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Politische Diskussionen sind hier nicht OT


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3278 Antworten in diesem Thema

#76 HeadCrash

HeadCrash

    Regel-Anarchist

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Geschrieben 09. November 2018 - 11:55

Kapitalismus und Globalisierung verfolgen doch primär das Ziel, dass man über ein System verfügt, dass darüber entscheidet wer wie leben kann. Da System ist unfair, unmoralisch und schlecht. Aber songut wie Niemand will es wirklich abschaffen, der auf der Gewinnerseite steht. Zu glauben, dass man es abschaffen kann halte ich für zu idealistisch für die Natur des Menschen. Und es stimmt schon: in dem System kann Jeder zum Gewinner werden, aber eben nicht alle.

Hagen Rether war ich im Nachbarort vor kurzem live schauen. Ich mag ihn. Er ist eben der härteste unter den Kabarettisten, wenn es darum geht der Gesellschaft einen kompromisslosen Spiegel vorzuhalten. Deshalb mag ich ihn.

Realistisch halte ich die Ziele und die Ideologie, dass es nicht mehr extreme Armut, die verhungernde Menschen und qualvolles Leid auf der Erde geben muss. Aber die Ideologie dass alle so leben können wie wir Europäer oder die anderen 1. Welt Staaten halte ich für hochgradig unereichbar in den nächsten 100 Jahren. Es wäre zu stark gegen die Natur der Menschen, so seltsam dieses Argument vielleicht auch klingen mag.

Unsere jetzigen Systeme der globalisierten Kapital- Produktions- und Handelsvernetzung in Kombination mit primär demokratischen Regierungsformen in den "Gewinnerstaaten", stellen einen gewissen Grad an friedvoller Gemeinschaft dar. Man will weder seinen Kunden noch seinen günstigen Lieferanten bekriegen. Das dabei so viele Menschen in Entwicklungs- und Schwellenländern gnadenlos ausgebeutet werden, ist der großen Intransparenz im globalen Handel und der daraus resultierenden erst möglichen Resignation und Verdrängung der Konsumenten in den Gewinnerstaaten zum einen, sowie der Gesellschaft und Regierung der ausgebeuteten Staaten zum anderen zu verdanken. Schafft man bedingungslose Transparenz, schafft man Bewusstsein und kann eine Verbesserung erziehlen, weil ein großer Anteil der Konsumenten aus den Gewinnerstaaten nicht vollkommen unmoralisch bleiben kann, wenn das Verdrängen und Resignieren nicht länger so einfach gemacht wird.

Fatal finde ich auch Entwicklungen, die dazu führen dass Unternehmen aus 1. Welt Ländern durch Freihandelsabkommen direkt und ungehindert mit Unternehmen und Kleinbauern aus Entwicklungs und Schwellenländern "konkurrieren" können. Damit nimmt man den Entwicklungsländern jede Chance sich aus ihrer unmündigen Abhängigkeit jemals befreien zu können. Das finde ich besonders aus Sicht der Regierungen der 1. Welt Länder unverantwortlich und unmoralisch.

Während die Unternehmen aus den Gewinnerstaaten natürlich möglichst wachaen wollen, und dabei auch sehr gerne neue Märkte erschließen wollen. Aktionäre oder Investoren lassen diesen Unternehmen aber auch keine andere Wahl als hier unsolidarisch und unmoralisch vorzugehen, da Wachstum eben nicht wirklich gut mit Moral zusammen funktioniert.

Ich könnte da noch so viel mehr schreiben .. aber ich würde am Ende nur zum gleichen Fazit hin leiten:

Der Konsument in einem 1. Welt Land, in einem Gewinnerstaat der aktuellen globalisierten Handelssysteme, hat durxh seine Kaufentscheidungen in der Regel keine wirkliche Chance Einfluss auf die globalen Handelssysteme zu nehmen. Da liegt vor allem an der fehlenden Transparenz beim Einkauf. Der Konsument müsste sich extrem umfassend und permanent darüber informieren warum welches Produkt sich wie positiv oder negativ auswirkt. Er müsste dabei auf unendliche Rahmenbedingungen achten. Wie ist es verpackt, wo wurde die Verpackung hergestellt, wird sie in meiner Region aktuell wirklich recycelt oder nur zur Energiegewinnung verbrannt, kommen die Rohstoffe dafür aus nachhaltiger Produktion, aus Ausbeuter ländern, ist der Herstellern vertrauenswürdig oder ist bereits bekannt, dass er betrogen hat, ist das gleiche Produkt in anderer Verpackung nachhaltiger....

Und das war jetzt nur die Verpackung, noch gar nicht das Produkt. Nur ein Beispiel: in Deutschland ist eine einfache Alu Verpackung (ohne weitere Materialien) die aus recycelten Alu hergestellt wurde und auch nach Verbrauch wieder ins Recycling System grüner Punkt zurückgeführt wird, nachhaltiger und energetisch umweltfreundlicher als die allermeisten Kunststoff Verpackungen. So kann es sein, das eine Espressomaschine mit Alu Pads umweltfreundlicher ist, als eine mit Filterpads. Weil z.B. weniger Kaffe abgepackt ist, der weniger verarbeitet, abgebaut und durch die ganze Welt transportiert werden muss, uns damit die gesamte Energiebilanz beim alupad besser sein kann. Das ist aber wieder vom Hersteller und vom gesamten Prozess abhängig. Natürlich wäre ein Filterkaffee immer umweltfreundlicher. Außer man will nur eine oder zwei Tassen machen. Oder man will definitiv Espresso...

Das war nur ein komplett banales Beispiel, das meine Argumentation besser verständlich machen soll: als Konsument kann man selbst mit besten Absichten durxh seine Kaufentscheidunge nahezu keinen Einfluss nehmen, wenn nicht absolute Transparenz sichergestellt wird. Es ist schlicht für jeden einzelnen nicht zu überblicken.

Natürlich kann man das Konsumieren nahezu komplett einstellen. Es dürfte aber für viele in der Stadt lebende Menschen unmöglich sein, sich selbst ohne Konsum zu versorgen. Ergo sind wir wieder im Bereich rein romantischer Ideologie, was 1. Welt Länder angeht.

Genauso wie veganes oder vegetarisches Leben angeht. Wieder romantische Ideologien die an der Realität der Menschlichkeit scheitert. Auch als die Menschen sich noch vor ihrem Haus selbst ihr Essen geschlachtet haben, haben sie Fleisch gegessen. Daran wird sich auch im wesentlichen nicht viel ändern. Realistisch wäre ein veränderter Umgang mit Zuchttieren in der Haltung und Schlachtung und der damit einhergehenden deutlichen Preiserhöhung und veringerung des Verbrauchs. Keinesfalls aber eine Umerziehung der Menschen zu komplett tierloser Ernährung. Nicht ohne Katastrophe oder eines kompletten Systemzusammenbruchs.


Es gibt also im Wesentlichen so ca. 3 grobe Möglichkeiten am Ende:

Entweder wir beenden globale Produktionsketten und komplexe Produkte, kommen zu nationalen Produktionsketten und nationalen Wirtschaftskreisläufen zurück. Das heißt dann aber auch, das Wachstumsansichten irgendwann wieder nur mit Territorialgewinnung ermöglicht werden. Ja, gemeint ist Krieg.

Oder wir versuchen eine Umerziehung der Menschlichen Gewohnheiten in den reichen 1. Welt Ländern. Alle müssten verzichten, obwohl sie wissen, dass es ein Angebot gibt oder geben könnte. Viel Glück dabei.

Oder die Politik orientiert sich nicht mehr radikal an den Wirtschaftsinteressen der Unternehmen im eigenen Land, sondern an den weltweiten Interessen. Dazu könnte man entweder radikalen Vorschriften machen, oder für radikale Transparenz bei Kaufentscheidungen sorgen. Beides unbeliebt, beides unfassbar schwer, aber beides immer noch viel wahrscheinlicher als die ersten beiden Lösungen.

Final bleibt aber: ich als Konsument, kann zwar für mich und meinen persönlichen Fußabdruck viel tun, wenn ich entweder genug geld habe um es mir nachhaltig und alternativ leisten zu können, oder radikal verzichte, aber dennoch übe ich nur geringen Einfluss aus. Ich kann am meisten mit meiner Wahlentscheidung beeinflussen, und nicht wirklich viel über eine Kaufentscheidung. Bewusst einkaufen ist trotzdem nützlich, aber man sollte sich von der Illusion lösen, dass man die Welt verändert, weil man ein Fairphone statt nem iPhone gekauft hat, oder Biogemüse statt Konventionelles Gemüse, oder auf Fleisch verzichtet, statt biofleisch zu kaufen... Hier wird sich Gesellschaft nur verändern, wenn sich die Regierungen ändern. Aber wir reden hier definitiv von solchen Problemen für die wir eine parlamentarische Demokratie geschaffen haben, weil wir sie im kleinen und jeder für sich eben nicht lösen oder nennenswert verbessern kann. Ich bin deshalb auch kein Fan davon bei den Konsumenten die Moral-Keule auszupacken. Denn dort bewirkt sie gar nichts, auch wenn es viele Idealisten gibt, die das anders sehen. Man kann selbst etwas tun, aber nicht selbst etwas ändern. Das ist meine persönliche Erfahrung und Erkenntnis.

Ich habe mit meiner Frau aus einem Altbau ein CO2 neutrales niedrigenergie Haus ohne Emissionen geschaffen, dass fast genauso viel Energie erzeugt, als es selbst für 5 Bewohner braucht. Das werden sich aber die meisten nicht leisten können, deshalb kann ich das anderen nicht einfach zum Vorwurf machen.

Ich fahre ein kleines Auto mit CNG statt Diesel/Benzin, und tanke regelmäßig an einer 100 % Biogas aus Bioabfall Erzeugungs Anlage. Das kann ich aber nicht von jedem erwarten, weil nicht jeder sowas in der Nähe hat.

Wir kaufen viel von dem Fleisch, dass wir essen bei einem Bioland Bauernhof aus dem Nachbaort und kaufen alternativ das Fleisch von einem regionalen Fleischer, der zwar kein ausschließliches Biofleisch verarbeitet aber noch selbst schlachtet und sein Fleisch aus ausgewählten regionalen konventionellen Höfen bezieht, die so nicht auf industrielle Hardcore Massentierhaltung für Discounter und Supermarkte angewiesen sind. Zudem essen wir nicht so häufig Fleisch. Wir lernen auf dem Bioland Bauernhof quasi die Tiere die wir essen teilweise vorher kennen und wissen, dass sie wie Lebewesen gehalten und behandelt werden. Aber nicht jeder hat die Möglichkeit dazu. Hier nutzen aber viele das Angebot, so dass der Hofladen nie Reste hat oder eigene Produkte wegwerfen muss.

Wir bekommen unser Obst und Gemüse von einem regionalen Biobauern jede Woche geliefert. Und zwar saisonales Gemüse und wenig importiertes Obst.

Usw... Also ja, ich weiß, dass man selbst durchaus viel tun kann. Es erfordert aber auch Gelegenheit, transparente Auswahl (und die Möglichkeit sich zu informieren) und in vielen Fällen das nötige Kleingeld um sich das auch leisten zu können und zu wollen. Damit mache ich die Welt nicht besser. Und ich könnte auch noch auf sehr viel verzichten, aber mehr als noch besser nachts zu schlafen wäre nicht drin. Da gebe ich mich wenig Illusionen hin. Dies sind alles Themen, die originär die Regierung zu regeln hat, damit es etwas bewirkt.

Schon wieder zu viel Text per Smartphone getippt ...

Bearbeitet von _HeadCrash, 09. November 2018 - 11:56 .

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#77 Black Metal

Black Metal

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Geschrieben 09. November 2018 - 11:58

Die vollständige unbewohnbarkeit des Planeten Erde durch menschengemachte Veränderungen ist aber glaube ich noch abwendbar.

Abwendbar sicherlich, imo aber nicht realistisch. Das Spiel ist imo schon vorbei. We suck.
 

Daher halte ich mich an Hans Jonas und seinen ökologischen Imperativ.
"Handle stehts so, dass die Folgen deines Handelns vereinbar sind mit der Permamenz echten menschlichen Lebens auf der Erde."

Schön und gut, aber die große Merhheit der Menscheit lebt und handelt anders und schert sich einen Dreck.

Bearbeitet von Cannibal Sector One, 09. November 2018 - 11:58 .


#78 Corpheus

Corpheus

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Geschrieben 09. November 2018 - 12:22

Kapitalismus und Globalisierung verfolgen doch primär das Ziel, dass man über ein System verfügt, dass darüber entscheidet wer wie leben kann. Da System ist unfair, unmoralisch und schlecht. Aber songut wie Niemand will es wirklich abschaffen, der auf der Gewinnerseite steht.

 

Voll der Globalisierungs-Wahnsinn...  :D :D :lol: ;)

 

 

Spaß beseite...

 

Während die Unternehmen aus den Gewinnerstaaten natürlich möglichst wachaen wollen, und dabei auch sehr gerne neue Märkte erschließen wollen. Aktionäre oder Investoren lassen diesen Unternehmen aber auch keine andere Wahl als hier unsolidarisch und unmoralisch vorzugehen, da Wachstum eben nicht wirklich gut mit Moral zusammen funktioniert.

 

Wachstum ist (wenn man nicht mit einem neuen Produkt/Dienstleistung auf den Markt kommt) eigentlich immer unmoralisch, da es auf Kosten anderer geht.

 

 

Entweder wir beenden globale Produktionsketten und komplexe Produkte, kommen zu nationalen Produktionsketten und nationalen Wirtschaftskreisläufen zurück. Das heißt dann aber auch, das Wachstumsansichten irgendwann wieder nur mit Territorialgewinnung ermöglicht werden. Ja, gemeint ist Krieg.

 

Ich denke weniger Globalisierung und mehr nationale Produktionsketten/stärkere Binnenwirtschaft würden einiges positiv verändern. Insgesamt. Aber auch eine Senkung des Wohlstandsniveau bedeuten.


"Wer sich nicht bewegt, spürt seine Fesseln nicht."

> Rosa Luxemburg

 

"Was wir brauchen ist den Opitimismus des Willens anstatt den Pessimismus des Intellekts"

> Maya Göpel

"Je genauer man plant, umso härter trifft einem der Zufall!"

 

"Ist etwas zu schön um wahr zu sein, dann ist es das auch..."

"Alle Heldengruppen starten als Gemeinschaft des Rings und enden als Ritter der Kokosnuss"


#79 HeadCrash

HeadCrash

    Regel-Anarchist

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Geschrieben 09. November 2018 - 12:34

Den besten Mittelweg zu finden wird die Kunst sein. Aktuell kann ich aber in Europa keinen "Künstler" erkennen, der sich darin ernsthaft versucht. Über den großen Teich oder nach Asien will ich gar nicht blicken.
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#80 pedro81

pedro81

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Geschrieben 09. November 2018 - 13:45

Usw... Also ja, ich weiß, dass man selbst durchaus viel tun kann. Es erfordert aber auch Gelegenheit, transparente Auswahl (und die Möglichkeit sich zu informieren) und in vielen Fällen das nötige Kleingeld um sich das auch leisten zu können und zu wollen. Damit mache ich die Welt nicht besser. Und ich könnte auch noch auf sehr viel verzichten, aber mehr als noch besser nachts zu schlafen wäre nicht drin. Da gebe ich mich wenig Illusionen hin. Dies sind alles Themen, die originär die Regierung zu regeln hat, damit es etwas bewirkt.


Viel Zustimmung von mir.

Dennoch glaube ich, dass du die Welt im Kleinen etwas verbesserst, wenn dein Konsumverhalten wie beschrieben ist. Würde sich jeder ein Beispiel daran nehmen, wäre die Welt viel besser.

In einigen Punkten konsumiere ich ähnlich wie HeadCrash in anderen Punkten aber auch nicht. Was meines Erachtens wichtig ist, ist ein Bewusstsein für das eigene Konsumverhalten. Ich kann sicherlich nicht von jedem verlangen, ausschließlich saisonale, ökologische, fair gehandelte (...) Produkte zu konsumieren. Die Gründe dafür hat HeadCrash ja ausführlich dargestellt. Aber ich kann jedem Menschen (zumindest in der "1. Welt") abverlangen, dass er sein Konsumverhalten reflektiert. Diese Themen werden bereits ab dem Grundschulalter vermittelt und sind nicht so schwer nachzuvollziehen.

Und auch mit einem kleinen Geldbeutel kann ich auf den allergrößten Müll verzichten. Das Folgende trifft sicher nicht auf alle Angesprochen zu und ich kann meine Behauptung ad hoc nicht mit empirischen Zahlen untermauern, aber ich beobachte häufig, dass gerade etliche Haushalte mit eher geringem Einkommen (aber nicht nur die) viel Geld auch für Schwachsinn ausgeben.

Das fängt bei dem Müll (und es ist nichts anderes als das) an, der zu jedem großen Fußballturnier in den Farben Schwarz, Rot und Gelb (Gold) hergestellt und verkauft wird. Und es endet bei Werkzeugen und Geräten, die zwar in ein oder zwei Lebenslagen das Leben erleichtern, dann aber ungenutzt im Keller vor sich hingammeln. Damit meine ich (als Beispiel) so etwas wie Eiswaffelmaschinen für den Hausgebrauch oder Geräte um Gefrierbeutel zu verschweißen. Die haben bei der Herstellung unnötig Ressourcen verbraucht, haben den Besitzer viel Geld gekostet, nehmen ihm unnötig Platz in der Wohnung weg und werden höchstens einmal im Jahr benutzt.

Die Hersteller jeglicher Waren und Güter produzieren letztendlich nur das, was auch nachgefragt wird. Ist die Nachfrage nach einem Produkt nur klein genug, verschwindet es auch aus dem Angebot.
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#81 Sir Doudelzaq

Sir Doudelzaq

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Geschrieben 09. November 2018 - 18:55

Zum Thema Nachhaltigkeit.
Ich fands ganz witzig als meine Oma meiner Cousine erklärt hat, dass ihr 60 Jahre alter Pelzmantel moralisch weniger verwerflich und ökologisch sinnvoller ist, als die voll-plastik-multifunktionsjacke die nach 5 Jahren aus modischen Gründen in der thermischen Verwertung landet.
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"Peace and Onion"

das Prinzip Sir Doudelzaq

„Handle so, dass die Wirkungen deiner Handlung verträglich sind mit der Permanenz echten menschlichen Lebens auf Erden.“

Das Prinzip Verantwortung Hans Jonas

Bei Rechtschreib- und Grammatikfehlern bitte nicht ärgern. Meist schreibe ich vom Handy aus, da geht einiges durch und als alter LRSler finde ich auch nicht immer alle. Wenn sie einen aber wirklich stören schreibt mir. Wenn ich abends dazu komme korigier ich.


#82 Trochantus

Trochantus

    Stadtkriegprophet

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Geschrieben 09. November 2018 - 20:17

Fatal finde ich auch Entwicklungen, die dazu führen dass Unternehmen aus 1. Welt Ländern durch Freihandelsabkommen direkt und ungehindert mit Unternehmen und Kleinbauern aus Entwicklungs und Schwellenländern "konkurrieren" können. Damit nimmt man den Entwicklungsländern jede Chance sich aus ihrer unmündigen Abhängigkeit jemals befreien zu können. Das finde ich besonders aus Sicht der Regierungen der 1. Welt Länder unverantwortlich und unmoralisch.





Final bleibt aber: ich als Konsument, kann zwar für mich und meinen persönlichen Fußabdruck viel tun, wenn ich entweder genug geld habe um es mir nachhaltig und alternativ leisten zu können, oder radikal verzichte, aber dennoch übe ich nur geringen Einfluss aus. Ich kann am meisten mit meiner Wahlentscheidung beeinflussen, und nicht wirklich viel über eine Kaufentscheidung. Bewusst einkaufen ist trotzdem nützlich, aber man sollte sich von der Illusion lösen, dass man die Welt verändert, weil man ein Fairphone statt nem iPhone gekauft hat, oder Biogemüse statt Konventionelles Gemüse, oder auf Fleisch verzichtet, statt biofleisch zu kaufen... Hier wird sich Gesellschaft nur verändern, wenn sich die Regierungen ändern. Aber wir reden hier definitiv von solchen Problemen für die wir eine parlamentarische Demokratie geschaffen haben, weil wir sie im kleinen und jeder für sich eben nicht lösen oder nennenswert verbessern kann. Ich bin deshalb auch kein Fan davon bei den Konsumenten die Moral-Keule auszupacken. Denn dort bewirkt sie gar nichts, auch wenn es viele Idealisten gibt, die das anders sehen. Man kann selbst etwas tun, aber nicht selbst etwas ändern. Das ist meine persönliche Erfahrung und Erkenntnis.
 

Freihandelsabkommen sind nicht das Problem. Subventionen ohne Ende sind das Problem. Wie kann es sein, dass es für den kenianischen Bauern günstiger ist, Orangensaft aus dem Supermarkt zu kaufen, anstatt sich eine Orange von seinem Feld zu pflücken? Stichwort "Butterberge"... Ohne Subventionierungen müssten viele Kleinbauern sich zu größeren Kollektiven zusammenschließen, um überlebensfähig zu sein. Damit würden dann zwar auch viele Biobauern pleite gehen, weil die rechtlichen Grundlagen für solche Betriebe hohe Kosten bedeuten, aber vielleicht ist das System auch noch nicht gründlich genug durchdacht. Das alte Vorurteil ist nicht umsonst "Was unterscheidet einen armen von einem reichen Bauern? - Der arme Bauer muss seinen Benz selber waschen."

 

Und wie die letzten Jahrzehnte gezeigt haben, ändert sich durch politische Wahlen kaum etwas. Ändern kann jeder primär nur für sich allein und das lernt man am Besten in der eigenen Familie und wenn man das Glück hat, an der Schule Lehrer zu haben, die zum kritischen Denken auffordern. _headcrash du hast aber recht, dass so etwas viel Aufwand in der Informationsbeschaffung erfordert. Wobei teilweise schon der Blick auf die Zutatenlisten reicht, wenn da so Klassiker wie "Palmöl" an erster Stelle stehen, greif ich nicht zu, sondern wähle ein palmölfreies Konkurrenzprodukt. Nestle meide ich auch wo es geht, seit ihrem "Wir kaufen Wasserquellen billig in aller Welt und schneiden besonders in Dritte-Welt Ländern die Bevölkerung von Gratistrinkwasser ab, weil die mit ihrem Reichtum sowieso nicht umgehen können." Da gehören dann für mich auch direkt assoziierte Tochterunternehmen zu.


Bearbeitet von Trochantus, 09. November 2018 - 20:17 .

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#83 SlashyTheOrc

SlashyTheOrc

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Geschrieben 12. November 2018 - 12:04

Hiho,

 

@pedro81

Ich pack mal aus Prinzip die Liberalismuskeule aus.

Warum kannst du eigentlich von jedem verlangen sein Konsumverhalten zu reflektieren? Sind wir dann doch wieder bei der Moralkeule, weil Reflektion "das Richtige" ist es zu tun? Und dann ja die Einsicht folgen muss? Was wenn ich zu dem Schluss komme, daß der Zug schon abgefahren ist, und es einen Scheiss macht was wir hier noch anstellen und es verdammt noch mal mein Recht ist soviel Müll zu produzieren wie ich will?

 

Wir in unserer schönen "linksgrünversifften" (nur Spass, ist hier ironisch gemeint) Ecke können uns schön die Hände schütteln und uns auf die Schulter klopfen, aber mMn. geraten wir da in letzter Konsequenz in den Konflikt mit freiheitlichen Idealen, die wir ja auch wollen. Wenn man das begreift als abgrenzende Freiheit, Einschnitte nur wo nötig und soviel wie nötig, wirds langsam dünn, mit "Verpflichten zur Reflektion" und "dem Richtigen tun" mMn.

 

Persönliche Freiheit ist immer auch das Recht scheisse zu sein.

 

Grüße



#84 Corn

Corn

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Geschrieben 12. November 2018 - 13:19

Freiheit wird dir in der demokratischen Gesellschaft zugesprochen bis zu dem Punkt an dem du mit deinem Handeln andere negativ beeinflusst. Egal ob du ihre Rechte einschränkst, sie an leib oder Seele schädigst oder ihren Besitz.
Auch der Verstoß gegen die gesellschaftlichen Normen ist verboten. Wenn Umweltschutz so eine Norm ist (und dafür hat die gesellschaf der frühen 80er gekämpft) dann ist das keine Freiheit sondern illegal wissentlich die Umwelt zu schädigen.

Ich frage mich woher in den letzten Jahren immer der unglaube her kommt das persönliche Freiheit alles abdeckt. In einem anarchistischen Gesellschaftsmodell mag das zwar so sein ( auch wenn man da davon ausgeht das die gesellschaft unerwünschtes Verhalten einzelner unterbindet bzw es garnicht dazu kommt weil alle eingesehen haben was essentiell für ein überleben als Gemeinschaft ist)
Aber solange es Gesetze gibt die wir befolgen bringt es nichts sich ständig auf seine individuelle Freiheit zu berufen.

Scheisse Verhalten ist kein Grundrecht
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Das Lesen von Rollenspielforen verdirbt den Charakter


#85 Konstantin

Konstantin

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Geschrieben 12. November 2018 - 15:44

Dieser Post ist eine Kurzschlussreaktion und kann bei Unangemessenheit gelöscht werden.

Zum einen finde ich es kurios, dass in diesem Thread der eine Sammlung von Kuriosen und oder lustigen Sachen darstellt eine Politische Diskussion geführt wird.
Zum anderen, was machst du wenn Leute wie ich bei ihrer Reflexion drauf kommen, dass ihr Leben scheiße ist und bei all ihren Problemen es zu den wenigen guten Dingen gehört, regelmäßig ein Dany + Sahne Vanille zu essen oder eine Ritter Sport Mini Schokolade die zwar gut schmecken aber auch extrem viel Mist verursachen und die bei Nachfrage sowohl von Arzt als auch Psychologen gesagt bekommen, dass man keine moralischen Bedenken zu haben braucht, da es für die Gesundheit besser ist sich diese kleinen Freuden zu gönnen?
Würdest du solchen Sagen, dass sie zur Rettung des Planeten besser darauf verzichten? Was würdest du machen, wenn solche Personen nun in Depression fallen und daraufhin vielleicht sogar Suizid begehen? Würdest du es vielleicht sogar gut heißen da ein Mensch weniger diesen Planeten verpestet?

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#86 Medizinmann

Medizinmann

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Geschrieben 12. November 2018 - 16:04

ich bin jetzt nicht Corn....., aber :

Seine eigenen Bedürfnisse befriedigen und sich so etwas Gönnen ist extrem Wichtig ! ( Manche müssen das erst auf dem harten Wege lernen)

Wie weit man das dann vor sich selbst rechtfertigen kann ist jedes eigenen Sache.

Anderen sein Verhalten (sofern es diese nicht direkt betrifft) zu erklären/rechtfertigen zu wollen.....

auch das muß jeder für sich entscheiden, ob er sich diese Sysyphos Aufgabe antun will.

Und ich habe gemerkt das in sowas unpersönlichem wie Foren Aussagen auch eher allgemein gehalten sind.

Soviel erstmal dazu

 

....und ob der Planet noch zu Retten ist, huiii, da gibts auch verschiedene Meinungen zu.

Ich selber halte mich daran, das ich für Mich soviel zur Rettung beitrage, wie ich selber verkraften kann, ohne mich selber  über Gebühr zu benachteiligen

 

P.S.

Würdest du es vielleicht sogar gut heißen da ein Mensch weniger diesen Planeten verpestet?

 

Ist das nicht der Inhalt jeden dritten Sci-Fi oder Horrorfilms, das der Mensch ein Virus ist, der letztendlich den Planeten vernichtet

( und dann so Sätze wie :" Der Mensch braucht die Erde ,aber die Erde nicht den Menschen" .

Wenn Ich jesdesmal 1 € kriege,wenn Ich das lese oder höre ....Könnte ich MINDESTENS 1x mehr im Monat ins Kino gehen....)

 

 

 

HougH!
Medizinmann


Bearbeitet von Medizinmann, 12. November 2018 - 16:10 .

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-Alle meine Post sind ImO und IIRC-

 

Orange ist Moderator

Schwarz ist User

Wenn ich eine generisches Maskuline Form wähle sind alle damit gemeint und alle Inkludiert !

(Arzt ist sowohl männlich als auch weiblich als auch nicht-binär und Transgender)

 

http://de.webfail.com/1ab9152d66d

https://www.youtube....gdOfySQSLcxtu1w

 

 

 

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#87 pedro81

pedro81

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Geschrieben 12. November 2018 - 18:20

Warum kannst du eigentlich von jedem verlangen sein Konsumverhalten zu reflektieren?

 

Weil gegenseitige Rücksichtnahme bis zu einem gewissen Grad zum gesellschaftlichen Konsens gehört. Die Rücksichtnahme beim Konsumverhalten gehört für mich dazu. Ich meine damit ja nicht, dass du jede Produktverpackung studieren sollst und nurnoch biologisch und fair gehandelte Produkte konsumieresn sollst. Dafür fehlt dir als Konsument einfach die Übersicht.

 

Aber wenn du nur bei einer oder zwei Produktgruppen schonmal damit anfängst kannst auch du einen Beitrag zur Rettung unseres Planeten leisten! :D (Mit Blick zum Horizont und einer UN-Flagge im Hintergrund...)

 

(Pathos wieder aus!) Den Rest hat Corn auch ganz schön erklärt. Das muss ich ja nicht alles wiederholen.

 

Allerdings muss ich Corn widersprechen, wenn er sagt, dass der Verstoß gegen Gesellschaftliche Normen verboten ist. Ist es nämlich nicht. Aber man macht sich bei manchen Verstößen einfach zum Außenseiter oder gar Ausgestoßenen. (Nun ja, wem das nichts ausmacht... *Schulterzucken)


Bearbeitet von pedro81, 12. November 2018 - 18:22 .

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#88 Sir Doudelzaq

Sir Doudelzaq

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Geschrieben 12. November 2018 - 21:14

Das ist Punk.
Fuck the system.
No future.
No god no master.

"Peace and Onion"

das Prinzip Sir Doudelzaq

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Bei Rechtschreib- und Grammatikfehlern bitte nicht ärgern. Meist schreibe ich vom Handy aus, da geht einiges durch und als alter LRSler finde ich auch nicht immer alle. Wenn sie einen aber wirklich stören schreibt mir. Wenn ich abends dazu komme korigier ich.


#89 HeadCrash

HeadCrash

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Geschrieben 13. November 2018 - 08:42

Ich habe die Politikdiskussion aus der "Kuriosität" befreit und hier hin verschoben. Beiträge mit dem Kontext "Das hier ist der falsche Thread" habe ich daher entfernt, weil sie für später hier Lesende verwirrend wären. Sollte dabei ein Beitrag unter die Räder gekommen sein, der dem Verfasser sehr am Herzen lag, so möge er mir dies bitte mitteilen, dann blende ich dessen Beitrag wieder ein.

 

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.


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#90 SlashyTheOrc

SlashyTheOrc

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Geschrieben 13. November 2018 - 09:23

Hiho,

 

@pedro

Danke, das wollte ich Corn auch grad antworten.

 

@Corn

Siehe pedro.

Ausserdem geraten in unserer Gesellschaft immer wieder die Rechte des Einen in Konflikt mit der Freiheit des/der Anderen. Dann entscheiden die Gerichte, wessen Grundrecht im Einzelfall oder generell höher zu werten ist (Bsp. gibt es einige: Burkaverbot, männl. Beschneidung, Lärmbelästigung in Mietshäusern, Abtreibung). D.h. auch, daß man nicht pauschal sagen kann, Umweltschutz sticht aber. Weise erstmal nach, dass mein Beitrag den Zwang dazu rechtfertigt, daß muss nämlich der tun, der in meine Freiheit eingreifen will und nicht derjenige dessen Freiheit eingeschränkt wird.

 

Was mich eben dazu bringt zu sagen, "Doch, ich habe das recht scheisse zu sein, so lange ich mich an die Gesetze halte."

Natürlich kann man nicht bei alles und jedem "Freiheeeeiiiiiiiit" (hier blaues Gesicht und raue Stimme vorstellen) brüllen, wenn einer einem was vorschreibt was gegen den persönlichen Unsinn steht (siehe Reichsbürger). Aber bei der staatlichen Vorschrift nach "richtigem Verhalten" ist mMn. immer eine gründlichste Prüfung notwendig.

 

Kleines unpolitisches Beispiel aus dem Leben:

An vielen Schulen und Kindergärten gibt es die Regel, keine Süssigkeiten mit in die Brotdose zu geben. Grund ist Erziehung zur gesunden Ernährung und Verhinderung von Neid unter den Kindern. Vielfach kommt die Regel durch Druck von Eltern zustande, die a) die Ernährung ihres Kindes in der Hand haben wollen, und dieses ausserhalb ihrer Aufsicht nicht an Süsses gelangt und b ) nicht die Diskussion von "aber Peter hat auch immer...:" führen wollen.

Ich sehe das kritisch, da es ein Eingriff in meine Erziehung ist (übrigens mein Grundrecht). Warum darf ich mein Kind nicht verwöhnen oder viel schlimmer noch belohnen? Vielleicht ist mein Peter eben einfach immer viel netter und besser als die Kinder der anderen Eltern und hat es verdient jeden Tag was Süsses mitzubekommen? Oder ich denke er profitiert von der Zusatzenergie und kann sich dann besser konzentrieren?

Mir kommt es oft auch so vor, als wenn unter dem Deckmantel des "Es ist besser für alle/die Gruppe/die Gesellschaft/ das Kollektiv ( ;) ) !" hier nur die Interessen weniger nach Kontrolle über ihr Kind (um sein Verhalten zu beeinflussen muss ich das Verhalten aller um ihn herum beeinflussen) und Konfliktlosigkeit (wenn keiner was hat, kann mein Kind nicht auf die Idee kommen) bedient. (und ich ziehe hier nicht den Bogen zu Big Pharma, Impfgegnern usw. weil es mMn. nicht um verschwörungsartige Strukturen geht, sondern um die Durchsetzung persönlicher Interessen einzelner).

 

Grüße






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