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Review zum Berlin Quellenbuch


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27 Antworten in diesem Thema

#1 Corn

Corn

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Geschrieben 04. November 2010 - 21:38

So Leute nun mal raus mit den Infos!

Wie gefällt es, was ist enthalten, wo sind Fehler und wie ist das Setting?

Das Lesen von Rollenspielforen verdirbt den Charakter


#2 Lucifer

Lucifer

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Geschrieben 05. November 2010 - 11:06

hab bisher nur die anarcho-Seite durch (Bücher von hinten anfangen ist cool!) und was ich gesehen habe gefällt mir. besonders die Gebäudekarten - einige sind echt fies verteidigt^^

#3 Loki

Loki

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Geschrieben 05. November 2010 - 11:25

Ich kann meinen Bildschirm nur um 90° drehen! :)

#4 Lucifer

Lucifer

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Geschrieben 05. November 2010 - 11:28

Und Gott sprach:
"Du sollst Bücher in Papier lesen, denn .pdf ist eine Erfindung für Bilder!" :)

#5 Loki

Loki

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Geschrieben 05. November 2010 - 11:32

Nee, ich meinte wegen dem Thread.

#6 Ysobell

Ysobell

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Geschrieben 05. November 2010 - 12:39

Nee, ich meinte wegen dem Thread.


Na, ganz einfach. Die erste Hälfte drehst du den Monitor linksrum, danach rechtsrum. Dann hast du auch die 180°.
Und jetzt erzähl nicht, dass das nicht ginge. Im Zweifelfall bastel eine passende Halterung drumrum :)

#7 Richter

Richter

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Geschrieben 05. November 2010 - 13:58

Ein Berlinbuch. Jedes Mal, als ich davon gelesen habe, musste ich an diese Szene aus Tim Burtons Batman denken ("You see what I have to work with here."). Gut, nun ist es da, und, um bei der Analogie zu bleiben, jetzt ist es Zeit, herauszufinden, ob es ein Grund ist, irre lachend und unter Zerschlagen einer Glühbirne den Raum zu verlassen.

Die Verarbeitung ist gewohnt durchgängig von guter Qualität, Hardcover das recht robust und zudem gut gebunden ist. Angesichts meiner anderen Erfahrungen mit Neuerwerbungen in letzter Zeit (Bonjour, Shadowrun France!) schon mal erfreulich, aber auch etwas was ich bei Pegasus ja schon annehme.

Das Buch riecht angenehm, nicht wie manche anderen Produkte (etwa das alte Rigger 3,das bei mir auch nach Jahren noch penetrant wie Klopapier riecht), die Seiten sind griffig und das Papier nicht so dünn dass es sofort einreisst. Der Silberschnitt ist wirklich hübsch. Noch hübscher wäre ja ein Farbband, aber gut, die wird es bis auf Weiteres ja nicht als Standard geben, sehe ich ja auch ein. Optisch fügt es sich trotz Wendecover gut ins Bücherregal ein, wo Pegasus ja einen Einheitlichen Look durchgesetzt hat.

Das Wendecover an sich ist erst mal gewöhnungsbedürftig, aber sehr gut in das Konzept des Settings eingebunden. Ich hätte mir allerdings zwei Lesezeichen - vielleicht eins oben und eins unten - gewünscht, aber gut, ich will ja nicht nitpicken. Gewohnte Qualität von Pegasus, die wieder einmal beweisen dass es durchaus möglich ist, Rollenspielbücher zu vermarkten, die sich nicht beim Anblick einer Hand desintegrieren. Amerikaner, von Pegasus lernen heisst Siegen lernen!

Mein erster Eindruck ist: Mehr kann man aus dem was es zu Berlin gibt nicht herausholen.

Vor allem der Anarchoteil gefällt mit überraschenderweise gut. Nicht nur, weil er (erfreulich vorsichtig) Retcons betreibt wo das Ursetting allzu hahnebüchen und dümmlich war, sondern auch, weil die Anarchos hier auch mal ihr Fett wegkriegen, und eben nicht ein Setting das, realistisch betrachtet, ein besseres Mogadischu ist, als tollste und freieste Stadt der Welt dargestellt wird. Konzerne wie auch Anarchos haben erhebliche Probleme, Fehler und Fanatiker in ihren Reihen, und auch die 'Guten' haben einen erheblichen Anteil von Arschlöchern. Und dann gibt es tatsächlich Kritiker der Anarchos die nicht nur böse Konzernpropagandisten sind, und mitleiderregende Altanarchisten wie Tolstoi, die einfach nicht einsehen wollen dass sie obsolet sind. Wie schön, das Setting ist erwachsen geworden, und nicht einmal allzu sehr zu Oskar Mazerath.

Auch die Beschreibung der alternativen Viertel und der alternativen Lebensweisen ist deutlich stimmiger als bisher - was sich ja früher wahlweise als "irgendwie geht das!" (DidS) oder "frei und unabhängig wie wir sind lassen wir uns von den Konzernen durchfüttern und meinen wir wohnen nicht im Hotel Mamakon" (DidS 2) las. Immerhin sind die Autonomen jetzt wirklich autonom, und die Schreiber haben sich offenbar wirklich mal mit anarchistischen und kommunistischen Gesellschaftsentwürfen auseinandergesetzt, und das recht tiefgehend und kritisch und weit über das dumpfe ÖÖÖÖÖ BAMBULÄÄÄÄÄ hinaus das frühere Berlinsettings verströmt haben, insbesondere das aus DidS. Sehr gelungen und sogar nicht unglaubhafter als viele andere SR-Settings.

Dass VolksKOMM und die eklektische Musik- und Modeszene Berlins eine Brücke zwishen den Konzernern und Alternativen schlagen, dass es Grenzgängerexistenzen und Doppelleben gibt, gibt dem Setting lange benötigtes Flair jenseits von Munchkin Paradise. Und die Selbstironie der Anarchos in ihrer Stadtkarte ist ebenfalls sehr, sehr amüsant.

Sehr lustig ist auch die Idee, kleine Messages auch in dem nach Hintergrund in Berlin ja sehr verbreiteten Türkisch ins Buch zu packen (dass es jetzt eine jihadistische Kampfschrift ist, fand ich ein wenig platt, aber gut, das geht mit dem Setting konform). Nett dass es überhaupt drin ist.

Der Konzernteil ist entsprechend, ebenfalls tendenziell, ebenfalls kritisch, aber das waren Betrachtungen der Konzernwelt in SR schon immer. Immerhin wird auch zugegeben dass es Gründe gibt, sich für dieses Leben zu entscheiden, was ja für die Ausarbeitung von NSC sehr hilfreich sein kann. Einige nette neue Ideen, ein bisschen Ordnung in das Wirrwar gebracht und erklärt, wie die Konzerne in der Politik mitmischen. Ein wenig Bewegung, und nciht jeder Konzern rennt mit einem Evil Hat herum, auch sehr net. Ebenfalls sehr positiv: Horizon kommt nur am Rande und nur wie ei normaler Konzern vor, diese beknallte Lobhudelei der amerikanischen Bücher wird nciht vorangetrieben. Gute Entscheidung.

Das Herz und die schönsten Teile des Buchs sind aber die beiden Viertelbeschreibungen - Scheunenviertel und Eiswerder - sowie die Locationbeschreibungen. Teils eine hübsche Eindeutschung von Altbekanntem (Stuffer-Plus), teils eine hübsche Meetinglocation (The Orchid) und auch sonst mit viel Liebe zum Detail und hübschen Plänen gestaltete und auch universell adaptierbare Locations. Wirklich gute Arbeit.

Was mir im ganzen Buch sehr, sehr positiv auffällt ist die Liebe zum Detail und die erkennbar große Mühe die sich die Autoren hier gegeben haben. Vor allem das Artwork - durchweg oberste Qualität für SR, mir ist kein wirklicher Ausrutscher aufgefallen wie die Kinderzeichnungen im Ghost Cartels, oder die von Matt Groenings Größtem Fan gestalteten Bilder der Metavarianten im amerikansichen SRComp. AAS' Bilder kennt man ja schon zu guten Teilen, die anderen brauchen sich aber ebensowenig zu verstecken. Viele nette kleine Details in den Bildern, die zum näher betrachten einladen, gibt es auch. Die Ingame-Werbungen sind sehr schön, sehr witzig und etwas was ich wirklich sehr gerne in weiteren Produkten sehen würde, den amerikanischen eingeschlossen (man kann immer träumen). Die Locations sind ebenfalls angemessen, nicht zu generisch, aber auch ohne Knaller wie das Gore. Die Gangs geben sich zumindest Mühe, halbwegs plausibel zu sein, die Anarchisten der Sprawlguerilla sind nicht inkompetent, aber auch keine Götter in Schwarz, und generellist das Buch ausgewogen gestaltet. Es liest sich zudem flüssig, die Schreibfehler sind eine seltene Spezies, und der Satz stimmt bisher, soweit ich das sehe, auch überall. Alles in allem erinnertmich das an die sehr alten, sehr schönen Stadtbücher wie London oder Seattle für SR2. Flair und Details - etwas was SR seit langer Zeit verlernt zu haben schien.

Abschließend: Sehr gute Arbeit. Das Setting wird vermutlich nie mein Favourit werden, und auch nicht mein Defaultsetting für die ADL - Rhein-Ruhr - ersetzen. Aber immerhin, es ist das erste Berlinsetting, das ich für benutzbar halte, das eine Bereicherung ist und nichts, worüber man den Mantel des schweigens breitet wie über einen peinlichen Verwandten.

Das ist eher Heath Ledger als Jack Nickolson.

"10.000 Stunden Verschwörungstheorienstudium ergeben keinen Experten." Sascha Lobo, Spiegel Online, 04.00.2011
"In einer postfaktischen Welt ist eigentlich jeder Tag der 1. April." Loki, 02.04.2017

"The moment I found out Trump could tweet himself was comparable to the moment in Jurassic Park when Dr. Grant realized Velociraptors could open doors." - Justin McConney, ehem. Social Media Coordinator (Trump Organization), Politico, 20.12.2018

"Das schlimmste Alleinlassen [der Polizei] aber ereignet sich angeblich, wo sie im Kampfessturm gegen Orks, Clans, Organisierte Kriminalität und Diebe stehen." - Thomas Fischer, 13.04.2019, Spiegel Online

 

FastFacts - Seattles schnellstes NewsNet! - mein ingame-Newsmagazin, momentan Weihnachten 2073.


#8 Eshmael

Eshmael

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Geschrieben 05. November 2010 - 15:48

@Richter FullAck. Ich habe erst wenige Seiten durch (habe den Almanach bis vorgestern erstmal durchgelesen), aber auch nach einem kruzen überfliegen wird schnell klar das das hier einfach nen super Buch ist. Ich hoffe das das RRP Buch nächstes Jahr die selbe Qualität hat (denn das ist immerhin meine Heimat *g*)

#9 apple

apple

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Geschrieben 05. November 2010 - 18:35

Amerikaner, von Pegasus lernen heisst Siegen lernen!


Eher: von Pegaus lernen heiss binden lernen? :-)

SYL

SR4 Limited Edition: #464/1000

 

Void: "The modern history in shadowrun rules!" wäre Slapstick."
 

[SR5 in a nutshell: "Hat sich stets bemüht"]

Chrome & Flesh: "ask the fixer how Mr. Johnson feels about augmented individuals before the meeting

- Die will mir ständig Vercyberte in Veralberte ändern...

- Mitarbeiter macht sich verzweifelt Gedanken. Das Ergebnis kennen wir...  :wacko:

 

[SR6 in a nutshell: Unterhosentroll-Edition]

- At a glance, it seems like an unfortunately awkward attempt at (breaking the 4th wall using Lovecraftian cosmicism in the tone of Terry Pratchett).

- Gear is like salad in a subway, you got to have it, but what exactly it is isn't that relevant.

- Offizielle Geisterbeschreibung: "Argle Bargle, Foofaraw, Hey Diddy Ho Diddy"

- Offizielle Beschreibung der Charaktererschaffung: "It feels bad and has some nasty sinkholes."

 

[DE Redaktion]

Sascha M: "Das erste was Peer, ich und andere halt machen sind die PDFs nach "Germany" zu durchsuchen."
sirdoom: "Das ist mittlerweile so eine Art instinktiver Panikreaktion..."

Labrat: "Wir haben versucht, mit der Zeit den gröbsten Quatsch aufzuräumen."

 

Joe2060: Life & Style in der 6. Welt: http://blutschwerter...-fassung.86524/

 

Das kleine 1x1 für Shadowrun-Anfänger: https://www.sr-nexus...-shadowrun-101/


#10 King_Platypus

King_Platypus

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Geschrieben 05. November 2010 - 18:42

Kann mich Richter ebenfalls nur anschließen. Ich habe mir das Buch ursprünglich nur geholt, weil ich es eben im Regal stehen haben wollte, das Berlin-Setting hat mich nie so recht interessiert. Aber die Überarbeitung des Settings, sowohl textlich wie optisch und auch vom Hintergrund her, gefallen mir so gut, das ich plane, meine Gruppe demnächst mal einen Ausflug in die Richtung machen zu lassen.
Und ein ungeliebtes Setting in eines zu verwandeln, in dem man gerne einmal spielen möchte, ist eigentlich das größte Lob, das man einem Quellenbuch machen kann.
Von daher: gut gemacht, Pegasus, keep up the good work!

#11 Loki

Loki

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Geschrieben 05. November 2010 - 18:51

Das Buch riecht angenehm, nicht wie manche anderen Produkte

Jetzt wo du es erwähnst, das Buch hat ein angenehm holziges Bouquet. :D

#12 Sascha M.

Sascha M.

    Der junge Wilde

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Geschrieben 05. November 2010 - 19:54

Hab meines grade erworben, Nr. 266/1000. Habs noch nicht wirklich gelesen, sondern immer nur ein bissel. Aber das was ich bisher überflogen habe, fand ich gut.

"The best thing about being a writer is that you can do what you love every day, which is hating yourself." - Ian Bogost


#13 raben-aas

raben-aas

    Andreas AAS Schroth

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Geschrieben 10. November 2010 - 17:06

In meinem Blog als Comment eingegangen:

CYNIC DECAY: Großartiges Buch: Das, wofür ich Shadowrun immer gehalten habe – einen differenzierten Mikrokosmos voller Charaktere und nicht voller Vindicator-Junkies, die glauben, wenn alles tot und kaputt ist, ist der Run super gelaufen. Habe vor acht Jahren aufgehört, Shadowrun zu spielen, jetzt fängt es wieder an, Spaß zu machen. Mehr davon, liebes Pegasus-Team!


RABENWELTEN ein Shadowrun4 Blog
RABENART AAS auf Deviantart

#14 Ysobell

Ysobell

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Geschrieben 15. November 2010 - 20:08

Ich musste mich tatsächlich an den Schreibstil gewöhnen, zumindest im A-Teil, den K-Teil habe ich noch nicht angefangen. Dass es einen so großen Unterschied macht, Shadowtalk aus dem Amerikanischen übersetzt zu bekommen bzw. selbst in englisch zu lesen, oder den deutschen Slang, hätte ich nie gedacht. Allein in der Hinsicht hebt sich Berlin schon ab.

#15 BigDuke66

BigDuke66

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Geschrieben 01. April 2012 - 13:10

Beschränkt sich der Unterschied zwischen der Normalen und der Limitierten auf das Cover und den Silberrand oder gibt es da sonst noch was?




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