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Immer weniger Shadowruns in Shadowrun


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24 Antworten in diesem Thema

#1 aikar

aikar

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Geschrieben 15. Juni 2022 - 09:47

Ich bin gerade dabei meine SR5/6-ADL-Abenteuer zu sichten um zu überlegen, welche ich in meine Kampagne einbaue.
Und dabei ist mir aufgefallen, dass der absolut überwiegende Teil inzwischen Ermittlungs-Abenteuer auf die eine oder andere Art sind. Oft Vermisstenfälle. Was auch öfter vorkommt ist Personenschutz.
Die für Shadowrun "klassischen" Einbruchsruns, Sabotagen oder Extraktionen gibt es kaum noch (Vielleicht 1/4). Wetwork gar nicht (ok, das vermisse ich jetzt auch nicht).

Schaue ich nur die falschen Bücher an (Ich hab alle SR5/6-ADL-Abenteueranthologien hier), oder hat sich der Shadowrun-Stil wirklich so stark gewandelt?

Die Metaplot-Kampagnen klammere ich mal aus, mir geht es um die knackig-kurzen Runs aus den Sammlungen.

 

Hier mal die Runs, die ich mir angeschaut habe:

 

Spoiler


Bearbeitet von aikar, 15. Juni 2022 - 09:51 .

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#2 slowcar

slowcar

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Geschrieben 15. Juni 2022 - 10:02

Krieg um Manhatten hat einen Einbruchsrun, eine Sabotagemission und eine Extraktion*

(* nur wenn man eine Seite wählt, auf der anderen ist es die gleiche Mission als Personenschutz)


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#3 Melanie

Melanie

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Geschrieben 15. Juni 2022 - 11:28

Das ist vermutlich auch private Vorliebe der Schreibenden. Ich habe zwar nichts gegen einen Einbruch, finde das für gänzlich ausformulierte Abenteuer jedoch langweilig. Wenn es der alleinige Zweck ist. In einem komplexeren Run etwas stehlen ist dann wieder etwas anderes.


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#4 Melanie

Melanie

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Geschrieben 15. Juni 2022 - 11:30

Zwingendes Wetwork klammern wir übrigens bewusst aus. Dazu sind die Spielstile zu unterschiedlich.


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#5 Melanie

Melanie

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Geschrieben 15. Juni 2022 - 21:12

Wobei ich ja noch verraten könnte, worum es im nächsten Softcover geht:

- Diebstahl
- Mordermittlung
- komplexer Betrug
- Sabotage
- Ermittlung mit Einbruch und komplexeren Verwicklungen

Allerdings kann ich nicht ganz absehen, ob es wirklich alle Abenteuer hinein schaffen.


Bearbeitet von Melanie, 15. Juni 2022 - 21:12 .


#6 Corpheus

Corpheus

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Geschrieben 16. Juni 2022 - 23:47

Die für Shadowrun "klassischen" Einbruchsruns, Sabotagen oder Extraktionen gibt es kaum noch ...


Ich glaube der Grund wurde genannt ...

Das ist vermutlich auch private Vorliebe der Schreibenden. Ich habe zwar nichts gegen einen Einbruch, finde das für gänzlich ausformulierte Abenteuer jedoch langweilig.


Die Autoren sind imho alles alte Hasen und den klassischen Run auf eine Konzern-Niederlassung haben sie vermutlich schon sehr oft gespielt. So oft, dass es den Reiz verloren hat.
Das und vielleicht der Wunsch etwas Innovatives zu entwerfen führt zu vielen unterschiedlichen Runs, die mit dem üblichen Paradigma eines Shadowruns brechen.
Das ist verständlich und der Bruch mit dem Klischee hat ja auch seinen Reiz.

Aber auch ich vermisse ein wenig die Klassiker.
Man darf nicht vergessen... es kommen auch immer wieder neue Spieler ins Hobby. Und das Paradigma muss gepflegt werden, damit es Spaß macht, es zu brechen und vom Klischee abzuweichen.

Von daher schließe ich mich dem Wunsch nach mehr klassische Runs gegen Konzerne an.
Vor allem auch, weil es mir etwas an Erfahrung mit der Infrastruktur, internen Abläufen und Organisation von klassischen Konzern-Niederlassungen fehlt und ich deshalb da auch gerne auf Kauf-Abenteuer zurückgreife.
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> Rosa Luxemburg

 

"Was wir brauchen ist den Opitimismus des Willens anstatt den Pessimismus des Intellekts"

> Maya Göpel

"Je genauer man plant, umso härter trifft einem der Zufall!"

 

"Ist etwas zu schön um wahr zu sein, dann ist es das auch..."

"Alle Heldengruppen starten als Gemeinschaft des Rings und enden als Ritter der Kokosnuss"


#7 aikar

aikar

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Geschrieben 17. Juni 2022 - 08:21

Die Autoren sind imho alles alte Hasen und den klassischen Run auf eine Konzern-Niederlassung haben sie vermutlich schon sehr oft gespielt. So oft, dass es den Reiz verloren hat.
Das und vielleicht der Wunsch etwas Innovatives zu entwerfen führt zu vielen unterschiedlichen Runs, die mit dem üblichen Paradigma eines Shadowruns brechen.

 

Das verstehe ich. Und ich mag Ermittlungsabenteuer ja sogar und plane eine eigene Shadowrun Neo Noir-Kampagne, für die ich all diese Abenteuer hervorragend gebrauchen kann. Ich finde nur das Ausmaß, in dem es sich verschoben hat, übertrieben.

 

Man darf nicht vergessen... es kommen auch immer wieder neue Spieler ins Hobby. Und das Paradigma muss gepflegt werden, damit es Spaß macht, es zu brechen und vom Klischee abzuweichen.

 

Genau darum geht es mir. Ich sehe eine Diskrepanz zwischen dem, wie Shadowrun mit seinem Ruf und in den Regelbänden präsentiert wird und dem, was die Abenteuer primär anbieten.

 

Der Band "Shadowrun Neo Noir" wurde als etwas Besonderes präsentiert, ist aber inzwischen (und schon vor seinem Erscheinen) eigentlich der Standard.

Ich würde es für sinnvoll halten, Shadowrun Neo Noir zu einer Abenteuer-Reihe bzw. zu einem Label zu machen. Auf Grimmes Erwachen, Budenzauber und Ebbe und Flut hätte man dieses schon drauf geben können (OK, Grimmes Erwachen und Ebbe und Flut sind vor Neo Noir rausgekommen).

 

Und ich würde mir persönlich wieder etwas mehr "klassische" Runs wünschen um auch fertige Abenteuer für die Gruppen zu haben, die Shadowrun mit Shadowrunnern spielen wollen und eben nicht mit Detektiven.

 

Gute Einbruchruns zu entwerfen erfordert viel Erfahrung und Mitdenken der SL, mindestens genau so viel wie Ermittlungsabenteuer und wenn jemand neu in SR einsteigt, wird er/sie momentan damit ziemlich allein gelassen. Hinter dem Vorhang ist zwar ein (in meinen Augen) sehr guter Band, aber halt auch eher ein Baukasten und keine Abenteuersammlung.
 

Im Schatten der Drachen - Alte Bücher ist da für mich ein gutes Beispiel aus neuerer Zeit. Bitte mehr davon.


Bearbeitet von aikar, 17. Juni 2022 - 08:46 .

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#8 slowcar

slowcar

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Geschrieben 17. Juni 2022 - 08:48

Gute Einbruchruns zu entwerfen erfordert viel Erfahrung und Mitdenken der SL, mindestens genau so viel wie Ermittlungsabenteuer

Ist es dann nicht erst recht von Vorteil, wenn diese ausgearbeitet in einem Kauf-Band präsentiert werden?

 

Geschmäcker sind eben unterschiedlich, ich bin mit den Abenteuern zufrieden. Bei vielen alten Abenteuern gefallen mir die Geschichten, aber das massive Railroading erfordert für die Ideen meiner Spieler oft große Umbauten.

Bei den ADL-Abenteuern gefällt mir vor allem das Lokalkolorit sehr, da sind die Runs "des kleinen Mannes" im Ruhrgebiet sehr passend, und zumindest für mich eine schöne Abwechslung zu den Konzern A gegen B Stories. Wobei es die ja durchaus auch gibt.

 

Und wenn Dir die alten Abenteuer besser gefallen: Hast Du die alle schon bespielt? Die Werte ad hoc anzupassen fand ich nie besonders schwierig, man sieht ja relativ schnell, welche Professionalitätsstufen abgebildet sind.



#9 aikar

aikar

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Geschrieben 17. Juni 2022 - 09:05

 

Gute Einbruchruns zu entwerfen erfordert viel Erfahrung und Mitdenken der SL, mindestens genau so viel wie Ermittlungsabenteuer

Ist es dann nicht erst recht von Vorteil, wenn diese ausgearbeitet in einem Kauf-Band präsentiert werden?

Ja, darum geht es mir ja. Ich hätte gerne mehr dedizierte sofort nutzbare Heist-Abenteuer in einem Kauf-Band. Und momentan sind eben der Großteil der kaufbaren Abenteuer keine Heists, sondern Ermittlungen.

 

 


Und wenn Dir die alten Abenteuer besser gefallen: Hast Du die alle schon bespielt? Die Werte ad hoc anzupassen fand ich nie besonders schwierig, man sieht ja relativ schnell, welche Professionalitätsstufen abgebildet sind.

 

Die meisten Einzel-Runs (nicht alle Metaplot-Kampagnen) seit der 2e hab ich tatsächlich durch. Und die spielen üblicherweise auch nicht in der ADL.
Aber mir geht es ja auch nicht primär um mich und auch nicht darum, dass mir die alten besser gefallen würden. Ich habe tatsächlich genug Erfahrung um mir die Runs notfalls selbst zu bauen (oder aus anderen Editionen oder sogar Systemen wie Der Sprawl zu klauen) und ich spiele Ermittlungen auch gerne. Mir geht es darum, neuen Shadowrun-SL mehr (nicht nur!) leicht nutzbares Material für Shadowruns zur Verfügung zu stellen, so wie sich Shadowrun präsentiert und von den alten Hasen beworben wird: Als Fantasy-Cyberpunk-Heist System und eben nicht nur (bzw. größtenteils) für Detektiv-Geschichten.

 

Ich sage nicht, dass die neuen Abenteuer schlecht sind, das sind sie nicht. Und ich bin wirklich begeistert von Produktausstoß und Qualität der Deutschland-eigenen Produkte. Aber sie sind auf eine gewisse Weise ein Etikettenschwindel. Weil man großteils eben nicht die Untergrund-Söldner spielt, die die Konzerne gegeneinander einsetzen, als die Shadowrunner dargestellt werden. Vielfach spielt man eben Ermittler, die sich maximal in den Grauzonen der Legalität bewegen. Das gilt sogar für den Einstiegs-Schnellstarter Schattentricks.

 

Positiv muss ich übrigens die Kampagnen Vendetta und Netzgewitter hervor heben. Die sind für mich deutlich mehr in den Schatten angesiedelt. Meine Kritik gilt primär den Abenteuersammlungen und dort nicht der Existenz von Ermittlungsabenteuern, sondern nur dem Verhältnis.


Bearbeitet von aikar, 17. Juni 2022 - 09:17 .


#10 SuperMarauderGirl

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Geschrieben 17. Juni 2022 - 21:03

Ich möchte hier auch gerne meine Senf dazu geben, also sprech ich mal aus den Erfahrungen unserer Gruppe:
 
Ich selbst bastle mir alle Runs, wo ich SL bin, selbst, weil ich da einfach Spaß dran habe. Das liegt aber nicht an der Qualität der Abenteuerbände. Ich besitze sie einfach nur nicht und tüftle mir lieber selbst was zusammen. In der anderen Gruppe, wo ich als Runnerin mitspiele, spielt der SL aber gerne die Abenteuer aus den Bänden. Nicht nur, weil er dafür viel Geld bei ebay auf den Tisch gelegt hat, um sie noch in gebundener Form zu bekommen, sondern auch, weil er sie halt einfach cool findet. Bisher gespielt haben wir unter seiner Leitung "Goldkehlchen" aus "Ebbe und Flut" und das "Combat-Golf Turnier"(?) aus demselben Band. Mir haben beide Spaß gemacht. Der SL war hinterher aber etwas enttäuscht, da wir in beiden Abenteuern durch geschicktes Ermitteln die Action-Szenen fast komplett übersprungen haben (siehe Spoiler-Tag).

Zum Thema kein Wetwork, was Melanie angebracht hat: Wie wäre es denn einen dedizierten FSK18 Band herauszubringen, der die richtig harten Killer-Jobs thematisiert? So weiß der Kunde beim Kauf genau, was er bekommt und Spieler, die sowas gar nicht spielen wollen, laufen nicht Gefahr sowas irgendwo untergejubelt zu bekommen. Ich finde zwar Wetwork und andere brutale Runs ziemlich ... unspaßig!?... aber es gehört eigentlich zum Flair der 6. Welt dazu. Ganz darauf verzichten ist schon doof irgendwie. Bei den beiden Abenteuern, die wir gespielt haben, habe ich mich schon gefragt, warum man dafür Runner engagiert!? Das hätte eigentlich jeder machen können.

Wen es interessiert, was in unseren beiden Kaufabenteuern passiert ist:

Spoiler

 
Spoiler


Bearbeitet von SuperMarauderGirl, 18. Juni 2022 - 00:18 .

Wenn dich das erste Mal jemand Ochse nennt, hau ihm auf die Nase.

Wenn dich das zweite Mal jemand Ochse nennt, nenn ihn Vollidiot.

Und wenn dich das dritte Mal jemand Ochse nennt, dann wird’s wohl Zeit, sich nach nem Kuhstall umzusehen.

 

When you have to shoot, shoot! Don't talk.

 

- You're bleedin', man!

- I ain't got time to bleed.


#11 Melanie

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Geschrieben 18. Juni 2022 - 08:39

Das Problem mit dem Wetwork ist nicht das Alter der Spieler, sondern die Tatsache, das es zu viele unterschiedliche Spielstile gibt und Wetwork nur in einer kleinen Menge davon gespielt wird. Und wärend die Spielleitung bei anderen Runs noch immer etwas nach Geschmack adaptieren kann ist es bei Wetwork halt ein machen oder Run wird nicht angefasst.
Darum beschränken wir uns auf einfacher verwendbare Sachen.

 

WIE unterschiedlich Spielstile sind sehen wir hier ja auch wieder. Für mich und die meisten meiner Spieler gilt ein Run, wo viel Gewalt bei einem Defaultauftrag eingesetzt werden muss (Diebstahl, Informationen besorgen...) als missglückt. Es wird eher eine Heist geplant. Möglichst ungesehen rein und raus. Klar, wenn etwas schief geht gibt es das große "sich den Weg rausschießen". Aber geplant wird so, dass es eben nicht passiert. Und es funktioniert oft. Und ja - es sind genug Kampfcharaktere dabei.

Für uns sind Shadowrunner die Leute, die bezahlte illegale und Drecksarbeit machen. Und das können. Weshalb wir "wir schießen beim kleinen Diebstahl alles über den Haufen" nicht passend finden. Denn wer heuert Leute für einen Diebstahl an in der Überzeugung, dass dabei auch mehrfacher Mord beauftragt wird? Dann ist die Gegenaktion später ja um so heftiger.
Klar, bei sehr Over-The-Top-Aufrägen für Drachen und Konzernanführer kann das passieren. Wobei ich da an deren Stelle nicht 0815-Runner von der Straße engagieren würde aber auch das ist ja schlicht unterschiedlicher Spielstil.
Zusätzlich hat für mich die SR-Welt nicht den Fokus auf Konzerne (die sind da, übermächtig, böse - im Alltag aber nicht oft berührbar) sondern auf Gesellschaft und Dystopie. Auch schlicht ein anderer Ansatz. Aber dementsprechend schreibe ich mene Abenteuer.

Ich habe schon oft mit Gruppen gespielt (gerade für Playtests), die vorrangig Kämpfe wollen. Entweder planen sie eh mit dem bewaffneten Überfall oder mindestens nicht, wie sie ungesehen wieder RAUS kommen. Meistens sind das ältere Spieler (aus Gründen nicht gegendert) im Sinne von langjähriger SR-Erfahrung in unterschiedlichen Editionen und MinMaxer. Alles legitim und schlicht ein anderer Spielstil als meiner. In meinen privaten Runden würde ich andere Spielende nehmen.
Abenteuer müssen dann abed so geschrieben werden, dass jede nicht ganz extreme Spielart was damit anfangen kann.



#12 Melanie

Melanie

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Geschrieben 18. Juni 2022 - 08:47

 Bei den beiden Abenteuern, die wir gespielt haben, habe ich mich schon gefragt, warum man dafür Runner engagiert!? Das hätte eigentlich jeder machen können.
 

Das ist etwas, was mich auch nervt. Eigentlich ist das mal eine Richtlinie für Abenteuer gewesen, dass erklärt werden soll, warum ausgerechnet Shadowruner - also Verbrecher mit Fachwissen - geholt werden. Hält sich nur kaum jemad dran und ehrlich: So viele Schreibende haben wir leider nicht.

Manchmal denke ich "die hätten aber auch die Gang um die Ecke fragen können, hätte weniger gekostet". Da ist dann aber der Auftrag wenigstens illegal.

Ist das Anliegen eigentlich sogar legal? Warum hilft nicht die Polizei, Sicherheitsteam, Personenschützer oder wenigstens ein Privatdetektiv?
Ich finde, es kann durchaus Gründe geben aber das muss man dann ja auch dazu schreiben!



#13 SuperMarauderGirl

SuperMarauderGirl

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Geschrieben 18. Juni 2022 - 10:59

Das Problem mit dem Wetwork ist nicht das Alter der Spieler, sondern die Tatsache, das es zu viele unterschiedliche Spielstile gibt und Wetwork nur in einer kleinen Menge davon gespielt wird.

Das "FSK18" war eher plakativ gedacht. Ich hätte auch "Banderole mit Trigger-Warnung" schreiben können. oder, oder, oder. Irgendwas wodurch klar wird, dass der Band harten Tobak für den heftigeren Spielstil bereithält.

Ob das wirklich nur die kleiner Menge betrifft, wage ich zu bezweifeln. Wenn ich mich hier im Forum umschaue, habe ich eher das Gefühl, dass die meisten Spieler sich darüber freuen, wenn ein Run zu deftigen Schießereien eskaliert. Leider muss man sich das aber selber schreiben, weshalb ich schon verstehe, dass danach gefragt wird.

 

Ich denke mal, wenn wir beide einen Run zusammen bestreiten würden, wären sich unsere SCs schnell einig, wie man vorzugehen hat. In meiner Gruppe gibt es allerdings auch Spieler, die sich von den Unmengen an Kriegswaffen, die in den Regel- und Quellenbüchern präsentiert werden, verleiten lassen haben diese auch einzukaufen. In gewisser Erwartungshaltung natürlich (Ob man das nun durch die Blume als "typisch Mann" labeln muss?). Wenn nun aber jeder Run so konzipiert ist, dass man im besten Fall mit Taschenmesser und Schalldämpfer auskommt, stellt sich schon die Frage, warum Granatwerfer und Sturmgewehre im Überfluss die Bücher füllen und dann Autoren gleichzeitig ständig davon reden, dass sie nicht genügend Platz zum Schreiben hätten. Dann lasst die Waffen aus Shadowrun doch einfach komplett raus, wenn ihr eh schon ermittelt habt, dass die keiner haben will. Es passt meiner Meinung nach einfach nicht zusammen 35 unterschiedliche Schrotflinten über dutzende Bücher verteilt abzudrucken und dann ausschließlich Abenteuer anzubieten, die automatisch als "missglückt" eingestuft werden müssen, wenn der Streetsam sowas zum Run mitbringt. Für meinen Kampfmonster-Cyberork-Mitspieler war es eine herbe Enttäuschung, wenn er das ganze Zeug über mehrere Abende umsonst mitgeschleppt hat. Die Munition, die er sich bei Charaktererschaffung vor 1,5Jahren (Echtzeit) gekauft hat, ist nicht einmal ansatzweise verbraucht. Teilweise langweilt er sich so sehr, dass er zum Ausspielen seines Aggro-Nachteils auf Teamkollegen einprügeln muss. Ein paar echte Ziele würden da sicherlich Abhilfe schaffen.

 

Ich verstehe schon, dass es ein finanzielles Risiko ist einen Abenteuerband zu schreiben. Insbesondere dann, wenn man was Neues probiert und nicht weiß, ob die Auflage auch gut abgenommen wird. Aber wäre es wirklich so schlimm, von seinen persönlichen Vorlieben abzuweichen, um der Community ein ausgefallenes Geschenk zu machen? Wenn Kapazität da ist, um einen Weihnachtsmarkt Run mit gemütlichem Glühweinschlürfen zu schreiben, dann passt sicherlich auch irgendwo ein Run rein, bei dem ein übereifriger Cop in der Elbe versenkt werden muss, oder eine Gang terminiert werden soll, die sich in der falschen Ecke der Stadt breitmacht.


Bearbeitet von SuperMarauderGirl, 18. Juni 2022 - 11:08 .

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Und wenn dich das dritte Mal jemand Ochse nennt, dann wird’s wohl Zeit, sich nach nem Kuhstall umzusehen.

 

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#14 slowcar

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Geschrieben 18. Juni 2022 - 13:38

Gibt jetzt doch einen Unterschied zwischen "ermordet diese Leute" und "es dürfen keine Waffen eingesetzt werden", ihr müsst doch nicht in jeder Argumentation nur mit Extremen ankommen.

 

In meiner Shadowrun-Welt sind Runner keine hochgerüsteten Söldner, die im Desert Wars Szenario die motorisierte Infanterie zerlegen. Vom Potential vielleicht schon, nur wollen weder die Charaktere noch deren Auftraggeber so ein großes Profil. Stichwort Schatten.

Klar, einen Stuffer Shack kann man auch im Sturmangriff nehmen, eine SK-Niederlassung eher weniger.

 

Deswegen bin ich da ganz bei Melanie, der klassische Run ist ein leise rein, leise raus - bei dem das raus auch mal laut werden kann, aber sicher nicht das Ziel ist.

Wenn die Kacke am dampfen ist, dann heißt es abtauchen, Füße still halten - und nicht ein Last Stand gegen unendlich überlegende Sicherheitskonzerne.

 

Wenn man im ZZZ-Gebiet unterwegs ist, dann dürfen auch mal die dicken Wummen ran - aber sind es die dicksten?

In der SOX-Kampagne gerät die Gruppe in eine RadWars-Übung, wo experimentelle Waffen der Konzerne eingesetzt werden. Wer da in die Offensive gehen will: Viel Spaß :rolleyes:

 

Ich finde es einfach, Wetwork in bestehende Abenteuer einzubauen, im Gegenzug ist es quasi unmöglich, es andersherum zu machen.



#15 Corpheus

Corpheus

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Geschrieben 19. Juni 2022 - 01:10

@Wetwork
Auch wenn Wetwork ein fester Teil des Settings ist, ist das für viele Spieler ein Tabu.
Gehört damit zum einen zu den Dingen, die man in Session 0 abklärt (wenn man seine Spieler nicht eh gut genug kennt. Zum anderen ist das als Plot für einen einzelnen Abenteuerband aufgrund der kleineren Zielgruppe imho auch wirtschaftlich ziemlich riskant. Wenn, dann im Rahmen eines Bandes mit mehreren anderen Abenteuern.

Ansonsten gilt für solche Plots wie für alle anderen auch: Warum für teuer Geld Runner anwerben und nicht einen prof. Assassinen. Oder die eigenen Handlanger.

Aber imho ging es in der ursprünglichen Kritik gar nicht um mehr Wetwork in off. Abenteuern. Genausowenig wie mehr Ballerei.

Stattdessen mehr klassische Runs gegen Konzerne bzw. Konzerneinrichtungen. Und auch Konzerne/Niederlassungen als Zielobjekt bieten imho eine große Bandbreite an Aufträgen:

- Sabotage an Produktionsanlagen
- Manipulation von Produktionsanlagen/Produkten
- Diebstahl von Daten aller Art (Lieferanten/Kunden Listen) inklusive Forschungsdaten und/oder Prototypen
- Extraktion/Entführung von Personal
- Installation von Wanzen in wichtigen Bereichen
- Aufdecken von unmoralischer Forschung, Umweltschädigungen oder anderer Skandale
- Dem Konzern bzw. Mitarbeiter
kandalöse Dinge unterschieben
- Industriespionage aller Art
- Usw.

Und das alles vor der ganzen Bandbreite an industriellen Produkten, Waren, Dienstleistungen usw.

Ob und in welchem Maße Waffen zum Einsatz kommen, hängt letztendlich von den Umständen und dem Stil der Gruppe ab.
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