel zu kommen. Er erreichte ihn, doch die Viehcher krabbelten ihm in die Kleidung. Ein wildes Durcheinander später hielt er ohne Shirt und mit schmerzendem Arm das Stück Papier, das sich als Zeitungsartikel entpuppte. Drinnen stand, dass ein Busfahrer offenbar eine Schulklasse entführt habe und nicht mehr aufgetaucht sei. Lösegeldanforderungen seien niemals eingegangen! Der Fahrer wurde als Trinker betitelt und die Polizei hatte keine größeren Spuren zu seinem Aufenthaltsort. In anderen Worten: Jesses Bemühungen waren nahezu umsonst gewesen.

Aus Wut ging er zum Dornengestrüpp neben der Quelle und zündete alles an, da er einen geheimen Gang dort vermutete. Die trockenen Äste brannten also, brauchten aber wohl eine Weile, um komplett den Weg freizumachen.

 

Die Kletterei in den Untergrund:

Jack überredete Jesse mithilfe des Seils in das bodenlos anmutende Loch hinabzusteigen, das ihm bereits in seinem Alptraum verfolgt hatte. Auch wenn er sich sträubte, konnte er überredet werden. Jack selber war zu alt, um so eine riskante Kletterei anzugehen. Das Manöver ging gut, doch plötzlich stürzte Jesse ab und knallte gegen den Stein. Bewusstlosigkeit umfing ihn. In seinem Traum fühlte er sich von unsichtbaren Fängen zerissen und in einen stinkenden Pfuhl hinabgezogen, doch es war nicht viel Zeit zum Träumen. Ein Pfeifen von Wind weckte ihn aus seiner Besinnungslosigkeit.

Er fand sich in einem Tunnelsystem wieder, das teils von fluoriszierendem Moos bewachsen war und an dessen Boden fünf kugelige Abdrücke ab und an zu erkennen waren. Mit einem Knicklicht ging die Expedition los. Immer weiter den Gängen folgend, stieß Jesse auf die Quelle des sonderlichen Windes und rannte schreiend davon. Ein fliegender Polyp verfolgte ihn.

Jesses konnte diesen aber mehr oder minder abschütteln und traf auf einen stinkigen Pfuhl schwarzen Wasser, das von Sonnenstrahlen von der Decke beleuchtet wurde. Entgegen des Abscheus watete er in das Wasser und tauchte ans andere Ende des Tunnels, wo schließlich das Finale entbrannte.

 

Offenbarungen:

Jesse fand sich in einem Raum in der Höhle wieder. Neben Knochen, einer Werkbank, Schränken mit Knochenwerkzeugen und Dynamit (!), stand in der Mitte des Raums auf einem Tisch eine Schreibmaschine. Daneben lagen zerknüllte Zettel. Aus einem weiterführenden Gang drang etwas Rauch in die Höhle, doch der Spieler entknüllte vorerst das verhängnisvolle Stück Papier:

 

Hallo Jesse,

 

wir sind uns kaum begegnet und trotzdem kenne ich dich besser, als du dich kennst. Du bist zerfressen von Schuldgefühlen, verleumdest deine Tugendhaftigkeit, gibst dich äußerlich jedoch unschuldig.

Du hast mich ertrinken lassen. Und ich habe dich gesehen. Ein Unfall mag anders aussehen, meinst du nicht auch?

 

Nimm dein Auto und fahre die Route, die ich in dein Navi programmiert habe. Wenn die Zeit gekommen bist, wirst du wissen, was zu tun ist. Du bist das letzte Teil, das fehlt, und das weißt du. Ich bin deine Gnade, die Erlösung, die Fürbitte, die du solange ersehnt hast.

 

Lass sie dir nicht entgehen. Diese Chance. Du hast mir sehr wehgetan, Jesse, du bist an allem Schuld. Nun nimm diese Chance an und stirb, um mich endgültig verleugnen zu können. Das ist doch, was du immer wolltest, oder nicht?

 

Willst du nicht auch all die Menschen vergessen, die du in diese Schlucht gelockt hast?

 

Jack

 

Eisiges Entsetzen packte Jesse, während vor ihm plötzlich Jack wie aus dem Nichts auftauchte. Ein spöttisches Grinsen verzog seine Lippen zu einer Grimmasse. Aus Panik über die eigenen Taten rannte Jesse dem Rauch entgegen und fand sich in einem höllischen Inferno aus brennendem Stachelgestrüpp wieder! Eben das Gestrüpp, das er selber angezündet hatte, bevor er das Loch hinabgestiegen war!

Seine Kleidung fing Feuer und er schlug sich durch die schmerzenerfüllende Wand aus Feuer und versuchte seinen geschundenen Körper im Quell modrigen Wassers zu retten. Doch es war bereits zu spät. Jesse starb und das Letzte, was er sah, war Jacks sich auflösender Körper, der triumphierend vor ihm stand.

 

Fazit:

Das erste Testspiel war ein voller Erfolg! Besonders loben möchte ich an dieser Stelle beide Spieler, die wirklich ganz ausgezeichnete Ideen hatten (die allerdings nicht alle in diesem Bericht untergekommen sind). Im Speziellen Jacks Rolle ist, wie man sich unschwer vorstellen kann, eine sehr schwere, da er passiv versuchen muss, Jesses Lage zu verschlimmern, ohne gleichzeitig zu verdächtig zu werden. Und das Ganze noch, ohne selbst physisch aktiv zu werden! Er personifiziert quasi den Monolithen, der Jesse über die Jahre zu den Taten und zuletzt in den Selbstmord getrieben hat. Deswegen hielt ich es für angebracht, beim ersten Testspiel eben den Koautor dafür zu involvieren.

Insofern kann man beinahe eher davon sprechen, dass es zwei Spielleiter und einen Spieler gibt, der nichts von der wahren Gesinnung seines Mitspielers ahnt. Ich hoffe mal, das meiste, was ich ausdrücken wollte, ist verständlich geworden, denn ich merke einmal mehr, dass mein Spielbericht die Toleranzgrenze überschreitet. ;)

 

Das ist jedenfalls der Spielbericht zur Demo-Version meines Untergrund-Beitrages, den ich nur schonmal zur Verfügung stellen wollte, um anderen von diesem gelungenen Abend (3 1/2 hrs) berichten zu können. Alle waren schwer begeistert! Aber jetzt geht es erstmal um Feinarbeiten, weitere Testspiele und Ausformulierung aller Sachen, und ich hoffe sehr, bis zum 31.1. fertig zu werden.

 

Anregungen und Fragen lese ich sehr gerne! :)

 

Freundlich grüßend

Blackdiablo

 

PS: Fällt euch an den Namen der Charaktere etwas auf? Ich muss prüfen, wie auffällig das Ganze ist ... ;)

 

PPS: Jack hieß übrigens auch der Sohn des Charakters, der in einem See ertrunken ist. Deswegen hat der Monolith eben diesen Namen angenommen für seine Manifestation.

 

-----------------------------

 

Tipps, Tricks, Klärungen

 

F: Was ist mit der Stofflichkeit von Jack? Lässt sich das immer logisch erklären?

A: Bezüglich dieses Punkts habe ich auch immer Sorge gehabt. Fällt es nicht auf, wenn ein Spieler immer passiv agiert? Erweckt das nicht zu viel Misstrauen?

Kurz: Bei drei Testrunden hatte ich damit bisher keine Probleme.

1.) Mit etwas Humor und Selbstironie seitens Jacks ("Guck doch, wie mies meine Werte sind") oder anderweitigen subtilen Vorgehensweisen ist das optimal zu touchieren. Somit kommt es zu den meisten Logikbrüchen im Normalfall einfach nicht, weil Jesse die Arbeit übernimmt. Dafür hat Jack einige Wissensfertigkeiten.

2.) Ein weiteres Element ist, dass in den meisten Fällen beim RPG die Berührungskomponente ohnehin vernachlässigt wird (zumindest ist das in meiner Runde häufig der Fall). Es gibt viel mehr verbale Auseinandersetzungen als alles andere und das hat sich auch in jeder der drei Runden bewahrheitet.

3.) Du bist der SL, und du kennst alle Hintergründe. Ebenso verhält es sich mit Jack (mehr oder weniger). Ihr solltet euch beide auf jedenfall kooperativ verhalten, wenn es mal brenzlig wird. Ich meine, ihr wollt ja eine coole Geschichte erleben. Es ist völlig unnötig, Jack ins Messer laufen zu lassen. Sollte es knapp werden, wirfst du als SL ein plötzliches Element in den Raum (der Hund eignet sich ideal, das Pfeifen funktioniert wunderbar, vielleicht die Geier oder der Hubschrauber). Ungefähr so:

Jesse: "Ich möchte Jacks Körper nach [was auch immer] abtasten -!"

SL: "Gerade als du Jack inspizieren willst, schlägt dich aus dem Schatten ein fauliges Bündel an und wirft dich zu Boden! Das Maul der Bestie zielt auf deinen Nacken!"

usw.

4.) Was ist logisch?

- Ich hatte mal, dass Jack eine Flasche Wasser abkochen sollte, weil das bisherige Wasser aufgebraucht war. Völlig in Ordnung, da man sich vorstellen kann, dass Jesse dies in seinem Rausch selber gemacht hat.

- ein Berühren der Schulter oder Ähnliches

- Gegenstände sind bis zu einem gewissen Grad ebenfalls logisch benutzbar (bspw. wenn Jesse Jack mit einer Decke zudeckt)

- Nebenbei: Jack kann sich als Trugbild/Astralform natürlich an verschiedenen Orten manifestieren (sich quasi teleportieren). Also bei Kletter-/Schwimmaktionen oder so kannst du da auch eventuell manchmal tricksen. Den Fall hatte ich einmal fast, wo ich das gebraucht hätte.

 

Was ist es eher nicht?

- ein Jack wollte mal unauffällig (mir wurde ein Zettel mit der Aktion gereicht) an dem Autowrackhaufen rütteln, damit Jesse herunterfällt. Das geht natürlich nicht.

- Wenn Jesse Jack wirklich packt und umherzieht, sollte die Illusion ebenfalls auffallen. Den Fall hatte ich allerdings noch nie.

- Tiere usw. fallen Jack niemals an, bei bröckelnden Steinen weicht er aus und Ähnliches. Sonst wären das Logikbrüche.

 

Sollte Jesse auf Charakterebene bewusst erkannt haben, dass hier etwas nicht mit rechten Dingen vor sich geht (bspw. durch die Indizien an der Autowrackstelle) und er Jack auffliegen lässt, solltet man das unter Berücksichtigung der Umstände unbedingt gestatten! Meiner Meinung nach beweist er dadurch eine tolle Auffassungsgabe, die irgendwie belohnt werden sollte. Natürlich ist die Session dann kürzer und die Offenbarung nur marginal gegeben, aber der SL und Jack haben genug Möglichkeiten, um trotzdem noch Spannung aus der Session zu schlagen, obwohl Jesse einen enormen Vorteil hat. Wenn das passieren sollte und Jesse sogar überlebt, kann er sich als der einzige Überlebende dieses Abenteuers schätzen. ^^

Bei allen anderen zufälligen Enthüllungen von Jacks Natur würde ich die Berührungen, Aktionen, etc. als SL, so gut es geht, relativieren. Eine solche Enthüllung macht schlicht niemandem Spaß. Wenn es aber gar nicht mehr geht, dann passiert es halt. Doof gelaufen, aber ich denke, es gibt genug präventive Maßnahmen, um das zu verhindern.

 

F: Wie viele Informationen sollte Jesse zu Beginn an die Hand gegeben werden? Ich überlege, zumindest den Hintergrund über seinen Sohn als Basiswissen anzugeben.

A: Schnell vorausgeschickt: Jesses Bogen im Untergrundband ist falsch. Eigentlich hat Jesse gar keine Informationen und Jack hat die, die bei beiden stehen.

 

Ich rate dazu, Jack alle Hintergrundinformationen, wie gehabt, zu geben und Jesse gar keine Informationen zu geben. Das schafft auf der einen Seite Vertrauen zwischen beiden (wenn Jack es richtig rüberbringt) und auf der anderen Seite gibt es abseits der Survival-/Erkundungsaspekte vom Anfang auch noch ein paar nette rollenspielerische Elemente in Gesprächform. Nett ist bestimmt auch, wenn man als SL hin und wieder für Jesse Würfe erlaubt, die die Vertrauenswürdigkeit von Jacks Informationen unterstreichen.

Dennoch wäre es denkbar (und auch mal interessant), die Idee zu verfolgen, dass Jesse am Anfang zumindest etwas über den Tod seines Sohnes weiß. Wie würde sich die Spieldynamik dadurch verändern?

Es mag jedoch vorkommen, dass er sich dann an dieser einen Information so festbeißt, dass er zu schnell eins und eins zusammenzählen kann. Sohn tot, Alpträume, Brief über Schuld = Jesse hat ihn sterben lassen. Das mag unter Umständen die Intensität der finalen Offenbarung schmälern. Wenn man nur Jack diese Information gibt, kann er sie für seine Zwecke so benutzen, wie er es für richtig hält. Sie ist dann für Jesse auch nur eine der Informationen von vielen, die Jack ihm erzählen kann. Dadurch ist der Fokus nicht sofort so krass auf diesem entscheidenen Aspekt.

 

F: Was hat es mit dem Emily-Handout auf sich, das oben im Bericht steht?

A: Das Handout wurde aus Platzgründen gestrichen, doch ich möchte erklären, warum ich es trotzdem für wichtig und sinnvoll halte.

  • Es schlägt die Brücke zwischen dem blutgetränkten Brief, den Jesse am Anfang findet, und dem Brief am Ende. Damit meine ich, dass das Mysterium die Chance bekommt, sich zwischen dem ersten und dem letzten Brief in den Köpfen der Spieler weiterzuentwickeln.
  • Er betont, dass Jesse Schicksal kein Einzelschicksal ist. Er wird denken, er ist einer von vielen.
  • Der Brief suggeriert, dass es in dem Abenteuer um einen krankhaften Serienkiller im Outback geht - eine abgetrennte Instanz, einen übermächtigen, aber zumindest stofflichen Antagonisten, der Spaß hat, Leute zu quälen. Es werden Erwartungen seitens der Spieler evoziert, die nicht unterschätzt werden dürfen. Sobald nämlich die finale Offenbarung folgt, projiziert Jesses-Spieler all diesen Ekel, Hass, Zorn im Optimalfall auf seinen eigenen Charakter - Selbstmord aus Schock wird zu einer denkbaren Alternative. Ich finde, das intensiviert das Finale enorm.
  • Aus dem Brief kann sich Jesse einen entscheidenen Vorteil erschließen - einen Revolver (6 Schuss) im blauen Ford! Allein dieses Erfolgserlebnis war in meinen Runden immer sehr schön und auch hilfreich für das Finale. Es ist total cool, wenn ein Spieler darauf kommt, nach dem blauen Ford zu suchen, und dann endlich eine vernünftige Waffe in der Hand hält.

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Bearbeitet von Blackdiablo, 24. Oktober 2017 - 22:15 .

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#2 Guest_Seanchui_*

Guest_Seanchui_*
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Geschrieben 22. Dezember 2013 - 21:30

Also,

 

das klingt für mich beim Nachlesen toll. Insbesondere die 1,5 Spielleitergeschichte habe ich so noch nie gehört und halte es für eine großartige Idee.

 

Ist allerdings auch so eine Nummer, die man nicht mit jeder Gruppe durchziehen kann - der Nicht-Eingeweihte fühlt sich veräppelt, der Eingeweihte verplappert sich dann doch - das sind wohl echte Fallstricken, oder?

 

Ansonsten wirkt das Szenario recht kurz - aber 3,5 Stunden sind für einen Abend mit zwei Spielern sicher eine gute Länge.

 

An den Namen der Charaktere ist mir nichts aufgefallen - habe ich eine Anspielung übersehen? :-)

 

Beste Grüße

Seanchui



#3 Blackdiablo

Blackdiablo

    Herr des Schreckens

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Geschrieben 22. Dezember 2013 - 21:52

Ich würde auch sagen, dass das Abenteuer gewisse Anforderungen stellt. Eben deshalb war ich auch so begeistert, als alles toll funktioniert hat. ^^ Niemand darf sich verplappern und Jesse muss immer wieder so in Schach gehalten werden (vom SL und Jack), dass er nichts allzu Verrücktes macht. Natürlich gibt es für alternative Spielverläufe bereits ausgearbeitete Finalen, die in den Fällen eintreten, dass etwas nicht so läuft wie gedacht. ;)

 

Im Abenteuer selber stelle ich mir vor, dass nach einer Grundbeschreibung des Typus des Abenteuers ein Einstieg kommt, dann die Beschreibung des Canyons und anschließend noch eine umfassende Ansammlung von Tipps, wie man das am besten auf die Bühne kriegt. Jack selber hat übrigens auch so eine Liste an hilfreichen Infos und Tipps, wie er sich verhalten könnte, als Handout ausgeteilt bekommen.

 

Von der Länge her ist es tatsächlich mit Absicht kurz gehalten. Ich rechne mit 2-4 hrs, was für einen netten und (hoffentlich) intensiven Survival-One-Shot in Ordnung geht, denke ich. Hat eben viel mit Charakterplay zu tun, was ja auch mal ganz nett ist.

Zu beachten ist auch noch, dass das Abenteuer so frei ist, dass einige Dinge nicht vorkamen, die in anderen Runden vielleicht in den Mittelpunkt gerückt werden. Es gab noch Halluzinationen, Träume, Infos über Jesses Leben herauszufinden, den Monolithen kann man zerstören (was jedoch auch Folgen hat!), Kojoten hätten sich in den Canyon gestürzt (unter dem Einfluss des Monolithen), um mit gebrochenem Rückgrad auf Jesse zuzukriechen, Geier hätten angegriffen, Sandstürme, Regen und und und. Somit handelt es sich tatsächlich um ein Miniformat des Sandboxings. Aber alle Möglichkeiten selber können natürlich nicht bei einem Mal ausgebaut vorkommen. Ansich gibt es vom Hintergrund auch noch viel, was im geschriebenen Abenteuer stehen wird, aber hier im Spielbericht keine Erwähnung findet. ;)

 

Zu den Namen:

Jesse Sullen = heißt soviel wie missmutig, griesgrämig, verdrießlich, was eine Anspielung ist auf den Tod seines Sohnes darstellt.

Jack Aterlapis = soll soviel heißen (bin leider kein Lateiner ;) ) wie "Schwarzer Stein".

 

Vielen Dank für die lobenden Worte!

 

Gruß

Blackdiablo


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#4 Artio

Artio

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Geschrieben 23. Dezember 2013 - 03:44

Kojoten in Australien? Du meinst Dingos oder? Kojoten gibt es nur in Amerika...

Solche Fehler können für mich jede Spielstimmung verderben


Manchmal sind die alten Methoden die besten, sprach der Troll und zog die Streitaxt, das Ding kann niemand hacken.

Derselbe Troll, ich bin das Gehirn der Gruppe. (nicht Lachen mit Logik 4 stimmt das sogar)

 


#5 Blackdiablo

Blackdiablo

    Herr des Schreckens

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Geschrieben 23. Dezember 2013 - 13:39

Öh ja. Natürlich mein ich Dingos. ^^ Ursprünglich sollte das Abenteuer in Amerika spielen, da muss ich gestern einen Aussetzer gehabt haben. ;)


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#6 thorgrimmcice

thorgrimmcice

    Der Fischer von Außerhalb

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Geschrieben 23. Dezember 2013 - 15:24

Sehr schön. Und sogar mit Musikuntermalung zum lesen ;)

Da bin ich mal auf das Endergebnis gespannt.



#7 Blackdiablo

Blackdiablo

    Herr des Schreckens

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Geschrieben 12. Januar 2014 - 22:43

So meine zweite Testrunde wurde auch gespielt und es lief wieder ziemlich ordentlich. Das Feedback war sehr wohlgesonnen und ich bin beim Abtippen schon recht weit vorangeschritten. :)


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#8 Dark_Pharaoh

Dark_Pharaoh

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Geschrieben 23. Januar 2014 - 08:10

Klingt spannend. Mal was anderes mit dem "Hilfs-SL" und einem Spieler.



#9 Blackdiablo

Blackdiablo

    Herr des Schreckens

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Geschrieben 27. Januar 2014 - 20:34

Hier noch die schlussendliche Karte zum Visualisieren:

 

http://imagizer.imag...q90/27/m8tj.jpg


Bearbeitet von Blackdiablo, 27. Januar 2014 - 20:48 .

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#10 Reh

Reh

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Geschrieben 27. Januar 2014 - 20:51

Ich schließe mich meinen Vorredner an! (Ausgenommen Artio)
 

Das klingt wirklich sehr spannend und dramatisch. Vor allem liebe ich gut ausgewählte Musik zu den Spielszenen! Beim Lesen wird es so noch greifbarer.

 

Liebe Grüße

das Reh-lein


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Never trust a smiling Gamemaster-deer xD


#11 Blackdiablo

Blackdiablo

    Herr des Schreckens

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Geschrieben 27. Januar 2014 - 20:54

Danke sehr für das Lob.

 

Bei den Spielern kam es auch immer ganz gut an. Ich hoffe darauf, dass die Mühe nicht vergebens war und es auch die Jury überzeugen kann. :)


"Nicht einmal der Tod kann dich vor mir retten."

 

- Diablo II

 

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"Hey, das klingt wahnsinnig interessant! Warum schreibst du nicht einen Artikel im ..."

 

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#12 tj

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Geschrieben 05. August 2015 - 08:23

Hallo zusammen,

 

nachdem wir gestern „Die Schlucht“ gespielt haben, möchte ich hier auch einen kurzen Abriss über den Verlauf des Abends geben. Ich werde mich auf den groben Verlauf beschränken und nicht alles bis ins Detail ausführen.

 

Die Spieler waren „erequ“ als Jack und „TiburNeltoben“ als Jesse. Gespielt haben wir insgesamt ca. 3,5 Stunden.

 

Direkt nach dem Aufwachen begann Jesse, sein Auto nach Nützlichem zu durchsuchen und nahm alles mit, was irgendwie brauchbar sein könnte. Im anschließenden Gespräch mit Jack versuchte er, so viel über sich selbst in Erfahrung zu bringen, wie möglich, was jedoch keine Erinnerungen in ihm auslöste. Spürbar bewegt berichtete Jack Jesse auch von dessen Sohn.

 

Jesse war klar, dass er die Scherbe aus seinem Arm entfernen musste, wobei Jack keine große Hilfe war, da er nach eigener Aussage kein Blut sehen kann und sich entsprechend beim Anblick, wie Jesse sie selbst herauszog, übergeben musste.

 

Als nächstes stellte sich in einer intensiven Szene die Frage, wie mit dem sichtlich angeschlagenen Hund umzugehen sei. Jesse entschied, ihn von seinen Qualen zu erlösen, brachte dies letztendlich aber doch nicht übers Herz.

 

In der Hoffnung, Wasser aus den Wurzeln saugen zu können (und dazu angespornt von Jack) zerschnitt Jesse diese, um darauf herum zu kauen. Der gewünschte Effekt stellte sich jedoch nicht ein, stattdessen verfiel Jesse in einen halbstündigen Rauschzustand, während dem er Traum Nr. 3 erlebte.

 

Nach der Untersuchung der Autowracks inkl. Schulbus, des Lochs und des Monolithen genehmigte sich Jesse als Abendessen ein paar Maden, die er in vergammelten Konservendosen an der Feuerstelle fand. Jack wollte lieber eine Schlange braten und versuchte, Jesse zu überreden, eine in den Nestern zwischen den Wracks zu fangen, was dieser ablehnte.

 

Zum Schlafen zogen sich die beiden in den Schulbus zurück. Jack bestärkte Jesse darin, zur Beruhigung und zum besseren Schlaf etwas vom vorher in einem der Autos gefundenen Heroin oral einzunehmen. Dies führte dazu, dass Jesse in der Nacht Traum Nr. 1 durchlebte.

 

Am nächsten Morgen schlug Jack Jesse vor, er solle doch versuchen, über die Barriere am Schluchtausgang zu klettern. Jesse, mittlerweile stark genervt von Jacks ständigen Ausflüchten und vorgeschobenen Krankheiten, willigte schließlich ein, schaffte jedoch den Aufstieg nicht.

 

Angetrieben von Jacks Gerede über Spiegeleier und Omeletts fasste Jesse den Entschluss, nun doch eines der Schlangennester zu plündern, um an Fleisch oder auch Eier zu gelangen. Einen Schlangenbiss in den Oberschenkel und einen entleerten Magen aufgrund eines rohen, ungenießbaren Schlangeneis später, brach Jesse zusammen und erlebte Traum Nr. 2.

 

Als er wieder halbwegs bei Sinnen war, machte er sich an den Abstieg in das Höhlensystem, gesichert mit zwei Abschleppseilen und einem Verlängerungskabel. Da es nicht die beste Idee war, zur Sicherung alleine auf Jack zu vertrauen (keine weitere Absicherung des „Seils“), kam es zum unvermeidlichen Absturz, den er glücklicherweise ohne ernsthafte Verletzungen überstand.

Nach kurzer Tour durch das Höhlensystem und der finalen Enthüllung in der Grotte erschien Jack in ebendieser, was Jesse dazu veranlasste, sich gewaltsam (und schmerzhaft) einen Weg durch die Dornensträucher nach draußen zu bahnen.

 

Wieder im Canyon fiel Jesse vor Erschöpfung und Grauen, was er getan hatte, schreiend auf die Knie. Er nahm noch die Bewegung eines struppigen Fellknäuels wahr, als sich der Hund, den er zuvor verschont hatte, auch schon in seiner Kehle verbiss. Während sein Blut im Staub vertrocknete, sah er noch den hämisch grinsenden Jack über sich stehen……..

 

 Insgesamt verlief das Abenteuer wie vorgesehen ohne größere Überraschungen. Beide Spieler haben ihre Rollen glaubhaft rübergebracht. Meine Bedenken, dass Jesse zu früh auf die Idee kommen könnte, dass mit Jack etwas nicht stimmt, haben sich nicht bestätigt. Ebenfalls war es kein Problem, dass Jack nur bedingt körperlich agieren konnte. Auch das ließ sich gut überspielen. Wir hatten einen unterhaltsamen Abend mit diesem etwas anderen Abenteuer.

 

Danke auch nochmal an „Blackdiablo“ für den Austausch im Vorfeld und das Material für den „Extended Cut“, das sehr gut ankam.


Bearbeitet von tj, 05. August 2015 - 08:24 .

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#13 finnerud

finnerud

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Geschrieben 05. August 2015 - 12:04

Servus,

 

klingt echt toll das Abenteuer und bringt mich da auf was: ich muss in dem Zusammenhang mal die Frage stellen, ob mittlerweile "Die Schlucht" und die anderen Gewinner des "Untergrund"-Wettbewerbs eigentlich schon veröffentlicht wurden?

 

Meines Wissens nach nicht, oder ist da etwas an mir vorbeigegangen? Der Wettbewerb war ja Anfang 2014 zu Ende. Natürlich weiß ich, dass die RUF-Redaktion das so nebenbei macht, aber interessieren täten mich die Abenteuer schon sehr da ich mit "Abwärts" positive Erfahrung mit "engen" Settings gemacht habe.

 

Gibt es also schon einen Erscheinungstermin für die Abenteuer bzw. sind die schon irgendwo -ggf. auch nur digital- erhältlich? Und ist etwas über die anderen beiden Gewinnerabenteuer bekannt?

 

Fragen über Fragen....



#14 tj

tj

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Geschrieben 05. August 2015 - 12:17

 

Gibt es also schon einen Erscheinungstermin für die Abenteuer bzw. sind die schon irgendwo -ggf. auch nur digital- erhältlich? Und ist etwas über die anderen beiden Gewinnerabenteuer bekannt?

 

 

Das Team vom Ruf hat die 3 Gewinnerabenteuer im Band "Untergrund" veröffentlicht. Diesen gab es - so weit ich weiß - aber bisher nur direkt auf der Anrufung zu kaufen. Der allgemeine Verkauf über die Homepage soll zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden.

 

Habe den Band jetzt gerade nicht zur Hand, aber Platz 3 hieß - wenn ich mich richtig erinnere - "Charlie´s Game" und spielt auf einer Ölplattform; Platz 1 "Surok B-11" und spielt in einer russischen Mine.



#15 Der Tod

Der Tod

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Geschrieben 05. August 2015 - 12:24

 

 

Gibt es also schon einen Erscheinungstermin für die Abenteuer bzw. sind die schon irgendwo -ggf. auch nur digital- erhältlich? Und ist etwas über die anderen beiden Gewinnerabenteuer bekannt?

 

 

Das Team vom Ruf hat die 3 Gewinnerabenteuer im Band "Untergrund" veröffentlicht. Diesen gab es - so weit ich weiß - aber bisher nur direkt auf der Anrufung zu kaufen. Der allgemeine Verkauf über die Homepage soll zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden.

 

Habe den Band jetzt gerade nicht zur Hand, aber Platz 3 hieß - wenn ich mich richtig erinnere - "Charlie´s Game" und spielt auf einer Ölplattform; Platz 1 "Surok B-11" und spielt in einer russischen Mine.

 

Alles richtig! :)


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