Zum Inhalt wechseln


Foto

[Edition 7] Rückmeldung zu Mechaniken


  • Bitte melde dich an um zu Antworten
7 Antworten in diesem Thema

#1 angband

angband

    Advanced Member

  • Mitglieder
  • PIPPIPPIP
  • 712 Beiträge

Geschrieben 09. November 2015 - 20:40

Da ich das Gefühl habe, dass anstatt mal wirklich über das Spiel mit den neuen Regeln zu sprechen lieber über Rechtschreibfehler oder über den Begriff "Investigator" oder über irgendwelche sonstigen Nörgeleien gejammert wird, möchte ich hier gerne nach Abschluss einer ersten (Mini-)Kampagne mit Cthulhu 7 (Umfang war 7 Sessions) Rückmeldung zu den (neuen) Mechaniken geben.

Charakterbau
  • Ganz klar: der Charakterbau ist stringenter, schneller und besser als früher.
  • ABER: mich nerven immer noch einige Sachen
  • Berufsfertigkeitspunkte hängen immer noch von Attributen ab. Ich habe per Hausregel eingeführt, dass es einen festen Wert von 450 BFP gibt, zu verteilen auf 8 Berufsfertigkeiten.
  • Manche Fertigkeiten sind einfach absolut grottig. Ich habe etwa bei der Wahl einer Fremdsprache verhausregelt, dass man statt einer Sprache, gleich zwei Sprachen wählen kann ohne Mehrkosten. Das selbe auch bei Künsterfertigkeiten o.ä.

Erfolgsstufen & Würfe forcieren (Wiederholung + Glück)
  • All diese Mechaniken bereichern das Spiel ungemein und helfen einem auch beim Leiten!
  • Die Erfolgsstufen erleichtern das Finden von Hinweisen ungemein! Ganz grob habe ich das folgendermaßen gehandhabt:
  • Wenn es sich um einen wichtigen/ausschlaggebenden Hinweis handelt
    • Stufe 0 Misserfolg = der Hinweis wird gefunden, es gibt aber Komplikationen
    • Stufe 1 normaler Erfolg = der Hinweis wird gefunden
    • Stufe 2 schwerer Erfolg = der Hinweis wird gefunden mit Zusatzinfos
    • Stufe 3 extremer Erfolg = der Hinweis wird gefunden mit viel Glanz/Spotlight und Zusatzinformationen
  • Wenn es sich um keinen unbedingt notwendigen Hinweis handelt, entfällt Stufe 0.
  • Wobei ich von vorneherein höhere Erfolgsgrade verlangt habe bei schwierigeren Aktionen.
  • Die Möglichkeit der Forcierung wurde insgesamt sicherlich mindestens 10 mal verwendet und eröffnet einerseits Erfolg durch Risiko, andererseits können Misserfolge die Geschichte auch voranbringen. Forcierung wurde auch von den Spielern gut aufgenommen.
  • Forcierung durch Glück wurde ebenfalls oft verwendet.
  • Insgesamt gelingen den SC dadurch deutlich mehr Würfe als noch früher. Sie erscheinen dadurch kompetenter und die Spieler haben mehr Einfluss auf den Spielverlauf (was aber sicherlich maßgeblich auch von der Spielleitung abhängt).
  • Meines Erachtens sind diese Mechaniken für den SL eine gute Hilfestellung, weil man sich so auch gut Gedanken über Szenarienstruktur etc. machen kann. Allerdings muss man auch bereit sein zu improvisieren.

Kampf (u.a. Bonus-/Strafwürfel usw.)
  • Bonus und Strafwürfel gehen leicht von der Hand. Strafwürfel sind megafies. Diese Mechaniken wurden oft eingesetzt.
  • Die Mechaniken Gegenschlag und Ausweichen sind aufgrund der Erfolgsstufen sehr transparent und gut einsetzbar. Wurde nur einmal notwendig.

Verfolgungsjagd
  • gab es nicht

Bearbeitet von angband, 09. November 2015 - 21:02 .

  • starwarschef, purpletentacle, Merriweather und 5 anderen gefällt das

#2 Case_Undefined

Case_Undefined

    7E-Theoretiker & Kultist #44

  • Mitglieder
  • PIPPIPPIP
  • 843 Beiträge

Geschrieben 10. November 2015 - 07:20

Wobei die Berufsfertigkeiten nun an verschiedenen, zum Beruf "passenden" Attributen hängen. Das "belohnt" den rollengerechten Bau des Investigators und sorgt für ein wenig Abwechslung.

Warum Fremdsprachen grottig sein sollen, erschließt sich mir nicht ganz. Wenn der Investigator kein Latein sprechen kann, dann ist das tolle Mythosbuch eben nichts für ihn. Kommt aber natürlich immer auf den Spielstil und das Abenteuer an.

Ergebnisse in Abhängigkeit von der Erfolgsstufe zu variieren liegt auf der Hand und ich mache das auch manchmal.

Bearbeitet von Case_Undefined, 10. November 2015 - 08:29 .

  • angband gefällt das

#3 Dark_Pharaoh

Dark_Pharaoh

    Advanced Member

  • Mitglieder
  • PIPPIPPIP
  • 4.455 Beiträge

Geschrieben 11. November 2015 - 14:03

Danke für deine Eindrücke. Ich hoffe spätestens im Dezember endlich mal in Ruhe die 7.0 anschauen zu können, dann werden wir wohl auch eine Minikampagne damit spielen. Feedback folgt dann auch.

 

Wobei die Berufsfertigkeiten nun an verschiedenen, zum Beruf "passenden" Attributen hängen. Das "belohnt" den rollengerechten Bau des Investigators und sorgt für ein wenig Abwechslung.

 

Das klingt gut, bin sehr auf die Umsetzung gespannt. Bisher war ja z.B. ein Elitesoldat, der eigentlich Top ausgebildet ist, schnell an seinen Grenzen. Entweder waren die Attribute unpassend oder er hatte einfach zu wenig Skillpunkte. Bisher haben wir auch viel mit Hausregeln gearbeitet, ich hoffe die können jetzt dann weg.


  • angband gefällt das

#4 Case_Undefined

Case_Undefined

    7E-Theoretiker & Kultist #44

  • Mitglieder
  • PIPPIPPIP
  • 843 Beiträge

Geschrieben 11. November 2015 - 15:15

Beispiel:
Schriftsteller BIx4
Gangster Boss BIx2 + ERx2

Viele Berufe sind auch weiterhin BIx4, aber gerade körperlich intensive Ausprägungen (Stärke, Geschick oder Aussehen) profitieren von dieser Regel enorm.
  • Dark_Pharaoh gefällt das

#5 angband

angband

    Advanced Member

  • Mitglieder
  • PIPPIPPIP
  • 712 Beiträge

Geschrieben 11. November 2015 - 15:27

Wobei die Berufsfertigkeiten nun an verschiedenen, zum Beruf "passenden" Attributen hängen. Das "belohnt" den rollengerechten Bau des Investigators und sorgt für ein wenig Abwechslung.

Warum Fremdsprachen grottig sein sollen, erschließt sich mir nicht ganz. Wenn der Investigator kein Latein sprechen kann, dann ist das tolle Mythosbuch eben nichts für ihn. Kommt aber natürlich immer auf den Spielstil und das Abenteuer an.

Ergebnisse in Abhängigkeit von der Erfolgsstufe zu variieren liegt auf der Hand und ich mache das auch manchmal.

 

Berufsfertigkeiten: ich stimme dir zu, dass das Verfahren verbessert wurde. Ich persönlich ziehe nur eine Variante ganz ohne Berufs- oder Attributsbindung vor.

 

Ungleichgewicht bei Fertigkeiten:

  • Meines Erachtens sind einige Fertigkeiten deutlich unterdurchschnittlich. Dazu gehören m.E. auch Fremdsprachen. Allenfalls, wenn man gerade die genau passende Fremdsprache zum Lesen des für das Szenario relevanten Mythoswerkes gewählt hat, ist diese Fertigkeit gut. Eine weitere Variante um Fremdsprache ausfzuwerten, wäre eine ad-hoc Wahl, bei der man zwar vorher Prozente auf Fremdsprache verteilt, dann aber die konkrete Sprache erst im Spiel wählt.
  • Weitere Beispiele für unterdurchschnittliche Fertigkeiten sind Anthropologie, Buchführung, Geologie, Psychoanalyse, Rechtswesen, Reiten, Schwimmen, Springen, Werfen, Werte schätzen.
  • Besonders blöd ist es etwa, wenn man im Verlaufe der Kampagne genau einmal eine Situation hat, bei der ein Charakter auf z.B.  Buchführung würfeln kann und der Wurf dann misslingt.
  • Besonders nützlich sind m.E. dagegen etwa: Okkultismus, Überreden, Verborgenes Erkennen


#6 Case_Undefined

Case_Undefined

    7E-Theoretiker & Kultist #44

  • Mitglieder
  • PIPPIPPIP
  • 843 Beiträge

Geschrieben 11. November 2015 - 15:42

Zu den Fertigkeiten:

Da hast du absolut Recht, jedoch ist das ein systemunnabhängiges Problem. Ich versuche als SL aktiv solche Proben hineinzubringen, wenn ich weiß, dass jemand aus der Gruppe über bspw. Buchführung verfügt.

Auf der anderen Seite stehen Systeme wie Savage Worlds (Realms of Cthulhu). Hier gibt es nur sehr breit gefasste Fertigkeiten, die daher häufig zum Einsatz kommen. Das führt aber wiederum dazu, dass die Investigatoren alle gleich aussehen und sich auch so spielen. In meiner Gruppe haben wir das mal ausprobiert und die Spieler hatten nicht mehr das Gefühl noch irgendeine Nische besetzen zu können.

Von daher habe ich ehrlich gesagt lieber einen Char mit Hypnose in der Gruppe, dem ich ab und an etwas Air Time geben kann, als fünf Leute mit 80% gleichen Fertigkeiten.
  • angband und Puklat gefällt das

#7 angband

angband

    Advanced Member

  • Mitglieder
  • PIPPIPPIP
  • 712 Beiträge

Geschrieben 11. November 2015 - 15:46

Das sehe ich auch so. Ich hatte eben bei unserer Minikampagne versucht, das Problem so zu lösen, dass man sich, wenn man bestimmte unterdurchschnittliche Fertigkeiten wie Fremdsprache oder Naturwissenschaft wählt, gleich zwei Sprachen bzw. zwei Naturwissenschaften aussuchen durfte. 



#8 Merriweather

Merriweather

    Advanced Member

  • Mitglieder
  • PIPPIPPIP
  • 509 Beiträge

Geschrieben 13. November 2015 - 22:11

Meine Erfahrung nach einer Kampagne mit (mehr oder weniger :ph34r:) 7E-Regeln: Erfolgsstufen, Forcieren und Glückspunkte funktionieren super, wurden auch von der Gruppe sehr gut angenommen. - Bonus-/Strafwürfel wurden fast nie eingesetzt.

 

Das Problem mit den Fertigkeiten sehe ich nicht. Beim Charakterbau kann man doch einfach einigermaßen realistisch und vielfältig Punkte auf "nützliche" und "unterdurchschnittliche" Fertigkeiten verteilen, sodass es im Gesamtbild glaubwürdig ist. Im besten Fall hat man dann ein paar Dinge dabei, die man häufig nutzt (Verborgenes erkennen etc.) - und vielleicht entsteht ja auch einmal die Situation, in der man seine Koptisch-Kenntnisse anwendet. Ist dann doch umso cooler. :)

 

Die Idee, wie Erfolgsstufen bei der Hinweissuche genutzt werden können, gefällt mir sehr gut!


  • angband gefällt das




Besucher die dieses Thema lesen: 0

Mitglieder: 0, Gäste: 0, unsichtbare Mitglieder: 0