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Gedanken zu Khumbu (Terror Germanicus)


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5 Antworten in diesem Thema

#1 Marcus vom Fluß

Marcus vom Fluß

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Geschrieben 24. Juli 2019 - 08:47

Dieses Abenteuer lässt mich irgendwie nicht los, deswegen würde ich gerne Eure Meinung zu dem Thema erfahren. In der deutschen Community liest man zu diesem Abenteuer verdächtig wenig, man könne fast glauben es existiert gar nicht.

 

Daher will ich mal meine persönlichen Eindrücke schildern:

 

Anfangs war ich vom Expeditionshintergrund total begeistert, nach den ersten Spielerunden (SC/SL)  machte sich jedoch ein gewisse Ernüchterung bemerkbar. das Abenteuer findet zwar vor einer spektakulären Kulisse statt, bleibt aber lokal verortet und zwingt die SC´s mit scripting/railroading zum handeln. Nun bin ich davon kein strikter Gegner, ich bin der Ansicht eine Struktur hilft den SC´s beim erleben der Geschichte. Aber bei Khumbu fühlte es sich immer irgendwie falsch an.

 

Etwas enttäuscht hab ich es zur Seite gelegt, allerdings konnten sich meine Gedanken nie so ganz lösen. Deswegen nahm ich es immer mal wieder zur Hand und grübelte, wie man das Abenteuer erweitern oder umbauen könnte. Ich bastelte immer mal daran rum, schraubte und probierte.

 

Zufällig habe ich dann den Film "Everest" gesehen, von da an war mir klar, ich muss Khumbu noch mal eine Chance geben. Ich habe dann recherchiert, Bücher, Filme, Youtube und Dokumentationen. Reinhold Messners Yeti Story kennt bestimmt auch jeder der sich mit dem Thema noch nicht eingehend befasst hat. 

 

Allein die Anreise ist schon spektakulär. https://www.youtube....h?v=MH0VjKl7tIk

 

Ich habe dann das Abenteuer in die Todeszone und darüber hinaus verortet. Ich baute die Suche nach der Kamera und den vermeintlichen Überlebenden des Teams Mountain Glory ein. Allerdings war ich mir bewusst, dass dies ein äußerst gefährliches Unterfangen ist und wohl neben den hohen körperlichen Belastungen der Mythos zu einem tödlichen Finale führen müsste. Ich adaptierte die optionalen Regeln von Jäger und Gejagte und überlegte mir, wie man das am besten auswürfeln könnte.

 

Leider bin ich eher der Märchenonkel und Geschichtenerzähler und weniger der Würfelfetischist. Auch habe ich gemerkt, dass zuviel Würfeln, die Spieler irgendwann nervt. Dennoch, Erfrierungen und Fehler beim alpinen Klettern, Schneeblindheit oder Halluzinationen und körperlicher Abbau, gehören nach meiner Ansicht zwingend zu dieser Expedition.

 

Dazwischen habe ich dann eher sanft den Mythos eingefügt, weitaus weniger als in Khumbu das dargestellt wird. Die SC´s waren auch so schon schwer angeschlagen. Gefrorene Leichen, Höhenkrankheit und Erfrierungen. Als Erfolgserlebnis habe ich die Gipfelbesteigung, die Rettung eines Überlenden und den Kamerafund eingebaut.

 

Am Ende überlebten zwei von fünf SC`s und ein Mitglied vom Team Mountain Glory, die Expedition. Sie fanden sogar die Kamera, warum auch immer das Ding so wichtig ist, aber das ist eine andere Geschichte.....

 

Am Ende kann ich sagen, dass sowohl meine geistige Stabilität sowie das Nervenkostüm der Gruppe unter Khumbu gelitten hat.  ^_^  Allerdings fand ich dieses Abenteuer absolut episch und vor einer grandiosen Kulisse spielend.

 

Selten hat mich ein Buch dazu veranlasst immer mal wieder darin zu lesen und sich intensiv damit über lange Zeit zu beschäftigen. Ich bedanke mich für diese tolle Erfahrung bei allen die zur Verwirklichung beigetragen haben.

 

Jetzt würde mich allerdings interessieren wie die Erfahrungen der werten SL´s hier im Forum mit Khumbu so waren.  B)

 

 

 


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Wo auch immer Dich deine Reisen hinführen mögen, unabhängig davon welches Jahr geschrieben steht. Es wird sich immer jemand finden der die "Eine" ultimative Wahrheit sein Eigen nennt. Derjenige wird dich mit flammenden Eifer versuchen, und doch nagt an Dir die Gewissheit, die Wahrheit ist eine Frage der Perspektive.

 


#2 Belshannar

Belshannar

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Geschrieben 24. Juli 2019 - 08:59

Gelesen und die Grundidee gefällt mir, leider halte ich das Szenario für fast unspielbar (mir fehlt Durck, etwas zuviel Vorlauf, Bergsteiger Expedition sind weder meines oder was für meine Spieler).

Viel zu viele NSCs, Gruppen, Interaktionen. Da braucht man schon mehrere Flowcharts, Tabellen oder eine andere Form der Übersicht um das halbwegs adäquat darzustellen.

 

Größter Pluspunkt ist die Lokation, ansonsten liegt mir das Szenario von der Art des Aufbaus und der herangehensweise nicht.

Bisher auch noch niemanden gefunden, der sich dafür begeistern konnte.

Respekt an die Autorin für die vielen, unterschiedlichen NSCs.

 

Ich leite fast jede Woche, überwiegend One Shots und mag es deutlich mehr abgedrehter, bedrohlicher und Arbeite weniger mit Charakteren sondern mit Situationen, da fällt Khumbu aus meinem Raster.

 

PS:

Das Band habe ich gekauft und nach dem lesen (und spielen von 12 Apostel) verschenkt. Seegras hat mir nicht gefallen, Khumbu halte ich wie gesagt kaum darstellbar mit der NSC-Riege (die natürlich reduziert werden kann, was viel Reiz raus nimmt).


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#3 Die InsMaus

Die InsMaus

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Geschrieben 24. Juli 2019 - 09:34

Ich habe das Abenteuer gelesen und zur Seite gelegt. Ich habe nichts gegen viele NSCs (Personen). Allerdings werden diese hier mehr oder weniger alle auf einmal relevant. Etwas mehr Fokussierung auf weniger Personen wäre hier für meinen Geschmack besser gewesen.

Ich finde es sehr beachtlich, wie intensiv du dich mit diesem Abenteuer beschäftigt hast, Marcus vF. Manchmal erreicht ein Abenteuer eben einen Spielleiter auf einer Ebene, die ihn nicht mehr loslässt und daran (weiter-)arbeiten lässt. Die Autorin wird es freuen, denke ich.

Bearbeitet von Die InsMaus, 24. Juli 2019 - 09:34 .

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#4 Tegres

Tegres

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Geschrieben 24. Juli 2019 - 11:16

Ich denke das Problem mit den extrem vielen NSCs lässt sich dadurch abmildern, dass wie auch vom Szenario vorgeschlagen 4 NSCs zu SCs werden. Außerdem kann man sicherlich einen Sherpa weglassen. Geskriptet fand ich das Szenario gar nicht mal, ich habe das mehr als die Abläufe interpretiert, die passieren, wenn die Charaktere nicht eingreifen.

Da ich mir durchaus zutraue, viele verschiedene NSCs darzustellen, könnte ich mir durchaus vorstellen, das Szenario zu leiten, aber sicherlich nicht so bald. Es gibt einfach zu viele andere Szenarien, auf die ich mehr Lust habe. Khumbu würde ich mehr aus Neugierde leiten.


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#5 Marcus vom Fluß

Marcus vom Fluß

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Geschrieben 24. Juli 2019 - 11:37

Hallo zusammen,

 

vielen Dank für Eure Rückmeldungen. Mir ist bewusst, dass die deutsche Cthulhu Community eher klein und divers ist. Daher freue ich mich über jede Rückmeldung. Es gibt zu diesem Abenteuer viele verschiedene Meinungen, das freut mich. Ich hatte nur das Gefühl, dass bei anderen Rezensionen (Youtube,Foren) bereits eine negative Grundstimmung spürbar war. Irgendwie passte das Abenteuer wohl nicht so richtig in den Terror Germanicus Band. Nun wollte ich einfach sehen, wie Khumbu für sich Allein so bei Euch angekommen ist.

 

 

@Tegres @Die InsMaus   Ja, ich war einfach neugierig wie sich das Abenteuer im Spielbetrieb so anfühlt. Es hebt sich ja schon von anderen ab, und daher habe ich mich dann auch irgendwie verbissen und meine Gruppe damit genervt.  ^_^ 


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Wo auch immer Dich deine Reisen hinführen mögen, unabhängig davon welches Jahr geschrieben steht. Es wird sich immer jemand finden der die "Eine" ultimative Wahrheit sein Eigen nennt. Derjenige wird dich mit flammenden Eifer versuchen, und doch nagt an Dir die Gewissheit, die Wahrheit ist eine Frage der Perspektive.

 


#6 JaneDoe

JaneDoe

    Crawling Chaos

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Geschrieben 27. Juli 2019 - 10:06

Ich bin dem Szenario gegenüber auch ziemlich skeptisch leider...erstens war es für mich im Band "Terror Germanicus" rein inhaltlich einfach deplatziert. Zweitens hat es mich trotz der grandiosen Kulisse leider nicht abgeholt. Ist aber schön, wieviele Gedanken du dir dazu gemacht hast und wie du es modifiziert hast. Einen Spielbericht darüber zu lesen würde mich auf jeden Fall interessieren. So wie es abgedruckt ist, habe ich jedenfalls keine große Motivation es zu spielen. Es gibt keinen wirklichen Twist, Handlungen der SCs haben keine wirklichen Konsequenzen usw.

 

Die realen Ereignisse, die offenbar als Inspiration für das Szenario dienten, sind jedoch megaspannend. Die Dramen, die sich bei der großen Katastrophe 1996 am Everest abgespielt haben, lassen glaube ich kaum jemanden kalt. Rob Halls letztes Telefonat mit seiner schwangeren Frau...das absolut wundersame Überleben von Beck Weathers...da kriegt man Gänsehaut. Ich habe sowohl Jon Krakauers Augenzeugebericht "into thin air" wie auch die Beschreibung des Dramas am K2 2008 ("Buried in the sky") verschlungen.

https://en.wikipedia...verest_disaster

Auch die tragische Geschichte der (vermutlichen) Erstbesteiger des Everst Mallory und Irvine, ist ja mehr als spannend und tragisch. Irvines Kamera ist ja deshalb so spannend, da der Beweis noch aussteht, ob die beiden den Gipfel erreicht haben oder nicht. Im Szenario hat die Kamera ja eine andere Bedeutung... Im Gegensatz zu Mallorys Leichnam wurda ja Irvine nie gefunden und auch von den Kameras fehlt jede Spur.


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