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Matt Ruff: Lovecraft Country


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26 Antworten in diesem Thema

#1 Ichabod

Ichabod

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Geschrieben 15. Juli 2016 - 06:44

Lovecraft rotiert vermutlich gerade im Grab: eine Mythos-Geschichte mit ausschließlich schwarzen Protagonisten, davon die Hälfte Frauen ...

 

Zum Inhalt:

 

Chicago, 1954. When his father Montrose goes missing, 22-year-old Army veteran Atticus Turner embarks on a road trip to New England to find him, accompanied by his Uncle George—publisher of The Safe Negro Travel Guide—and his childhood friend Letitia. On their journey to the manor of Mr. Braithwhite—heir to the estate that owned one of Atticus’s ancestors—they encounter both mundane terrors of white America and malevolent spirits that seem straight out of the weird tales George devours.

 

At the manor, Atticus discovers his father in chains, held prisoner by a secret cabal named the Order of the Ancient Dawn—led by Samuel Braithwhite and his son Caleb—which has gathered to orchestrate a ritual that shockingly centers on Atticus. And his one hope of salvation may be the seed of his—and the whole Turner clan’s—destruction.

 

A chimerical blend of magic, power, hope, and freedom that stretches across time, touching diverse members of two black families, Lovecraft Country is a devastating kaleidoscopic portrait of racism—the terrifying specter that continues to haunt us today.

 

Matt Ruff gelingt es, den Cthulhu-Mythos gründlich zu entstauben und etwas Neues, Zeitgemäßes daraus zu machen, indem er Lovecrafts (und Amerikas) Rassismusproblem zum zentralen Element des Romans macht und in eine klassische Mythoshandlung einbettet. Für mich eins der besten Bücher der letzten Zeit.

 

Ichabod



#2 Blackdiablo

Blackdiablo

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Geschrieben 15. Juli 2016 - 10:32

Hat Lovecraft nicht viele seiner rassistischen Aussagen zurückgenommen?

Und das mit Frauen verstehe ich auch nicht ganz, um ehrlich zu sein. Mir wäre nicht bekannt, dass Lovecraft in irgendeiner Weise frauenfeindlich gewesen sein soll. Nicht nur war er verheiratet, sondern hatte auch Freundinnen und Briefpartnerinnen. Dazu ein inniges Verhältnis zu seinen Tanten.

Tut mir leid deinen Post auf den ersten Absatz reduzieren zu müssen, aber mir persönlich stößt das ein wenig auf.
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#3 starwarschef

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Geschrieben 15. Juli 2016 - 14:40

Auch wenn es OT wird und wieder Posts auf einzige Aussagen reduziert: "Wo hat sich Lovecraft von seinen rassistischen Aussagen distanziert?"

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#4 Blackdiablo

Blackdiablo

    Herr des Schreckens

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Geschrieben 15. Juli 2016 - 17:24

Im Vorwort von "Cthulhu-Mythos" wird davon gesprochen. Ich weiß, nicht die tollste Quelle, doch daher halt auch meine Frage. Vielleich weiß jemand von woanders mehr darüber.
Trotzdem sehr empfehlenswert mit viel Halbwissen, das, soweit ich weiß, seinen Briefen und zeitgenössischen Berichten entnommen wurden und als Monolog formuliert wurde.

Edit: Gemeint ist das Hörbuch von LPL-Records ...

Bearbeitet von Blackdiablo, 15. Juli 2016 - 17:25 .

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#5 Judge Gill

Judge Gill

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Geschrieben 15. Juli 2016 - 20:48

Ich meine, das auf der Bonus-CD bei "Schatten über Innsmouth" (LPL Records) ebenfalls gehört zu haben.


Wichtiger Hinweis: Man findet zahlreiche Spielhilfen, u.a. diverse Handouts als kostenlose Downloads unter

www.pegasus.de/cthulhu/spielhilfe-zu-bestimmten-veroeffentlichungen/


#6 FrankyD

FrankyD

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Geschrieben 15. Juli 2016 - 21:00

Ansonsten müssen wir wohl auf eine zukünftige Folge der Arkham Insiders warten, die genau dieses Thema in Tiefe behandeln wird.

Der Podcast ist sehr empfehlenswert, wenn man sich auch etwas für die Person von HPL interessiert.

 

http://arkhaminsiders.com/



#7 Ichabod

Ichabod

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Geschrieben 15. Juli 2016 - 21:55

Hat Lovecraft nicht viele seiner rassistischen Aussagen zurückgenommen?

Und das mit Frauen verstehe ich auch nicht ganz, um ehrlich zu sein. Mir wäre nicht bekannt, dass Lovecraft in irgendeiner Weise frauenfeindlich gewesen sein soll. Nicht nur war er verheiratet, sondern hatte auch Freundinnen und Briefpartnerinnen. Dazu ein inniges Verhältnis zu seinen Tanten.

Tut mir leid deinen Post auf den ersten Absatz reduzieren zu müssen, aber mir persönlich stößt das ein wenig auf.

 

Das mit den Frauen bezieht sich auf den Umstand, dass es in seinen Texten nur sehr, sehr wenige weibliche Figuren gibt. Ob er deswegen frauenfeindlich war, sei dahingestellt; als Schriftsteller fand er Frauen jedenfalls nicht relevant.

 

In seinen politischen Ansichten wurde er am Ende seines Lebens gemäßigter (sicher auch durch seine Ehe mit der Jüdin Sonia Green), aber richtig distanziert hat er sich von seinen rassistischen Ansichten nie.


Bearbeitet von Ichabod, 15. Juli 2016 - 21:56 .

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#8 Blackdiablo

Blackdiablo

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Geschrieben 16. Juli 2016 - 13:10

Ah okay, wie du das geschrieben hast, klang es, als wäre beides auf einer Höhe gemeint.

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#9 Dumon

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Geschrieben 19. Juli 2016 - 07:20

Matt Ruff ist (mittlerweile) ein brillianter Erzähler.
Während sein Erstlingswerk (Fool on the Hill) noch nicht wirklich gut ist, und mir auch die Wertschätzung für sein zweites Werk (Sewer, Gas and Electrics) etwas abgeht, war insbesondere "Set this House in Order" (Ich und die Anderen) absolut phantastisch. Und "Bad Monkeys" war zwar nicht so elaboriert, setzte aber in punkto Erzähl-Konstruktion und Schreibstil noch einen drauf!
"The Mirage" hab ich leider noch nicht gelesen, aber alleine die Prämisse fand ich äußerst ansprechend. Und auch "Lovecraft Country" steht auf meiner Liste. Hoffentlich finden sie beide bald den Weg zu mir...
:)


Bearbeitet von Dumon, 19. Juli 2016 - 07:20 .

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#10 Ichabod

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Geschrieben 19. Juli 2016 - 10:41

"Sewer, Gas and Electrics" fand ich nett, aber es reichte damals nicht an das für mich geniale "Fool on the Hill" heran. "Bad Monkeys" ist Mindfuck vom Feinsten, die anderen stehen noch auf meiner Liste.



#11 Dumon

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Geschrieben 19. Juli 2016 - 19:27

Witzigerweise war "Fool on the Hill" die Abschlussarbeit von Matt Ruff. Da muss man auch erstmal drauf kommen - einen Roman zu schreiben als Abschluss-Paper...

Den Schreibstil damals, wie auch die Story an sich, fand ich jedoch nicht sonderlich ausgereift. Aber da kann man sich wohl drüber streiten. Ich finde ja auch, dass Lovecraft vom Schreibstil alles Andere als ein guter Schriftsteller war...
:)

"Set this House in Order" ist massiv zu empfehlen. Insbesondere, weil es das erste Buch war, das mit einem Twist aufwartete, bei dem ich aus allen Wolken fiel. Aber ich will nicht spoilern. Lies es einfach. Es geht sich langsam an, aber das Tempo steigert sich kontinuierlich...

Und "Bad Monkeys" ist wirklich der beste Mindfuck, den ich in den Händen hielt, bisher.


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#12 Ichabod

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Geschrieben 20. Juli 2016 - 09:50

Ich finde ja auch, dass Lovecraft vom Schreibstil alles Andere als ein guter Schriftsteller war...
:)

 

Sehe ich ähnlich. Er hat zweifellos seine Verdienste für die (Horror-)Literatur geleistet, indem er den Cthulhu-Mythos erschaffen hat. Aber schriftstellerisch gut umgesetzt ist vieles leider nicht (maue Figurenzeichnung, hölzerne Dialoge, akute Adjektivitis etc.pp.).


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#13 Blackdiablo

Blackdiablo

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Geschrieben 20. Juli 2016 - 10:54

Kommt bei einigen punkten drauf an, welchen Anspruch man an die eigene Literatur stellt.

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#14 Dumon

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Geschrieben 20. Juli 2016 - 12:08

Blackdiablo, das ist ein Satz, der nicht nur einen Informationsgehalt von Null hat, sondern auch keinerlei Bezug zum vorher gesagten aufweist.

Wenn Du anderer Meinung bist, führe bitte an, wo und warum. Insbesondere, da bei diesem Satz unterschwellige Abschätzigkeit mitschwingt, da er impliziert, dass gewisse Inhalte keinen oder nur geringen Anspruch (bzw. Wert) mitbringen...

Sonst ist das eine Aussage, die man zu allem und jedem abgeben kann. Und es widerstrebt mir massiv, dass so etwas mal einfach so hier reingeworfen wird...


Bearbeitet von Dumon, 20. Juli 2016 - 12:27 .

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#15 Blackdiablo

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Geschrieben 20. Juli 2016 - 12:15

Tut mir leid, du hast recht mit dem Informationsgehalt. Der Bezug ist jedenfalls auf seine schriftstellerische Qualitäten gegeben, deren vorher aufgeführten Manko auch anders betrachtet werden können. Das dürfte eigentlich klar sein ...

Ich hatte das nur so nebenbei geschrieben und keine Zeit das auszuführen. Bei Bedarf (sprich: falls es dich interessiert) können wir das gerne woanders klären, aber hier würde das zu sehr Offtopic gehen, fürchte ich. :(

Und edit: Abschätzigkeit bitte nicht reinlesen. Das ist definitiv nicht so gemeint. :o ich versteh jetzt auch das Missverständnis. "Eigene" sollte tatsächlich besagen: "Literatur die ich geschrieben habe" und nicht "Literatur die ich lese".

Bearbeitet von Blackdiablo, 20. Juli 2016 - 12:18 .

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