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POETRY NIGHT

Cthulhu Now Modern Era Delta Green Fears Sharp Little Needles

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2 Antworten in diesem Thema

#1 Belshannar

Belshannar

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Geschrieben 07. März 2019 - 10:49

Orginal Spielbericht

 

https://inyo.home.bl...u-poetry-night/

 

 Poetry Night

 

Unser SL hat ein sehr schönes Szenario gefunden, welches er gerne auf der AnRUFung dieses Jahr leiten möchte. Wer also mit dem Gedanken spielt, bei einer seiner Runden dabei zu sein, der sollte sich hier besser nicht spoilern lassen. Das Szenario heißt "Poetry Night" und wurde von Oscar Rios geschrieben. Man findet es im Fears Sharp Little Needles Band von Stygian Fox.
 
Im Szenario geht es um eine Gruppe von Künstlern, die zu einem Poetry Slam fahren und dort ihr gelbes Wunder erleben.

Die Charaktere
 
Camilla: Eine Comiczeichnerin, die selbst nicht an Übernatürliches glaubt, aber trotzdem ein großer Fan von Giger, Lovecraft, usw. ist.

Michaela: Die ehemalige Medizinstudentin ist jetzt Rapperin, die mit Themen wie ProLife und AntiVaxx auf die Probleme der modernen Gesellschaft aufmerksam macht.

Alexander: Ein aus Russland stammender Trauerredenschreiber mit einer sehr poetischen Ader.

Vincent: Vom Voynich-Manuskript besessen hat er es auf seinen gesamten Körper tätowiert und fotografiert sich täglich, um zu sehen, ob es sich auf ihm verändert.

Claire: Ihr Künstlername ist Sanguine, wie Blut. Sie macht Fotos von Blut und hat einen berühmten Instagram-Account dafür.

Die Geschichte
 
Es ist 2018 und eine Gruppe verschiedener Künstler, allesamt nur flüchtige Bekannte, hat beschlossen, zu einem angesagten Poetry Slam zu fahren. Es geht also ins Lakeside Coffee House, gelegen am atemberaubenden Juniper Lake in der Nähe eines beschaulichen Ortes namens Whispering Pines. Im Coffee House ist es urgemütlich: Bequeme Sofas stehen vor winzigen Holztischen, eine Wand ist ein einziges Bücherregal und eine breite Fensterfront ermöglicht den Blick auf den See. Zur Begrüßung wird den Gästen ein New New Earl Grey gereicht. Er schmeckt wie gewöhnlicher Earl Grey, nur viel, viel süßer.

Die Gruppe nimmt Platz, während noch einige andere Gäste eintreffen. Es ist nicht besonders voll heute und schon bald beginnt die Veranstaltung. Der erste, der nach vorn auf die improvisierte Bühne tritt, ist ein Afroamerikaner, dem ein Bein fehlt und der eine Kamera umhängen hat. Ein paar Leute tuscheln: "Och nö, nicht schon wieder der Veteran." Der Mann stellt sich als Derek vor und beginnt, ein Gedicht von Lovecraft vorzutragen: A Garden. Ein sehr schönes Stück, wenn auch nicht aus Dereks eigener Feder. Nach und nach tragen verschiedene Personen ihre Gedichte vor, dann kommt jemand an die Reihe, der nicht unbedingt gesund aussieht. Der Mann hat bereits mehrere Kaffeetassen geleert, er schwitzt stark und schwankt etwas. Michaela glaubt, er könne vielleicht ein Krebspatient sein, Claire dagegen glaubt an eine Panikattacke. Vorn angekommen erklärt er, er wolle zwei Gedichte aus eigener Feder vortragen, beginnt allerdings mit Cassildas Song aus dem Theaterstück King in Yellow. Das löst natürlich Empörung bei Kennern aus und einer der Gäste stürmt sogar aus dem Haus.

Als der "Dichter" fertig mit dem ersten Vortrag ist, reißt er sich plötzlich das Shirt auf. Auf seiner Brust prangt eingeritzt in die Haut das Gelbe Zeichen, die Ränder sind bereits nekrotisch, das Fleisch verfärbt und mit eitrigen Pusteln überzogen und in den Wundrändern krabbeln Maden. Camilla und eine andere Frau rennen bei diesem Anblick ins Bad, um sich zu übergeben, während die anderen vom Horror der Situation überwältigt werden. Dann stimmt der Kerl einen Gesang in einer Sprache an, die nur wenige erkennen. Es ist eine cthuloide Beschwörung. Als seine Worte enden, zieht er eine Waffe und erschießt sich selbst. Doch obwohl tot, bleibt sein Körper stehen und das Zeichen auf seiner Brust beginnt zu leuchten. Dann explodiert der Körper komplett und alle Lichter erlöschen.

Als die Lichter wieder angehen, erwachen 8 Personen langsam wieder. Sie sind noch immer im Coffee House, das vollkommen mit explodierten Körperteilen gesprenkelt ist. Allerdings liegen sie nun in einem Kreis und Schleifspuren deuten an, dass sie nicht von selbst in diese Position gelangt sind. Neben den fünf Bekannten liegen auch Derek und zwei weitere Frauen bei ihnen - genau die drei Personen, die erkannt haben, was der Verrückte vorgetragen hat. Draußen vor der Fensterfront hängt ein undurchdringbarer Nebel und das Emo-Mädchen scheint etwas darin zu sehen. Camilla folgt ihrem Blick und sieht etwas, das sie als Hetzenden Schrecken interpretiert und sich daraufhin hinter der Theke versteckt. Die anderen waschen sich erst einmal und im Spiegel entdeckt Vincent, dass sein Tattoo am Arm zu verschwinden beginnt. Panisch zerschlägt er den Spiegel und versucht, seine Haut abzuschneiden, um die Bilder zu retten. Glücklicherweise hält Alexander ihn von seinem Vorhaben ab.

Michaela bemerkt unterdessen, dass sie um ein paar Jahre zu altern scheint, Haare und Nägel wachsen und ihre Haut verliert an Elastizität. Angsterfüllt rennt sie zu Camilla, die sie jedoch als Angreiferin sieht und ihr eine Flasche über den Schädel zieht. Die beiden Frauen lassen erst voneinander ab, als Claire meint, draußen würde eine Doppelsonne scheinen - ein klares Indiz darauf, wo sie sich befinden... Schnell ist klar, dass sie ein Gegenritual starten müssen. Vielleicht findet man ja irgendwo in den Reihen der Bücher etwas... Die zweite Frau ist derweil zum Fenster gerannt und beginnt, es zu küssen, während der Veteran vollkommen verwirrt und ohne seine Prothese mitten im Raum sitzt und nichts tun kann. Als die anderen zu den Bücherregalen gehen, erscheinen schattenhafte Gestalten, die sie anzugreifen versuchen. Als Vincent eine davon boxt, schlägt er jedoch durch sie hindurch und die Schatten scheinen sie ihrerseits ebenfalls nicht verletzen zu können. Trotzdem haben sie allen einen gehörigen Schrecken eingejagt und es ist vermutlich nur eine Frage der Zeit, bis sie anfangen, eine physische Form anzunehmen.

Ein gepeinigter Schrei reißt die Gruppe aus ihren Gedanken. Die Frau, die das Fenster geküsst hat, krümmt sie nun vor Schmerzen und scheint sich zu verformen. Ihre Wirbelsäule wächst und droht, bald aus ihrem Körper herauszubrechen. In der Hoffnung, sie vor der Magie dieses verfluchten Ortes zu schützen, ritzen ihr die beiden Männer ein Älteres Zeichen ein, doch es nützt nichts. Und zu allem Überfluss scheint auch noch das Regal, an dem Michaela gerade steht, beinahe umzufallen. Es steht in einem bedrohlichen Winkel, doch die Bücher fallen nicht heraus. Dann erst fällt auf, dass es nicht das Regal ist, das kippt, sondern dass die Wand sich verbogen hat und sich immer weiter in den Raum hineinbiegt.

Und dann jauchzt der Veteran plötzlich auf. Aus dem Stumpf seines Beines wächst ein neuer Knochen und er hofft, bald wieder laufen zu können. Doch es ist kein neues Bein, was ihm wächst, sondern ein um sich schlagender Tentakel. Und die Frau, deren Wirbelsäule sich vergrößert, verbiegt sich unter dem Druck. Ihr Oberkörper wächst regelrecht in sich selbst hinein und sie verbiegt sich in garstige, ekelhafte Positionen. Als Camilla ruft, dass sie das Buch "King in Yellow" gefunden hat, rast die verkrümmte Frau auf sie zu, stolpert jedoch über die Tentakel des Veterans, welche sofort anfangen, sie zu erwürgen. Er scheint das nicht zu bemerken, sondern ruft nur entzückt: "Ja, ist mein neues Bein nicht wunderbar? Streichele es!" Und dann beginnt der Boden um ihn herum abzusacken. Es sieht beinahe so aus, als sei er ein Ameisenlöwe in seinem Sandtrichter, der gerade ein Opfer zu sich hereingezogen hat.

Die anderen beginnen, langsam in diesen Trichter hineinzurutschen. Nur Alexander kann sich noch dagegenstemmen, weil er selbst mutiert. Er wächst ein wenig und baut Muskelmasse auf, wird sichtbar stärker. Leider rutscht das Buch mit in den Trichter und Michaela und Camilla versuchen, es daraus zu befreien, um es zu lesen. Vor allem, nachdem Claire eine markierte Seite aufgefallen ist. Eine schwarze Klauenhand greift nach den beiden Frauen und ein mehräugiger, schwarzer Schädel starrt sie aus dem Gerümpel heraus an, das mittlerweile in die Grube gerutscht ist. Schließlich können sich die Frauen jedoch befreien und Claire entdeckt eine Art Anleitung, was sie tun müssen. Augenscheinlich müssen sie erneut das Gedicht vortragen, dann die Beschwörung und dann muss sterben, um das Portal zu öffnen.

Viel Zeit, um einen Plan zu entwickeln, bleibt ihnen nicht. Der Boden normalisiert sich wieder etwas und der Veteran stürzt sich auf das Emo-Girl und stranguliert die junge Frau einfach. Dann rollt er sich zum Fenster, die anderen machen sich zum Kampf bereit - und plötzlich läuft alles wie in Zeitlupe ab. Alle Bewegungen, das Sprechen, einfach alles dauert eine gefühlte Ewigkeit. Zum Glück vergeht auch diese Verzerrung und die Gruppe kommt auf die Idee, die Kamera des Veteranen zu benutzen, mit der er alles aufgenommen hat. So könnte man die Beschwörung erneut vortragen, wenn man das Ritual wiederholt. Doch wo sind ihre Sachen? Niemand von ihnen hat mehr Smartphones oder andere technische Gegenstände bei sich. Es gibt allerdings noch eine Tür, die wohl in den Vorratsraum führt. Da sie verschlossen ist, treten die Männer sie auf und finden dahinter eine verstört wirkende Frau. Im Gegensatz zum Rest des Coffee Houses sieht dieser Raum noch unberührt aus, allerdings finden sich auch hier keine Elektrogeräte, die irgendwie von Hilfe sein könnten.

Dass die Zeit knapp wird, zeigt sich an weiteren Veränderungen. Die Kleidung der Gruppe wird feudaler, Michaela wachsen Krallen und Claire ein Affenschwanz, mit dem sie sich auf eines der Bücherregale schwingt. Draußen hat sich der Nebel etwas gelichtet und man sieht nun eine Tüte auf halbem Weg zum See liegen. Obwohl die Fremde, die offensichtlich eine Angestellte des Coffee House ist, die Tür nicht öffnen will, gehen Vincent, Alexander und Michaela hinaus, um die Tüte zu holen. Darin sind tatsächlich sämtliche Smartphones, Kameras usw. gestopft. Doch gerade, als man die Tüte aufgehoben hat, schießen Tentakeln aus dem See und greifen nach Michaela. Sie wirft Vincent die Tüte zu und reißt die Tentakel auseinander. Vincent rennt und rennt, Alexander wird von den Tentakeln gepackt und Michaeles Krallen brechen im Kampf ab. Vincent stolpert und wirft Michaela die Tüte zu. Sie hechtet zur Glastür, während Alexander um Hilfe schreit. Dann wird er unter Wasser gezogen. Vincent überlegt nicht lange, er kann dem anderen nicht alleine helfen, also sprintet auch er zum Haus zurück. Alexander kann noch einmal an die Oberfläche durchbrechen, dann jedoch wird er wieder in die Tiefe gezogen und das Wasser färbt sich blutrot.

Als Michaela drinnen ankommt, schließt die Angestellte die Tür und weigert sich, diese wieder zu öffnen. Vincent schlägt gegen die Tür und Camilla, die die Frau nicht überzeugen kann, deutet auf die Eingangstür. Vincent muss hierzu zwar um das Gebäude herum durch den Nebel rennen, doch er schafft es, unbehelligt anzukommen. Drinnen fällt Claires Greifschwanz aus und schlingt sich um ihren Hals. Nur mit Mühe kann sie sich davon befreien. Vincent öffnet die Tür - und steht an der Decke des Gebäudes. Er rennt unter Claire und springt hoch, um ihr zu helfen. In dem Moment, wo er springt, steht er wieder vor der Tür. Er öffnet sie erneut und alles steht schräg. Er schließt und öffnet die Tür ein drittes Mal und endlich ist alles wieder normal. Neben dem Fenster kriecht der Veteran entlang, der mittlerweile beinahe ein kompletter Oktopus geworden ist.

Und dann, endlich vereint, will man das Ritual erneut durchführen. Die Angestellte zieht jedoch eine Pistole und bedroht erst die Gruppe, dann setzt sie sich die Waffe selbst an den Kopf. Anscheinend gehörte sie zu dem Kerl, der sich erschossen hat und will sich nun töten, um das Ritual zu vollenden und dem König in Gelb den schönsten Ort der Welt zu schenken. Sie scheint allerdings nicht ganz willens zu sein, sich das Leben zu nehmen und die anderen können auf sie einreden und verwirren, sodass man ihr schließlich die Waffe abnehmen kann. Weinend erklärt die Frau, man müsse das Ritual noch einmal durchführen und einer von ihnen müsse sich das Gelbe Zeichen einritzen und sich dann erschießen. Mit ihrem eigenen Tod würde man nur das erste Ritual vollenden. Und der Veteran ist nicht mehr menschlich genug, um als Opfer herzuhalten. Camilla macht Strohhalme bereit, damit sie losen können, doch Claire meldet sich freiwillig als Opfer. Sie lässt sich aber versprechen, dass die anderen ihre Bilder für viel Geld verkaufen und ihre Familie unterstützen.

Und dann geht alles ganz schnell. Unter Schmerzen ritzt sie sich das Zeichen ein und rezitiert das Gedicht. Seltsame Geräusche erklingen im Gebäude und um es herum. Hinter Claire erscheint der unheimliche König in Gelb. Sie spielen die Beschwörungsformel ab, dann erschießt sich die junge Frau. Der König zieht einen Vertrag, auf den sich ihr Blut und Hirn ergießt, dann nimmt er seine Maske ab. Alles verschwimmt um die Überlebenden herum, als sie zurück in ihre Welt gezogen werden.

Doch noch haben sie es nicht überstanden. Zwar sind sie der fremden Sphäre entkommen, jetzt allerdings steht das Haus unter Wasser und sie drohen, zu ertrinken. In Panik reißt Camilla die Tür auf und wird von einem Schwall Wasser gegen eine Wand geschleudert. Durch den Aufprall wird sie bewusstlos. Vincent schafft es, an die Oberfläche zu schwimmen. An seinem Bein klammert sich ein Oktopus fest, der dann aber frei in den See entschwindet. Michaela kämpft mit der Strömung und Vincent taucht noch einmal hinab, um sie zu retten. Mit Mühe und Not entkommen sie der Todesfalle. Sie befinden sich im Juniper Lake, tief unter ihnen liegt das Coffee House und dort, wo es einst stand, liegt nur noch ein leeres Plateau...

Fazit
 
Nachdem der Anfang etwas zäh war, weil sich erst niemand getraut hat, sein Gedicht vorzutragen bzw. eine von uns ihres schnell geschrieben hat, ging es dann ganz interessant weiter. Das Szenario nahm schnell Fahrt auf und jede Menge seltsames Zeug passiert. Der SL hat es mit Within You Without You verglichen, was ich selbst nicht ganz so sehe. WYWY war vor allem durch die Körpertauscherei interessant und unterhaltsam. Hier fehlten mir dagegen die Knalleffekte, es war mehr ein tödlicher Escape Room, in dem es aber nur ein Rätsel zu lösen galt. Schön fand ich dagegen, dass wir ja erst kürzlich Calling the King gespielt hatten und man dadurch eine emotionale Anbindung an das Thema hatte, weil es so viel Spaß gemacht hat.

Trotzdem ein solides Szenario, in dem viel abgefahrenes Zeug in kurzer Zeit passiert. Wir haben 2 Stunden und 20 Minuten gebraucht, es geht also relativ zügig. Der SL motzt es noch ein wenig für die AnRUFung auf, da ihm noch einige Verbesserungsideen eingefallen sind.

 

SL ANMERKUNG

 

Mittlerweile nochmals geleitet, diesmal in meiner Extended Cut Fassung. Andere Spieler. Ähnliche Rollen. Feedback der ersten Runde wurde integriert, überarbeitet und erweitert. Ein voller Erfolg. Szenario ging nun 3H und 20min bzw. 200min. Weitere Ideen und optimierter Flow sind entstanden. Props in Vorbereitung.

Rezension zu Poetry Night mit einer (langen) Liste für den "Extended Cut" inklusive, folgt die nächsten Tage.


Bearbeitet von Belshannar, 07. April 2019 - 20:35 .

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#2 Herbert Southwest

Herbert Southwest

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Geschrieben 08. März 2019 - 18:43

Rezension zu Poetry Night mit einer (langen) Liste für den "Extended Cut" inklusive, folgt die nächsten Tage.

 

Klingt interessant und würde mich interessieren.


  • Belshannar gefällt das

#3 Belshannar

Belshannar

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Geschrieben 08. März 2019 - 20:48

Poetry Night

 

...dreht sich um einen Poetry Slam in einem Coffe House umgeben von beschaulichen Bergen sowie einem malerischen See, welches durch ein Ritual sich bald in Carcosa/am See Hali befindet. Gibt es einen Weg zurück?

 

■ Stichpunkte

Poetry Slam, Pocket Dimension, Altered States, Carcosa, King in Yellow, Chaos.

 

ORIGINALITÄT
Jaein. Das Szenario erinnert stark an das grandios Innovative „WITHIN YOU WITHOUT YOU“, ist jedoch deutlich kürzer, knapper und anders thematisch gelagert.

 

■ AUSRICHTUNG
Confined Space/Oneshot

 

■ Spielzeit

2+ Stunden welche leicht durch etwas Improvisation und-/oder intensives Charakterspiel auf 3 Stunden oder etwas mehr gestreckt werden könnte. (Meine beiden Runden gingen 140min sowie 200min).

 

■ KREATUREN

Corrupted Humans, Tentacles form the Lake. Passend sowie einfach zu integrieren wäre Sterngezücht/Byakhee oder alles andere was in der nähe des Sees Hali zu finden ist.

ABSOLUT EMPFEHLENSWERT / ★★★★★

AUTOR

Oscar Rios

VERÖFFENTLICHUNG

Fear´s Sharp Little Needles von Stygian Fox, 2018.

 

Umfang

5 Seiten inclusive Cover (1) und Handout. Handout und Werteblock machen zusammen fast eine weitere Seite aus. Netto nicht ganz 4 Seiten. In der PDF/Counterfeit Identities ist das Handout in Vollformat abgebildet sowie Farbig (WICHTIG!).

SETTING
Cthulhu Now / Modern Era. Sehr leicht auf (quasi) jede andere Zeit anpassbar.

 

Ort

The Lakeside Coffe House am Jupier Lake in Pine County (komplett austauschbar, ohne Aufwand in jedes andere Gebirge oder zu jedem See, allerdings ist selbst dies nicht sonderlich relevant, dient eher dem Flair).

ANPASSBARKEIT
Unnötig. Jedoch leicht transferier bar überallhin. Ob das Coffee House in den Bergen oder in einer Stadt ist, macht eigentlich keinen Unterschied. Im Szenario passt es vom Flair, da der Juniper Lake ein Substitut für den See Hali ist.

 

ATMOSPHÄRE

Verwirrung, Wahnsinn, Mysteriös, Paranoia.

STIMMIGKEIT

Absolut Stimmig. Besonders durch das Thema sowie die die Lokation.

PLOT ENTWICKLUNG

Zuerst entspannt (Poetry Slam, idyllische Umgebung), gefolgt von Ärger und Wut(Plagiat Gedicht), welches zu Verwirrung wird, dies steigert sich massiv im Verlauf zum Wahn(sinn) als auch zur Verzweiflung.

SPIELER EINFLUSS

Wie in jedem Kammerspiel eingeschränkt. Jedoch zum Anfang sehr passiv bis zu einer sehr freien Entscheidungsentfaltung. Ausweg gibt es z zwar nur einen, doch dieser kann vielfältig ausgeführt werden.

SPIELLEITER SKILL

Mittel. Das Schwierigste ist die Balance wie die Spannungskurve angezogen wird und besonders auf das Aktiv-Reaktive geschehen je nachdem was die Spieler alles im Coffee House anstellen.

NSCs

5 sehr kurz, jedoch ausreichend beschriebene NSCs, davon nur eine mit Werten. Die NSCs sind flexibel nutzbar, sowohl als verbündete, neutrale als auch feindliche Personen. Durch den Fortschreitenden Wahn, gibt es jedoch auch keine Sicherheit, allerdings auch die Option aus Freund-Feind werden zu lassen als auch andersrum. Kommen die Charaktere nicht voran, kann ein NSC helfen, kommen sie zu schnell voran, kann ein NSC soft eingreifen/behindern.

HANDOUTS
1 Seite (bei der es jedoch sehr wichtig ist das sie in FARBE ist!) SPOILER: Das Farbspektrum des Handouts ist wichtig für die Lösung des Szenarios, sehr schöne Sache.[Auch wenn nicht dringend notwendig, es ist auch ohne die Farbe möglich, dass ganze aufzulösen].

https://www.drivethr...feit-Identities
 

PREGENS
Nein.

STERBLICHKEITSRATE
Hoch. Sehr hoch. Das Szenario konfrontiert mit einer beachtlichen Zahl an Gefahren. Steigernder Wahn, Verzerrte Realität, Mutationen, stark voranschreitender Sanity-Verlust, Halluzinationen, Mutierte, Tentakel Angriffe, Ritual-Opfer und Ertrinken (und potenziell noch mehr). Sehr leicht zu reduzieren/entschärfen.

FILME / Bücher ZUM THEMA

Jegliche Film im Bereich Body Horror besonders die Streifen von David Cronenberg z.B Die Fliege, Videodrome, Scanners oder Brian Yuznas Society. Alles was mit ausgeprägtem Wahnsinn zu tun hat wie In The Mouth of Madness oder alles was Der Läuterer bereits zu WITHIN YOU WITHOU YOU geschrieben hat. Auch jeder Geisterhausfilm kann zusätzliche Inspirationen bringen. Inspirierend die für Thematik/Flair wäre zusätzlich natürlich noch das Buch „The King in Yellow“ möglich.

 

Fazit

Was für ein Feuerwerk von einem Szenario. Im Prinzip ist es WITHIN YOU WITHOUT YOU auf seine tiefste Essenz heruntergebrochen in ein Kammerspiel gegossen und mit dem KING IN YELLOW Thema aufbereitet. Eine Variation. 4 Netto Seiten des Wahnsinns. Kein Ballast. Keine unnötige Information. Großartig.

ACHTUNG SPOILER

Zwei Künstler (Ronald&Sophia)wurden durch das Lesen des THE KING IN YELLOW verrückt und führen ein Ritual am Poetry Slam Abend aus, dass sie selbst nur bedingt verstehen. Sie wollen das Lakeside Coffe House ihren liebsten Ort nach Carcosa bringen damit der King in Yellow sich daran erfreuen kann. Ronald startet das Ritual in dem er Cassildas Song beim Poetry Slam vorträgt, er selbst ist der Ritual Anker und hat sich das Gelbe Zeichen auf die Brust geritzt. Auf der Bühne beginnt er nach dem er Cassildas Song vorgetragen hat, dies mit „Unmasking the Lie“ fortzuführen und sich dann als Opfer zu richten. Dies Transportiert das Lakeside Coffe House nach Carcosa, an den See Hali. Doch es ist noch nicht vollständig transferiert, der irdische Anker besteht noch und das Gebäude ist eher ein Geist der festen Materie. Um das Ritual abzuschließen muss Sophia damit weiter machen und auch sich Opfern. Doch ihr gehen die Nerven durch, sie schließt sich in einer Abstellkammer ein und bleibt zuerst ein Nervenbündel. Nur die Charaktere sowie 3 weitere Besucher des The Lakeside Coffee House erwachen wurden mit transportiert (sie haben alle einen Wert in Cthulhu Mythos und sind damit „Open Minded“ was sie im Ritual inkludierte, was weder Ronald noch Sophia wussten). Alle sind verwirrt, irritiert, wissen nicht wo sie sind bzw. können dies dank Cthulhu Mythos herausfinden, wenn auch nicht wirklich wahrhaben wollen. Doch das Ritual der Künstler ist noch nicht vollendet und die teilweise Materialisierung des Lakeside Coffe Houses nimmt bedingt ihren lauf. Mit der Zeit zieht die Umgebung die geistige Stabilität nach und nach aus allen Beteiligten und verändert diese. Carcosa will sich ihrer Bemächtigen. Man hört Wispern, raunen und flüstern. Schatten bewegen sich, Erinnerungslücken machen sich breit und schreiten voran, ihre Kleidung passt sich Carcosa an, genauso wie ihr Denken und ihre Körper. Mutationen keimen auf. Das Chaos fordert seinen Tribut und es kommt zu spontaner Verjüngung oder Altern. Der Wahnsinn greift um sich , macht alle beteiligen nach und nach Aggressiver. Mordlust kommt auf. Das Gebäude verändert sich, passt sich an, dehnt sich, streckt sich, biegt sich. Und in all diesem Chaos müssen die Charaktere einen Ausweg finden. Dieser ist das Reverse Ritual welches im Buch The King in Yellow zu finden ist und auch erst entschlüsselt werden muss. Doch auch, dass Buch muss erst gefunden werden. Doch dies fordert seinen Tribut. Ein Opfer. Und es ruft den KING IN YELLOW höchstpersönlich in das Gebäude.

 

Anmerkungen/Ergänzungen

  • KNACKPUNKT: Ronald muss Cassildas Song vortragen, dann den Beginn von UNMASKING THE LIE und sich richten. Dies könnten die Spieler versuchen zu unterbinden wenn sie den Braten riechen. Das Szenario schreibt hier vor das Ronald mit seinem Revolver bedroht, einen Warnschuss abgibt, zum Abschrecken eine Exekution vornimmt und dadurch das er Wahnsinnig ist (wie besessen scheint) selbst keinen Schmerz spürt und mehr Kraft mobilisiert wenn er festgehalten wird. Etwas plump, DEUS EX MACHINA. Jedoch verschmerzbar.

  • Zu Empfehlen ist auch, dass keiner der Spielercharaktere eine echte Waffe hat damit Ronald einfacher sein Ritual durchbekommt als einziger Schusswaffenträger.

  • Das Szenario hält keine Regeln für die Mutationen bereit, nur eine grobe Zeitvorgabe sowie die Empfehlung eher die NSCs davon betroffen zu machen. Ich nutze die Mutationen in meinem Spiel auch an den Charakteren und zwar nach dem Prinzip des Gebens und Nehmens. Beispiel ein wachsendes Tentakel gab einen Strafwürfel auf ER oder GE jedoch einen Bonuswürfel auf ST.

  • Des Weiteren nutze ich auch W10 Reduktionen auf ST, GE, ER oder KO (lies jedoch die halben oder fünftel Werte davon unbetroffen, zu Aufwendig, außerdem wieso an diese anpassen wenn doch in dieser alternativen Chaotischen Dimension eh andere „Regeln“ gelten.

  • Das Szenario schreibt vor nach passender Zeitintervalle AUTOMATISCH Sanity Verlust zu vergeben, ich ließ alle 30min einen SANITY CHECK mit 1/D4 zu fordern, dies kann man leicht anpassen, ich habe es teilweise alle 15min gemacht. Auch dies könnte man der Steigerungsspirale anpassen und zuerst alle 40, dann 30 dann 20 und 10min ablegen oder gar alle 5min (dann nur mit 0/1) wäre jedoch sehr viel gewürfelt. Ich empfehle es flexibel Anzupassen. Nach Gusto. Das Chaos von Carcosa hat seine eigenen Regeln.

  • Bei dieser ganzen Veränderungsspirale die im Haus stattfindet passen Poltergeist-Effekte hervorragend oder gar Geister der Bewohner von Carcosa die vielleicht kurzzeitig angelockt werden.

  • Ein Byakhee oder Sterngezücht könnte seinen Weg ins Lakeside Coffe House finden oder nur ein Schatten davon oder es kann wegen dem nicht abgeschlossenen Ritual nur wenige Runden bleiben (reicht für einen Schrecken oder Simulierten erhöhten Bedrohungsgrad wenn z.B die anderen NSCs schnell ausgeschaltet wurden sind weil die Spieler deren Mutationen fürchten).

  • Generell sind durch die Mutationen hunderte Möglichkeiten drin. Sind die Charaktere durch ihre Übermacht zu stark, wie wäre es durch einen dick anschwellenden Fuß der die Bewegung einschränkt oder wabbelige Finger die keine (improvisierte) Waffe mehr halten können. Oder der feindliche, wütende NSC bekommt eine dicke, gummiartige Haut die jeden Schaden stark reduziert, vielleicht auch ein zusätzliches Arm Paar.

  • Sollen die Spieler sich überwiegend unterhalten mutieren ihre Zungen und sie müssen auf Zeichensprache oder Schreiben zurückgreifen oder ähnliches.

  • Das sich das Haus verändert, verbiegt, dreht, verzehrt, aus Ecken einen Runden Abschnitt macht und ähnliches kann wunderbar in Konflikt Situationen genutzt werden um einen Angriff zu erschweren oder doch zu ermöglichen. Schwankender Boden, oder ein wachsender Teppich erlauben/verbieten ganz andere Manöver.

Extended Cut (weitere Ergänzungen)

  • Ich lies alle Spieler selbst Künstler spielen die dann auch teilweise selbst Gedichte zum Poetry Slam beitragen, dies schaffte einen thematisch passenden Einstieg sowie erhöhte Immersion.

  • Dabei waren die Spieler sehr Kreativ. So hatten wir sowohl einen Pyrotechniker, Rapper, Tagger als auch eine Künstlerin die nur Gemälde aus eigenem Blut herstellt.

  • Es wurde zur Begrüßung an jeden Besucher „New Earl Grey“ ausgeteilt (von NSC Sophia, welche später auch die Poetry Slam Eröffnung übernahm). Der New Early Grey sollte nur ein Gimmnick sein (und war in der Tat nur ein stark gesüßter Lady Grey), macht jedoch die Spieler sehr skeptisch und brachte sie auf eine Falsche Fährte.

  • Die NSCs wurden von mir stärker integriert, hatten selbst (teilweise) einen Gedichtsaufritt sowie sehr individuelle Kleidung für den leichteren Widererkennungswert.

  • Jeder NSC nahm Kontakt zu einem der Spieler-Künstler auf, es wurde sich über Kunst und Politik sowie vor allem das eigene schaffen Gesprochen. Dabei erhielten diese mehr Profil und die Spieler interpretierten mehr in die NSCs rein als diese eigentlich an Funktion haben.

  • Um mehr Metaebene zu schaffen, war in den vielen Bücherregalen im Coffee House mehrere Lovecraft Werke zu finden, als auch beim Poetry Slam selbst das ein oder andere (kurze) Lovecraft Gedicht inkludiert.

  • Die temporären Veränderungen übertrug ich auch auf meine Sprachweise. Es gab jeweils eine Szene in Slow Motion als auch Speed Up.

  • Während des Reverse Rituals häuften sich die Chaotischen Komponente im Haus, so dass es durchaus sehr fordernd war das Ritual auszuführen.

  • An FreeForm Elementen lassen sich viele Props einbauen. Der Revolver von Ron, der „New Earl Grey“ welcher dann auch zusätzliches Aroma bringt, die „Maske“ des Königs in Gelb, die Zwillingssonnen von Carcosa (von mir 2 Runde Lampen), das Buch „Der König in Gelb“ selbst oder Gelbe Zeichen generell. Auch könnte man, wenn man den Aufwand nicht scheut die Spieler nach und nach Renaissance Kleidung anziehen lassen. Zeitdruck über Sanduhr. Yellow Sign-T-Shirt ect.

  • Zusammengefasst: Das Szenario lässt sich gut erweitern mit einem intensiveren Einsteig, stärkerer Anbindung der NSCs sowie einem gestaffeltem Finale.

Improvisierte „Chaos-Mutations“-Tabelle (W20 oder W4, nächster Zeitintervall W6, dann W8 ect.)

 

1. Extra Armour (W4). 2. Regeneration (1 per Round) 3. Additional Arm/Mouth (+1Attack per Round). 4. Acid Blood (1 Damage per Hit/Attacker or Dodge) 5. Stat-Boost (Bonus Dice). 6 Muscleburst (+25%Brawl) 7. Flickering Shadow (Donus Dice on Dodge) 8. Bloodlust Temper (Only Attacks, no Defense Actions, no Pain). 9. Elbow Razors (Unarmed Damge+W4) 10. Stat-Weakness (Malus Dice). 11. Body Twitching (GE/ST -20%) 12. Brainmelt (IN/BI-20%) 13. Perceptual disturbance (Spot Hidden wiht Malus Dice) 14. Resulat 3+4 15. Fast (Initiative x 2) 16. Vomitstream (KO or Malus Dice or Damage) 17. Claw, Tentacle or Cross Tail (extra Attack or Damage or both) 18. Cyclops (Eyesight limited, no 3D), 19. Choose a Resulat. 20. Roll 3 Times on the Tabelle, use every Outcome on the same number/victims.


Bearbeitet von Belshannar, 10. März 2019 - 04:11 .






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