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Nie wieder Schwarz - aus Pforten in die Finsternis


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Eine Antwort in diesem Thema

#1 Rhendhard

Rhendhard

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Geschrieben 27. April 2020 - 20:59

Spielbericht zu: „Nie wieder Schwarz“ aus „Pforten in die Finsternis“

 

 

Es spielten:     Stanley Ace, Profiboxer (vorgefertigter Charakter aus dem Band)

Maximilian Hirst, Parapsychologe (vorgefertigter Charakter aus dem Band), nur erster Teil

                       Anton Sumwiller, Student, nur zweiter Teil

 

 

Frühjahr 1927

 

Der Profiboxer Stanley Ace bekam nach seinem ersten großen Kampf in New York einen Anruf aus seiner Heimat Arkham. Sein alter Studentenfreund Walter gratuliert ihm zu seinem Sieg, obwohl er noch gar nichts davon wissen sollte…

Walter hört sich am Telefon auch seltsam heiser und euphorisch an. Er verspricht Stanley mit ihm die Pyramiden zu besuchen wenn Stanley wieder mal in Arkham ist, dann lacht er heiser und fast hysterisch und legt auf. Beunruhigt macht sich Stanley auf den Weg nach Arkham. Dort trifft er am Bahnhof auf einen Bekannten, Maximilian Hirst. Maximilian wird als Parapsychologe von einer exzentrischen Millionärstochter Mary Bolesworth unterstützt, aber der Kontakt brach ab und die Familie Bolesworth hat Maximilian wegen Betruges angezeigt. Es scheint als habe Mary auf dem Gallows Hill in Arkham Geister gesehen und ist seither im Arkham Sanatorium in Behandlung, dort will er nach ihr sehen.

 

Maximilian und Stanley machen sich zuerst aber auf den Weg zu Walters Wohnung. Dort finden sie den toten Walter, scheinbar verhungert und verdurstet mit einer schwarzen Zunge. Stanley steckt eine Phiole mit dem Rest einer schwarzen Flüssigkeit ein bevor die Polizei eintrifft. In der Wohnung finden sie noch eine Menge Geschichtsbücher in denen jede Menge berühmter Bauwerke scheinbar willkürlich angekreuzt oder abgehakt wurden. Die Wohnung sieht so aus als hätte Walter tagelang nicht gegessen oder geschlafen. Schließlich kommt die herbeigerufene Polizei. Leichenbeschauer Dr. Vincent Copeland ist verwundert über den Zustand des Toten und die schwarze Zunge, als Todesursache stellt er jedoch eindeutig „Verdursten“ fest.

 

Nach diesem Schock gehen die Investigatoren nun erst einmal zu Mary ins Sanatorium. Sie stellen fest, dass auch Mary eine schwarze Zunge hat und seltsamerweise erkennt Mary beide Männer sofort obwohl sie mit Maximilian nur über Brief und Telefon Kontakt gehalten hat und Stanley noch nie gesehen hat. Mary brabbelt wirre Sachen und scheint sich nicht klar zu sein „welche Dinge passiert sind oder erst noch passieren oder wann jetzt ist“. Außerdem erzählt sie davon sie habe den Mann im Mond gesehen einen dicken Mann, ganz weiß und scheinbar hätten ihn alle andern auch gesehen…

 

Mary hat ebenfalls eine schwarze Zunge und erzählt dann sie hat auf dem Hügel beim alten Friedhof tatsächlich die Erhängten gesehen.

 

Dort legen sich dann der Geisterfotograf und der Boxer auf die Lauer aber außer einer Katze und einem Käuzchen zeigt sich niemand in der Nacht am Friedhof. Stanley findet aber im Gras eine zweite leere Phiole.

 

Die erkennt auch Mary bei einem zweiten Besuch wieder, sie erzählt ihnen, dass ein gewisser Rodger die Dinger auf dem Campus verkauft hat, ihr und Franklin Stewart, der aber leider tot ist weil ihn die „fliegenden Schatten“ erwischt haben.

 

Die Ermittler sehen sich am Haus von Stewart um und treffen auf den kleinen Jimmy, einen Jungen der hier Ball spielt. Er sagt, dass Franklin immer komische Sachen erzählt habe. Er habe ihm erzählt, dass er eines Tages in einer Metallkiste landet aber das wäre gut weil er darin atme könne. Und dann hat er ihm erzählt, eines Tages würden seine Freunde alle zum Strand fahren aber er dürfte nicht mitkommen und seine Freunde würden dann in Holzkisten nach Hause kommen.

 

Jimmy hat auch immer wieder einen rothaarigen jungen Mann gesehen, der wohl Franklin immer wieder besucht hat.

 

Nach dem ein alter Kommilitone ihnen trotz gutem Zureden nicht weiterhelfen will, wenden sich die Investigatoren an den Gerichtsmediziner Dr. Copeland. Der erzählt ihnen, dass er schon einmal eine ungewöhnlich schwarze Zunge gesehen hat, bei Franklin Stewart, der wurde bei einem Unfall mit Fahrerflucht getötet. Scheinbar. Denn alle seine Knochen waren gebrochen, aber Reifenspuren gab es keine, die Verletzungen sehen eher nach einem Sturz aus großer Höhe aus… Max und Stanley gaben Dr. Copeland die Phiole mit dem Rest „Schwarz“ zur Untersuchung. Sie fragen auch ob „eine Metallkiste in der man atmen kann“ ihm etwas sagt, aber er verneint…

 

Am Campus fragten sie bei Prof. Ashney nach Walters Verhalten vor seinem Tod und Ashney war sich sicher, dass Walter der „Teufelsdroge“ Alkohol anheimgefallen war, sonst war er ja immer ein sehr guter Student, aber dann habe er seltsame Sachen in seinen Arbeiten geschrieben und Ashney gesagt er habe doch gar keine Ahnung von Geschichte und ihn nur ausgelacht.

Laut Ashney gibt es mehrere Studenten die sich in den letzten Wochen so gehen haben lassen und nun sind sich alle Beteiligten sicher, dass auf dem Campus eine Droge gedealt wird.

 

Die Ermittler legen sich auf die Lauer und finden tatsächlich eine Gruppe die ähnlich abgemagert aussieht wie Mary und Walter, aber diese schicken die anderen lieber weg um nicht aufzufallen. Durch herumfragen finden sie aber heraus, dass derjenige der die Drogen verkauft ein gewisser Paul Rodgers ist. Sie sehen im Studentenverzeichnis nach und finden auch dessen Wohnanschrift.

 

(ENDE des ersten Teils)

 

(Der Spieler von Maximilian hatte an diesem Tag keine Zeit, ein anderer Spieler stieg hier mit dem Charakter Anton Sumwiller ein)

 

Anton Sumwiller ein Student der Miskatonic University hatte ebenfalls schon Nachforschungen über die neue Droge angestellt die seine Kommilitonen so verändert hat. Er tut sich mit Stanley Ace zusammen um Ergebnisse auszutauschen als Maximilian sich mit den Anwälten der Familie Bolesworth rumschlagen muss.

 

Anton und Stanley gehen zu Dr. Copeland, der herausgefunden hat, dass das Schwarz eine alkoholische Lösung ist in der sich organische schwarze Partikel befinden. Möglicherweise eine Art organischer Tinte, wie von Tintenfischen. Und in Wasser lösen sich die schwarzen Partikel ungewöhnlich schnell auf. Eine „halluzinogene“ Wirkung vermutet Copeland allerdings nicht.

 

Die Investigatoren machen sich nun auf den Weg zu Paul Rodgers Wohnung, der ist aber nicht zuhause. Sie brechen bei ihm ein und finden einen Zettel der ihnen einen Hinweis auf das alte Schlachthaus der Campbell Meat Processing gibt.

 

Im Treppenhaus treffen sie auf einen glatzköpfigen, wütenden Iren. Der schnauzt sie an ob sie zu Rodgers gehören, aber die beiden können den Fremden überzeugen nichts mit Paul Rodgers zu tun zu haben und der Grobian zieht ab (Sean O’Shea).

 

Auf der Straße entdecken sie wenig später den gesuchten Paul Rodgers auf dem Fahrrad und versuchen ihm zu folgen, er radelt ihnen aber in Richtung des Schlachthofs davon. Eine Kreuzung weiter sehen sie aber, dass es einen Unfall gegeben hat! Jemand hat den „armen Jungen“ mit dem Wagen überfahren! Paul Rodgers ist lebensgefährlich verletzt! Die Ermittler stecken aus seiner Tasche noch zwei intakte Phiolen Schwarz ein und rufen einen Krankenwagen. Da Rodgers in Lebensgefahr und kaum mehr ansprechbar ist, sehen sie sich nun das Schlachthaus an. Tagsüber scheint niemand zuhause zu sein und sie verschieben den Plan hier einzusteigen auf später.

 

Stanley kauft sich hierzu noch eine Brechstange (welche später als die „Brechstange des Unheils+3“ berühmt und berüchtigt werden sollte). Er probiert auch eine Dosis der Droge aus und wird an einen anderen Ort und eine andere Zeit versetzt, er sieht wie in New York zahllose Menschen in schmutziger Kleidung für irgendetwas Schlange stehen. Ist das ein neuer Kult? Mehr Drogenabhängige? Dann ist die Vision vorbei…

 

Der nächtliche Einbruch verläuft zuerst ziemlich reibungslos. Anton und Stanley kundschaften den Schlachthof aus in dem scheinbar nun Betrieb herrscht. Sie bemerken zwar aus den Augenwinkeln flatternde Gestalten am Nachthimmel, messen dem aber wenig Bedeutung zu.

Die im Schlachthof arbeitenden Drogensüchtigen, die „Schwarzköpfe“ können sie ein wenig austricksen und einen von ihnen K.O.schlagen. Anton bewaffnet sich mit dessen Baseballschläger und sie dringen in das Gebäude ein in dem irgendwo ein seltsamer Sing-Sang ertönt…

 

Kaum drinnen stürzen sich aus den Dachbalken die Dunkeldürren von der Decke auf sie! Anton wird fallengelassen und verletzt sich leicht, Stanley wird ebenfalls gepackt aber der Anblick der Kreatur versetzt seinem Verstand einen schweren Schlag und er verfällt in einen Blutrausch!

In Rage versetzt er dem Gehirn des Dunkeldürren einen schweren Schlag und tötet das Wesen sofort!

 

Auf dem Boden wütet er weiter und in seinem Wahn erschlägt er Anton mit dem Brecheisen!

 

Die Schwarzköpfe können dem rasenden Boxchampion mit der Brechstange kaum etwas entgegensetzen, sie verfehlen mit ihren Waffen und er richtet ein brutales Massaker im Schlachthaus an! Während des Kampfes bricht der irische Gangster Sean O’Shea mit gezogener Waffe in das Chaos und feuert ebenfalls auf die Schwarzköpfe aber seine Knarre ist nichts im Vergleich zu der Brechstange die einem nach dem anderen zu blutigem Brei schlägt!

 

Selbst die Zauberer die an einem großen Bottich voll schwarzer Flüssigkeit ihr Ritual durchführen können Stanley kaum stoppen!

 

Dann bricht aus dem Bottich die schwarze Flüssigkeit und formt mit alten Knochen und Schädeln aus dem Schlachthaus eine grauenvolle Kreatur die zum Angriff übergeht! Sean O’Shea feuert mit seiner Waffe darauf aber wird dann von einem Stierschädel gepfählt!

 

Stanley, nun einigermaßen bei Bewusstsein flieht in Richtung des Miskatonic mit dem Grauen aus Schädeln und Knochen hinter sich! Er wartet bis es sich auf ihn stürzen will und dann springt er ins Wasser!

 

Das Monster löst sich im Wasser auf und wird von den Fluten des Miskatonic weggespült…

 

Am nächsten Morgen erwacht Stanley auf der nahen Insel, das Brecheisen noch in seiner Hand. Schnellstmöglich flieht er aus Arkham um diesen Alptraum und das was er getan hat irgendwie zu vergessen…

 

Epilog:

 

Eines Tages liest Stanley in der Zeitung etwas von einer „eisernen Lunge“. Einer Maschine die es Patienten mit Kinderlähmung erlaubt zu atmen… Jahre später wird Stanley Ace in der Weltwirtschaftskrise sehen wie zahllose Menschen in New York Schlange stehen an den Suppenküchen…

Ein Junge aus Arkham wird nicht wie seine Freunde am D-Day „zum Strand fahren“, weil er als Kind an Polio litt…

Eine alte Mary Bolesworth wird Jahrzehnte später einen Mann im Mond sehen. Einen dicken, weißen Mann und ganz Amerika wird zusehen…


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#2 Rhendhard

Rhendhard

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Geschrieben 27. April 2020 - 21:12

Fazit und (Selbst)Kritik:

 

"Nie wieder Schwarz" ist ein grundsolides Ermittlungsabenteuer das sich auch sehr gut als Einsteigerabenteuer eignet, meine Spieler hatten allerdings schon einige Erfahrung mit Cthulhu.

Wir haben Corona-bedingt über roll20 gespielt, was super funktioniert hat.

 

Ich habe es weitestgehend so wie geschrieben geleitet allerdings mit einer größeren Ergänzung von der nicht so ganz sicher bin wie gut sie funktioniert hat:

 

Die Idee, dass auf dem Campus der Miskatonic University mit einer cthulhoiden Droge gehandelt wird fand ich sehr cool, allerdings ist die Wirkung des "Schwarz" nie so ganz erklärt und ich fand den Gedanken ziemlich spannend, dass die Droge es ermöglicht in die Vergangenheit und Zukunft zu schauen. Daher habe ich bei den betroffenen diese "Visionen" von wegen "Mann im Mond" usw. eingebaut. Den Spielern hat es zwar gefallen wie sich das dann eben als Twist im Epilog enthüllt hat, aber natürlich hat es auch für etwas Verwirrung gesorgt.

 

Sie sind außerdem nicht wirklich auf die Hintergründe von Dover und seiner Familie gestoßen, was nicht weiter tragisch war aber der Zettel bei Rodgers führt eben fast unweigerlich zum Finale.

 

Das Finale hat auch mal wieder ein klassisches Cthulhu-Problem: Man folgt 90% eines Abenteuers von einem Brotkrumen zum nächsten und dann steht man am Schluss vor einem halben Dutzend bewaffneter Kultisten und einem Tentakelmonster und dann bereut man es schnell nicht nen paranoiden Soldaten mit Flammenwerfer in dieser Ermittlungsgeschichte gespielt zu haben...

 

Der Endkampf war... unterhaltsam. Stanleys Spieler hat mit der Brechstange bis auf glaube ich ein oder zwei Mal nur Extreme Treffer gelandet und damit alles kurz und klein gekloppt, sicher nicht das was man bei diesem Finale erwartet hätte aber es hat auf jeden Fall bei uns Kultstatus erreicht.

 

Insgesamt war es eine coole, kleine Geschichte und gerade als ein Einführungsabenteuer eignet es sich ziemlich gut. Auch den Kampf und den Mythosanteil kann man ziemlich leicht nach unten schrauben wenn man es denn wünscht. :)


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