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Fortschreibung der Abenteuer von Karels Crew (aus dem Schockwellenreiter)

#schockwellenreiter #piraten

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Eine Antwort in diesem Thema

#1 Karel

Karel

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Geschrieben 24. September 2020 - 10:46

Im Folgenden mal etwas wie eine Fortschreibung der Geschichte von "Karel"s Crew, basierend auf den InGame-Erzählungen aus dem Schockwellenreiter-Forum.

(Teile der Geschichten stehen in direktem oder indirektem Zusammenhang mit Inhalten in den von mir erstellten, inoffiziellen NovaPulsen im "Make your own NovaPuls"-Thread hier im Forum. Die Beschreibung der Episoden in Lagos basiert auf den Lagos-Beschreibungen in "Krisenzonen" (engl. "Feral Cities") sowie der Westafrika-Beschreibung aus "Cyberpiraten!" (engl. "Cyberpirates"), der Zusammenstoß kurz vor Schluss bezieht sich auf Beschreibungen aus "Datapuls: Piraten der Deutschen Bucht". - Alle externen Links führen ins Shadowiki. Der folgende Text ist auch dort - also im Shadowiki -  als unterster Absatz des dortigen Artikels "MRTP Sea Wolf of Galway" zu finden.)  Viel Spaß beim Lesen! 

 

Geleitschutz fahren, Frühjahr und (Früh-)Sommer 2082

Im Frühjahr 2082 setzten Karel und seine Crew ihre «MRTP Sea Wolf of Galway» ein, als sie einen Geleitschutz-Job für staatliche Stellen und die Danaan-Konzerne des Tír übernahmen: Sie begleiteten einen Convoy aus drei Frachtschiffen voll zertifizierter, militärischer Hardware von AET, die für staatliche Stellen in Israel bestimmt war, von Connaught in südlicher Richtung durch den Atlantik und anschließend durch die Straße von Gibraltar und weiter ins östliche Mittelmeer. Um ihre Schützlinge möglichst effektiv gegen potentiellen Piratenbedrohungen verteidigen zu können, rüstete der Käpt'n sein Schnellboot für diese Fahrt mit einem in einer schwenkbaren Laffette auf dem Vordeck montierten Fire Blossom Fahrzeuglaser auf, der sich zuvor schon auf der «Impaler of Irongrad» bei mehreren Einsätzen bewährt hatte. - Dies erwies sich als eine sehr gute Wahl, da es bereits in der irischen See zu einem kurzen Gefecht mit den Óglaigh na bhFarraige kam, die es auf die Fahrzeuge der Danaan-Elfen und deren Fracht abgesehen hatte, sich jedoch nicht zuletzt Dank des Einsatzes der KI "Mare", die den Laser als Bordschütze bediente, beim Versuch eines Angriffs mehr als nur blutige Nasen holten, während die drei Frachter (wie auch das Schnellboot) komplett ungeschoren blieben.

 

 

Right! - Wobei der Rest der Tour - und meinethalben auch gerne die anschließende Rückfahrt - nach übereinstimmender Meinung von unserem Käpt'n und sämtlichen Crewmitgliedern bitte schön hübsch ruhig, ereignislos und langweilig verlaufen darf...
So, von wegen "in interessanten Zeiten leben" ist etwas, das wir - nach der ganzen Action, die wir '81 hatten - im Moment alle so gar nicht brauchen...!
Kwang - The VERY Korean Technomancer

 

Obwohl Kwangs frommer Wunsch nicht 100-prozentig in Erfüllung ging, da der Convoy - kurz bevor er seinen Zielhafen im israelischen Eilat erreichte - von einem Piraten-Trawler aus der Ägäis, der «Mydias' Folly» unter dem Kommando des berühmt-berüchtigten Cap'n Krupp angegriffen wurde, der offenbar ebenfalls auf die für Israel bestimmte Waffen-Fracht von AET scharf war, und den die Crew vor der Levante mit Unterstützung der KI Mare und des Fahrzeuglasers auf Tiefe schickte, verlief die Tour insgesamt doch vergleichsweise reibungslos. - Da sie für die Rückfahrt nicht wieder als Geleitschutz für die drei Frachtschiffe der O'Tooles benötigt wurden, da die Rückfracht die diese für die Fahrt von Israel auf die Grüne Insel an Bord nehmen würden, nichts war, das derartigen Maßnahmen gerechtfertigt hätte, übernahmen Karel und seine Mannschaft anschließend einen Job für das TRC, der einen Abstecher ins westafrikanische Lagos beinhaltete: Eine Gruppe Nachrichtendienstler aus Tír na nÓg hatte in Afrika einiges von Evos dort entwickelter und gefertigter, experimenteller Monaden-Technologie auf irreguläre Art und Weise "akquiriert" und brauchte nun dringend einen Abholservice, der sie samt ihrer kostbaren Beute aus Lagos herausholte und heim, ins Tír brachte, ehe sie in in der verwilderten, westafrikanischen Freistadt - trotz überlegener Taktik und Bewaffnung - von den permanenten Übergriffen durch die einheimischen Gangs und Stammeskrieger aufgerieben wurden.

Da das Anliegen des TRC, seine Agenten samt ihrer Beute aus Lagos herauszuholen, so dringlich war, beeilten sich der Käpt'n und seine Crew, die Rückfahrt durchs Mittelmeer so rasch als möglich hinter sich zu bringen, was für Karel ein - nicht unwillkommener - Vorwand war, die Leistung des Antriebs seines Schnellbootes wieder einmal voll auszureizen. In der Straße von Gibraltar wäre ihnen das dann beinahe zum Verhängnis geworden, da der Rigger eines Megafrachters von Maersk Sealand ein Anlegemanöver am dortigen Proteus-Arkoblock vergeigt hatte, und nun quer zur Fahrrinne lag, und auf einen Schlepplotsen wartet.

 

 

 

Glück, dass sowohl unser Käpt'n als auch meiner-einer mit unsrer vor 'n paar Jahren in Istanbul implantierten, neuen 'ware reaktionsschnell genug waren... hätte andernfalls richtig hässlich werden können. - Aber wie der Käpt'n schon damals, als wir die Tour mit seiner ollen «Impaler of Irongrad» riskiert ha'm, gesagt hat: Es war echt ne sau-dämliche Kateridee vom Phönix aus der Nordsee, einen seiner Arkoblöcke mitten in eine der meist befahrensten Wasserstraßen der Sechsten Welt zu stellen!
Kwang - the VERY Korean Technomancer

 

 

 

Nicht zu vergessen, dass uns die Sicherheitskräfte vom Arkoblock wissen ließen, dass sie uns im Zielerfassungsradar hätten, und in wahrhaft unverschämtem Ton nach der Lizenz für den Laser fragten... wurde mir schon ein bisschen mulmig. - Aber kurz die Kennung + Verweis gesendet, dass wir auf der Tour offizielle Kontraktnehmer der Seestreitkräfte Tír na nÓgs sind ... und sie wünschten uns bloß eine gute Fahrt, und warnten uns sogar noch vor diesen Nächtlichen, also den Plüsch-Elfen, die hier in der Ecke auch als Piraten aktiv sind...!
Waterkant ...wobei die für uns effektiv weniger eine Bedrohung dargestellt hätten, als der Badewannenkapitän mit seinem Monster-Pott oder die nervösen Abzugsfinger der Proteus-Leute selbst...!

 

Nachdem die Meerenge glücklich hinter ihnen lag, ging's immer weiter nach Süden, in einem ordentlichen Abstand zur afrikanischen Küste, um etwaige Küstenpiraten nicht herauszufordern und eine potentiell gefährliche Leeküste zu vermeiden, da Käpt'n und Crew sich einig waren, dass je weniger Stress es unterwegs gäbe, und je eher sie in Lagos wären, desto besser.

 
Eine Warnung Doggos, der sich auf seinen geisterhaften Ratgeber - Mobutu - als auch auf seinen Verbündeten Jean Paul Lisle berief, ein Fahrzeug mit einer Crew aus Shedim würde in Kürze ihren Kurs kreuzen, war zwar in höchstem Maße alarmierend, aber da das andere Schiff keinerlei Versuch unternahm, die «MRTP Sea Wolf of Galway» zu stoppen, in irgend einer Form zu attackieren oder gar zu entern, lehnte Karel es ab, das "Totenschiff" prophylaktisch auf Tiefe zu schicken, um eine magische Bedrohung zu eliminieren, wie es Curiosity gerne gesehen hätte. - Sowohl Doggo, als auch Waterkant gingen mit ihrem Kapitän in diesem Fall konform, dass eine möglichst rasche Ankunft in Lagos angesichts ihres Auftrags im Augenblick eindeutig Priorität hatte, auch, wenn beiden die Worte "The Final Message", die das andere Fahrzeug anstelle einer regulären Schiffskennung permanent und in Endlosschleife sendete, erstens etwas sagten und zweitens trotz der Temperaturen in Äquatornähe einen eisigen Schauer über den Rücken jagten.
 

 

Es war die letzte Nacht vor unsrer Ankunft in Lagos, erste Hundswache... ich hatte etwas Fahrt rausgenommen, damit wir nicht mitten in der Nacht in Lagos einlaufen, weil das - nach allem, was die alten «Feral Cities»-Files im JackPoint zu diesem versumpften Höllenloch von einem Hafen hergeben - nun wirklich nicht die intelligenteste Idee gewesen wäre... Käpt'n, Curiosity und der Rest der Crew nehmen 'ne Mütze Schlaf, bis auf Scavanger und auf Todesauge, dem's die Sterne hier draußen wohl echt angetan haben müssen, so schwer, wie der aus'm Ausguck weg zubekommen ist. - Tja, ich sitz also im Kapitänsstuhl auf der Brücke, und gönn mir nebenbei 'ne Partie Combatbiking. World Series... ist ja nicht so, dass "The VERY Korean Technomancer" nicht multitaskingfähig wäre, und es war auch vom aller feinsten, wie Johnny Spinrads «Manhattan Marauders» die «Tokyo Dragons» in Grund und Boden gefahr'n ha'm... Machte echt Laune, zu sehen, wie die Proxies der Yakuza den A... aufgerissen bekamen! - Und da passiert's: Donnert doch plötzlich MC Aloysius' Psicore-Version von Freddy Quinns "Die Gitarre und das Meer" aus allen Bordlautsprechern! - Ich guck also, wer da mit unserem bordeigenen Lautsprechersystem herumspielt - und denk, ich werd nicht mehr. - Das Persona-Icon von einem der Wuxing Quintuplets! - Und eh ich der 'n gepflegten Datenspike in den digitalen Allerwertesten jagen, und sie achtkantig aus unserem System schmeissen kann, versucht die doch allen Ernstes, mein Biologisches Kommlink zu hacken! - Okay, nicht besonders geschickt, und geschafft hat sie es auch nicht, auch, wenn sie mich beinahe auf dem falschen Fuß erwischt hätte... aber widerlich war's trotzdem, und fiese Kopfschmerzen hatte ich danach (auch, wenn ich stark hoffe, dass ihre noch n' ganzes Stück übler waren)... Drek! - Jedenfalls hab' ich - mit etwas Unterstützung von Mare, die dieser verfraggte Hack genauso auf dem falschen Fuß erwischt hatte, wie mich, alle Schiffssysteme gründlich und ausführlich dreifach durchgecheckt, aber außer der Aktion mit den Bordlautsprechern hatte der Hacker oder die Hackerin mit keinem der Systeme Schindluder getrieben. - Glück gehabt. - Aber ich frage mich doch: war das jetzt irgend ein dumm-dreistes Wuxing-Konzernkind mit zu viel Taschengeld und Freizeit, oder womöglich wirklich einer der Fünflinge?!

 
 Kwang - The VERY Korean Technomancere

 

 

Nachdem - harmlosen - Zwischenfall mit dem nächtlichen Spaßhack eines unbekannten Matrix-Users (Kwang weigerte sich, ohne einen definitiven Beweis zu glauben, dass es wirklich einer der Wuxing-Fünflinge gewesen war) erreichten sie in den Morgenstunden dann schließlich Lagos. Dem Hafenmeister von Apapa eine wirklich halsabschneiderische Liege- und Stapelgebühr in den Rachen zu werfen, schmeckte zwar keinem aus der Crew, aber DoggoScavanger und der Kapitän wussten genug über die Verhältnisse in diesem Hafen, dass sie Akin Chukumahs erpresserischer Forderung nach nur wenig Feilschen nachgaben.

 

 

 

Wenig Feilschen?! - Wir haben von knapp sieben Uhr morgens bis fast um elf Uhr vormittags mit diesem fetten Scheusal von einem Hafenmeister palavert! - Dazwischen hat er uns abwechselnd bis in den neunten Kreis der Hölle verflucht, uns mit dicken Krokodilstränen in den Augen erklärt, wir würden seine drei Frauen und 21 Kinder zum Hungertod verurteilen, und uns zwei seiner Lebens- (Abschnitts-) Gefährten und mehrere ihrer Kinder angeboten, die uns seinen Worten zu Folge in einer Art und Weise zu Diensten sein sollten, dass mehr als ein Crewmitglied ihn allein für diese unmoralischen Angebote am liebsten auf der Stelle gegeekt hätte... und am Ende haben wir knapp 25 % weniger bezahlt, als er verlangt hat, wenn auch keine Naira sondern Asante-Dollars. - Aber wir können froh sein, dass wir die los sind: Die blaue Farbe dieser Banknoten ist ja nun derart grell, dass ich das dringende Gefühl hatte, ich könnte akuten Augenkrebs bekommen, wenn ich sie mir noch länger anschauen würde...!
Basia Toradin - Lagos, einmal - und NIE wieder!

 

 

 

That's Africa live, junge Dame! - Aber, ja: Chukumah ist wirklich ein Herzchen, dem ich mit Freuden die selbe Behandlung angedeihen lassen würde, wie diesem Oyabun, der uns in Hongkong mit Todesauges Entführung zu erpressen versucht hat, oder wie unser Kwang sie gerne dieser Penny Dreadful von den «Ancients» aus Belfast spendiert hätte... aber ich muss Dir meine Anerkennung aussprechen: Deine Selbstbeherrschung war - nicht nur unter den gegebenen Umständen - wirklich vorbildlich, und gegen Deine Qualitäten als Unterhändlerin lässt sich nun beim besten Willen nichts sagen. - Chapeau!
Karel, letzter Käpt'n der kgl.-böhmischen Gebirgsmarine

 

Anschließend mit den TRC-Leuten Kontakt aufzunehmen, erwies sich als gar nicht so einfach, zumal, da Lagos - Kwangs Worten zu Folge - matrixtechnisch eine einzige, große Rauschzone war. - Während Kwang und der Rest der Crew noch versuchte, herauszufinden, wo die Agenten des Tír Republican Corps mit ihrer kostbaren Beute steckte, wurden sie Zeugen einer überaus brutalen und extrem hässlichen Szene, die Basias Selbstbeherrschung an ihre Grenzen brachte: Eine größere Gruppe von Area Boys, die jüngsten von ihnen offenbar höchstens 11 Jahre alt, legte einem älteren Erwachsenen einen mit Benzin getränkten Autoreifen um den Hals und steckte diesen in Brand. Da Scavanger und Doggo aus dem Geschrei der Menge deutlich heraushörten, dass der Grund für diesen bestialischen Akt der Lynchjustiz darin lag, dass der Betreffende wohl Neira-Credit-Chips dreier großer und mehrerer kleinerer Hawala-Netzwerke gefälscht und in Umlauf gebracht hatte, machten sie allen anderen Crew-Mitgliedern - und da besonders der entsetzten und empörten Basia - deutlich, dass es eine äußerst dämliche bis lebensmüde Idee wäre, sich da irgend einer Form einzumischen, und die Menge von dieser Gräueltat abhalten zu wollen. Doggo warnte zudem Todesauge ausdrücklich, davor, nur ja nicht zu versuchen, mit seiner Dragunov die Qualen des Unglücklichen abzukürzen, da dies mit Sicherheit die Einheimischen gegen die Crew aufgebracht, und ihnen mehr Ärger beschert hätte, als sie stemmen und sich im Augenblick leisten konnten... Karels launige Erwähnung, dass es in seiner böhmischen Heimat bis ins späte 17. und frühe 18. Jahrhundert eine vollkommen übliche, reguläre und absolut legale Bestrafung für Falschmünzer gewesen sei, diese bei lebendigem Leibe in einem Kessel öffentlich zu Tode zu kochen, trug auch nicht dazu bei, die Stimmung der jungen Frau oder ihre negative Meinung über die Tatenlosigkeit des Rests der Besatzung angesichts des grausamen Geschehens zu ändern. - Immerhin gelang es ihnen kurz darauf, herauszufinden, wo die TRC-Elfen und ihre drei Container mit experimenteller Tech von Evo Afrika steckten. Für einen Betrag wies man ihnen den Weg dorthin, und für einen weiteren, deutlich höheren konnten sie - leihweise - eine Zugmaschine mit Hardpoint-montierten MGs (die noch älter waren, als das Doggos) und einen Tieflader nutzen, der scheinbar nur von Seilen, Draht, Rost, abblätternder Farbe und Gebeten oder Flüchen zusammengehalten wurde, um die Beute der vier Agenten (und zwei Agentinnen), von denen nur noch einer unverletzt war, zum Liegeplatz der «Sea Wolf» zu schaffen. Auf dem Weg dorthin wurden sie mehrfach mit AKs und kleinkalibrigeren Schusswaffen beschossen, waren gezwungen, das Feuer zu erwidern und mindestens ein Halbwüchsiger geriet beim Versuch, den Lastzug während der Fahrt zu entern, unter die Räder. Doggos MG3 und Todesauges Scharfschützengewehr (sowie Waterkants und Curiositys Magie) hielten die Menge auf Abstand, bis sie einen der Container mittels eines schrottreif wirkenden Ladekrans am Kai an Bord heben, und den Inhalt der anderen beiden herausholen und mittels Levitationszaubern und der Hilfe beschworener Luftgeister ebenfalls auf das Schnellboot umladen konnten (da die Stahlblechkästen - entgegen der Zusicherung ihrer Auftraggeber - auf dem Deck der MRTP keinen Platz gefunden hätten). Dass die Dragunov und Doggos MG (wie auch Scavangers Franchi und die Waffen der elfischen Passagiere) noch ein paar Opfer forderten, ehe sie ablegen und mit ihrer kostbaren Fracht, ihren sechs Passagieren und allen Besatzungsmitgliedern den ungastlichen Hafen verlassen konnten, machte es auch nicht besser: Jedes einzelne Crewmitglied war im Moment entschieden geneigt, Basias Worten "Lagos - Einmal, und nie wieder!" von Herzen zuzustimmen. - Schließlich war der auf dem Vordeck stehende Container, der die Silouette des Schnellboots in entschieden ungünstiger Art und Weise veränderte, ordnungsgemäß gesichert, sämtliche Fracht aus den beiden anderen, am Kai zurückgebliebenen Frachtcontainern unter Deck verstaut (wo sie - zusammen mit den Elfen, die ja ebenfalls untergebracht werden mussten - für eine ungewohnte Enge sorgte). Die Verletzten waren in den Genuss erster Heilzauber Doggos (und eines von ihm gerufenen Ahnengeists eines "Witch Doctors"), Waterkants und Curiositys sowie des Inhalts mehrerer Medkits gekommen, und die «MRTP Sea Wolf of Galway» machte gute Fahrt nach Norden.

 

Nachdem sie auf der Heimreise, ehe sie die Ausfahrt der Straße von Gibraltar passierten, noch drei Piratenangriffe abwehren mussten (davon einen nächtlichen durch die von überlebenden Zeugen in der Vergangenheit "Muppets" getauften Piratenbande von Nächtlichen), und mindestens ein gegnerisches Fahrzeug mittels des Fire Blossom Fahrzeuglasers, dessen Feuerwinkel durch ihre Decksfracht stark eingeschränkt wurde, in ein brennendes, langsam achteraus treibendes Wrack verwandelt hatten, passierten sie endlich Portugal, die Spanische Atlantikküste und Euskal Herria, ehe sie wieder die Küstensilouette Frankreichs an Steuerbord ausmachen konnten. Auch, wenn sie und ihre MRTP sich damit praktisch schon wieder beinahe in heimischen Gewässern bewegten, waren der Kapitän - wie auch Waterkant und Curiosity - keineswegs beruhigt: Mit den experimentellen Erzeugnissen von Evos von den Monaden entwickelter Antigrav-Technologie an Bord würden sie sich erst wieder sicher fühlen, wenn sie endlich in Galway anlegten, und die Fracht und ihre Passagiere los wurden, auch, wenn letztere immerhin Profis waren, die wussten wie man sich an Bord eines Schiffs verhielt, und dass sie den Anweisungen des Käptn's und seiner Offiziere ohne Widerspruch zu folgen, und nicht im Weg zu stehen hatten. Der Kapitän, Curiosity und der Ex-Korsar waren sich absolut im Klaren, dass die Information, dass sie einen Transportjob als offizielle Kontraktnehmer der Tír-Elfen hatten, leicht vom Arkoblock Gibraltar zu den Roten Korsaren in die Nordsee gelangt sein konnte, die für Proteus mit einem "Kaperbrief" des berüchtigten Nordsee-Kons als Freibeuter unterwegs waren, und sie daher potentiell - neben den "Seefreiwilligen" in der Irischen See - auch mit Angriffen von Waterkants ehemaligen Piraten-Chummern zu rechnen hatten. - Vor allem letzteres bereitete ihnen in Folge der Lektüre der entsprechenden Absätze im «Datapuls: Hamburg» und dem «Datapuls: Piraten der Deutschen Bucht», zu denen Karel (wie auch der als Autor nicht genannte Kwang durch seine Recherchearbeit in den Resonanzräumen) selbst beigetragen und Kommentare abgegeben hatten, ziemliche Bauchschmerzen. Dass Caligula und die Männer (und Frauen) des selbsternannten "Seekaisers" den Piraten Westafrikas in Sachen exzessiver Grausamkeit und mutwilliger, mörderischer Brutalität absolut ebenbürtig waren, war ihnen nur zu bewusst...

 

 

 

...und unser Käpt'n hatte mit seinen düsteren Vorahnungen - respektive Befürchtungen - hinsichtlich meiner Ex-Piraten-Chummer von den «Korsaren» absolut recht, auch, wenn es mir mittlerweile widerstrebt, diese blutrünstigen Jerks so zu bezeichnen. - Drek: hätte ihr Überfall nicht gerade ausgerechnet direkt vor der Doggerbank stattgefunden, und hätten die Proteus-Freibeuter nicht eine derart vollständige Missachtung für die (Meta)menschen an den Tag gelegt, die dort ihr Leben fristen (und damit eine gewaltsame Reaktion bei denen provoziert)... ich weiß nicht, ob wir es ohne eigene Verluste geschafft hätten, falls überhaupt. - Wir können verdammt froh sein, dass wir es mit unsrer MRTP noch in die Irische See, durch den Schleier und nach Galway geschafft haben, so zerschossen, wie die war. Und gleiches gilt dafür, dass der Frachtkontainer auf Deck so gut gepanzert war, so dass der Inhalt durch das MG- und Sturmgewehrfeuer der «Korsaren» und die Explosionen mehrerer Granaten auf dem Oberdeck keinen Schaden genommen hat. - Unser Käpt'n ist übel am Zähneknirschen, angesichts dessen, was uns die Reparaturen am Schiff kosten werden, auch, wenn er mindestens ebenso froh ist, wie ich, dass DoggoTodesauge, unsre elfischen Passagiere wie auch meiner-einer durch die Streifschüsse, die wir abbekommen haben, alle keinen bleibenden Schaden davon getragen haben!
Waterkant

 

 

 

 Da sagst Du was, Waterkant! - Wenn ich mir vorstelle, dass es Todesauge endgültig hätte erwischen können, oder Basia Toradin, die Tochter von unserm Käpt'n ... beim Gedanken daran wird mir jetzt noch ganz anders! - Und die «MRTP Sea Wolf of Galway» hier im Hafen notdürftig zusammenzuflicken, damit der Käpt'n und ich anschließend 'ne reelle Chance haben, sie zur Harland & Wolff, auf ihre Belfaster Werft zu verholen, wo sie dann generalüberholt und wieder auf Vordermann gebracht werden kann, dabei kommt bei mir auch alles auf, nur keine Freude!
Kwang - the VERY Korean Technomancer

 

 

 

Allerdings. - Zumal Horus' Boten dort, in dieser toxischen Dreksecke von Nordsee, die sich Doggerbank schimpft, in großer Form anzurufen, um uns im Kampf gegen die Roten Korsaren beizustehen, auch keine Übung ist, die Bastets Tochter gerne wiederholen würde... Auch, wenn ich zugeben muss, dass das TRC sich mit der Bezahlung für die Evakuierung seiner Agenten aus Lagos mit samt ihrer auf dem Schwarzen Kontinent "akquirierten" futuristischen Tech wirklich nicht lumpen lassen hat... im Speziellen, dass sie zu ihrem Wort gestanden haben, und wir uns von den funktionstauglichen Prototypen der Antigrav-Waffen und -Fahrzeuge für den Eigenbedarf was aussuchen durften...!
Curiosity Thrills the Cat

 


Bearbeitet von Karel, 24. September 2020 - 10:48 .

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#2 Karel

Karel

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Geschrieben 17. Oktober 2020 - 22:35

Natürlich haben sie ihr Schiff - respektive Schnellboot - inzwischen wieder shipshape bekommen:
 

Right, Käpt'n Harland & Wolffs Reparaturwerft in Belfast ist nicht ganz billig, und Renraku Éireann-Tír nutzt bei der Preisgestaltung für Schiffsreparaturen die Monopolstellung ihrer Konzerntochter weidlich aus. - Aber ganz ehrlich: so zerschossen wie unsere «MRTP Sea Wolf of Galway» nach dem definitiv ebenso ungeplanten wie unnötigen Gefecht mit den Roten Korsaren vor der Doggerbank war, war die fachmännische Instandsetzungsarbeit auf der Werft effektiv nicht nur jedes einzige Irish Punt, sondern auch sprichwörtlich Orichalkum wert! - Weder Du mit Talentsoft und Deinem MBW als Talentleitungs-Ersatz, noch ich hätten da in unserem Heimathafen Galway mehr tun können, als das Vulkan Schnellboot MRTP 18 provisorisch soweit wieder in Stand zu setzen, dass wir die Fahrt um knapp zwei Drittel der Insel herum, nach Belfast riskieren konnten! - Und es ist IMHO verfraggt noch mal ein Segen, dass das jetzt geschehen ist, ehe im Oktober und November '82 die üblichen Herbststürme einfallen, die das Befahren der Irischen See und des Kanals mit einem nicht in absolutem Top-Zustand befindlichen Fahrzeug zum reinen Hasard-Spiel machen! 
-- Kwang - the VERY Korean Technomancer   

 

Während des Aufenthalts in Belfast hatte Kwang außerdem ein Treffen mit dem Gangleader der dortigen «Ancients».

 

Mit diesen hatten die Crew Karels (und insbesondere Kwang) in der Vergangenheit Geschäfte gemacht. In der Folge hatten sie jedoch alle geschäftlichen Beziehungen zu den «Ancients» auf der Grünen Insel abgebrochen, weil die Ganger des Belfaster (und des Dubliner) Chapters der «Ancients» sich - wegen der Aussicht auf ein enormes Kopfgeld - an einem gescheiterten, paramilitärischen Angriff auf den Wohnsitz Karels und seiner Crew in Galway beteiligt hatten. Die Gangleaderin des Belfaster Chapters, Penny Dreadful war deswegen (und weil sie dabei einen Großteil der Ganger und Gangerinnen unter ihrem Kommando sinnlos verheitzt hatte) anschließend vom für die Britischen Inseln zuständigen Colonel - Jolly Roger - ihres Postens enthoben und durch Marvin "Ace of Blades" Peters ersetzt worden worden (Alles Dinge, die im Rahmen eines Online-Runs im Schockwellenreiter-Forum passiert sind).

 

Dieser Marvin Peters hatte Kwang nun zum Gespräch gebeten.

 

 

 

Während wir im Herbst '82 mit unserer von den verfraggten Roten Korsaren vor der Doggerbank arg zerschossenen «MRTP Sea Wolf of Galway» in Belfast bei Harland & Wolff im Reparaturdock waren, hat Ace of Blades mich zu einem Gespräch gebeten, um, wie er sagte, "bestehende Ressentiments auszuräumen". - Da er mir explizit freies Geleit zugesichert hat, und Jolly Roger mich in einer Kurznachricht wissen ließ, dass es keine Falle sei, und er es zu schätzen wisse, wenn ich einem Treffen zustimmen würde, bin ich hin. - Hatte auch keinen Grund, es zu bereuen: Er gab mir gegenüber ganz offen zu, dass er von seiner Vorgängerin exakt dasselbe halten würde, wie ich, und er sie - anders, als ein paar Unbelehrbare unter den Gangern unter seinem Befehl - ums Verrecken nicht wiederhaben wolle. Außerdem offerierte mir als - wie er es ausdrückte - "versöhnliche Geste" 50K Irish Punt als Beteiligung seines Chapters an den Renovierungskosten unseres Hauses in Galway, sowie eine Kiste mit 12 Flaschen 31 Jahre altem, echten Tullamore Dew! - Und auch jenseits des zähl- (und trinkbaren) Ergebnisses ist das Gespräch aus meiner (und ich denke, auch aus seiner) Sicht definitiv positiv verlaufen...!
Kwang the VERY Korean Technomancer

Bearbeitet von Karel, 20. Oktober 2020 - 18:00 .

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