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Gender-Wahnsinn


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144 Antworten in diesem Thema

#136 7OutOf13

7OutOf13

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Geschrieben 09. November 2018 - 14:11

Das war auch nicht ganz ernst gemeint. In der Vergangenheit hat sich aber oft gezeigt, dass Personen die sagen, sie "wollen wegen des Schriftbildes nicht gendern" oder "ich kann das nicht aussprechen" etc. und deswegen auf das generische Maskulinum pochen, sich an einem generischen Femininum stören würden. Ich will das hier G315t nicht unterstellen (nochmal ganz deutlich), aber an dem Feld kann man sich halt gut aufhängen und gegen Frauen reden, wenn man eigentlich sagen möchte "Kette an den Herd und Maul halten".

 

Mein Problem mit der ganzen Nummer liegt auch nicht in der Sprache an sich (wenn man das so sagen kann). Der Punkt ist nämlich, dass Sprache ein Mittel ist, um einzuschließen und auszugrenzen.

Ich persönlich fühle mich als Frau von Pluralformen generell auch angesprochen. Ist für mich kein Ding. Das bin aber nur ich.

Ich weiß aber auch, dass es Studien dazu gibt, die aussagen, dass viele Leute sich beim Wort "Ärzte" z.B. überwiegend männliche Personen vorstellen. Und was wir uns vorstellen prägt unsere Wahrnehmung der Welt und letzenendlich auch das, was wir für möglich, wahrscheinlich oder normal halten. 

 

Sprache wirkt, darum ist Sprache wichtig. Und darum gibt es Leute, die sich so daran aufhängen. Deswegen ist es mMn wichtig, die Debatte um gendergerechte Sprache nicht als albern oder Wahnsinn abzutun. Denn genau diese Sprache wird benutzt, um die grundlegenden Probleme einer Gesellschaft zu beschreiben, in der Mann und Frau nicht gleichberechtigt sind. 

Vor allem Kinder die gerade in der Phase sind, in der sie sich mit ihrem Geschlecht auseinandersetzen, hat sowas irre viel Bedeutung. Da sind für ein Mädchen Feuerwehrmänner vollkommen uninteressant, weil unerreichbar, hat ja nichts mit ihr zu tun, bis sie mal das Wort Feuerwehrfrau hört, und zack, ist es der heißeste Scheiß. (Das hab ich im Freundeskreis tatsächlich erlebt. Vielleicht hätte "Feuerwehrleute" eine ganz andere Situation erzeugt, aber das wird man wohl nie erfahren.)

 

Und "alles soll so bleiben wie es ist" ist, ist in meinen Augen immer ein seltsames Argument. Vor allem bei Sprache. Einer Sache die sich immer im Wandel befindet und niemals statisch ist.


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#137 _HeadCrash

_HeadCrash

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Geschrieben 09. November 2018 - 14:22

Wie schon erwähnt, ich habe bisher noch keine Variante gesehen, die mir besser gefallen hätte, als die Variante der DSA4+ Redaktion. Wer dann ein Problem als Mann damit hat, dass er die Regelbeschreibung einer Kriegerin lesen muss, wenn er sich einen Krieger baut, der hat ganz andere Probleme, die man mit Sprache allein nicht lösen kann. ;)


Bearbeitet von _HeadCrash, 09. November 2018 - 14:22 .

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#138 pedro81

pedro81

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Geschrieben 09. November 2018 - 14:40

Und was wir uns vorstellen prägt unsere Wahrnehmung der Welt und letzenendlich auch das, was wir für möglich, wahrscheinlich oder normal halten.

[...]

Und "alles soll so bleiben wie es ist" ist, ist in meinen Augen immer ein seltsames Argument. Vor allem bei Sprache. Einer Sache die sich immer im Wandel befindet und niemals statisch ist.

Volle Zustimmung von mir(m).

Was viele in der Diskussion ausblenden (oder nicht verstehen) ist die Tatsache, dass Sprache nichts anderes als ein Werkzeug ist. Mit ihr kann ich Verständigung zwischen zwei Gesprächspartnern oder -partnerinnern erzeugen, aber vor allem zunächst einmal einen Vorstellungsraum eröffnen. Nicht anders funktioniert ja der Versuch mit dem "Rosa Elefanten". Alleine die Aufforderung, nicht an ihn zu denken erzeugt im Geist des Zuhörers eine Vorstellung davon. Andersherum gewendet könnte man also annehmen, dass die konsequente Nicht-Nennung von Frauen eben auch die Vorstellung oder Gedanken an Frauen (zumindest in dem jeweiligen Kontext) unterdrückt.

Und bei dem Werkzeug Sprache verhält es sich wie bei vielen anderen Werkzeugen auch: Gebrauche sie umsichtig. Sonst könnte jemand zu Schaden kommen.

Bearbeitet von pedro81, 09. November 2018 - 14:41 .

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#139 Konstantin

Konstantin

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Geschrieben 09. November 2018 - 17:34

Das in meiner Familie Frauen die Hosen anhaben die die ganzen aktuellen Feministischen Gleichberechtigungs und Genderkampagnen für den größten Scheiß überhaupt halten habe ich ja bereits vorhin hier mal gesagt. Hier allerdings noch eine andere Anekdote meiner Familiengeschichte zum Links gegen Rechts und ich erwähne nochmals dies ist nicht meine Meinung sondern eine neutrale Erzählung wie ich es gehört habe.
Als die Sache mit der Hypo Alpe Adria war wollte meine Mutter Demos für ein Untersuchungskomitee organisieren die daran arbeiten sollen wer dort den Schwachsinn verzapft und zugelassen hat und die vor Gericht bringen sollen. Die Linken haben zu ihr gesagt die Rechten sind daran Schuld und sie gehen nicht auf die Demo wenn die Rechten auch dabei sind.
Sie hat dabei ihnen versucht zu erklären, dass man noch nicht weiß wer Schuld ist und man jetzt erstmal gegen die Hypo Demonstrieren soll anstatt sich gegenseitig die Schuld zuzuschieben. Die Rechten hatten nichts dagegen zusammen mit Linken zusammen zu marschieren aber die Linken haben sich weiter quer gestellt da für sie die Rechten schuldig waren und man nicht dort mitmacht wo sie mitmachen. Am Ende wurde es nichts da man nicht genug zusammen bekam und seitdem ist meine Mutter der Überzeugung die sie mir regelmäßig wenn das Thema Politik zu Stande kommt vermittelt, dass die Linken realitätsfern blinden Aktionismus betreiben während die Rechten noch einen halbwegs objektiven Blick auf die Sache haben.

#140 Täuscher

Täuscher

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Geschrieben 10. November 2018 - 09:55

Das wird ja dan langsam Philosophisch.
Wenn sich Sprache also stehts im Wandel befinde, wäre es doch schlecht ihn zu erzwingen.
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#141 Arlecchino

Arlecchino

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Geschrieben 10. November 2018 - 11:50

Da es hier auch um sprachliche Auseinandersetzung ging, habe ich dazu mal einen Artikel, dem ich doch gerne zustimme.

Mit Rechten reden? Die Frage darf sich Linken nicht stellen.

http://taz.de/Soll-m...reden/!5546809/


"Was ohne Beleg behauptet werden kann, kann auch ohne Beleg verworfen werden." - Christopher Hitchens


#142 Loki

Loki

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Geschrieben 10. November 2018 - 12:13

Könnten wir den Titel auf "Gender-Kontroverse" ändern? Ich lese hier zwar nicht mit, aber ich sehe den immer, wenn ich in das Unterforum schaue oder im Augenwinkel bei der Gesamtübersicht. :P
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#143 pedro81

pedro81

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Geschrieben 10. November 2018 - 12:22

Das wird ja dan langsam Philosophisch.
Wenn sich Sprache also stehts im Wandel befinde, wäre es doch schlecht ihn zu erzwingen.


So wie du es formuliert klingt es (für mich) als gäbe es einerseits eine Art "natürlichen" Wandel der Sprache und auf der anderen Seite einen Sprachwandel, der gewaltsam durchgesetzt wird. Da die Sprache ja etwas ist, das stets von Menschen erzeugt wird, wandelt sie sich ja nicht von alleine. Sie wandelt sich durch ihren Gebrauch durch Menschen.

Was man erzwingen kann ist vielleicht, der Gebrauch der Sprache auf eine spezifische Art und Weise durch bestimmte Personen in einem bestimmten Kontext. Damit meine ich zum Beispiel, dass Lehrerinnen und Lehrer ihren Schülern und Schülerinnen verbieten können sich gegenseitig als "Arschlöcher" zu beschimpfen. Aber selbst wenn es den Lehrern und Lehrerinnen gelingt, dieses Verbot durchzusetzen, verschwindet das Wort ja nicht aus der Sprache.

Übrigens stelle ich gerade Fest, dass mein Smartphone per Autokorrektur von alleine schon vorschlägt nach einem Wort im generischen Maskulinum das gleiche Wort im Femininum anzuschließen.
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#144 Konstantin

Konstantin

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Geschrieben 10. November 2018 - 14:26

Da es hier auch um sprachliche Auseinandersetzung ging, habe ich dazu mal einen Artikel, dem ich doch gerne zustimme.
Mit Rechten reden? Die Frage darf sich Linken nicht stellen.
http://taz.de/Soll-m...reden/!5546809/

Und genau diese Situation hat die Athenische Demokratie mit einem Parteienverbot vermeiden versucht. Wenn nämlich jemand so stark an Politischer Macht gewinnt, dass er eine dauerhafte politische Strömung bilden kann, dann war das für die Athener die Vorstufe zum Bürgerkrieg. Und im damaligen Athen verstand man unter Bürgerkrieg genau die Situation die jetzt in Österreich und Deutschland ist. Das die Gesellschaft in sich gespalten ist und den anderen Teil als Feind ansieht. Stellt sich nun die Frage ob wir die Kurve kratzen und endlich die Parteien abschaffen oder schon in einer Ochlokratie sind und es eigentlich nicht mehr lange dauert, bis wir wieder in einer Monarchie sind.

#145 Corpheus

Corpheus

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Geschrieben 10. November 2018 - 16:33

Vor allem Kinder die gerade in der Phase sind, in der sie sich mit ihrem Geschlecht auseinandersetzen, hat sowas irre viel Bedeutung. Da sind für ein Mädchen Feuerwehrmänner vollkommen uninteressant, weil unerreichbar, hat ja nichts mit ihr zu tun, bis sie mal das Wort Feuerwehrfrau hört, und zack, ist es der heißeste Scheiß. (Das hab ich im Freundeskreis tatsächlich erlebt. Vielleicht hätte "Feuerwehrleute" eine ganz andere Situation erzeugt, aber das wird man wohl nie erfahren.)

 

Interessanter Aspekt.

 

 

Ich weiß aber auch, dass es Studien dazu gibt, die aussagen, dass viele Leute sich beim Wort "Ärzte" z.B. überwiegend männliche Personen vorstellen. Und was wir uns vorstellen prägt unsere Wahrnehmung der Welt und letzenendlich auch das, was wir für möglich, wahrscheinlich oder normal halten.

 

Das liegt aber imho weniger an der Sprache, sondern daran, dass in der Vergangenheit diese Berufe eben rein "Männliche" Berufe waren. Dazu kommt gerade bei Ärzten eine mir unbegreifliche Faszination vieler Frauen für männliche Ärzte.

 

 

Vor allem bei Sprache. Einer Sache die sich immer im Wandel befindet und niemals statisch ist.

 

Ich würde hier aber zwischen einer natürlichen Entwicklung der Sprache im laufe der Zeit und einer erzwungenen Entwicklung der Sprache unterscheiden.

 

In vielen Fällen liegt das Problem imho nicht in der Sprache, sondern in der empfundenen Wahrnehmung. Wenn sich viele Frauen bei der Bezeichnung Arzt einen Mann vorstellen, liegt das vielleicht daran, dass es einfach noch nicht genug Ärztinnen im Alltag gibt. Sollte sich dieser Zustand ändern, wird sich auch ganz natürlich die Wahrnehmung ändern.

 

 

Und "alles soll so bleiben wie es ist" ist, ist in meinen Augen immer ein seltsames Argument.

 

Aber grundsätzlich Änderung als positiv zu sehen, ist genauso "seltsam". Änderung der Änderung willen macht selten Sinn.


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"The absence of evidence is not the evidence of abscence!"

 

"Der Mensch hat dreierlei Wege klug zu handeln: Durch Nachdenken ist der edelste, durch Nachahmen der einfachste, durch Erfahrung der bitterste!" Konfuzius

 

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