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Mit dem Grauen leben


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13 Antworten in diesem Thema

#1 mvdf

mvdf

    Hausmeister bei der Marsh Refinery Company

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Geschrieben 01. April 2019 - 16:12

Ich weiß nicht, ob es das schon in vorherigen Versionen von Cthulhu gab, aber in Edition 7 zumindest gibt es die sogenannte Regel "Mit dem Grauen leben" (s. GRW, S. 156f). Hiermit lassen sich die STA-Verluste deckeln, sofern es sich immer um dieselbe Art von Grauen handelt.

 

Ich mag diese Regel, merke jedoch auch, dass diese im Spielgeschehen (vor allem mit unerfahrenen Mitspielern) eher umständlich ist. Es gibt dazu keinen geplanten Bereich auf dem Charakterbogen; man muss nebenher Buch führen, was man schon erlebt hatte und dennoch zusätzlich die STA im entsprechenden Bereich auf dem Bogen abziehen. Und wenn ich z. B. auf Convention etc. mal spiele statt zu leiten fällt mir auf, dass die wenigsten Spielleiter mit dieser Funktion arbeiten. Kein Wunder: Da spielt man stundenlang auf eine düstere Situation hin, sieht auf einmal das geheimnisvolle, geschuppte Wesen mit dem extremen Fischgeruch und muss erstmal ein paar Würfe, Rechnungen, Notizen vornehmen, bevor die Schilderung des Grauens (und der möglichen Anfälle) beginnen kann. Das kann möglicherweise kurz den Wind aus den Segeln der Immersion nehmen. Nicht tragisch, aber da das Aufbauen der düsteren Atmosphäre am Spieltisch eh schon kein Zuckerschlecken ist, ist ein solcher Dämpfer eher weniger zu gebrauchen. 

 

Ihr merkt also: Ich bin zwiegespalten. Ich liebe diese Regel und doch habe ich meine Probleme damit. Also meine Frage an euch da draußen: Wie handhabt ihr das? Wie ist eure Meinung zu der Regel? Habt ihr Tipps? Ich freue mich auf eure Antworten.


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#2 Die InsMaus

Die InsMaus

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Geschrieben 01. April 2019 - 17:35

Also, ich finde die Buchhaltung zu dieser Regel klappt ganz gut, wenn man ein Abenteuer oder eine Kampagne hat, in der alle Nas lang immer wieder die gleichen Dienerrassen auftauchen. Ansonsten wird das schwierig, gerade wenn man Abwechslung in die Mythosbegegnungen reinbringen will.
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#3 Tegres

Tegres

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Geschrieben 01. April 2019 - 20:59

Ich würde sie auch nur in einer Kampagne einsetzen und nicht in One-Shots. Ich werde die Regel beispielsweise in meiner nächsten regelmäßigen Runde anwenden. Ich denke, man sollte auch drauf achten, die Spieler nicht die "richtigen" Namen der Kreaturen aufschreiben lassen, sondern "fischähnliche Menschen" statt Tiefe Wesen oder "Amorphe Gallertwesen" statt Schoggothen.


Bearbeitet von Tegres, 01. April 2019 - 21:02 .

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#4 mvdf

mvdf

    Hausmeister bei der Marsh Refinery Company

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Geschrieben 02. April 2019 - 21:02

Ich würde sie auch nur in einer Kampagne einsetzen und nicht in One-Shots. Ich werde die Regel beispielsweise in meiner nächsten regelmäßigen Runde anwenden. Ich denke, man sollte auch drauf achten, die Spieler nicht die "richtigen" Namen der Kreaturen aufschreiben lassen, sondern "fischähnliche Menschen" statt Tiefe Wesen oder "Amorphe Gallertwesen" statt Schoggothen.

 

Das sowieso. Im Zweifel nur "Ding" aufschreiben lassen. 

 

Gibt es denn noch weitere Meinungen dazu? Würde mich echt interessieren, wie es noch andere sehen? (Da fällt mir ein, es gab schon lange keine Umfragen mehr.  :lol: )



#5 Charons Alptraum

Charons Alptraum

    Der fahle Gigant

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Geschrieben 03. April 2019 - 15:59

Ich habe meine Gruppe schon die richtigen Namen aufschreiben lassen, aber nur, weil es zweimal zufälligerweise sich aus dem Abenteuer heraus erklärt hat, dass sie die Namen der Kreaturen kennen.

 

Und gibt es nicht dafür den Bereich "Begegnungen mit fremdartigen Wesen" auf der zweiten Seite (rechte Spalte, ganz unten) der dafür auch gedacht ist?

 

Hab die Regel am Anfang ziemlich op gefunden, bis ich draufgekommen bin, das bei längeren Ruhephasen wieder Punkte von diesen tabellen abgezogen werden, also mit genug zeit auch ein einfacher Ghoul z.B. dem hart gesottensten Investigator wieder das Gruseln lehren kann. ^^


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“The psychotic drowns where the mystic swims. You are drowning, I am swimming.” 


#6 Bartimäus

Bartimäus

    Der Flüsterer im Dunkeln

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Geschrieben 03. April 2019 - 16:35

 

Hab die Regel am Anfang ziemlich op gefunden, bis ich draufgekommen bin, das bei längeren Ruhephasen wieder Punkte von diesen tabellen abgezogen werden, also mit genug zeit auch ein einfacher Ghoul z.B. dem hart gesottensten Investigator wieder das Gruseln lehren kann. ^^

Das kann op werden, wenn man mit der Regel spielt, dass man für jedes besiegte Monster sofort eine Belohnung in Form vom Stabilitätsverlust bei gescheitertem Wurf (also z.B. 1D6) bekommt - man hat schon die maximale Anzahl verloren (hier: 6) biegt um die Ecke, ballert mit der Schrotflinte das nächste Vieh nieder und kassiert, wenn es gut läuft 6 Punkte gS als Belohnung....

 

Alleine deswegen wird es mir Belohnung für getötete Monster erst am Ende des Abenteuers (oder in einer längeren "Ruhephase") geben.


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#7 Tegres

Tegres

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Geschrieben 05. April 2019 - 10:54

Das mit der Belohnung in Form für Erholung von Geistiger Stabilität ist doch aber eh nur für nach dem Szenario gedacht, von daher kommt sich das meines Erachtens nach nicht in die Quere.


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#8 Bartimäus

Bartimäus

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Geschrieben 06. April 2019 - 10:03

Das mit der Belohnung in Form für Erholung von Geistiger Stabilität ist doch aber eh nur für nach dem Szenario gedacht, von daher kommt sich das meines Erachtens nach nicht in die Quere.

 

Stimmt, ich erinnere mich aber an eine Diskussion hier, bei der argumentiert wurde (glaube auch von Heiko), dass man die Belohnungen gleich und pro Gegner verteilen kann. In diesem Falle wäre das dann eben m.M. problematisch.

 

Interessanterweise hat sich Sandy Petersen immer gegen eine Möglichkeit der Rückgewinnung von STA gewehrt, der Verlag wollte das damals bei der ersten Auflage von CoC aber.

Prinzipiell finde ich die Möglichkeit einer Rückgewinnug aber gut, wenn es eben nicht zu viel wird (ergo zwei Schritte zurück, ein Schritt vor, zwei Schritte zurück....). Würfelglück beeinflusst das natürlich immer wieder...



#9 Tegres

Tegres

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Geschrieben 06. April 2019 - 11:11

Ich finde die STA-Rückgewinnung gut, solange sie nicht zu stark ausfällt. Gerade der kleine Strohhalm der Hoffnung, dass am Ende doch alles gut wird, macht Horror meines Erachtens nach stärker. Eine reine Abwärtsspirale kann über lange Sicht im Rollenspiel frustrierend sein und so zu einer fatalistischen Einstellung führen, sodass die Charaktere eigentlich gar keine Motivation mehr haben. Hier funktionieren Literatur und Rollenspiel einfach zu unterschiedlich. Der Autor kann den Protagonisten immer zu etwas "zwingen", die Charaktere sind hingegen nur von den Spielern abhängig. Wenn die Spieler unmotiviert sind, dann werden auch die Charaktere die Motivation verlieren. Deswegen ist es meines Erachtens auch am geschicktestens die STA-Rückgewinnung am Ende eines Abenteuers zu verteilen, denn dann schließt das Szenario mit etwas positivem ab, was unser Belohnungssystem anspricht und all die viel schwerwiegenderen STA-Einbußen während des Abenteuers vergessen macht.

Letztendes ist das aber natürlich wieder ein Frage des Spielstils. Wenn sich die Gruppe von Vorherein auf einen sehr puristischen Stil geeinigt hat und die Spieler Spaß daran haben, den Verfall ihrer Figuren zu spielen, dann kann man die STA-Rückgewinnung und "Mit dem Grauen" weglassen.


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#10 Die InsMaus

Die InsMaus

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Geschrieben 06. April 2019 - 11:21

Wenn man alles by the Book spielt, sehe ich immer die Tendenz, dass die Investigatoren mit mehr Stabilität aus den Abenteuern hervorgehen als zu Beginn. Erst das Cthulhu Mythos Wissen schiebt die Decke dann so langsam runter . . .
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#11 Judge Gill

Judge Gill

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Geschrieben 13. April 2019 - 07:18

 

Das mit der Belohnung in Form für Erholung von Geistiger Stabilität ist doch aber eh nur für nach dem Szenario gedacht, von daher kommt sich das meines Erachtens nach nicht in die Quere.

 

Stimmt, ich erinnere mich aber an eine Diskussion hier, bei der argumentiert wurde (glaube auch von Heiko), dass man die Belohnungen gleich und pro Gegner verteilen kann. In diesem Falle wäre das dann eben m.M. problematisch.

 

Interessanterweise hat sich Sandy Petersen immer gegen eine Möglichkeit der Rückgewinnung von STA gewehrt, der Verlag wollte das damals bei der ersten Auflage von CoC aber.

Prinzipiell finde ich die Möglichkeit einer Rückgewinnug aber gut, wenn es eben nicht zu viel wird (ergo zwei Schritte zurück, ein Schritt vor, zwei Schritte zurück....). Würfelglück beeinflusst das natürlich immer wieder...

 

 

Das hatte ich so eigentlich nicht gesagt, aber es ergibt sich teilweise in Abenteuern, dass "Sachverhalt x" zu STA-Zugewinn führt - das dann sofort. Normalerweise aber am Abenteuerende.

 

Und es scheint immer noch ein Missverständnis zu geben im diesem Zusammenhang:

Es geht NICHT um Rückgewinn; auch wenn man im ganzen Abenteuer 0 STA verloren hat, bekommt man ggf. die "Belohnung" und erhöht so seine STA. (ggf. bis zum Maximum)


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Wichtiger Hinweis: Man findet zahlreiche Spielhilfen, u.a. diverse Handouts als kostenlose Downloads unter

www.pegasus.de/cthulhu/spielhilfe-zu-bestimmten-veroeffentlichungen/


#12 Judge Gill

Judge Gill

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Geschrieben 13. April 2019 - 07:28

Wenn man alles by the Book spielt, sehe ich immer die Tendenz, dass die Investigatoren mit mehr Stabilität aus den Abenteuern hervorgehen als zu Beginn. Erst das Cthulhu Mythos Wissen schiebt die Decke dann so langsam runter . . .

 

Genau so kann es sein und das ist auch völlig in ordnung, weil es ja ein Kampagnentaugliches Spiel ist und man nicht vergessen darf, dass der STA-Reiz seit der Edition 7 insbesondere in der Korruption von Hintergundeinträgen (oder neuen, negativen Einträgen) liegt. DAS ist der weitaus höhere Reiz an STA Verlusten im gegesatz zu einer Reduzierung des Zahlenwertes :-)


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#13 Tegres

Tegres

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Geschrieben 13. April 2019 - 08:31

Ja, Rückgewinn war tatsächlich das falsche Wort. Achtung nicht ganz ernst gemeint: "Belohnung" klingt doch viel zu positiv ;) Wie wäre es mit "Ausgleich"?


Bearbeitet von Tegres, 13. April 2019 - 11:41 .

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#14 Die InsMaus

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Geschrieben 13. April 2019 - 10:24

Ich würde wie bei TOR von „Hoffnung“ sprechen (so heißt das da glaube ich).




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