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Masks of Nyarlathotep (Spielbericht)


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113 Antworten in diesem Thema

#106 Der Läuterer

Der Läuterer

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Geschrieben 01. Februar 2015 - 12:31

Ein interessanter Artikel wird auch in einer der heutigen Tageszeitung gefunden, obwohl die Chars diesen Vorfall (noch) nicht einzuschätzen wissen.

DER GUARDIAN

Samstag, September 5, 1925
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MacNamara's Tod gibt Rätsel auf
Die Offenlegung aller Unterlagen über die
gerichtsmedizinischen Untersuchungen des
Todes von Michael MacNamara, aus dem
Londoner Stadtteil Kilburn, wurde heute,
ohne nähere Angabe von Gründen, vertagt.
Die näheren Umstände seines Todes bleiben
somit, bis zur Freigabe der medizinischen
Berichte durch die Pathologie, weiterhin im
Dunkeln. Herr MacNamara, ein Bauarbeiter,
wurde am Abend des 03. September tot
neben den Gleisen der Gr. Western Railway,
nahe des Paddington Bahnhofs aufgefunden.
Seine Frau hatte den Mann vor sechs Tagen
als vermisst gemeldet.

-------------------------------------------------------

[ Kilburn = NW London, 6 km von Charing Cross entfernt ]
Nur wenige Menschen sind stark genug, um die Wahrheit zu sagen und die Wahrheit zu hören.
- Luc de Clapiers Marquis de Vauvenargues -

#107 Der Läuterer

Der Läuterer

    Adjektivator des Grauens

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Geschrieben 02. Februar 2015 - 22:54

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CARLYLE, ROGER VANE WORTHINGTON

SITZUNGSPROTOKOLL - 3 -
Montag, Januar 21, 1918, 19.00 Uhr
VERWANDTE Erica Carlyle
TERMINVEREINBARUNG Erica Carlyle
- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -

Erneut ist RC zu spät. Diesmal mehr als
eine Stunde.
Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit scheinen
ihm fremd zu sein. Ebenso scheint es um
seine Höflichkeit bestellt zu sein.

Vermutlich liegt ein Autonomiekonflikt vor.
Möglicherweise aufgrund eines dominanten
Vaters oder einer herrischen Übermutter,
denn er fühlt sich sichtlich unbehaglich,
wenn ich ihn befrage. Wohlmöglich sieht er
in meiner Person eine Bedrohung und ein
pünktliches Erscheinen als Einschränkung
seiner Freiheit.
!Interessant!

RC berichtet von dem, sich wiederholenden,
Traum, der seit einigen Monaten, Nacht für
Nacht, seinen Schlaf beherrschen würde.
Er sagt, er wisse nicht genau, wann er den
Traum zum ersten Mal geträumt habe.

Zuerst habe er wohl nur traumlose Nächte
durchlebt, aus denen er schweissgebadet
erwacht sei.

Ich denke, dass wir weiter kommen werden.
Der Fall könnte doch noch viel spannender
werden, als gedacht.

Es scheint RC nicht zu interessieren, dass
ich ihm sein Zuspätkommen in Rechnung
stelle.


NEUER TERMIN: Januar 25, 19.00 Uhr

------------------------- - 03 - -------------------------

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CARLYLE, ROGER VANE WORTHINGTON

SITZUNGSPROTOKOLL - 2 -
Freitag, Januar 18, 1918, 19.00 Uhr
VERWANDTE Erica Carlyle
TERMINVEREINBARUNG Roger Carlyle
- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -

RC lässt den Termin verstreichen.

Telefonische Termin-Vereinbarung mit Erica
Carlyle; Montag, 19.00 Uhr.
Ich bin gespannt, ob er erscheinen wird.


------------------------- - 02 - -------------------------

-----------------------------------------------------------

CARLYLE, ROGER VANE WORTHINGTON

SITZUNGSPROTOKOLL - 1 -
Freitag, Januar 11, 1918, 12.00 Uhr
VERWANDTE Erica Carlyle
TERMINVEREINBARUNG Erica Carlyle
- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -

RC kommt 35 Minuten zu spät.
Als er meine Praxis ohne Entschuldigung für
seine Verspätung und ohne Gruss betritt,
berichtet er sofort, noch bevor er seinen
Mantel abgelegt hat, dass er hier nur auf
Betreiben seiner Schwester Erica sei.

RC sagt, dass er die, von seiner Schwester
auferlegte, Wichtigkeit der Beurteilung
seines Geisteszustands, missbilligen würde.

Dennoch räumt RC sogleich ein, dass er
bisweilen einige Probleme, sowohl mit dem
Ein- als auch mit dem Durchschlafen haben
würde.

Wir unterhalten uns eine Stunde lang über
Alltägliches. Ich kann mich währenddessen
des seltsamen Gedankens nicht erwehren,
dass er meine Praxis nicht auf Geheiss der
Schwester aufgesucht hat.


NEUER TERMIN: Januar 18, 19.00 Uhr

------------------------- - 01 - -------------------------
Nur wenige Menschen sind stark genug, um die Wahrheit zu sagen und die Wahrheit zu hören.
- Luc de Clapiers Marquis de Vauvenargues -

#108 Der Läuterer

Der Läuterer

    Adjektivator des Grauens

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Geschrieben 02. Februar 2015 - 23:12

---------------------------------------------------------

Ich habe über RC diverse Erkundigungen
eingezogen, um mir ein klares Bild von ihm
machen zu können.

RC ist Jahrgang 1895, geboren in London.

RCs Eltern verstarben bei einem tragischen
Verkehrsunfall als er 16 Jahre alt war und
hinterliessen ihm ein stattliches Erbe.

Die Familie wurde durch Immobilienhandel
reich. Ein Grossteil des Viertels Marylebone
ist seit mehr als 200 Jahren im Besitz der
Familie, die ihre Immobilien durch das brit.
Lehnswesen sehr teuer verpachtet haben.
Vor diesem Hintergrund gelten die Carlyles
als eine der reichsten Familien in England.
Das Verm#########################
#########chätzt.

Seine einzige, noch lebende, Verwandte
ist die ältere Schwester Erica Mackenzie
Carlyle, Jahrgang 1891, geboren in London.

Die Familientradition verlangte es, dass RC
der alleinige Erbe des Vermögens wurde.
Erica studiere in Oxford und Cambridge,
betrieb ihre Studien #################
################################
#####################
De###############################
###############################
################################
###################en.
Ihre finanziellen Bezüge belaufen sich auf
ungefä###################hrlich.
Sie hat einen######################
########################

RC hat, im Gegensatz zu seiner Schwester,
keinerlei Geschäftssinn und bringt sein Geld
mit Automobilen, Reisen und Frauen durch.
In der Gesellschaft gilt er als Lebemann und
Playboy der immer wieder in der Boulevard-
Presse für zahllose Skandale sorgt.

RC brachte die wechselhafte STUDIENZEIT
hinter sich - eine Odyssee zwischen Oxford,
Cambridge, London, St Andrews, Edinburgh
und Glasgow, bevor er schliesslich seinen
Abschluss in Dublin schaffte.

RC hat KEINE POLIZEI-AKTE.
Er hat KEINEN MILITÄRDIENST geleistet.


------------------------- - 04 - -------------------------
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#109 Der Läuterer

Der Läuterer

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Geschrieben 02. Februar 2015 - 23:58

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CARLYLE, ROGER VANE WORTHINGTON

SITZUNGSPROTOKOLL - 6 -
Freitag, Februar 15, 1918, 19.00 Uhr
VERWANDTE Erica Carlyle
TERMINVEREINBARUNG RC
- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -

Ich habe mich an E.A. Wallis Budge gewandt.
Er ist am Britischen Museum Fachmann für
die nahöstliche Altertumsforschung.

- Das Zeichen ist ein umgedrehter Anch. -

Ich habe mich in die Materie eingelesen.
Ein Anch ist ein altägyptisches Zeichen, das
für das Weiterleben im Jenseits steht.
Als Hieroglyphe steht das Zeichen für das
körperliche Leben.
Der Anch wird dem Pharao von den Göttern
als ein Zeichen des Lebens überreicht.
Es wird oft mit dem Atem gleichgesetzt.

RC ist pünktlich. Als ich ihn auf die ägyptische
Symbolik anspreche, verneint er jegliches
Interesse an archäologischen Artefakten und
die Beziehung oder Affinität zur Ägyptologie.

Wir haben mit der Traumreise unter Hypnose
weitergemacht. Der Rufer grüsst RC sodann
mit nach vorne ausgestreckten Armen, die
Handflächen nach oben gestreckt.

- Ein Gruss auf alt-ägyptische Art. -

RC beschreibt, dass er auf der linken Hand
des Rufers sein eigenes Gesicht zu erkennen
glaubt; und auf dessen rechter Hand sieht er
eine überaus ungewöhnliche, asymmetrische
Pyramide. Der Rufer führt daraufhin seine
Handflächen zusammen, worauf Roger nun
das Gefühl hat, vom Boden abzuheben und
in die Luft, hinauf ins All empor zu schweben.

RC schwebt höher und höher, bis er vor einer
Ansammlung von monströsen Figuren zum
Halten kommt. Figuren von Menschen mit
tierischen Extremitäten, mit Fängen und
Klauen oder von überhaupt keiner Gestalt.

All die Gestalten umkreisen eine pulsierende
Kugel von gelblich schimmernder Energie,
welche RC als den anderen Aspekt des Rufers
bezeichnet. Die Kugel beginnt RC magisch
anzuziehen. "Sie zieht mich in sich hinein.
Ich werde zu einem Teil von ihr und ich sehe
die Welt durch Augen, die nicht die meinem
sind."


NEUER TERMIN: Februar 22, 19.00 Uhr

------------------------- - 07 - -------------------------

---------------------------------------------------------

CARLYLE, ROGER VANE WORTHINGTON

SITZUNGSPROTOKOLL - 5 -
Freitag, Februar 1, 1918, 19.00 Uhr
VERWANDTE Erica Carlyle
TERMINVEREINBARUNG RC
- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -

RC ist heute absolut pünktlich. Ich beginne
damit, ihn zu hypnotisieren und er spricht
sehr gut darauf an - er liegt in tiefer Trance
und völlig entspannt auf der Couch.

Er berichtet von dieser Stimme und ich sage
ihm, dass er der Stimme folgen soll. "Es ist
so dunkel hier. Ich kann gar nichts sehen."
Er beschreibt dann ein kaltes, feuchtes Netz.
Eine Art nebeliges und netzartiges Geflecht,
durch das er sich hindurch kämpfen muss.
RC nimmt an, dass sich der Rufer in diesem
Gespinst befinden würde.

"Ich sehe ihn." RC beschreibt den Rufer.
"Es ist eine gross-gewachsene Gestalt, von
ausgemergeltem Wuchs, schwarzhäutig und
glatzköpfig. Gesichts- und geschlechtslos.
Er ist nackt."
RC beschreibt diese fremde Gestalt, die er
als geschlechtslos ansieht, als einen ER.

"Er hat eine tiefe, sonore Stimme und ein
seltsames leuchtendes Symbol in der Stirn."
Ich lasse ihn das Symbol beschreiben und
hole ihn dann aus der Trance zurück.


NEUER TERMIN: Februar 15, 19.00 Uhr

------------------------- - 06 - -------------------------

---------------------------------------------------------

CARLYLE, ROGER VANE WORTHINGTON

SITZUNGSPROTOKOLL - 4 -
Freitag, Januar 25, 1918, 19.00 Uhr
VERWANDTE Erica Carlyle
TERMINVEREINBARUNG Erica Carlyle
- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -

Ich habe mir vorsorglich schon mal die
Abendzeitung besorgt. Ein Macht-Mensch
wie RC könnte ein Statusproblem haben.
Vielleicht braucht er schlicht seinen Auftritt.

Diesmal ist er kaum 5 Minuten zu spät.
Und wieder habe ich das Gefühl, dass er das
gesamte Leben von mir kennen würde.

Erneut berichtet RC von diesem Traum, in
dem er immer wieder eine entfernte Stimme
seinen Namen rufen hören würde.
Interessanterweise nennt diese Stimme ihn
bei seinem zweiten Vornamen, Vane.
Er behauptet, dass er von sich selbst auch
immer als Vane denken würde. An viel mehr
kann er sich nicht erinnern.

RC betrachtet diesen Traum aber nicht als
Albtraum.
Dennoch sei er nach dem Aufwachen immer
ziemlich durcheinander und mitgenommen,
wie er sagt. RC behauptet, dass er diesen
Traum sogar sehr geniessen würde und den
Ruf für authentisch hält, obwohl meine
fachliche Einschätzung dahin tendiert, dass
er sich in seiner Einschätzung selbst überaus
unsicher ist.

Ich schlage RC eine Hypnose-Situng vor, um
dadurch eine vorübergehend geänderte
Aufmerksamkeit und tiefe Entspannung bei
ihm zu erzielen, um seine unbewussten,
seelischen Vorgänge frei zu legen.
RC stimmt dem Vorhaben zu.


NEUER TERMIN: Februar 1, 19.00 Uhr

------------------------- - 05 - -------------------------

Bearbeitet von Der Läuterer, 03. Februar 2015 - 11:09 .

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#110 Der Läuterer

Der Läuterer

    Adjektivator des Grauens

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Geschrieben 03. Februar 2015 - 12:31

---------------------------------------------------------

CARLYLE, ROGER VANE WORTHINGTON

SITZUNGSPROTOKOLL - 9 -
Dienstag, Februar 26, 1918, 14.00 Uhr
VERWANDTE Erica Carlyle
TERMINVEREINBARUNG RC
- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -

Ich habe heute bis tief in die Nacht mit RC
gearbeitet. - Ohne Erfolg -

Die Hypnose-Therapie steckt fest.

Immer wieder bleibt RC bei den Bildern des
bodenlosen Abgrundes hängen.
Sein Ich scheint ratlos, ja erschrocken zu sein.

Braucht RC vielleicht Grenzen? Und wenn ja.
Welche Grenzen? Was verbirgt dieser Traum.

Der Abgrund steht für ein Warnsignal.
Ein Aspekt der das Unbekannte symbolisiert.

Erkennt RC die Leere in sich?

Vielleicht kündigt dieser Blick in den Abgrund
auf bevorstehende Gefahren hin, welche sich
aus dem eigenen Verhalten, Handeln, Wollen
ergeben.

Dieser Teil des Traumes weist auf eine Angst
vor Kontroll- oder Identitätsverlust oder vor
dem Scheitern in irgendeiner Hinsicht hin.

Ich werde ihm Heroin im Tee verabreichen.


NEUER TERMIN: Februar 27, 14.00 Uhr

------------------------- - 10 - -------------------------

---------------------------------------------------------

CARLYLE, ROGER VANE WORTHINGTON

SITZUNGSPROTOKOLL - 8 -
Montag, Februar 25, 1918, 19.00 Uhr
VERWANDTE Erica Carlyle
TERMINVEREINBARUNG RC
- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -

In dieser Sitzung stürzt RC in unermessliche
Abgründe, als er des Dreiecks gewahr wird.
Er verwendet einen Begriff, der mir gar nicht
geläufig ist - nichteuklidischer Geometrie -.
Ich muss nachschlagen, was das bedeutet.
Er spricht von Abgründen mit unbeschreiblich
gefärbtem Dämmerlicht, schauderhaft und
chaotisch, voll von bizarren, kakophonischen
Klängen.

Abgründe, deren Schwerkraftgesetze sowie
materieller Beschaffenheit und Beziehung zu
seinem eigenen Dasein ich mir nicht einmal
ansatzweise erklären kann. Er sagt er bewege
sich nicht und dennoch würde er sich auf eine
Art fortbewegen, die teilweise freiwillig und
zum Teil unfreiwillig geschehen würde.
Seinen Zustand vermag er dabei nur sehr
schwer zu beschreiben, da er wegen einer
verschobenen Perspektive Arme, Beine und
seinen Oberkörper nicht sehen könne, fühle
jedoch, dass seine Anatomie und physischen
Fähigkeiten verschoben wurden; wenn auch
nicht ohne einen grotesken Zusammenhang
zu seinen physisch normalen Proportionen
und Befähigungen zu bewahren.

Diese Abgründe stehen für die Allumfassende
Weite, die Unendlichkeit. Aber die Abgründe
sind keineswegs leer, sondern vielmehr zum
Bersten angefüllt mit unbeschreiblich Massen
einer verwinkelten Substanz, fremdartiger
Farbe, die teils organisch, teils anorganisch
zu sein schien.


NEUER TERMIN: Februar 26, 14.00 Uhr

------------------------- - 09 - -------------------------

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CARLYLE, ROGER VANE WORTHINGTON

SITZUNGSPROTOKOLL - 7 -
Freitag, Februar 22, 1918, 19.00 Uhr
VERWANDTE Erica Carlyle
TERMINVEREINBARUNG RC
- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -

Ich habe mich erneut an E.A. Wallis Budge
gewandt. Das umgedrehte Anch-Symbol mit
der Schleife nach unten, kommt häufig bei
Begräbnisritualen vor; dann ist der Anch ein
Zeichen für einen Schlüssel, der das Tor zur
Anderswelt öffnet. Das Tor vom Grab nach
Sekhet-Aaru, zu den heiligen Schilfwäldern,
wo Gott Osiris herrscht, in der paradiesischen
Unendlichkeit.

In dieser Sitzung dringt RC tiefer in seine
unwirtliche Traumwelt vor. Er beschreibt ein
enormes Dreieck, das in der Leere des Raums
erscheint und welches auf ähnliche Art und
Weise so unsymmetrisch ist, wie das Bild der
bizarren Pyramide auf der Hand des Rufers.
Dann hört RC die Worte des Rufers "Werde
durch mich zum Gott.", während Millionen
und aber Millionen von seltsamen Formen und
Gebilden in das Dreieck hinein strömen, wird
RC unruhig und ich muss ihn zurück aus der
Trance holen.


NEUER TERMIN: Februar 25, 19.00 Uhr

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#111 Der Läuterer

Der Läuterer

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Geschrieben 03. Februar 2015 - 17:13

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CARLYLE, ROGER VANE WORTHINGTON

SITZUNGSPROTOKOLL - 11 -
Donnerstag, Februar 28, 1918, 14.00 Uhr
VERWANDTE Erica Carlyle
TERMINVEREINBARUNG RC
- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -

Ich war erneut im Britischen Museum.
Sutah ist die Urform des Namens Setekh,
auch Seth genannt. Der alt-ägyptische Gott
des Unbekannten und Fremdartigen, der
Wüste, der Stürme, des Chaos, der Gewalt.
Hotep hat unterschiedliche Bedeutungen, wie
versöhnend, selbstzufrieden, ausgleichend,
einträchtig. Vielleicht bedeutet der verdrehte
Anch aber auch genau das Gegenteil davon.

Ich bin wirklich völlig ratlos. Wohin bewegt
sich das alles hier? Ich habe ein ganz mieses
Gefühl dabei, obwohl ich es nicht einzuordnen
vermag.

RC kommt heute eine Viertelstunde zu früh.
Er brennt darauf, wieder in seine Traumwelt
eintauchen zu können.

Ich spreche mit ihm über seinen Traum und
versuche die Sitzungen zu reflektieren.
Was er mir antwortet macht mich sprachlos:

"Aber was weiss ich schon von der Welt und
dem grossen Universum um mich herum?"

"Meine Mittel, Eindrücke zu empfangen, sind
lachhaft gering, und mein Begriff von den
mich umgebenden Objekten ist unendlich eng."

"Ich sehe diese Dinge nur so, wie ich selbst
beschaffen bin sie zu sehen und habe keine
Vorstellung von der reinen, wirklichen Natur
der Dinge."

"Doch andere Wesen mit einem erweiterten,
leistungsfähigeren oder unterschiedlichem
Sinnesspektrum sehen vielleicht nicht nur die
Dinge, die ich sehe, völlig anders, sondern
sehen und studieren vielleicht ganze Welten,
einen grenzenlos komplexen Kosmos aus
Materie, Energie und Leben, die nahebei
liegen und doch mit Sinnen, die ich habe,
von mir nie entdeckt werden können."

Die Sitzung endet, jedoch ohne, dass ich RC
hypnotisiert habe.

RC ist ungehalten, brüsk, überaus unwirsch.
Er spricht davon, die Therapie abzubrechen.

Es ist ein haarsträubender Irrsinn, aber RC
glaubt tatsächlich, dank meiner Hypnose-
Sitzungen die Pforte zur anderen, fremden
Seite des Universums aufgestossen zu haben.

Erica Carlyle möchte, dass ich weiter arbeite.
Dagegen lehnt RC jegliche Zusammenarbeit
mit mir fürderhin ab.

Erica Carlyle meint, dass sich das, bei der
Wankelmütigkeit ihres Bruders, aber recht
schnell wieder ändern kann. Sie meint, dass
die Unfähigkeit, eine Sache bis zum Ende
durchzuhalten, sehr charakteristisch für sein
Leben sei.

Die Therapie liegt somit derweil auf Eis.


------------------------- - 12 - -------------------------

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CARLYLE, ROGER VANE WORTHINGTON

SITZUNGSPROTOKOLL - 10 -
Mittwoch, Februar 27, 1918, 14.00 Uhr
VERWANDTE Erica Carlyle
TERMINVEREINBARUNG RC
- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -

- 20g, in Alkohol gelöstes, 90%iges Heroin -

In dieser Sitzung beschreibt RC verschiedene
Formen, lebendige und auch nichtlebendige,
in widerlichem Wirrwarr vermengt, dicht an
dicht. Welten mit unbekannten Abstrusitäten
und fremden Entitäten.

Es scheint RC so, als dringen sie alle in eine
Struktur hinein. Und bevor sie sich verbinden
können, stieben sie alle wieder auseinander.
Pochend, pulsierend. Gallertartig zuckend.
Stetig, aber unrythmisch. Eine schwabbelige
Disharmonie an Vibrationen.
Organische Objekte verschiedener Kategorien.
Fundamental unterschiedliche Gattungen mit
eigenen Verhaltensmustern. Beweggründen.
Eine dieser Kategorien scheinen Objekte zu
umfassen, die in ihren Regungen weniger
unlogisch und irrelevant zu sein schienen als
die anderer Kategorien.

RC spricht von einem schreienden, brüllenden
Klangbabel, das die Abgründe durchdringt
und sich jeder Analyse von Klangfarbe, von
Tonhöhe, oder von Rhythmus entzieht.

- "Aa-shanta'nygh Sutah Alhireth-Hotep!" -

Immer wieder fällt der Satz. Ich weiss nicht,
was er bedeutet oder ob ich den Satz richtig
niederschreibe.

All diese Objekte, organische, anorganische,
spotten jeder Beschreibung und entziehen
sich jeglichem Verständnis. Ansammlungen
von Würfeln, Ebenen, Segmenten, Fraktalen.

RC beschreibt einen Strudel aus Prismen
einer unbekannten Farbpalette. Organische
Dinge, Blasen in unrunden Formen, voll von
schlangenhaftem Leben.


NEUER TERMIN: Februar 28, 14.00 Uhr

------------------------- - 11 - -------------------------

Bearbeitet von Der Läuterer, 03. Februar 2015 - 17:35 .

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- Luc de Clapiers Marquis de Vauvenargues -

#112 Der Läuterer

Der Läuterer

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Geschrieben 04. Februar 2015 - 20:20

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Nachforschungen zu Lord Penhew:

Viscount of Pevensey und Oberst AD.
Seine Lebensgeschichte, niedergeschrieben
in Burke's Peerage und im jedem britischen
Who's Who, ist bemerkenswert.

Penhew ist überaus vermögend und besitzt
stattliche Anwesen in London, Monaco und
Alexandria.

Er machte in Oxford seinen Abschluss in den
Alten Sprachen mit Auszeichnung.
Danach zog es ihn nach Ägypten, wo er mit
der Expedition von Sir W.M. Flinders Petrie,
1896 bei Thebes, die Sieges-Stele von König
Merneptah fand.

Er diente im Rang eine Leutnant bei den
Green Howards, 19tes First North Yorkshire
Regiment und kämpfte von Oktober 1899
bis Mai 1902 im 2. Burenkrieg im Transvaal.
Während der Belagerung von Kimberley
wurde er zum Oberst befördert.

Das Geschlecht der Penhew geht zurück auf
die Zeit der normannischen Invasion 1066.
Die Leuchtkraft dieses Namens ist seitdem
nicht erloschen. Der einzige dunkle Flecken
in der Geschichte der Familie, ist ein Ur-Ahn
zur Zeit des späten Mittelalters, der wegen
Verrat und SchwarzervMagie verurteilt wurde.

Penhew reiste 1903 nach Ägypten. Er leistete
einem grossen Beitrag auf dem Feld der
Archäologie, besonders in dem Gebiet um
Dhashur.

Im Grossen Krieg nahm er den Dienst 1915
erneut auf, wurde aber 1916, aufgrund einer
Verletzung, in den Ruhestand versetzt.

Die von ihm ins Leben gerufene Stiftung in
der Londoner Tottenham Court Road, fördert
archäologische Ausgrabungen auf der ganzen
Welt.
Penhew besitzt eine grosse und wertvolle
Ägyptisch-Orientalische Sammlung, die zu
bedeutendsten Sammlungen ägyptischer
Altertümer Europas zählt. Mit besonderem
Schwerpunkt im Bereich des Totenkults.

Das einzig Negative, dass sich über Lord
Penhew herausfinden lässt, ist, dass er mal
einen Tadel wegen eines Studentenscherzes
erhalten hat.


------------------------- - 14 - -------------------------

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Mittwoch, September 18, 1918, 12.38 Uhr

RC ist heute spontan vorbei gekommen.
Er tut so, als seien wir alte Freunde, die sich
ewig nicht gesehen haben. So legt er sich
sogleich auf die Couch, ohne seinen Mantel
auszuziehen.

RC redet nur von einer Frau. Einer Negerin.
Er zeigt mir Fotos von ihr. Tanzend mit zwei
Fächern und einer Federboa, Portraits und
Aktbildern.
Diese Frau ist zweifelsohne eine Schönheit.
Gazellenhaft. Gross gewachsen und überaus
anmutig. "Behalten Sie das Portrait von ihr
zum Andenken." sagt er dann.


http://hairstylenewe...rican-women.jpg

RC spricht weiter; erzählt, dass sie sowohl
als Tänzerin im Dog and Duck der Bateman
Street, als auch in Murray's Night Club der
Beak Street arbeitet. Beide liegen in Soho.

Ernest A. Cordell, einer der beiden Besitzer
des Murray's, machte sie beide miteinander
bekannt.
RC nennt diese Frau M'Weru, Anastasia und
Meine Prinzessin. Er nennt sie Die Schwarze
Venus, die Baudelaire in seinen düstersten
Träumen heimsuchte.
Er ist der Negerin verfallen, so viel ist klar.
Sie ist ein Tanzmädchen, ohne Ausbildung.
Dennoch übt sie eine überaus unnatürliche,
hypnotische Macht über Ihn aus. Er ist von
ihr besessen.

Über seine Therapie verliert er kein Wort.
Er geht nach zwanzig Minuten wieder, ohne
über etwas anderes geredet zu haben, als
über diese Frau.

Ich bin
überrascht verwirrt.


Dienstag, Dezember 3, 1918, 20.55 Uhr

Ein Telefonanruf von RC.
Wenn ich nicht auf diese seltsame Expedition
von ihm mitgehe, die er vorbereitet, dann
wird RC die unangenehme Geschichte mit
Imelda öffentlich machen. Er hat mir offen
damit gedroht. Er hat mich erpresst.



Mittwoch, Dezember 4, 1918, 12.00 Uhr

Ein kurzes Telefonat mit Erica Carlyle.
Auf meine Nachfrage teilt mir Erica Carlyle
mit, wer an dieser Unternehmung, ausser
RC und mir, noch teilnehmen wird.

Lord Aubrey Penhew, Cousin, Mitte 40
Patty Masters, Roger's 'Ex', Anfang 20
Jack Brady, Roger's 'Intimus', Anfang 30
Anastasia M'Weru, Roger's 'Hure', ca. 20

Wenn ich mitgehe, was wird dann meine
Rolle bei dieser exzentrischen Expedition
sein?

Ich habe da ein ganz, ganz mieses Gefühl.


------------------------- - 13 - -------------------------
Nur wenige Menschen sind stark genug, um die Wahrheit zu sagen und die Wahrheit zu hören.
- Luc de Clapiers Marquis de Vauvenargues -

#113 Der Läuterer

Der Läuterer

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Geschrieben 08. Februar 2015 - 12:44

Mittwoch 09.09.1925; 1000
------------------------------------------------
HOTEL SAVOY

Ein Anruf von Sergeant Waterman. Er kündigt sich für 1230, zum gemeinsamen Mittagessen, im Savoy an. Er müsse dringend mit den Chars sprechen.

Waterman ist pünktlich.

Natürlich hegt er den Verdacht, dass die Chars mehr wissen, als sie zugeben.
Und diese Quelle möchte er anzapfen.
Wie tief die Chars in das Massaker verstrickt sind, ahnt er zum Glück nicht.

Hintergrund: Waterman will beruflich aufsteigen. Diese Geschichte ist besser als die ungeklärte Mordserie des Rippers und DIE Möglichkeit für ihn berühmt zu werden.

Das Massaker in der Narrow Street 37, vom 04.09., das an Manu N'Kwane's Gesellschaft verübt wurde, scheint für Waterman nur ein Racheakt für die Explosion in der Northey Street 20, vom 25.08., gewesen zu sein.
Zwei rivalisierende Gruppen schwarzer Wilder - Streitigkeiten zwischen Fanatikern, vielleicht zwei Gewerkschaftsgruppen oder ethnische Kontroversen.
"Sollen sie sich doch alle gegenseitig umbringen. Je mehr von 'denen' über die Klinge springen, desto besser für 'unser' Land."
Die Spieler grinsen - sie wissen, dass sie aus dem Schneider sind.

Auch verdächtig er Edward Gavigan, den Leiter der Penhew Stiftung, für den Bombenanschlag im Knights Templar, 95 Chancery Lane, vom 02.09., verantwortlich zu sein.

Zuletzt wurde Gavigan an zwei Orten gesehen - am 02.09. in Murray's Cabaret Club, wo er sich mit einem Schwarzen getroffen habe und am 03.09. im Athenaeum, wo seitdem drei Bücher aus der riesigen Bibliothek fehlen würden.

Nach dem Essen bittet Waterman die Chars ihn in die Narrow Street zu begleiten. Er möchte ihren 'Rat'.
Nur wenige Menschen sind stark genug, um die Wahrheit zu sagen und die Wahrheit zu hören.
- Luc de Clapiers Marquis de Vauvenargues -

#114 Der Läuterer

Der Läuterer

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Geschrieben 09. Februar 2015 - 02:45

Sebastian und Khan fahren, zusammen mit Sergeant Waterman, im Polizeiwagen zum Ju-Ju Haus.

http://www.nickelint...ing-st-1921.jpg

Während der Fahrt fragt Sebastian beiläufig nach Neuigkeiten über den schwarzen Rolls-Royce, der am 26.08. Red angefahren hatte.
Waterman zögert. Doch dann gibt er an, was das Yard ermittelt hat:
- Kiama Kipkemoi, Chauffeur eines schwarzen Rolls-Royce, wurde mit einem Kopfschuss im Haus Narrow Street 37 aufgefunden.
- Kabir Kanga, der Besitzer dieses schwarzen Rolls-Royce, konnte noch nicht ausfindig gemacht werden.
- Die Wohnung seiner Meldeadresse, 18 Bateman Street, ist verlassen.
- Kanga soll sich z.Zt. in Paris aufhalten.
- Das Automobil wurde bereits am 24.08. von seinem Besitzer als gestohlen gemeldet.

La Croix und der Prof machen sich an die Verfolgung von Gavigan's Spur.
Zu diesem Zweck besorgen sie sich ein Exemplar des Who's Who vom A & C Black Verlag. Mit Hilfe des Fotos von Edward Gavigan darin, können sie die Jagd nach dem Mann voran treiben.

http://www.badthinkf...nator_roark.png

Und aufgrund der Notizen, während der 7-tägigen Beschattung durch Hiller und Khan, wissen die Chars um Gavigan's tägliche Gewohnheiten:
Die Penhew Stiftung, Tottenham Court Road 35, ist leer geräumt.
Gavigan's Privatwohnung, Beaumont Street 27, ist verlassen und z.T. ausgeräumt.
Gavigan's Landsitz; East Wick Estate auf Foulness Island, wurde verlassen.
Die zwei Herrenclubs, in denen Gavigan nicht mehr gesehen wurde.
Das Athenaeum, 107 Pall Mall, in der Nähe des Waterloo Platzes.
Der Oriental Club, am Stratford Place.
Auch in seinen Stammkneipen hat sich Gavigan nicht mehr blicken lassen.
Coach & Horses, 1 Great Marlborough Street.
Murray's Cabaret Club, 16-18 Beak Street.
King of Corsica, 90 Berwick Street.
Dog and Duck, 18 Bateman Street.
Molly Moggs, 2 Old Compton Street.
Ansonsten ist die Spur von Gavigan kalt. Vermutlich hat er sich abgesetzt.

Slick, der weiterhin Beruhigungsmittel schlucken muss, verbleibt im Hotel [ Der Spieler fehlt diese Session ].



[ edit ]
Aus unterschiedlichen Gründen habe ich es in der Folge zuletzt unterlassen, die Vorkommnisse hier noch in ausführlicher Form zu beschreiben oder Handouts zu veröffentlichen.

Bearbeitet von Der Läuterer, 05. Januar 2019 - 20:27 .

Nur wenige Menschen sind stark genug, um die Wahrheit zu sagen und die Wahrheit zu hören.
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