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Blut & Spiele - Fette Beute


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47 Antworten in diesem Thema

#46 raben-aas

raben-aas

    Andreas AAS Schroth

  • Shadowrun Insider
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  • 4.885 Beiträge

Geschrieben 04. Oktober 2011 - 09:20

Ich finde meine Annahmen (Keykarten sind bedruckt und enthalten Daten) realistischer als die gegenteiligen Annahmen (Keykarten sind unbedruckt und enthalten keine Daten)


Nur dass das nicht den gegenteiligen Annahmen entspricht.

Deine Annahme ist: Keykarten sind mit dem Ort/Unternehmen bedruckt, zu dem sie gehören (vllt sogar der Zimmer/Schließfachnummer) und die auf ihnen gespeicherten Daten enthalten ebenso die Info, zu wem sie gehören und welches Schloss sie öffnen, und zwar in (ggf. verschlüsseltem, aber hackbarem) "Plaintext", also "Hallo, ich gehöre zum Schließfachbetreiber X und Schließfachnummer 123".

Die gegenteilige und in der Tat aus den bereits genannten Gründen plausiblere Annahme ist: Keykarten sind im Bestfall mit dem Namen des ausgebenden Unternehmens bedruckt, und selbst das nur wenn es ein Niedrigsicherheits-/öffentliches Etablissement ist (Hotel, Schließfach, also hier ggf. gegeben). Die auf ihm codierten Daten enthalten aber NICHT die Nummer des Schließfaches, sondern nur die passende Codesequenz zum Aufschließen des passenden Schlosses, welches das auch immer sei. Entsprechende Daten sind eventuell durch Abgleich mit einer Sequenz-Datenbank zu finden, die sich ebenso eventuell im System des Betreibers, wahrscheinlicher aber nur in einem nicht per Wifi verbundenen Lesegerät im Empfangs-Desk befindet.

Verdeutlicht:

Im konkreten Fall ist die "gegenteilige" Annahme, dass eine Schließfachcard als Ausdruck entweder nur Werbung (anhand derer man die Karte auch von anderen Karten unterscheiden kann übrigens – eine Karte, die nicht mit "Schließfach von Terminal X" bedruckt ist, kann wie Telefonkarten immer noch mit allerlei Motiven gestaltet sein, wodurch sie sich "wie ein gewöhnlicher Schlüssel von anderen Schlüsseln" unterscheidet) oder ebentuell(!) den Namen des Schließfachbetreibers enthält (was, angenommen der Betreiber betreibt Schließfachreihen an mehreren Bahnhöfen/in mehreren Städten/in mehreren Ländern dann noch immer nichts über die konkrete Schließfachstation aussagt). Die auf ihr enthaltenen Daten umfassen nichts anderes als eine Sequenz aus wild gewürfelten Buchstaben, Sonderzeichen und Zahlen – den Aufschließcode. Die Daten enthalten KEINERLEI Verweis darauf, zu welcher Schließfachnummer sie gehören.

Ich und andere finden diese "gegenteiligen" Annahmen bei Weitem plausibler als die "Bitte raube mich aus" Keykartenversion, die Du annimmst. Aus Gründen, die inzwischen mehrfach in zT epischer Breite dargelegt wurden.
RABENWELTEN ein Shadowrun4 Blog
RABENART AAS auf Deviantart

#47 Guest_BTO_*

Guest_BTO_*
  • Gäste

Geschrieben 04. Oktober 2011 - 10:33

Ich und andere finden diese "gegenteiligen" Annahmen bei Weitem plausibler als die "Bitte raube mich aus" Keykartenversion, die Du annimmst. Aus Gründen, die inzwischen mehrfach in zT epischer Breite dargelegt wurden.


*hissss* Du hast überlesen, dass ich meine Annahme diesbezüglich, auch aufgrund Eures massiven Gegenfeuers, schon längst revidiert habe, und einer Keykarte als Dateninhalt inzwischen lediglich einen mit dem Schloss abgleichbaren Code zugestehe. Dir aber trotzdem vielen Dank für die Mühe. In Kombination mit dem Aufdruck reicht der Code, in diesem speziellen Fall, natürlich trotzdem für das Schlupfloch im Abenteuer, so wahrscheinlich oder unwahrscheinlich es ist, dass die Runner verschiedener Gruppen dieses überhaupt finden.

Dinge anhand der Werbung, die darauf gedruckt ist, zu unterscheiden, halte ich, für "sehr konstruiert", um mal ein Zitat aus der Diskussion zu bringen. Außerdem halte ich es für unwahrscheinlich, dass nur Werbung aber kein eigenes Logo aufgedruckt ist, z.B. Verzehrkarten bei BuLi-Spielen - Werbung + Vereinslogo. Wieso nicht auch Werbung + Firmenlogo?

Ich schließe nicht aus, dass manche Konzerne für den internen Gebrauch Karten ausgeben, mit denen ein Normalbürger erstmal nichts anfangen kann. Dass ich als Konzern oder Firma an Kunden Karten ausgebe, die diese nicht unterscheiden oder nur anhand der aufgedruckten Werbung unterscheiden können, halte ich, naja, für seeehr unwahrscheinlich. Ich vergleiche das mal mit diversen Geschenkgutscheinkarten (Saturn o.ä.), die bei mir daheim lagern - sehen alle gleich aus und sind alle mit Firmenlogo versehen, aber wieviel Kohle noch auf welcher Karte ist? Beats me!

Entsprechende Daten sind eventuell durch Abgleich mit einer Sequenz-Datenbank zu finden, die sich ebenso eventuell im System des Betreibers, wahrscheinlicher aber nur in einem nicht per Wifi verbundenen Lesegerät im Empfangs-Desk befindet.


... und wie kommt der Code auf das Schloss, über eine Leitung? Das hieße, dass jede Tür zu einem Hotelzimmer über Leitungen mit dem Empfang verbunden ist, und nur mit diesem? Keine Sicherheit, die Türen verriegeln kann? Leitungen obwohl WiFi vermutlich billiger wäre? Und falls das doch so sein sollte, wäre das sicherer als WiFi, und wieviele Runner würden solche Leitungen in Hotels wohl anzapfen, um z.B. Zugang zu Zimmern oder Codes oder Fahrstühlen o.ä. zu bekommen? Wäre das praktikabel, z.B. für Zimmermädchen, den auf's Zimmer gebuchten Drink an der Bar, die Tiefgarage oder den Parkplatz? I think not, auch wenn es immer auch solche und solche Hotels gibt, schon klar.

BTO - Elves must die!

#48 Eismann

Eismann

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Geschrieben 04. Oktober 2011 - 18:13

Hm, also wenn ich mich richtig erinnere gab es doch schon während der Entwicklung einen alternativen Abenteueraufbau.
@Twisted Minds: Den könnte man doch als Fanservice mal veröffentlichen, oder?


So, nach kurzer Absprache mit den Beteiligten hier mein Alternativablauf, den ich irgendwann in der First Draft-Phase mal in den Ring geschmissen hatte. Vielleicht kann der eine oder andere damit ja noch was anfangen:

"Der Hintergrund:
Ein Mitarbeiter im Lager vom MSI (oder einem anderen, in Hamburg ansäßigen Unternehmen), Ehemann und Vater von zwei Kindern, hat Schulden. Eine ganze Menge Schulden. So viele, dass er keine andere Lösung sieht als seinen Arbeitgeber zu beklauen. Er unterschlägt eine Kiste mit Steuerchips, verschleiert im Lagersystem seine Spuren und versucht die Chips auf dem Schwarzmarkt zu verticken. Er war schlau genug sich vorher schon einen Käufer zu suchen, verkauft erstmal die Hälfte der Chips für richtig ordentlich Geld und legt dieses in einen anonymen Aktienfond an, damit die Knete nicht in seinen Konten auftaucht. Die Zugangsdaten und die restlichen Chips steckt er kurzfristig in einen versteckten Tresor im Keller seiner keinen Vorstadtvilla.
Es kommt, wie es kommen muss, die Sache fliegt auf, er wird verknackt, behauptet aber durchgehend er wäre unschuldig. Da Chips im Multimillionenwert weg sind, zieht MSI einfach den kompletten Besitz der Familie ein (ja, Kons sind mächtig UND scheiße), die Familie sitzt auf der Straße. Seine Frau lässt sich scheiden, geht an der Situation kaputt und nimmt Schlaftabletten. Sohn und Tochter kommen mangels Verwandtschaft ins Heim.
15 Jahre später, der Vater kommt wieder aus dem Knast. Der Sohn ist mittlerweile in einer Gang (vielleicht auch bei Hamburger Piraten), die Tochter in einer Stadtkriegsmannschaft (damit der Minimalkontakt zum Grundthema erreicht ist). Ein Exbulle, mittlerweile pensioniert, hat ihn immer im Auge behalten und glaubt zu Recht, dass der Kerl die Knete irgendwo gebunkert hat. Er heuert also einen Haufen zwielichtiger Gestalten an, um ihn zu beschatten und gegebenenfalls einzukassieren (daher nimmt er auch keinen Detektiv, sondern Runner).
Der Vater will nun endlich an die restliche Knete, der Schlüssel zum Tresor ist in einem Amulett, das er bei seiner Verhaftung seiner Tochter in die Hand gedrückt hat. Er trifft sich mit ihr im Dollhouse (da geht die Mannschaft gern mal hin feiern) und will das Amulett wieder haben. Es geht hin und her, aber am Ende kriegt er es. Dummerweise hat seine Tochter ihrem Bruder von dem Treffen erzählt, und der macht seinen alten Herren nicht nur für sein beschissenes Schicksal in Heimen (vulgo: Kinderarbeitslager) und auf der Straße verantwortlich, sondern auch für den Selbstmord seiner Mutter. Er klaut ein Wassertaxi und wartet draußen auf seinen Vater. Der steigt ein, erkennt seinen Sohn, glaubt dass der seine Kohle will und verschluckt den Schlüssel.
Die beschattenden Charaktere gurken hinterher, während der Sohn seinen Alten nach Wildost, in das Territorium seiner Piratenfreunde, fährt.
Als der Schmidt erfährt, dass der Vater in so eine abgerissene Gegend fährt, glaubt er, dass er die Kohle dort irgendwo gebunkert hat und befiehlt den Zugriff.
Zugriff -> Wildost -> Ballerei auf wackeligen Steegen und alten Booten
Die Charaktere kassieren den Vater und kriegen aus ihm raus gequetscht was Sache ist.
Sie haben die Wahl: Weiter für Schmidt arbeiten oder auf eigene Rechnung die Kohle kassieren. Ist für den Verlauf eigentlich egal, wenn sie sich offen vom Schmidt trennen, wird der andere Leute anheuern, die wiederum den Runnern das Leben schwer machen.
Wenn man das Abenteuer länger gestalten will, kann man noch einen zweiten Schlüssel dazu nehmen, den die Ehefrau hatte. Der kann in ihrem Grab liegen (oder in einem Ghullager unterm Hamburger Friedhof), bei einem Zuhälter sein, der sie zur Prostitution gezwungen hat, oder sonstwo.
Dann gehts zum Tresor. Der ist immer noch in der Villa, nur dass die mittlerweile als Safehouse von den Likedeelern genutzt wird. In dem großen Kellerraum, in dem der Tresor im Boden verborgen ist, steht dummerweise auch einer der Hauptserver der Likedeeler, über den ihre Buchhaltung, Onlinekrams etc. pp. läuft.
Die Runner müssen also da rein. Um ein wenig Bewegung rein zu kriegen könnte die Tochter sich dazu entschieden haben, doch nicht alles auf sich beruhen zu lassen und selbst aktiv zu werden. Sie sucht sich ein paar Leute aus dem Milieu ihrer Mannschaft zusammen, um selbst den Tresor zu knacken. Ohne Schlüssel, dafür mit Schweißgerät, Sprengstoff und viel Willen zur Gewalt.
Likedeeler, Stadtkriegleute, die Runner und vielleicht ein weiteres Team, das von ihrem ehemaligen Schmidt geschickt wurde (so sie sich gegen ihn entschieden haben) beharken sich dann im großen Finale in der Villa.
Der Haken an der Sache für die Runner ist: Die Chips sind 15 Jahre alt und nichts mehr wert. Das Aktienportfolio wiederum basiert auf Aktien von Unternehmen, die vor dem Crash existiert haben. Viele von denen sind mittlerweile pleite oder im Wert weg gesackt. Die ehemals 10 Millionen o.ä. sind grade mal 200.000 wert.
Natürlich können sich die Runner noch entscheiden die Server der Likedeeler zu klauen, die haben auch einen enormen Wert... aber die Likedeeler sind nachtragend, und so bieten sich tolle Aufhänger für Folgeabenteuer, die man am Ende noch skizzieren kann.

Damit kann man die Villa als Kernlocation retten und sogar noch die Szene im Dollhouse übernehmen. Dazu gibts Hamburger Lokalkolorit, der Schnitzeljagdcharakter bleibt erhalten und man kriegt "noch mehr" Stadtkrieg ins Szenario rein."
Das Eisparadies - Geschichte für Rollenspieler und Rollenspiel für Historiker




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