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Spielbericht: Tunnel mit Aussicht (NY-Band)


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Eine Antwort in diesem Thema

#1 Karl v. Altberg-Ehrenstein

Karl v. Altberg-Ehrenstein

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Geschrieben 16. März 2014 - 21:42

Tunnel mit Aussicht ist das mit Abstand kürzeste Abenteuer im NY-Band und in einem Rutsch durchspielbar. Wir haben ca. 9 Std. gebraucht.

 

Das Abenteuer ist sehr straight. Problemstellung - Rechercheteil - Endboss/Ritual, also alles wie immer. Die Spieler waren gut unterhalten, insbesondere ob der Zeit-/Raumeffekte. Besonders gut kommt der Anfang beim falschgelaufenen Ritual rüber, das die Spieler schwer beschäftigt hat.

 

Ich habe aber einige Kritikpunkte, die ich hier auch anbringen möchte. Das Abenteuer kommt mir insgesamt ein bißchen lieblos vor. Wie oben schon geschildert, baut es auf einem schönen Anfang auf, dann ist aber eigentlich alles wie immer. Man folgt ein paar Hinweisen, findet die Kultisten und muss dann das Ritual wirken und verhindern, dass schlimmeres passiert. Das ist bereits nicht besonders überraschend. Etwas geärgert habe ich mich dann aber darüber, dass das Abenteuer in seiner Konstruktion einige Parallelen zum "Titanen"-Abenteuer im gleichen Band hat. Auch dort: Verwirrender Beginn, Recherche in den oberen 10.000 von New York City, bis dann die "Kultisten" gefunden werden und dann BEIDE Male ab in die U-Bahn, um dort das Schlimmste zu verhindern. Es ist doch klar, dass man, wenn man den NY-Band hat, auch alle drei Abenteuer in New York mit der gleichen Crew spielen möchte. Da wäre es schon schön gewesen, wenn die Kultisten nicht aus den gleichen Kreisen stammen und sich dann in der U-Bahn ein Großer Alter nach dem anderen tummelt. Das wirft bei jeder durchschnittlichen Gruppe eine Menge Fragen bzgl. der Zusammenhänge der Abenteuer auf, die nicht adressiert werden.

 

Eine kleine Warnung zum Rechercheteil: Die Hinweise hängen im Grunde sämtlich an Rawlins. Hier sollte man als Meister darauf achten, zumindest auch die Bibliothekarin gut ins Spiel zu bringen. Ich war auch über E.A. nicht so begeistert. Die Spieler wissen, wenn sie die Taschen finden, recht schnell, dass ein 5. Verschwörer mit an Bord ist und sind natürlich total heiß darauf, den zu finden. Ausgerechnet zu ihm liefert das Abenteuer aber keine weiteren Ideen, im Gegenteil - "Wenn die Spieler versuchen, ihn aufzusuchen, ist er nicht da". Das ist frustrierend, und für die Spieler ist es auch nicht toll, dass er dann plötzlich im Endszenario wie Deus Ex Machina die Bühne betritt. Hier werden viele Möglichkeiten verschenkt, als Leiter sollte man sich da ein paar Gedanken vorab machen, wie man Avery als glaubwürdigen Gegner aufbaut. Weiter gibt es keine Idee zu den Hintergründen und Motivationen der Kultisten. Warum wollen sie YS beschwören, was soll das alles? Zuletzt auch nicht so schön: Dass die Spieler hier mitten in New York, bei einem eher kleineren one-shot, gleich Yog Sothoth persönlich in die Augen blicken, finde ich auch zu viel des Guten. Handouts gibt es keine, was nicht schlimm, aber auch nicht schön ist.

 

Ich habe beim Leiten versucht, drei von mir vorab identifizierte Probleme zu lösen, was ganz gut geklappt hat:

 

1) Verlegung des Szenarios in die St John Cathedral, damit nicht alles in der Metro spielt. Im Gegenteil, kamen verschiedene kirchliche Aspekte dazu, was einen ganz anderen Aspekt New Yorks beleuchten kann.

2) Auswechslung von Yog Sothoth zu einem seiner Avatare, um das Powerniveau etwas runter zu pegeln. Hier habe ich mich für Aforgomon entschieden. Dessen Zeit-Aspekt hat bei mir auch die Effekte beherrscht (Verzögerungen, verjüngende Wirkung des Weihwassers der Kirche etc.) das kam gut an. Außerdem diente er mir dazu, einige Motivationen der Kultisten einzuarbeiten (Miss Mullins auf der Suche nach der ewigen Jugend etc.). Entsprechend habe ich auch auf das Buch Eibon verzichtet und ein weniger mächtes Exemplar rumliegen lassen, das sich primär mit Zeitzaubern etc. beschäftigt.

3) Ich habe die Titanen in das Abenteuer eingearbeitet. Diese habe ich zu "Beschützern" New Yorks erklärt (klingt im Abenteuer ja auch an) und sie waren die Auftraggeber der Gruppe, die immer wieder lenkend eingriffen. Die Spieler haben sich gefreut, bekannte Gesichter zu sehen  und ich konnte verschiedene Fäden aus dem Titanen-Abenteuer aufnehmen.

 

Summa summarum kein schlechtes Abenteuer, das, wenn Teil einer New-York-Serie, aber einiger Vorarbeit als Meister bedarf. Besonders gut kamen die Effekte an, mit denen man die Spieler gut unter Druck setzen kann! Hier sollte man der Vorgabe des Abenteuers folgen und ordentlich Radau machen!

 



#2 Dark_Pharaoh

Dark_Pharaoh

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Geschrieben 17. März 2014 - 08:00

Danke für den Bericht und besonders deine Problemlösungen. Klingt alles gut angepasst, nachdem ich den New York Band demnächst mal angehen will sicher sehr hilfreich. Ohne die Abenteuer bisher gelesen zu haben klingen deine Anpassungen wirklich sinnvoll, 2x Finale in der U-Bahn gegen Große Alte ist wirklich etwas viel des Guten.






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