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Der Sybil Virus, oder: ".Die Seelenfresser kommen!"

Sybil Nanoware Virus

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283 Antworten in diesem Thema

#1 Ech0

Ech0

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Geschrieben 17. Mai 2014 - 13:41

Na, dann wollen wir doch mal...

 

Mit der Veröffentlichung von "Stolen Souls" haben wir jetzt endlich Hintergrundinfos zum merkwürdigen Nanovirus Sybil und dem CFD, dem Kognitiven Fragmentationssyndrom.

Erstmals in Stormfront erwähnt, fungierte der Virus bereits als Katalysator der Ereignisse in "Tödliche Fragmente", bis er im Metaplot im April 2075 weltweit auszubrechen droht.

 

Machen wir es kurz: Meinungen?

 

Ich finde es ein wenig enttäuschend, dass der neue, große Metaplot im Shadowrun-Universum mal wieder ein Körperklau-Plot ist. Das hatten wir schließlich schon das ein oder andere Mal: Insektengeistern, DEUS, Shedim, Persona-BTLs... die Liste ist noch ein bisschen länger, will man alle Stationen der Geschichte abarbeiten. Darüber hinaus halte ich es auch auch für keinen sonderlich kreativen Körperklau-Plot, da mir die Bedrohung zu vielseitig, und gleichzeitig zu wenig konkret ist. Was ich damit meine?

 

Die liberale Beliebigkeit, mit der die Autoren hier zu Werke gehen.

 

Die verschiedenen Ausprägungen der Infizierung sind so wahnsinnig schwammig. Sybil-Träger können als hyperaggressive 28-Days-Later-Zombies im Schwarm auftreten, als subtile Superbösewichte im Hintergrund agieren (2001: Odysee im Weltraum), als Schläfer die Gesellschaft unterwandern (Dorf der Verdammten) und so weiter. Wieso muss ich eine Bedrohung für eine schier endlose Anzahl von Szenarien verwenden? Ein wenig mehr Uniformität hätte hier imo nicht geschadet.

 

Außerdem gibt es natürlich nicht nur eine einzige Ursache des CFD. Von der erwachten Navigationssoftware, über intelligente Nanoware bis hin zu den Geistern von Verstorbenen, die in der Matrix festhängen ist alles drin. Und natürlich auch wieder nicht, denn die e-Geister könnten theoretisch auch nur intelligent gewordene Programme sein...


Bearbeitet von Ech0, 18. Mai 2014 - 14:48 .

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#2 Ech0

Ech0

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Geschrieben 17. Mai 2014 - 14:11

Bei den möglichen Infektionswegen musste ich dann kurz laut lachen.

Bevor ich dann grimmig an Hardy und seine religiösen Überzeugungen denken musste. Das mag überinterpretiert sein, liegt im Kontext allerdings nahe. Und würde sich sogar für einen kleinen Shitstorm eigenen. Aber ich greife vor.

 

Die Kurzform, für alle, die das Buch noch nicht gelesen haben:

Sybil ist ein nicht-biologischer Virus, der selbst ohne einen Wirt überleben kann. Dennoch hätte der Virus gern einen Wirt, weil er böse ist und sich natürlich vermehren möchte. Oder auch nicht. Da sind sich die Autoren, respektive der Virus, nicht ganz einig. Als Wirt eignen sich nicht nur Metamenschen, sondern auch Maschinen, Gebäude, und überhaupt alles. Anders als bisher vermutet, können sich nicht nur diejenigen mit Sybil infizieren, die sich Nanoware in den Körper setzen lassen, sondern potentiell jeder Metamensch. Ob magisch aktiv, Technomancer, vercybert oder nicht, das spielt keine Rolle.

 

Die Ansteckung verläuft dabei... kreativ. Kreuzkontamination zwischen verschiedenen Trägern ist nicht nur möglich, sondern die häufigste Form der Ansteckung. Diejenigen, die ihren Körper mit Cyber/Nanoware verpesten, sind natürlich anfälliger. Es reicht schon, wenn es Virusträger auf einen Türgriff blutet, der mit Hilfe von Nanoware hergestellt wurde. Dann wird der Türgriff krank (not even kidding here), überträgt den Virus auf jeden, der den Türgriff berüht und auf die Tür selbst, die Wände, die Stormleitungen und überhaupt alles, was sich in unmittelbarer Nähe befindet. Reguläre Kontamination ist natürlich auch üblich, weshalb man sich Infizierten keinesfalls nähern darf. Gegenstände, die sie berührt haben, tragen konsequenterweise ebenfalls den Virus in sich. Und so setzt sich die Infektion dann munter fort.

 

Die Auswirkungen sind ähnlich kreativ. Mit Hilfe von Nanoware erbaute Strukturen brechen zusammen; ein Schicksal, das alle Nanofaxe und deren Erzeugnisse betraf. Metamenschen entwicklen alternative Persönlichkeiten. Sie werden werden aggressiv oder eben nicht, und irgendwann sterben sie dann. Oder eben auch nicht. Da ist man sich noch nicht ganz so schlüssig.

 

Heilbar ist eine Infektion nicht. Radikale Behandlungsmethoden können helfen. Oder, ihr könnt es Euch schon denken, eben nicht.

 

Fazit:

 

Es sieht so aus, als ob Catalyst und Mr Hardy mit dem Sybil-Virus ihre eigene Form der AIDS-Hysterie der 1980er schaffen wollte.

Was die Behandlungs- und Umgangsmethoden mit Sybil-Infizierten nun über die Autoren aussagt, müsst Ihr Euch selber denken.


Bearbeitet von Ech0, 17. Mai 2014 - 14:16 .

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#3 Avalia

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Geschrieben 17. Mai 2014 - 15:34

Sehr schöne Zusammenfassung :) so traurig es auch ist ...


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#4 Loki

Loki

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Geschrieben 17. Mai 2014 - 17:32

Um das vorweg zu schicken, ich finde es nicht schlimm, wenn man die Sybilbedrohung skalieren kann, um sie den eigenen Kampagnenbedürfnissen anzupassen. Obwohl man sicherlich die Frage stellen kann, wie geeignet das ganze damit als Metaplot ist.


Hier sind wir eigentlich wieder bei der zentralen Rolle von Nanotechnologie für Augmentierung: http://forums.dumpsh...showtopic=39498 Zwar hatten wir das heiß diskutiert, aber jedenfalls aus meiner Sicht mehr aus prinzipieller Ablehnung von Nanotechnologie auf der anderen Seite. Geht man nach den letzten Veröffentlichungen zu dem Thema müssten Cyberchirurgie und Biowareimplantation auf rund zwanzig Jahre alte Methoden zurückfallen und der Straßensamurai seine verbesserten Werte beim Spielleiter abgeben.

Wieso kann ein nicht-biologischer Virus einen reinen biologischen Körper befallen? Wird das näher erklärt? Und sind Tiere und Pflanzen auch betroffen? Feenwesen? Geister? ... Passionen?

Und noch eine Frage, gibt es nun einen Zusammenhang mit der NEMA-Quarantänezone? Wird Boston erwähnt? Oder sind die Zombies und die Krankheit dort einfach noch ein weiterer Bodysnatcher-ähnlicher Plot?

#5 Ech0

Ech0

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Geschrieben 17. Mai 2014 - 18:18

Verzeiht übrigens bitte Tipp- und Kommasetzungsfehler. Bin gerade unterwegs und die Handytastatur ist nur mäßig gut für längere Texte geeignet. Ich korrigiere später.

Zu Lokis Frage:
Der Virus benötigt Nanobots, um einen metamenschlichen Host zu befallen. Wie oben erwähnt, steckt aber in jedem Kleidungsstück Nanotechnologie. Die Nanobots machen sich nach der Infektion auf den Weg zum Gehirn und bauen dort Hirnareale und damit die Persönlichkeit um. Tiere werden ebenfalls infiziert, Pflanzen, in Ermangelung eines Gehirns, allerdings nicht.
Geister werden nicht befallen, bieten aber auch keine Heilungsmöglichkeit. Versucht man es, platzt den Patienten der Kopf. Wortwörtlich.

Boston wird afaik nur auf der ersten Seite erwähnt, scheint aber in Verbindung mit Sybil zu stehen. Oder eben nicht. ;-)

Bearbeitet von Ech0, 18. September 2014 - 22:49 .

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#6 Ech0

Ech0

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Geschrieben 17. Mai 2014 - 18:20

Über die regeltechnische Auswirkungen kann Richter gern was schreiben. :-)
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#7 Loki

Loki

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Geschrieben 18. Mai 2014 - 08:55

Außerdem gibt es natürlich nicht nur eine einzige Ursache des CFD. Von der erwachten Navigationssoftware, über intelligente Nanoware bis hin zu den Geistern von Verstorbenen, die in der Matrix festhängen ist alles drin. Und natürlich auch wieder nicht, denn die e-Geister könnten theoretisch auch nur intelligent gewordene Programme sein...


Das hier klang so, als ob der Virus Software ist und zum Beispiel auch über die Matrix verbreitet werden kann. Aber gut er braucht also Naniten. Das heißt eine Infektion sollte nur durch direkten Kontakt erfolgen. Gibt es eine Untergrenze für die Menge an Naniten, die benötigt werden, um jemanden zu infizieren? Soll eine vernachlässigbare Menge reichen oder replizieren sich die Biester jetzt auch?

Ich gehe davon aus, dass der Zusammenbruch des Nanotech-Wirtschaftszweigs und das damit einhergehende teure Retooling in seinen Auswirkungen in angemessener Form beschrieben wird.

#8 apple

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Geschrieben 18. Mai 2014 - 09:40

Klar wird es beschriebem, Skillwires sind um den Faktor 10 teurer.

 

Davon abgesehen erscheint es eher so, als daß Hardy zuviel Ecplipse Phase gezockt hat und unbesingt den Metaplot von EP in SR5 drin haben wollte. Ein Multivektor-Virus mit tausend unterschiedlichen Auswirkungen, dessen Sinn und Zweck höchst umstritten sind, kommt dem geneigten EP-Kenner nämlich bekannt vor.

 

SYL


Bearbeitet von apple, 18. Mai 2014 - 09:41 .

SR4 Limited Edition: #464/1000

 

Void: "The modern history in shadowrun rules!" wäre Slapstick."
 

[SR5 in a nutshell: "Hat sich stets bemüht"]

Chrome & Flesh: "ask the fixer how Mr. Johnson feels about augmented individuals before the meeting

- Die will mir ständig Vercyberte in Veralberte ändern...

- Mitarbeiter macht sich verzweifelt Gedanken. Das Ergebnis kennen wir...  :wacko:

 

[SR6 in a nutshell: Unterhosentroll-Edition]

- At a glance, it seems like an unfortunately awkward attempt at (breaking the 4th wall using Lovecraftian cosmicism in the tone of Terry Pratchett).

- Gear is like salad in a subway, you got to have it, but what exactly it is isn't that relevant.

- Offizielle Geisterbeschreibung: "Argle Bargle, Foofaraw, Hey Diddy Ho Diddy"

- Offizielle Beschreibung der Charaktererschaffung: "It feels bad and has some nasty sinkholes."

 

[DE Redaktion]

Sascha M: "Das erste was Peer, ich und andere halt machen sind die PDFs nach "Germany" zu durchsuchen."
sirdoom: "Das ist mittlerweile so eine Art instinktiver Panikreaktion..."

Labrat: "Wir haben versucht, mit der Zeit den gröbsten Quatsch aufzuräumen."

 

Joe2060: Life & Style in der 6. Welt: http://blutschwerter...-fassung.86524/

 

Das kleine 1x1 für Shadowrun-Anfänger: https://www.sr-nexus...-shadowrun-101/


#9 sirdoom

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Geschrieben 18. Mai 2014 - 11:37

Da EP-Line Developer Rob Boyle vorher Shadowrun Line Dev war und ich weiß, wie lange manche Ideen/Konzepte bei SR in der Development Hell rumhängen können, muss das nicht unbedingt bei EP abgeschaut sein, sondern kann auch aus dem eigenen "Plot-Archiv-Baukasten" kommen. ;) Wissen tue ich das natürlich nicht...


"I hate to advocate drugs, alcohol, violence, or insanity to anyone, but they've always worked for me."
Hunter S. Thompson (1939 - 2005)

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Voll Dampf - DIE Steampunk-Anthologie
Menschmaschinen - Anthologie

#10 Richter

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Geschrieben 18. Mai 2014 - 12:19

Und noch eine Frage, gibt es nun einen Zusammenhang mit der NEMA-Quarantänezone? Wird Boston erwähnt? Oder sind die Zombies und die Krankheit dort einfach noch ein weiterer Bodysnatcher-ähnlicher Plot?

Es gibt eine kryptische Erwähnung von Boston, dass dort "die Dinge sehr schnell ausser JKontrolle geraten werden". In-game ist der 17. April, und "Lockdown" ist als kommende Veröffentlichung angekündigt. Da NeoNET in der NEMA-Geschichte impliziert ist, ein Drache mit merkwürdigem Verhalten und Hass auf NeoNET vorkommt, das Gehirn angreifende Viren die Trolle überdurchschnittlich schnell befallen, und eine hastige Vertuschungsaktiond er UCAS, deren Wille, NeoNET zu schützen sehr breit erwähnt wird, meine Hypothese: Ja, das ist verknüpft. Damit macht einiges aus den Tweets von @Jackpoint2070 auch mehr Sinn, ebenso wie die flott errichtete Quarantänezone - denn die Regierung wusste davon.

 

Die verschiedenen Ausprägungen der Infizierung sind so wahnsinnig schwammig. Sybil-Träger können als hyperaggressive 28-Days-Later-Zombies im Schwarm auftreten, als subtile Superbösewichte im Hintergrund agieren (2001: Odysee im Weltraum), als Schläfer die Gesellschaft unterwandern (Dorf der Verdammten) und so weiter. Wieso muss ich eine Bedrohung für eine schier endlose Anzahl von Szenarien verwenden? Ein wenig mehr Uniformität hätte hier imo nicht geschadet.

Das sehe ich ganz anders. Darin ist für mich tatsächlich eine Stärke des Plots - es ist ein Schritt weg von der unglaublich ausgelzutschten Zombieapokalypse hin zu einem graueren, vielschichtigeren Bedroghungsszenario. Dass nicht jeder auf eine Infektion auf dieselbe Art reagiert ist absolut realistisch, vor allem enn man bedenkt was genau diese Infektion umfasst. Die Verscheidenartigkeit der Bedrohung erlaubt eine Anpassung an individuele Kampagnen, denn nicht jeder steht auf Zombieapokalypse oder Bodysnatchers.
 

Es sieht so aus, als ob Catalyst und Mr Hardy mit dem Sybil-Virus ihre eigene Form der AIDS-Hysterie der 1980er schaffen wollte. Was die Behandlungs- und Umgangsmethoden mit Sybil-Infizierten nun über die Autoren aussagt, müsst Ihr Euch selber denken.

Das glaube ich weniger. Ich sehe da eher ein bestimmtes Schema - Grey Goo. Aufgekommen in den 60ern mit den Grundideen der Nanotechnologie, ist die Idee einer Invasion der kpörperfressenden Mikromaschinen unzählige Male umgesetzt worden, von den Original-Bodysnatchers über Borg bei Star Trek, CP2020/Cybergenerations mit seiner Carbon Plague und Morgans Bücher bis hin zu eben dem Sybil-Virus bei SR. Es ist erschreckend unioriginell, aber - so schade das ist - besser als alle Metaplotideen, wo die jetzigen Schreiber mal originell sein wollten (AzAm-Krieg, Drachenkrieg, Artefakte). Ein rückfall in einen Klassiker der SciFi, aber das muss an sich ncihts schlechtes sein.
 
Die Reaktion und die rabiaten Experimente mit Betroffenen sind hingegen absolut realistisch. Epidemien sind immer Grenzsituationen, in denen soziale Normen schnell unter die Räder kommen. Ich empfehle dazu mal nachzulesen, was das RKI bei Ebolapatienten vorsieht, sowie ein wenig über die Erforschung von Syphilis und anderer Seuchen nachzulesen. AIDS da heranzuziehen ist schon etwas paranoid. Man schaue sich nur die Hysterie wegen Schweinegrippe, Vogelgrippe oder MERS an.
 

Geht man nach den letzten Veröffentlichungen zu dem Thema müssten Cyberchirurgie und Biowareimplantation auf rund zwanzig Jahre alte Methoden zurückfallen und der Straßensamurai seine verbesserten Werte beim Spielleiter abgeben.

Das ist doch Stand der Dinge bei SR5.
 

Der Virus benötigt Nanobots, um einen metamenschlichen Host zu befallen. Wie oben erwähnt, steckt aber in jedem Kleidungsstück Nanotechnologie. Die Nanobots machen sich nach der Infektion auf den Weg zum Gehirn und bauen dort Hirnareale und damit die Persönlichkeit um. Tiere werden ebenfalls infiziert, Pflanzen, in Ermangelung eines Gehirns, allerdings nicht.

Anmerkung: MMVV-Infizierte sind ebenfalls immun. Überschrift des Absatzes: "No Soul To Steal". Ich lasse das einfach mal so stehen. Im Fluff wird behauptet, Technomancer seien immun, aber regeltechnisch sind sie es nicht.
 

Davon abgesehen erscheint es eher so, als daß Hardy zuviel Ecplipse Phase gezockt hat und unbesingt den Metaplot von EP in SR5 drin haben wollte. Ein Multivektor-Virus mit tausend unterschiedlichen Auswirkungen, dessen Sinn und Zweck höchst umstritten sind, kommt dem geneigten EP-Kenner nämlich bekannt vor.

Das gab es beim schwer unterschätzten Stanislaw Lem schon in den 1960ern ("Der Unbesiegbare", wobei das auch gleich noch die Replikatoren aus Stargate sind) bzw. 1980ern ("der Flop" über intelligente Nanowaffen und kognitive Dissoziation). Ich sehe da weniger Eclipse Phase. EP hat nur bei denselben Quellen Inspiration gefunden.
 

Gibt es eine Untergrenze für die Menge an Naniten, die benötigt werden, um jemanden zu infizieren? Soll eine vernachlässigbare Menge reichen oder replizieren sich die Biester jetzt auch?

Nein, vielleicht und ja, der volle von Neumann-Crap (aber immerhin machen sie das langsam). Aber das ist ja seit Morgan ein Dauerbrenner in der Scifi, die magischen Nanomaschinen die vollkommen ignorieren dass im Quantenuniversum andere Regeln gelten als im Makrouniversum. Das kam allerdings mit der Arkologie in SR, da kann man CGL also nicht vorwerfen das Setting zu vermüllen. Das war es schon lange.


"10.000 Stunden Verschwörungstheorienstudium ergeben keinen Experten." Sascha Lobo, Spiegel Online, 04.00.2011

"Einen kleinen Geist erkennt man an Pedanterie. Ein Arschloch erkennt man, wenn ein kleiner Geist für sich selbst Ausnahmen davon macht." Konfuzius (probably)

 

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#11 Avalia

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Geschrieben 18. Mai 2014 - 13:14

Im Fluff wird behauptet, Technomancer seien immun

Nö, wird's nicht. Nanites on an EK host beschreibt eindeutig, dass Technomancer Schäden erleiden.

 

1. Sie werden angesteckt. (The CFD virus is universally contagious across all tested vectors.)

2. Sie sind widerstandsfähiger. (nächster Satz)

3. Sie sterben schneller, weil sie sich am stärksten gegen den Virus wehren

4. Sie bemerken am meisten, was mit ihnen passiert.


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#12 Ech0

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Geschrieben 18. Mai 2014 - 13:49

Das sehe ich ganz anders. Darin ist für mich tatsächlich eine Stärke des Plots - es ist ein Schritt weg von der unglaublich ausgelzutschten Zombieapokalypse hin zu einem graueren, vielschichtigeren Bedroghungsszenario. Dass nicht jeder auf eine Infektion auf dieselbe Art reagiert ist absolut realistisch, vor allem enn man bedenkt was genau diese Infektion umfasst. Die Verscheidenartigkeit der Bedrohung erlaubt eine Anpassung an individuele Kampagnen, denn nicht jeder steht auf Zombieapokalypse oder Bodysnatchers.

 

Ach, grundsätzlich gebe ich Dir natürlich recht. Flexibilität und eine eher ambivalente Bedrohung ist ein nice-to-have. So kann jeder SL die Sybil-Bedrohung für seine Gruppe anpassen und sein individuelles Bedrohungsszenario gestalten. Meine ursprüngliche Abneigung gegen die Beliebigkeit hat sich auch ein wenig gelegt. Ich fühlte mich einfach nur stark an die Shedim erinnert. Die haben zwar kein eigenes Sourcebook bekommen, waren aber imo ähnlich angelegt:

Eine neue, tödliche und unbekannte Bedrohnung, die sowohl direkte (Shedim-Zombies) als auch subversive (Meistershedim) Formen annehmen kann. Auch die Viecher hatten/haben eine obskure Agenda, nur ist nicht viel daraus gemacht worden.

 

Wir scheinen da aber in gleichen Bahnen zu denken. Ohne die Zombievariante von Sybil hätte mir wohl einfach nichts gefehlt. Yay, Subtilität! :-)

 

 

 

Die Reaktion und die rabiaten Experimente mit Betroffenen sind hingegen absolut realistisch. Epidemien sind immer Grenzsituationen, in denen soziale Normen schnell unter die Räder kommen. Ich empfehle dazu mal nachzulesen, was das RKI bei Ebolapatienten vorsieht, sowie ein wenig über die Erforschung von Syphilis und anderer Seuchen nachzulesen. AIDS da heranzuziehen ist schon etwas paranoid. Man schaue sich nur die Hysterie wegen Schweinegrippe, Vogelgrippe oder MERS an.

 

Andere verheerende Virusinfektionen heranzuziehen ist natürlich ebenfalls valide.

 

 

Das ist doch Stand der Dinge bei SR5.

 

Was der Richter spricht, das ist Gesetz. Und in diesem Fall sogar die Wahrheit. :-)

 

 

Anmerkung: MMVV-Infizierte sind ebenfalls immun. Überschrift des Absatzes: "No Soul To Steal". Ich lasse das einfach mal so stehen. Im Fluff wird behauptet, Technomancer seien immun, aber regeltechnisch sind sie es nicht.

 

Selbst im Fluff sind Technos nicht immun. Die gute Doktorin bezeichnet sie auf Seite 15 nur (veraltet) als Elektrokinetiker.

 

Edit: Da war Avalia schneller. :-)

 

 

Zitat

Gibt es eine Untergrenze für die Menge an Naniten, die benötigt werden, um jemanden zu infizieren? Soll eine vernachlässigbare Menge reichen oder replizieren sich die Biester jetzt auch?

Nein, vielleicht und ja, der volle von Neumann-Crap (aber immerhin machen sie das langsam). Aber das ist ja seit Morgan ein Dauerbrenner in der Scifi, die magischen Nanomaschinen die vollkommen ignorieren dass im Quantenuniversum andere Regeln gelten als im Makrouniversum. Das kam allerdings mit der Arkologie in SR, da kann man CGL also nicht vorwerfen das Setting zu vermüllen. Das war es schon lange.

 

Da liegt imo der Nanobot im Pfeffer. Nach der geschilderten Ansteckungsmethode (wenn Butch denn mit ihren Experimenten Recht hat) müsste sich das Zeug, gerade in Hinblick auf "all die zu Schlacke geschmolzenen Sturmgewehre" ausbreiten wie... nun ja... wie Masern im Kindergarten. Tut es aber wohl nicht, weil die Corps da irgendwie den Deckel draufhalten. Oder das nicht die Intention des Virus ist. Oder sich einfach schon überall Sybilkolonien, aka, Dörfer der Verdammten, gebildet haben.


Bearbeitet von Ech0, 18. Mai 2014 - 14:34 .

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#13 Ech0

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Geschrieben 18. Mai 2014 - 13:57

Worauf wir jetzt noch gar nicht eingegangen sind:

 

Die Agenda und die "Persönlichkeiten" des Virus.

 

Für alle, die nicht reingelesen haben: Ja, der Virus verfolgt wohl ein bewusstes Ziel, das über die natürliche Arterhaltung hinausgeht. Oder zumindest wird das sehr stark impliziert.

 

Ich werde wohl leider erst morgen dazu kommen, das "Ursachen-Kapitel" zu lesen, daher lasse ich anderen gern den Vortritt.


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#14 Loki

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Geschrieben 18. Mai 2014 - 14:12

Danke erstmal für die Eindrücke. Mal schauen, ob mich der Sybilvirus eines Tages erwischt und zwingt das PDF zu kaufen. ;)

Das ist doch Stand der Dinge bei SR5.


Was der Richter spricht, das ist Gesetz. Und in diesem Fall sogar die Wahrheit. :-)

Ja gut, Nebenkriegsschauplatz (in diesem Fall). Der Zusammenbruch des methodischen Repertoires einer zentralen Industrie für Biomodifikation und darüber hinaus (wobei ich letzteres bisher gar nicht so gesehen habe), wird aber nicht ausreichend in seinen drastischen Konsequenzen ausgeführt. So deute ich das bisher Gehörte und die Aussage von Apple, die ich mal für so sarkastisch nehme, wie meine eigene Feststellung.

#15 Richter

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Geschrieben 18. Mai 2014 - 14:18

Selbst im Fluff sind Technos nicht immun. Die gute Doktorin bezeichnet sie auf Seite 15 nur (veraltet) als Elektrokinetiker.

Argh. Ihr habt Recht. Mein Fehler.

 

Da liegt imo der Nanobot im Pfeffer. Nach der geschilderten Ansteckungsmethode (wenn Butch denn mit ihren Experimenten Recht hat) müsste sich das Zeug, gerade in Hinblick auf "all die zu Schlacke geschmolzenen Sturmgewehre" ausbreiten wie... nun ja... wie Masern im Kindergarten. Tut es aber wohl nicht, weil die Corps da irgendwie den Deckel draufhalten. Oder das nicht die Intention des Virus ist. Oder sich einfach schon überall schon Sybilkolonien, aka, Dörfer der Verdammten, gebildet haben.

Da gab es mindestens eine Erwähnung, ich glaube im Clutch of Dragons: dieses Horizon-Dörfchen in Indien, wo alle Leute sich synchron bewegt haben und die Runner die da hin sind dachten "Scheisse, Bugs", aber dann liessen die sich ganz einfach wie normale Menschen abschiessen. Wo Horizon dann ein großes Cover-Up gefahren hat, und was sich dei Jackpointer da gar nicht erklären konnten. Ich glaube, das geht zurück bis in Shadows of Asia.
 
Ansonsten: Virus-Nanobots (der Virus scheint ja Naniten zu befallen, ist also nicht an eine bestimmte Form gebunden) sind zerstörbar. Man bekommt sie halt - bisher - nicht komplett aus einem Infizierten raus. Allerdings wird schon gesagt, dass Nanobots bei Einschmelzen oder Verbrennen restlos kaputt gehen. Nanobots sind laut dem Buch eh eher instabil - wenigstens ein bisschen Quantenuniversum ist da eingeflossen.
 

Für alle, die nicht reingelesen haben: Ja, der Virus verfolgt wohl ein bewusstes Ziel, das über die natürliche Arterhaltung hinausgeht. Oder zumindest wird das sehr stark impliziert.

Es liest sich, als

Spoiler
. Mithin ist der Virus nicht 100% das, was sein(e) Erzeuger(inn/en) haben wollten.
 

Der Zusammenbruch des methodischen Repertoires einer zentralen Industrie für Biomodifikation und darüber hinaus (wobei ich letzteres bisher gar nicht so gesehen habe), wird aber nicht ausreichend in seinen drastischen Konsequenzen ausgeführt.

Es ist kein restloser Zusammenbruch; es wird explizit erwähnt dass beispielsweise Saeder-Krupp relativ saubere Naniten produziert und extrem strenge Schutzvorschriften erlassen hat, damit seine Reservoirs nicht kontaminiert werden. Es ist also weniger eine Welt ohne Öl als eine Ölkrise. Das ist tatsächlich relativ stimmig zu den neuerlichen Irrsinnspreisen und der deutlich schlechteren Cyberware in SR5.

 

Eine neue, tödliche und unbekannte Bedrohnung, die sowohl direkte (Shedim-Zombies) als auch subversive (Meistershedim) Formen annehmen kann. Auch die Viecher hatten/haben eine obskure Agenda, nur ist nicht viel daraus gemacht worden.

Die Shedim waren/sind Horrors, ganz einfach. Sie haben eine Kraft - Karmaentzug - die in ED Horrors-Exklusiv ist, sie sind Feinde aller Geister, sie kommen aus den tiefen Metaebenen und alle Unsterblichen waren sehr besorgt wegen ihnen.

 

Persönlich fand ich die Shedim als Bedrohung immer etwas lahm, da sie ja letztlich nur Tote übernehmen konnten. Aufgrund der Infektionssituation finde ich Morbus Schletz viel unheimlicher und bedrohlicher. Wer mit einer Leiche herumspazieren geht, ist für mich halt weniger unheimlich und bedrohlich als jemand der langsam meine Persönlichkeit frisst. Das mag natürlich auch einfach persönlicher Geschmack sein, aber nach den Bugs sind das die ersten Bodysnatcher die bei mir dieses Horrrofilmprickeln auslösen.


Bearbeitet von Richter, 18. Mai 2014 - 14:29 .

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"Einen kleinen Geist erkennt man an Pedanterie. Ein Arschloch erkennt man, wenn ein kleiner Geist für sich selbst Ausnahmen davon macht." Konfuzius (probably)

 

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