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Neu: HALLOWEEN


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22 Antworten in diesem Thema

#16 Mondkuss

Mondkuss

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Geschrieben 17. Oktober 2020 - 21:42

So, ich habe inzwischen die drei Abenteuer dieses Bandes auch durchgelesen und möchte mal kurz meine Senf dazu geben.

 

Das erste Szenario (Halloween in Dunwich) finde ich ganz ‚nett‘. Ist auf jeden Fall mal was anderes, Kinder zu spielen. Die Charakterhintergründe sind mal mehr (Gerdie Pope, Donald Sutton), mal weniger (George Weedon) spannend. Der Tiefe Wesen-Bezug bei Alice finde ich allerdings für dieses Szenario unpassend und deplatziert. An einer oder zwei Stellen im Szenario wird auch explizit Bezug auf die Besonderheit von z.B. Donald genommen. Hier finde ich, wurde eine Chance vertan, die Hintergründe oder Eigenarten der Charaktere nicht noch mehr einzubinden.

Obwohl die Geschichte im Grunde ernsthaft ist, finde ich die Hindernisse und Herausforderungen (Kobolde, Vogelscheuche, Mais) irgendwie tatsächlich auch passend zur Kindern als Protagonisten. Den leichten Einstieg mit Äpfel pflücken, Kürbisernte und Sackhüpfen finde ich ganz nett, allerdings muss hier der Spielleiter noch einiges selbst improvisieren. Beim Lesen der eigentlichen Handlung hatte ich allerdings den Eindruck, dass es mehrere Flaschenhälse gibt bzw. es sehr railroadig ist. Was z.B., wenn doch eines der Kinder vom Schnaps trinkt? Das Zimmer des Uropas nicht durchsucht wird (wo wichtige Hinweise zu finden sind)? Oder sie nicht zum Wald aufbrechen? Hier sollte sich der Spielleiter vermutlich einige Gedanken im Voraus machen, da sich sonst das Abenteuer mittendrin aufhängen könnte. Dass im Finale auf zumindest einige mögliche Verhaltensweisen eingegangen wurde, finde ich wiederum positiv.

Lässt sich vermutlich tatsächlich an einem Abend gut durchspielen, bietet eine willkommene Abwechslung und tut nicht weh.   :)

 

Bei dem zweiten Szenario war ich zunächst sehr begeistert vom Einstieg. Da hat sich der Autor vermutlich sehr von Silent Hill inspirieren lassen (Nebel, bekannte Räume, die aber irgendwie anders als gewohnt sind), was ich für ein Cthulhuszenario im Grunde sehr passend finde. Schade, dass da nicht noch mehr draus gemacht wurde, aber das kann der Spielleiter her noch improvisieren.

Mir geht es allerdings mit dem weiteren Verlauf des Szenarios wie einem meiner Vorredner, die Szenen in der Bar und alles was danach kommt, fand ich schwer nachzuvollziehen und irgendwie wirr. Beim Lesen dachte ich die ganze Zeit: „Hä, was soll das alles, wie passt das zusammen?“ Wenn der Autor beabsichtigt hat das ganze wie einen Fiebertraum wirken zu lassen, dann ist ihm dies gelungen, aber irgendwie befriedigt mich der ganze Verlauf und auch die erste Begegnung mit dem Hauptgegner überhaupt nicht. Die ‚Sache’ mit dem Labyrinth, in welchem gesammelte Gegenstände an bestimmten Stellen platziert werden können und man sich erst mal orientieren muss,  scheint wie aus einem PC-Spiel oder Film übernommen, wirkt in der Umsetzung im Rollenspiel mit einfachen Attributsproben aber wenig stimmungsvoll. Lediglich der Schluss auf dem Friedhof ist wieder irgendwie okay. für mich insgesamt das schwächste Szenario, lediglich den Einstieg finde ich inspirierend.

 

Beim dritten Szenario finde ich den Vorschlag der Charakterzusammenführung und die teilweise bestehenden Verbindungen untereinander ganz nett. Wieder etwas verwirrend fand ich die Angaben, über welche Kampftalente welcher Charakter verfügt, dass dann aber keine Angabe gemacht wurde, was/welche Waffen der Charakter tatsächlich bei sich führt. Es werden ja wohl kaum alle ‚zufällig’ mit Schusswaffen rumlaufen? Auch dass zwei der Charaktere schon zu Beginn eine Geistesstörung haben hat mich verwundert, wobei dies sicherlich schöne Möglichkeiten für Charakterspiel bietet.

Der Verlauf ist wieder recht eng vorgegeben, wenn die Spieler was anderes planen, muss rasch recht viel improvisiert werden.

Das Szenario selbst ist eher Splatter-Horror (was nicht so meins ist), ich kann mir dennoch vorstellen, dass es ganz gut und ‚spaßig‘ zu leiten/spielen ist. Der Gegner und seine Optionen im Finale erscheinen mir aber viel zu mächtig. Das kann m. E. schnell in einem TPK enden, z.B. durch 1W6+5W6 Schaden sowie bis zu 30 (!) belebte Leichen. Wie die Charaktere darauf kommen sollen, wie der Antagonist endgültig zu besiegen ist, ist mir ehrlich gesagt schleierhaft. Andererseits kann der im Abenteuer beschriebene Schockmoment, wenn er dann unvermittelt ein paar Tage später einfach wieder vor der Tür steht, auch ein gelungenes Ende des Szenarios darstellen. Mit schlechtem Ausgang halt.   ;)

 

Insgesamt finde ich die Idee eines Halloween-Themenbands sehr gut, den Szenarien hätte eine inhaltliche Überarbeitung allerdings m.E. gut getan.

Dennoch würde ich auch einen Halloweenband II (und III?) wieder kaufen.


Bearbeitet von Mondkuss, 18. Oktober 2020 - 11:12 .

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#17 Charons Alptraum

Charons Alptraum

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Geschrieben 17. Oktober 2020 - 23:23

Eine Sachen würde ich an dieser Stelle gerne Erfragen.

Spoiler


Bearbeitet von Charons Alptraum, 17. Oktober 2020 - 23:24 .

“The psychotic drowns where the mystic swims. You are drowning, I am swimming.” 


#18 Mondkuss

Mondkuss

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Geschrieben 18. Oktober 2020 - 11:13

Eine Sachen würde ich an dieser Stelle gerne Erfragen.

Spoiler

Ja, so habe ich es auch verstanden, dass hier "Eigeninitiative" des SL erforderlich ist. Ist ja nicht dramatisch, aber war ja ein Punkt, den ich als kleine Kritik angesprochen habe. :)


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#19 Charons Alptraum

Charons Alptraum

    Der fahle Gigant

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Geschrieben 18. Oktober 2020 - 11:15

Ah sehr gut. War mir nicht ganz sicher, ob ich was missverstanden habe. ^^


“The psychotic drowns where the mystic swims. You are drowning, I am swimming.” 


#20 Lexx

Lexx

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Geschrieben 19. Oktober 2020 - 10:11

Beim Lesen der eigentlichen Handlung hatte ich allerdings den Eindruck, dass es mehrere Flaschenhälse gibt bzw. es sehr railroadig ist. Was z.B., wenn doch eines der Kinder vom Schnaps trinkt? Das Zimmer des Uropas nicht durchsucht wird (wo wichtige Hinweise zu finden sind)? Oder sie nicht zum Wald aufbrechen? Hier sollte sich der Spielleiter vermutlich einige Gedanken im Voraus machen, da sich sonst das Abenteuer mittendrin aufhängen könnte.

Das mit dem Schnaps kann man gut mit dem fiesen Geschmack (für ein Kind) überbrücken. Und, dass der Zauber bei einem Glas noch nicht sonderlich gut wirkt. Sollte aber eventuell zu einem immer stärker werdenden Abzug und dadurch einen höher werdenden Motivationsdruck für die Gruppe führen. Ganz zum Schluss kann ja der Charakter, der davon getrunken hat (also mehr als nur dran nippen), in einer dramatischen Szene in Ohnmacht fallen.
Würde auch den Hinweis der Hexe an die Kinder "Trinkt bloß nicht von dem Schnaps" weglassen. Das ist hinterher wie ein roter Knopf der gedrückt werden will.

Das mit dem Zimmer durchsuchen, empfinde ich aber in der Tat als problematisch. Oder, dass die Kinder aufgrund der Kobolde komplett oder zu lange im Haus bleiben. Oder was ist, wenn die Kinder es bei "ich rüttel an meiner Mama aber sie wacht nicht auf" belassen? Wie sollen sie Schlaf und Koma voneinander unterscheiden? Es sind Kinder, keine Erwachsenen/Ärzte.
Oder noch schlimmer, der Hinweis, dass sie nur durch das Maisfeld in den Wald kommen. Wie soll ich mir das bitte logisch vorstellen. Das funktioniert doch nur, wenn der Wald komplett ringsum vom Feld umschlossen ist. Große hohe Steinwände sind dort eher untypisch. Da muss man als SL schon recht stark den Logikast krümmen und biegen.


Bearbeitet von Lexx, 19. Oktober 2020 - 10:12 .

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#21 KickCraft

KickCraft

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Geschrieben 19. Oktober 2020 - 17:46

Mir gefällt dieser Abenteurband ziemlich gut, da das Setting bislang unverbraucht ist und das Spiel als Kinder auch mal für eine neue Perspektive sorgt. Ich würde mich jedenfalls über mögliche Nachfolge-Bände freuen. :)

 

Ich plane, an Halloween das zweite Abenteuer ("Schule der Toten") mit meiner Gruppe zu spielen. Hierbei ist mir eine Sache nicht klar geworden, wie der Autor sie gemeint hat:

 

Spoiler

 

Wie habt Ihr die Stelle verstanden?

 

 

Eine andere Sache ist mir noch optisch aufgefallen: Viele Bilder erscheinen mir hier im Druck sehr dunkel . So lässt sich z. B. auf den Seiten 12, 16 oder 24 außer schwarzen und weißen Flächen wenig erkennen. Schaut man sich das Bild von S. 24 im Download-Handout an, erkennt man da deutlich mehr.

Da kann die Redaktion vermutlich wenig dran machen, aber vielleicht kann der Verlag das für zukünftige Softcovers an die Druckerei zurückspiegeln?



#22 Die InsMaus

Die InsMaus

    Mädchen mit der Bärenmaske

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Geschrieben Heute, 09:47

Ich habe da eher Probleme mit dem Lesen von den Handouts auf S. 21 und 22 im Buch. Die Flecken machen das doch etwas schwierig, das ganze zu entziffern. (Die digitalen Handouts habe ich mir noch nicht angeschaut - möglicherweise sind die lesbarer.)


Nichts „schält“ sich aus dem Nebel, der Dunkelheit etc.


#23 Die InsMaus

Die InsMaus

    Mädchen mit der Bärenmaske

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Geschrieben Heute, 13:32

Zu Halloween in Dunwich: Nettes kurzes Abenteuer, das die Idee von Jugendlichen als Investigatoren aufgreift (auch wenn mir einige von denen körperlich zu stark scheinen). Was ich an dem Abenteuer gut finde, ist das Bemühen zu Beginn, eine „normale“ Halloween-Party mit (vermeintlichen) Alltagstätigkeiten einzubauen.


Bearbeitet von Die InsMaus, Heute, 13:32 .

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