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Verderbliche Verse


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4 Antworten in diesem Thema

#1 Guest_Seanchui_*

Guest_Seanchui_*
  • Gäste

Geschrieben 20. Oktober 2016 - 22:07

Am vergangenen Wochenende habe ich meinen persönlichen Favoriten aus dem Band Upton Abbey, "Verderbliche Verse" geleitet. Da wir den Spieleabend recht spontan geplant haben und ich nur wenig Vorbereitungszeit hatte, entschied ich mich für einen kurzen, ganz klassischen One-Shot, den ich meinte, in dem Abenteuer gefunden zu haben.

 

Verderbliche Verse krankt in meinen Augen in seiner vorliegenden Form einzig an den mitgelieferten Charakteren. Denn diese haben EIGENTLICH gar keine echte Motivation, miteinander einen seltsamen Todesfall aufzuklären. Ausser halt, man folgt dem großen "HIER-LANG-INS-ABENTEUER"-Aufsteller, den ich eigentlich als sehr unelegant empfinde. Ich versuchte eines der Probleme der Charakterkonstellation - nämlich, dass niemand den anderen kennt - dadurch zu lösen, indem ich eigene vorgefertigte Charaktere wählte und mich an SWCs zur Verfügung gestellten Blanko-Studenten bediente. So machte sich eine kleine Gruppe Studenten auf den Weg zu einer Exkursion in das verschlafene, südenglische Dörfchen Cinderford.

 

Das Abenteuer begann stimmungsvoll wie geplant mit dem Leichenfund des jungen Lord Salthurst. Auch das Boot und der Stofffetzen wurden rasch gefunden. Nachdem die Gruppe den Konstabler des Dorfes verständigt hatte, musste ich an dieser Stelle dann leider doch noch den großen "HIER-LANG-INS-ABENTEUER"-Aufsteller (in Form des Konstablers, der unter fadenscheinigen Vorwänden die Gruppe damit beauftragte, die traurige Nachricht an den alten Salthurst zu überbringen) aufstellen, denn auch diese Gruppenkonstellation hatte eigentlich keine eigene Motivation, den Ereignissen auf den Grund zu gehen...

 

Einmal im Haus Salthurst angekommen, überschlugen sich bald die Ereignisse. Der alte Lord brach kurz zusammen, dann brachte man die Gruppe auf ihre Anfrage zu Agatha. Diese konnte sich natürlich an keine Ereignisse der letzten Jahre erinnern, litt sie doch unter gnädiger Amnesie. Als die Gruppe ihr aber den gelben Stofffetzen zeigte, brach die Erinnerung über ihr zusammen und sie stürzte sich aus dem Fenster (eine starke Szene!).

 

In der Folge traf die Gruppe auf den Reverend des Dorfes (den ich der Gruppe allerdings auch regelrecht auf den Hals hetzen mußte, denn es gab ja eigentlich IMMER noch keinen richtigen Grund, hier den Polizisten zu spielen...), der die Gruppe sowohl mit einigen Informationen über die Salthursts versorgte, als auch Agathas letzte Worte in den richtigen Mythos-Kontext bettete und die Gruppe sodann in den Mythos um den König in Gelb einweihte. Nachdem der Gruppe nun klar wurde, dass der junge Lord Salthurst irgendetwas Furchtbares getan haben musste, machte man sich abermals auf, um sein Zimmer zu durchsuchen. Rasch wurde klar, dass er an einem Gedicht gearbeitet hatte - sein Poesie-Album jedoch verschwunden war. Man erinnerte sich an das gekenterte Boot und die seltsamen Lichterscheinungen über dem See...

 

Die Gruppe kombinierte rasch, dass ein Tauchgang lohnenswert erschien und machte sich auf den Weg in die nächste Stadt, um professionelle Aufrüstung aufzutreiben. Da man an diesem Tag bislang wenig Zeit mit Recherchen und Gesprächen verschwendet hatte entschied ich, ihnen die Rückkehr noch am gleichen Abend - also "zeitig" zu erlauben. Der Tauchgang, um das Buch zu finden war dann auch recht spannend: ein SC betrieb die Pumpe, während einer den Taucher an die richtige Stelle ruderte. Als der gerade das Buch in den Händen hielt, erschien Hasturs Gezücht und griff den Ruderer in seinem Boot an. Der Student verteidigte sich vehement mit einem Messer und schaffte es, lange genug zu überleben, bis das Buch vernichtet werden konnte. Ein gelungener Abschluss.

 

Fazit: ich möchte "Verderbliche Verse" wirklich mögen. Eine klischeehafte, stimmungsvolle Konstellation klassischer NSC, ein hübsches Setting, mit Agathas Selbstmord eine starke Schockszene und nicht zuletzt ein ungewöhnliches Finale unter Wasser. Leider hat es mir den Spieleabend aber streckenweise schwer gemacht. Es eignet sich viel, viel mehr für eine eingespielte Gruppe, die genügend Eigenmotivation UND Reputation mitbringt, um seltsame Todesfälle auch untersuchen zu wollen/sollen, als als One-Shot. Hier hatte ich echte Schwierigkeiten, die Motivation für die SC herzuleiten.



#2 starwarschef

starwarschef

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Geschrieben 21. Oktober 2016 - 00:00

Das benannte Problem lässt sich aber im Vorfeld sehr einfach lösen, da die Vorgabe der Investigatoren und das OneShot-Setting eigtl. "nur" eine Vorgabe für die Autoren der Supportabenteuer waren (und es in diesem Rahmen (mit dem Vorwissen darum) zumindest in meinen Runden sehr gut lief))...

 

Grüße

SWC


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#3 Dahark

Dahark

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Geschrieben 30. Oktober 2016 - 18:31

Meinen Erfahrungsbericht zu "Verderbliche Verse" findet man hier:

 

http://www.foren.peg...abbey/?p=494020

 

Die fehlende Motivation bzw. die fehlende Zusammengehörigkeit der Charakter ist in der Tat eine große Schwäche in dem Abenteuer. In meiner Runde hatten die Spieler Maxwell Stone, Jim Stone und Daniel Ashford gewählt. Ich hatte das dann so gelöst, dass sich die Charaktere aus dem Black Swan kennen bzw. das Jim den jungen Lord Liam noch aus Kindheitstagen her gekannt hat. Mit Ashford hat man zumindest die Motivation, dass ein Detektiv "in offiziellem Auftrag" der örtlichen Polizei handelt bzw. handeln darf. Der Charakter ist fast schon "Pflicht" für die Gruppe,damit es Sinn macht.

 

Den Reverend musste ich der Gruppe auch ein bisschen "aufzwingen". Aber sowas gibt es ja häufig bei diesen "Semi-Railroad-Cthulhu-One-Shots" für einen Abend. 

 

Die Motivation war halt eher im "Meta" zu finden. Quasi nach dem Motto: "Wir sind halt die Gruppe und wir spielen hier Cthulhu - also spielen wir unsere Charaktere jetzt so als ob sie auch eigenem Antrieb heraus Interesse an der Sache haben." Und das ein Pumpenarbeiter und sein Sohn einen auf "Hilfssheriff" ist jetzt dann halt auch "okay". 



#4 KAW

KAW

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Geschrieben 30. August 2017 - 07:51

Kann ich das Abenteuer lesen/leiten, wenn ich die Kampagne Königsdämmerung noch als Spielerin erleben möchte oder ist davon eher abzuraten? Nachdem wir die ersten Kapitel aus Königsdämmerung bereits gespielt haben, meine ich, einige thematische Überschneidungen zu sehen?

#5 Tom

Tom

    Rollenspielrelikt aus der Zeit der Altvorderen

  • Cthulhu Moderator
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  • 10.087 Beiträge

Geschrieben 03. September 2017 - 10:47

Ich würde davon abraten es zu lesen oder leiten.


„No swords. No wizards. Just regular humans, in way over their heads as they work to uncover the mind-shattering horrors of the Lovecraftian mythos“.





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