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Spielbericht: Ultima Ratio


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Eine Antwort in diesem Thema

#1 Guest_Seanchui_*

Guest_Seanchui_*
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Geschrieben 04. August 2015 - 22:40

Am vergangenen Wochenende fand im nahezu frisch renovierten Keller des "Casa Seanchui" ein Rollenspiel-Tag statt, der geradezu Con-Charakter hatte. Vier unerschrockene Freunde von mir stellten sich - über den Tag verteilt - gleich drei OneShots, die ich vorbereitet hatte.

 

Den Beginn machte "Ultima Ratio", zu finden in der sechsten Ausgabe der Zeitschrift "Cthulhus Ruf". Ein Dank gilt vorab dem Autoren POWAQUATSI (dessen Nickname ich hier jetzt auch hoffentlich richtig wiedergegeben haben  :)), denn er war so freundlich, mir seine selbstgestrickten Charakterbögen zur Verfügung zu stellen. Ich finde einfach, ein kompletter Charakterbogen bietet mehr "Haptik" als eine kopierte halbe Seite, auch, wenn der Informationsgehalt für den Spieler natürlich identisch ist.

 

Eine obligatorische Warnung: alle ab hier niedergeschriebenen Infos beinhalten natürlich zahlreiche Spoiler!

 

Im Vorfeld bereitete ich einige Requisiten vor:

 

Angehängte Datei  DSC_0184.JPG   95,52K   1 Mal heruntergeladen

 

Zu sehen sind die Holzkiste nebst Kreide (und meinem Schwamm  :)), die Zange und natürlich die Bombe! Verzichtet habe ich einzig auf die Pistole - mangels Verfügbarkeit. Außerdem habe ich mir eine Endlosschleife eines Ambient-Steampunk-Sounds angelegt (von http://tabletopaudio.com), was als Untermalung völlig reichte.

 

Das Abenteuer begann wie vorgesehen. Die drei Charaktere (Luisa, Werner und Manfred) erhielten ihre Vision vom flammenden Inferno, dann wachten sie auf. Nach anfänglicher Irritation entdeckten sie erst die Bombe! Manfred entschärfte sie wie geplant. Dann untersuchten die drei Tür zum Ausgang (nur um festzustellen, dass sie sich auf einem Zeppelin befanden), dann wurde die Kiste untersucht. Luisa mußte gleich damit beginnen, frische Kreidezeichen auf der Kiste zu hinterlassen  :). Dann entdeckte Werner die Leichen, untersuchte sie und erhielt seinen Flashback - allerdings teilte er dieses Wissen nicht mit seinen (unbekannten) Kameraden.

 

Ein Techniker erschien, der erschreckt und irritiert vorgab, Hilfe holen zu wollen. Werner erkannte aber das Symbol auf seinem Handrücken und erschoß auch ihn. Luisa erhielt nun ihr Flashback, doch sie konnte mit der Information nichts anfangen. Die Lage rund um die Kiste begann sich zuzuspitzen, als die Vorstöße des Shoggoten immer heftiger wurden. Als Manfreds Spieler mutmaßte, dass er vielleicht die Bombe selbst gebaut hatte (sic!), erhielt auch Manfred seinen Flashback. Gerade als die Drei sich ungefähr zusammenreimen konnten, was passiert sein könnte, ließ ich die Situation eskalieren: der Shoggote fraß Luisas Hand und brach aus. Fast zeitgleich stürmten der Nazi-Offizier und zwei Handlanger in den Raum.

 

Eine kurze Schießerei später war der Nazi-Offizier Geschichte, doch der Shoggote verleibte sich Luisa ein. Gefangen zwischen den übrigen Kultisten (Werner war inzwischen die Munition ausgegangen) und einem tobenden Shoggoten entschied sich Manfred dafür, die Bombe zu zünden: Ultima Ratio!

 

Das Szenario war grandios als Einstieg für den Tag! Es war bei uns in knapp 80 Minuten gespielt, wobei wir uns Zeit mit dem Einlesen in die Charaktere gelassen hatten. Es ist vorbildlich aufbereitet (chapeau!) und wahrlich innovativ. Ich muß allerdings sagen, dass - bis auf die Kiste - die Requisiten kaum Anklang fanden. Aber das mag daran liegen, das meine Gruppe solche Spielereien nicht gewohnt ist :). Das Feedback der Spieler war jedenfalls durchweg positiv, auch, wenn sie sich (nicht zuletzt, weil sie ja auf ihren Flashback-Informationen sitzenblieben) die vorhergegangen Ereignisse nicht recht zusammenreimen konnten. Schönes Abenteuer, dass ich gerne noch einmal leiten werde!


Bearbeitet von Seanchui, 04. August 2015 - 22:42 .


#2 POWAQQATSI

POWAQQATSI

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  • 247 Beiträge

Geschrieben 08. August 2015 - 23:09

Die obligatorische Spoiler-Warnung sei vorangestellt :)

 

Vielen Dank für den sehr schönen Bericht und das tolle Foto von den Requisiten! Das ist ne super Idee mit dem Ambient Steampunkt Sound! Danke auch für den Link. Denke das werde ich auch mal ausprobieren. Bislang habe ich immer selbst Geräusche gemacht, um den Spielern bzw. Charakteren so Informationen zu geben, wo sie sein könnten.

 

Props nutze ich gerne als eine Einladung zum Liverollenspiel beim Tischrollenspiel. Das wichtigste Prop ist ganz klar die Uhr - die sollte auf jeden Fall dazu führen Spannung und Hektik am Spieltisch zu erzeugen. Wie viel Zeit war denn noch übrig, als die Bombe entschärft worden war? Ein weiteres schönes Prop ist wirklich eine Pistole (ganz egal was für eine, auch ne Wasserpistole, ne Nerfgun, etc.). Die in der Hand des Spielers von Manfred wirkt sich einfach auch auf die Spieler der anderen beiden Charaktere aus. Und damit kann man den Flashback von Manfred prima ausspielen. Indem man ihn einfach in den Gang stellt mit der Pistole und dann schreiend und mit erhobenem Arm auf ihn zurennt. In über 40 Spielen haben bis auf eine Ausnahme immer alle Spieler von Manfred genau das gemacht, an was sich Manfred folgerichtig erinnert. Damit wird die Szene so erlebt, als würde man sie gerade im Moment erleben - eben ein Flashback.

 

Vom Timing her ist das Abenteuer genau so gelaufen wie es gedacht ist. Das freut mich sehr und auch dass es Deinen Spielern gefallen hat. Was ich nur mache, wenn die Charaktere bzw. Spieler am Ende nicht so richtig wissen, was eigentlich los ist und was zu tun ist (was vor allem dann vorkommt, wenn die Informationen aus den einzelnen Flashbacks nicht geteilt werden), dann gebe ich allen zusammen nochmal eine Rückblende mit dem was die beiden Tage zuvor geschehen ist und was sie vergessen hatten. Ansonsten gebe ich die Rückblende nachdem die Bombe gezündet wurde sozusagen im Abspann und ende mit den Worten "und das letzte was ihr vor Euren Augen seht ist das Lächeln Jakobs und ihr wisst, dass weder sein noch Euer Tod umsonst gewesen ist".


Bearbeitet von POWAQQATSI, 09. August 2015 - 14:46 .

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